Ausseerland-Salzkammergut: Altausseer See, Grundlsee, Narzissen und die erste Umweltzeichen-Region der Steiermark
Zwei klare Seen ohne Motorboote, dahinter die Kalkwände des Toten Gebirges, und im Mai weiße Narzissenwiesen bis an den Ortsrand: Das Ausseerland-Salzkammergut ist das steirische Herz des Salzkammerguts. Seit Oktober 2025 ist es außerdem die erste Tourismusregion der Steiermark mit dem Österreichischen Umweltzeichen. Hier erfährst du, was das konkret bedeutet, wie du ohne Auto hinkommst und was die Gästekarten wirklich enthalten.
Die Region: vier Gemeinden zwischen Totem Gebirge und Grimming
Das Ausseerland-Salzkammergut umfasst vier Gemeinden: Altaussee, Bad Aussee, Grundlsee und Bad Mitterndorf. Zu Bad Mitterndorf gehören seit der steirischen Gemeindestrukturreform 2015 auch Tauplitz und Pichl-Kainisch. Die Region reicht vom Pötschenpass an der Grenze zu Oberösterreich bis zur Klachauer Höhe im Osten. Im Norden liegt das Tote Gebirge, im Süden der Dachstein, im Osten der Grimming.
Historisch ist das Ausseerland Salzland. Der Salzabbau am Sandling begann vor 1300 und prägte Orte, Handel und Landschaft über Jahrhunderte. Heute ist das Salz noch da, allerdings anders: im größten aktiven Salzbergwerk Österreichs in Altaussee und als Sole im Kurbad von Bad Aussee. 2024 waren alle vier Gemeinden Teil der Europäischen Kulturhauptstadt Bad Ischl-Salzkammergut.
Wichtig für die Einordnung: Das Salzkammergut verteilt sich auf drei Bundesländer. Hallstatt, Bad Ischl oder der Wolfgangsee gehören nicht zum Ausseerland. Die oberösterreichische Seite findest du auf unserer Seite zum Salzkammergut in Oberösterreich, weitere steirische Regionen auf der Steiermark-Übersicht.
Beiträge aus der Region Ausseerland-Salzkammergut
No post found!
Beste Reisezeit im Ausseerland-Salzkammergut
Mai und Juni sind die Wochen der Narzissen. Die weiße Dichternarzisse blüht je nach Höhenlage von Mitte Mai bis Ende Juni, am Talboden früher, auf den Almwiesen später. Das Narzissenfest findet meist am letzten Maiwochenende statt. An diesen Tagen ist die Region sehr voll, davor und danach hast du die Wiesen fast für dich.
Juli und August gehören den Seen und den Bergen. Die Loser Panoramabahn fährt 2026 vom 9. Mai bis 1. November, der Vierersessellift auf die Tauplitzalm vom 27. Juni bis 13. September (bei gutem Wanderwetter). Die Schifffahrt am Grundlsee ist 2026 vom 1. Mai bis 26. Oktober täglich unterwegs.
September und Oktober sind unsere Empfehlung für ruhige Wanderwochen. Die Seen sind leerer, Bahn und Schiffe fahren noch, und die Salzwelten Altaussee haben geöffnet.
Im Winter läuft der Skibetrieb am Loser und auf der Tauplitz üblicherweise von Anfang Dezember bis Anfang April (Loser 2025/26: 5. Dezember bis 6. April). Dazu kommen rund 230 km Loipen. Ein ehrlicher Hinweis: Das Tote Gebirge gilt als niederschlagsreichster Teil der Steiermark. Plane Regentage mit ein, etwa für Salzwelten, Kammerhofmuseum oder Solebad.
Umweltzeichen-Destination: was dahintersteckt
Am 28. Oktober 2025 wurde das Ausseerland-Salzkammergut als erste Tourismusdestination der Steiermark mit dem Österreichischen Umweltzeichen für nachhaltige Tourismusdestinationen ausgezeichnet (Zertifikat UZ82-014). Die offizielle Übergabe im Umweltministerium in Wien folgte am 27. März 2026. Der Weg dorthin begann im Oktober 2023, im Juli 2024 wurden die ersten Betriebe zertifiziert.
Der Tourismusverband arbeitet dabei in vier Handlungsfeldern: Almwirtschaft stärken und Arten schützen, Mobilität neu denken, Naturschutz sichtbar machen und bewussten Tourismus fördern. Alle vier Gemeinden sind außerdem Fairtrade-Gemeinden. Zu den konkreten Maßnahmen zählen der Ausbau der regionalen Mobilität, die Förderung regionaler Produkte und die Renaturierung von Mooren.
Die ehrliche Einordnung: Ein Destinations-Umweltzeichen ist keine Garantie für jeden einzelnen Betrieb. Laut umweltzeichen.at lag der Zertifizierungsgrad der Betriebe im April 2025 bei 6 %. Die Region nennt sieben Pionierbetriebe mit eigenem Umweltzeichen. Das ist ein Anfang, aber noch nicht die Breite, die das Siegel vermuten lässt. Wenn dir das wichtig ist, frag bei der Buchung gezielt nach dem Umweltzeichen des Hauses.
Ein handfestes Beispiel für den Wandel steht am Loser: Seit 25. Oktober 2024 fährt die Loser Panoramabahn, 3,5 km lang, in 12 Minuten auf den Berg. Während die Bahn in Betrieb ist, bleibt die Mautstraße gesperrt. Früher fuhren im Sommer rund 44.000 Autos hinauf. Die Bahn ersetzt damit einen großen Teil dieses Verkehrs.
Die Orte: Altaussee, Bad Aussee, Grundlsee und Bad Mitterndorf
Altaussee
Altaussee liegt am Altausseer See unter dem Loser und dem Toten Gebirge. Hier findest du die Salzwelten Altaussee, das Literaturmuseum im Ortsteil Fischerndorf und die Talstation der Loser Panoramabahn. Der Ort ist ruhiger als Bad Aussee und ein guter Standort, wenn du vor allem wandern und am See sein willst.
Bad Aussee
Bad Aussee ist mit rund 5.000 Einwohnern der Hauptort der Region. Er liegt auf 659 m am Zusammenfluss von Altausseer Traun, Grundlseer Traun und Kainisch-Traun. 1868 wurde Aussee Kurort, 1911 kam der Titel „Bad“. Im Kurpark steht seit 1989 ein Mittelpunktstein, der Bad Aussee als geografische Mitte Österreichs markiert. Neuere Berechnungen verlegen diesen Punkt allerdings ins nahe Stainach-Pürgg. Für Bahnreisende ist Bad Aussee der wichtigste Umsteigepunkt.
Grundlsee
Die Gemeinde Grundlsee zieht sich am Nordufer des gleichnamigen Sees entlang bis nach Gößl am Seeende. Von dort startet die Drei-Seen-Tour zu Toplitzsee und Kammersee. Grundlsee ist der ruhigste der vier Orte, mit wenig Durchgangsverkehr und viel Ufer.
Bad Mitterndorf mit Tauplitz und Pichl-Kainisch
Bad Mitterndorf liegt im Hinterberger Tal, einem breiten Hochtal zwischen Grimming und Totem Gebirge. Zur Gemeinde gehören die Tauplitz mit dem Skigebiet und der Tauplitzalm sowie Pichl-Kainisch mit dem Ödensee. Am Kulm in Tauplitz steht eine der großen Skiflugschanzen der Welt. Hier fanden die Skiflug-Weltmeisterschaften 1975, 1986, 1996, 2006, 2016 und 2024 statt. Bad Mitterndorf ist außerdem das Langlaufzentrum der Region mit rund 115 km Loipen.
Die Seen: klar, kalt und ohne Verbrennungsmotoren
Auf allen Seen des inneren Salzkammerguts gilt ein Verbot von Verbrennungsmotoren auf Booten, mit Ausnahmen nur für Berufsfischerei, Linienschifffahrt und Einsatzkräfte. Das ist einer der Gründe, warum die Seen hier so still sind.
Altausseer See
Der Altausseer See liegt auf 712 m, ist rund 2,1 km² groß und bis zu 73 m tief. Er steht seit 1959 unter Naturschutz und ist Teil des Natura-2000-Netzes. Der Seerundweg ist 7,4 km lang und fast eben. Die Altaussee-Schifffahrt betreibt mit der „Altaussee“ seit 2011 das erste Solarschiff Österreichs. An der Seewiese am Nordostende beginnt der Weg ins Tote Gebirge. Dort wächst unter anderem der gefährdete Ufer-Hahnenfuß, bleib also auf den Wegen.
Grundlsee: das „steirische Meer“
Mit 4,22 km² ist der Grundlsee der größte See der Steiermark, er liegt auf 708 m und ist bis zu 62 m tief. Einheimische nennen ihn das „steirische Meer“. Zum Baden gibt es mehrere Uferstellen. Eine Schifffahrt verbindet die Orte am Nordufer mit Gößl.
Toplitzsee und Kammersee: die Drei-Seen-Tour
Die Drei-Seen-Tour kombiniert Schiff, Fußweg und Plätte: mit dem Schiff über den Grundlsee nach Gößl, 20 bis 30 Minuten zu Fuß zum Toplitzsee, mit einer traditionellen Holzplätte über den See und ein kurzes Stück weiter zum Kammersee. Rechne mit drei bis vier Stunden.
Der Toplitzsee ist rund 54 ha groß und bis zu 103 m tief. Unterhalb von etwa 20 m ist das Wasser sauerstofffrei. Bekannt wurde der See, weil 1945 Kisten mit Falschgeld aus der „Operation Bernhard“ darin versenkt wurden. Bergungen ab 1959 brachten Blüten und Kriegsgerät zutage, aber keinen Goldschatz. Tauchen und Wassersport sind am Toplitzsee verboten.
Ödensee
Der Ödensee bei Pichl-Kainisch liegt auf 776 m, ist knapp 20 ha groß und bis zu 19 m tief. Er ist kein Moorsee, wie oft zu lesen ist, sondern ein meromiktischer See: Seine Wasserschichten durchmischen sich nicht vollständig. Durch Schmelzwasser aus dem Kemetgebirge ist er einer der kälteren Badeseen der Region. See und Talbecken sind als Europaschutzgebiet, Naturschutzgebiet und Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.
Und der Sommersbergsee bei Bad Aussee? Den findest du noch in vielen Listen als Badesee. Der Zugang ist aber seit 2017 gesperrt.
Naturschutz: Totes Gebirge, Moore und warum du auf dem Steg bleibst
Der Großteil des steirischen Salzkammerguts steht unter Naturschutz. Das größte Schutzgebiet ist das Europaschutzgebiet Totes Gebirge mit Altausseer See mit 23.953 ha. Es ist zugleich Vogelschutzgebiet und FFH-Gebiet und reicht über Altaussee, Grundlsee, Bad Mitterndorf, Liezen, Stainach-Pürgg und Wörschach. Oberhalb der Waldgrenze bei rund 1.800 m wachsen ausgedehnte Latschenfelder, im Karst darunter gibt es dauerhafte Eishöhlen.
Weniger bekannt, aber für die Region genauso wichtig, sind die Moore. Im Ausseerland gibt es rund 90 Moore unterschiedlicher Größe. Vor 100 Jahren war die Moorfläche noch etwa doppelt so groß. Das Ödenseemoor ist von 28 ha im Jahr 1910 auf heute 14 ha geschrumpft. Die Österreichischen Bundesforste als Grundeigentümer und der Naturschutzbund Steiermark renaturieren dort Flächen: Gehölze werden zurückgeschnitten, Holzdämme halten das Wasser im Hochmoor. Die Universität Salzburg vermisst die Torfkörper der Region.
Für dich als Gast heißt das: Im Ödenseemoor führt ein Steg durch das Gebiet. Bleib darauf, denn Moorboden erholt sich nach Trittschäden nur sehr langsam. Am Altausseer See gilt dasselbe für die Uferwiesen der Seewiese.
Kultur und Brauchtum im Ausseerland
Das Narzissenfest
Das Narzissenfest gibt es seit Mai 1960. Es gilt als größtes Blumenfest Österreichs und zieht rund 20.000 Besucher an. Der Autokorso mit Figuren aus Tausenden Dichternarzissen fährt durch Bad Aussee, der Bootskorso wechselt zwischen Altausseer See und Grundlsee. 2027 findet das 67. Narzissenfest vom 27. bis 30. Mai statt, der Korso am Grundlsee. Das Tagesticket kostet 19 €, Kinder unter 15 Jahren sind frei.
Ein Tipp aus Naturschutzsicht: Auf den Narzissenwiesen gilt: anschauen, fotografieren, stehen lassen und am Weg bleiben.
Salzwelten, Kammerhofmuseum und Literaturmuseum
Die Salzwelten Altaussee sind das größte aktive Salzbergwerk Österreichs. Im Zweiten Weltkrieg lagerten dort Kunstschätze, die vor der Zerstörung durch die Nationalsozialisten gerettet wurden. Eine Führung kostet 2026 für Erwachsene 27 €, für Kinder von 4 bis 15 Jahren 13 €. Das Bergwerk liegt rund 3 km außerhalb von Altaussee.
Das Kammerhofmuseum in Bad Aussee zeigt in zwölf Dauerausstellungen die Geschichte der Region: Salz, Sommerfrische, Tracht und Ausseer Handdruck, archäologische Funde sowie Höhlenbärenknochen aus der Salzofenhöhle. Ein eigener Teil widmet sich Erzherzog Johann und der Ausseer Postmeisterstochter Anna Plochl. In einem kleinen Kino laufen 43 Kurzfilme über das Ausseerland vor dem Krieg.
Das Literaturmuseum Altaussee erzählt, warum so viele Schriftsteller und Künstler seit dem 19. Jahrhundert hierher kamen. Es hat von Mai bis Oktober Montag bis Samstag geöffnet, im Winter nachmittags.
Der Ausseer Fasching
Der Ausseer Fasching steht seit 2016 im österreichischen Verzeichnis des immateriellen UNESCO-Kulturerbes. Am Faschingssonntag ziehen die Trommelweiber durch Bad Aussee, am Faschingsdienstag folgen die Flinserl in ihren glitzernden Kostümen und die Pless, die den Winter darstellen und mit Schneebällen vertrieben werden. In den Gasthäusern werden Faschingsbriefe vorgetragen: gereimte Kommentare zu allem, was im Ort im letzten Jahr schiefgelaufen ist. Der Fasching ist ein Fest der Einheimischen. Als Gast bist du willkommen, aber eben als Zuschauer.
Aktiv im Sommer und Winter
Sommer: Loser, Tauplitzalm und Seenrunden
Die bekannteste Tour am Loser führt von der Bergstation zum Augstsee und weiter zum Loserfenster oder zum Gipfel. Die Panoramabahn kostet 2026 für Berg- und Talfahrt 30 € für Erwachsene und 15 € für Kinder. Die Mautstraße ist nur befahrbar, wenn die Bahn nicht fährt (Pkw 26 €).
Die Tauplitzalm auf 1.600 bis 2.000 m gilt als größtes Seenplateau der Nördlichen Kalkalpen. Auf der Hochfläche liegen sechs Seen, darunter Steirersee, Schwarzensee und Großsee. Hinauf kommst du mit dem Vierersessellift ab Tauplitz oder über die mautpflichtige Tauplitzalm-Alpenstraße ab Bad Mitterndorf. Der Lift ist die bessere Wahl: Der Tourismusverband empfiehlt selbst, das Auto im Tal zu lassen.
Wer es flach mag, geht den Seerundweg am Altausseer See oder die Drei-Seen-Tour am Grundlsee. Beide funktionieren ohne Auto.
Winter: zwei Skigebiete und 230 km Loipen
Der Loser in Altaussee hat 34 km Pisten und acht Lifte zwischen 850 und 1.800 m, die meisten davon leicht. Die Tageskarte lag zuletzt in der Hochsaison bei 59 €. Die Tauplitz bietet 43 km Pisten und 16 Liftanlagen zwischen 900 und 1.965 m. Beide sind überschaubare Familienskigebiete, keine Großskigebiete.
Stärker ist die Region beim Langlaufen: rund 230 km auf 20 Loipen zwischen 660 und 1.650 m, klassisch und skating. Die Loipen in Altaussee, Bad Aussee und Grundlsee sind kostenlos. In Bad Mitterndorf gibt es zusätzlich eine 1,5 km lange Snowfarming-Loipe, zweimal pro Woche mit Flutlicht. Ende Jänner findet dort der Steiralauf statt, der älteste und größte Volkslauf der Steiermark.
Zum Aufwärmen danach: Das Solebad im Narzissen Vital Resort in Bad Aussee nutzt Sole aus dem Altausseer Salzberg. Der Solesee hat rund 4 % Salzgehalt, das Außenbecken 32 °C. In Bad Mitterndorf gibt es die GrimmingTherme.
Anreise und Mobilität ohne Auto
Mit der Bahn ins Ausseerland
Das Ausseerland liegt an der Salzkammergutbahn, die seit 1877 Attnang-Puchheim mit Stainach-Irdning verbindet. Bahnhöfe gibt es in Bad Aussee, Kainisch, Bad Mitterndorf und Tauplitz. Direktzüge aus Wien, Graz oder Salzburg gibt es nicht. Aus Wien, Linz und Salzburg steigst du in Attnang-Puchheim um, aus Graz in Stainach-Irdning. An Wochenenden und Feiertagen fahren laut Tourismusverband mindestens 13 Züge pro Richtung.
Vor Ort: RegioBus und Salzkammergut-Shuttle
Die RegioBus-Linien 950, 952, 955, 956 und 957 verbinden die Orte. Wichtig für Gäste: Die Linie 955 fährt von Bad Aussee nach Altaussee und bis zur Losermaut, die Linie 956 nach Grundlsee. Seit Juli 2025 gibt es an Wochenenden und Feiertagen zusätzliche Fahrten auf den Linien 950, 955 und 956.
Für Ziele abseits der Linien gibt es den Salzkammergut-Shuttle: fünf Routen zwischen Sandling und Grimming, täglich von 7 bis 22 Uhr, 6 € pro Person und Fahrt. Wer länger in der Steiermark unterwegs ist, fährt mit dem KlimaTicket Steiermark am günstigsten.
Ein ehrlicher Hinweis zur letzten Meile: Die Busse fahren nicht im Stadttakt. Plane Ausflüge zu Loser, Toplitzsee oder Tauplitz mit dem Fahrplan in der Hand, sonst wartest du schnell eine Stunde.
Gästekarten und Bergbahnen: was wirklich inklusive ist
Anders als in vielen Tiroler oder Vorarlberger Regionen gibt es im Ausseerland keine kostenlose Gästekarte mit Gratisbus oder Gratis-Bergbahn. Stattdessen gibt es drei Karten:
- Sommerclou Card (kostenpflichtig): 23. Mai bis 26. September 2026, 16 Leistungen. Darin enthalten sind unter anderem die Loser Panoramabahn, täglich eine Berg- und Talfahrt mit dem Tauplitz-Vierersessellift, die Tauplitzalm-Alpenstraße, die Salzwelten Altaussee, die Schifffahrten am Altausseer See und am Grundlsee, das Solebad und das Kammerhofmuseum. Preis: 3 Tage 59 € für Erwachsene und 30 € für Kinder, 7 Tage 107 € und 54 €. Ab dem dritten Kind ist die Karte gratis.
- Salzkammergut Sommercard: 1. Mai bis 31. Oktober 2026, 3,90 € ab drei Nächten, sonst 4,90 €. Sie bringt bis zu 25 % Ermäßigung bei über 120 Ausflugszielen, am Loser zum Beispiel 10 %.
- Salzkammergut Wintercard: 1. November bis 30. April, gratis ab drei Nächten, sonst 4,90 €. Sie bringt Ermäßigungen, aber keinen Skipass.
Die Busse sind in keiner dieser Karten gratis. Rechne vor dem Kauf nach: Die Sommerclou Card lohnt sich, wenn du in drei Tagen Loser, Salzwelten und Schifffahrt kombinierst. Für zwei Wandertage mit Bus ist die Einzelfahrt günstiger.
Kulinarik: der Ausseerland-Seesaibling
Das kulinarische Aushängeschild der Region ist der Ausseerland-Seesaibling aus Altausseer See, Grundlsee, Toplitzsee und Kammersee. Die Fischerei ist seit 1280 urkundlich belegt, im Mittelalter wurden die Saiblinge bis an den Wiener Hof geliefert. Heute steht der Fisch unter der Nummer 13 im österreichischen Register der Traditionellen Lebensmittel.
Nachhaltig ist daran vor allem die Begrenzung: Pro Jahr werden höchstens 2.500 kg gefangen, von 16. September bis 15. März gilt Schonzeit. Traditionell wird der Saibling über offenem Buchenholzfeuer geräuchert. Frischen Saibling bekommst du deshalb nur in der Fangsaison. Wenn im Winter „Saibling“ auf der Karte steht, frag nach, woher er kommt.
Nachhaltige Unterkünfte im Ausseerland
Diese Betriebe führt der Tourismusverband als Pioniere mit eigenem Österreichischen Umweltzeichen: die AlpenParks Hagan Lodge in Altaussee, das Podenhaus und die Kohlröserlhütte „Genuss am See“ in Bad Aussee, das Hotel Kogler in Bad Mitterndorf sowie in Tauplitz das Hotel Der Hechl, das Hotel Seebacherhof und das Chalet Tauplitz. Das Naturfreundehaus Tauplitzalm war schon vorher zertifiziert.
Auch hier gilt: Die Liste ist kurz. Wenn du in einem anderen Haus buchst, sind Bahnhofsnähe und ein Frühstück mit regionalen Produkten gute Zeichen, ein Siegel ersetzen sie aber nicht. Allgemeine Tipps zur Auswahl findest du in unserem Ratgeber zu nachhaltigen Unterkünften.
Camping im Ausseerland
Campingplätze gibt es in allen vier Gemeinden: Camping Gößl direkt am Grundlsee und See-Camping Grundlsee, Camping Temel in Altaussee, Camping an der Traun und der Caravan Park Ausseerland in Bad Aussee, Camping am Kulm in Tauplitz und Camping Grimmingsicht in Bad Mitterndorf. Grimmingsicht liegt direkt an der Loipe und eignet sich auch im Winter. Ob ein Platz umweltzertifiziert ist, prüfst du am einfachsten auf umweltzeichen.at.
Häufige Fragen zum Ausseerland-Salzkammergut
Sind Bergbahnen oder Busse mit der Gästekarte kostenlos?
Nein. Die Salzkammergut Sommer- und Wintercard bringen nur Ermäßigungen. Bergbahnen wie Loser Panoramabahn und Tauplitz-Sessellift sind in der kostenpflichtigen Sommerclou Card enthalten (ab 59 € für drei Tage). Busse und Salzkammergut-Shuttle zahlst du extra.
Was bedeutet es, dass das Ausseerland eine Umweltzeichen-Destination ist?
Die Region als Ganzes erfüllt seit Oktober 2025 die Kriterien des Österreichischen Umweltzeichens für Tourismusdestinationen, als erste in der Steiermark. Das betrifft Mobilität, Naturschutz, Energie und die Einbindung von Betrieben. Ob dein Hotel selbst zertifiziert ist, musst du trotzdem einzeln prüfen.
Wie komme ich ohne Auto ins Ausseerland?
Mit der Salzkammergutbahn nach Bad Aussee, Kainisch, Bad Mitterndorf oder Tauplitz. Aus Wien, Linz und Salzburg steigst du in Attnang-Puchheim um, aus Graz in Stainach-Irdning. Vor Ort fahren RegioBusse und der Salzkammergut-Shuttle.
Wann blühen die Narzissen im Ausseerland?
Je nach Höhenlage von Mitte Mai bis Ende Juni. Das Narzissenfest findet meist am letzten Maiwochenende statt, 2027 vom 27. bis 30. Mai mit dem Bootskorso am Grundlsee.
Kann man im Toplitzsee baden oder tauchen?
Tauchen und Wassersport sind am Toplitzsee verboten. Du erlebst ihn am besten auf der Drei-Seen-Tour mit der Plätte. Zum Baden eignen sich Grundlsee, Altausseer See und Ödensee.
Welche Schutzgebiete gibt es im Ausseerland?
Das größte ist das Europaschutzgebiet Totes Gebirge mit Altausseer See (23.953 ha). Dazu kommen der Altausseer See als Naturschutzgebiet seit 1959, der Ödensee mit seinem Talbecken und rund 90 Moore, die teils renaturiert werden.
Komme ich ohne Auto auf den Loser?
Ja. Die RegioBus-Linie 955 fährt von Bad Aussee über Altaussee bis zur Losermaut, dort startet die Panoramabahn. Während die Bahn fährt, ist die Mautstraße ohnehin gesperrt.
Was kann ich im Ausseerland an Regentagen machen?
Salzwelten Altaussee, Kammerhofmuseum in Bad Aussee, Literaturmuseum Altaussee, das Solebad im Narzissen Vital Resort oder die GrimmingTherme in Bad Mitterndorf.
So planst du deinen Aufenthalt
Das Ausseerland-Salzkammergut ist eine der wenigen Regionen Österreichs, in denen Nachhaltigkeit mehr als ein Werbeslogan ist: Destinations-Umweltzeichen, eine Bergbahn statt 44.000 Autos am Loser, Seen ohne Verbrennungsmotoren und eine streng begrenzte Saiblingsfischerei. Die Schwächen gibt es trotzdem: Es gibt keine kostenlose Gästekarte, die Busse fahren nicht dicht getaktet, und bisher haben nur wenige Betriebe ein eigenes Umweltzeichen.
Drei Tage ohne Auto, ein Vorschlag: Anreise mit der Salzkammergutbahn nach Bad Aussee, am Nachmittag Kammerhofmuseum und Kurpark. Am zweiten Tag mit dem Bus 955 nach Altaussee, mit der Panoramabahn auf den Loser und zum Augstsee, am späten Nachmittag die Runde um den Altausseer See. Am dritten Tag mit dem Bus 956 nach Grundlsee und die Drei-Seen-Tour bis zum Kammersee. Wenn du im Sommer kommst, deckt eine Drei-Tage-Sommerclou-Card Loser und Schifffahrt ab.
Quellen: steiermark.com/Ausseerland-Salzkammergut (Tourismusverband: Gästekarten, Mobilität, Umweltzeichen, Moore), umweltzeichen.at (UZ82-014), verwaltung.steiermark.at (Europaschutzgebiet Totes Gebirge mit Altausseer See), loser.at, dietauplitz.com, salzwelten.at, bmluk.gv.at (Ausseerland-Seesaibling), unesco.at (Ausseer Fasching), narzissenfest.at, Wikipedia (Seen, Salzkammergutbahn, Bad Aussee).
