Nachhaltiger Urlaub in Vorarlberg – sechs Regionen, eine ehrliche Antwort
Du stehst auf einer Alm im Bregenzerwald. Vor dir dampft ein Teller Käsknöpfle, der Bergkäse kommt vom Hof drei Kilometer weiter. Hinter dir das Gebirge, vor dir nichts als Stille und der Geruch von frischem Heu. Das hier ist nicht Kulisse für Reiseprospekte — das ist Alltag in Vorarlberg. Dieses kleine Bundesland im äußersten Westen Österreichs macht Nachhaltigkeit nicht zum Marketingthema. Es lebt sie einfach.
Vorarlberg ist das kleinste Bundesland Österreichs — und gleichzeitig eines der fortschrittlichsten, wenn es um nachhaltigen Tourismus geht. Zwischen Bodensee, Bregenzerwald, Montafon und Arlberg warten sechs sehr unterschiedliche Regionen auf dich: die Alpenregion Bludenz, Bodensee-Vorarlberg, der Bregenzerwald, das Kleinwalsertal, Lech Zürs am Arlberg und das Montafon. Was sie verbindet: ein ausgebautes Bahnnetz, eine hohe Dichte an Österreichisches Umweltzeichen-zertifizierten Betrieben und Initiativen, die zeigen, dass Tourismus und Naturschutz sich nicht ausschließen müssen.
Auf nachhaltigertourismus.at findest du ausschließlich Empfehlungen, die wir nach unserem 5-Säulen-Bewertungssystem geprüft haben — kein Greenwashing, keine Werbeversprechen ohne Belege.
Urlaubstipps Alpenregion Bludenz Urlaubstipps Bodensee-Vorarlberg Urlaubstipps Bregenzerwald Urlaubstipps Kleinwalsertal Urlaubstipps Lech am Arlberg Urlaubstipps MontafonWarum Vorarlberg beim nachhaltigen Reisen wirklich vorne liegt
Viele Regionen nennen sich „nachhaltig“. Vorarlberg hat Initiativen, die das belegen. Das Montafon versorgt alle elf Bergdörfer der Region über das Regio-Energie-Konzept mit Strom aus regionaler Wasserkraft — ein messbares Ergebnis, kein Slogan. Der Biosphärenpark Großes Walsertal in der Alpenregion Bludenz ist seit November 2000 UNESCO-anerkannt und eines der bestgeschützten Alpentäler Europas. Im Bregenzerwald und im Großen Walsertal gilt die gemeinsame Gäste-Card als Vorzeigemodell autofreier Mobilität: In 27 Partnergemeinden sind damit nicht nur Busse und Bahnen, sondern auch mehrere Bergbahnen und Freibäder inklusive — eine der großzügigsten Gästekarten des Landes.
Auch abseits der Zahlen zeigt sich Substanz: Der Werkraum Bregenzerwald vereint seit 1999 rund 100 Handwerksbetriebe der Region und wurde 2016 in das UNESCO-Register guter Praxisbeispiele für immaterielles Kulturerbe aufgenommen. Das von Peter Zumthor entworfene Werkraum Haus in Andelsbuch, gebaut von den Mitgliedsbetrieben selbst, zeigt seit 2013, wie traditionelles Handwerk und zeitgenössische Architektur zusammengehen — ein Kulturgut, das den Charakter der Region bis heute prägt.
Das Österreichische Umweltzeichen — das strengste touristische Nachhaltigkeitssiegel Österreichs — trägt in Vorarlberg eine überdurchschnittliche Zahl an Betrieben. Es prüft unabhängig: Energieeffizienz, Regionalität der Lebensmittel, Abfallvermeidung und soziale Standards. Wir verlinken auf dieser Seite und den Unterseiten ausschließlich auf Betriebe mit belegten Maßnahmen.
Wo Vorarlberg noch Luft nach oben hat, zeigt sich vor allem im Wintertourismus. Lech Zürs am Arlberg treibt seine Transformation mit konkreten Zahlen voran: 98 Prozent der Betriebe hängen inzwischen an der Biomasse-Fernwärme, was jährlich rund 24.000 Tonnen CO2 einspart, und die Bergbahnen tragen die Umweltmanagement-Zertifikate ISO 14001 beziehungsweise ISO 50001. Beim Österreichischen Umweltzeichen selbst steht die Region aber erst am Anfang: Zwei Hotels sind zertifiziert, etwa 15 weitere im Prozess, das Ziel von 400 zertifizierten Betten bis Ende 2026 ist ambitioniert, aber noch nicht erreicht. Der Massenskitourismus mit seinen Beschneiungsanlagen bleibt der Knackpunkt. Das sagen wir klar — auch wenn wir die Region empfehlen.
Ein zweiter ehrlicher Punkt betrifft die Beliebtheit einzelner Hotspots: Der Lünersee in der Alpenregion Bludenz und das Rheindelta am Bodensee sind an schönen Sommerwochenenden gut besucht, und auch die Zufahrtsstraßen ins Große Walsertal geraten in der Hochsaison an ihre Kapazitätsgrenzen. Wer Ruhe sucht, plant seinen Besuch deshalb am besten unter der Woche oder außerhalb der Kernsaison — die Reportagen zu den einzelnen Regionen zeigen dir jeweils, wann welcher Ort am wenigsten überlaufen ist.
Nachhaltige Tourismus Angebote aus Vorarlberg
Eine Auswahl an Bio-Hotels, Bauernhöfen und Umweltzeichen-nahen Adressen aus verschiedenen Regionen Vorarlbergs — jede Empfehlung wurde vorab nach unserem 5-Säulen-System eingeordnet.
Die sechs Urlaubsregionen Vorarlbergs
Vorarlberg gliedert sich in sechs touristische Regionen mit eigenem Charakter und eigenen Stärken. Hier ein Überblick — auf den verlinkten Unterseiten findest du jeweils die ausführliche Reportage mit konkreten Empfehlungen.
Alpenregion Bludenz
Drei Täler, ein UNESCO-Biosphärenpark und eine Alpenstadt mit historischer Altstadt: Die Alpenregion Bludenz ist der ruhigere, ursprünglichere Teil Vorarlbergs. Sie vereint das Brandnertal, das Klostertal und das Große Walsertal — ergänzt durch Bludenz selbst, das als Umsteigeknotenpunkt der ÖBB-Arlbergbahn fast stündlich mit Railjet-Zügen zwischen Wien, Feldkirch, Zürich und Bregenz verbunden ist. Das Große Walsertal gehört seit November 2000 zu den UNESCO-Biosphärenparks und zählt zu den wenigen Alpentälern, in denen traditionelle Almwirtschaft und Naturschutz Hand in Hand gehen — international anerkannt und dokumentiert. Wahrzeichen der Region ist der Lünersee auf 1.970 Metern, einer der höchstgelegenen natürlichen Bergseen Österreichs, erreichbar per Seilbahn oder zu Fuß über den rund 2,5-stündigen Schraubensteig. Von Bludenz selbst bringt dich die Bergbahn in wenigen Minuten auf den Muttersberg (1.400 m) — im Sommer ein Ausgangspunkt für Wanderungen, im Winter ein ruhiges, lokal betriebenes Skigebiet ohne Großrummel. Im Klostertal profitiert der Sonnenkopf vom sogenannten Arlberg-Wetterphänomen mit vergleichsweise zuverlässigen Schneemengen. Wer im Sommer anspruchsvolle Bergtouren abseits der überlaufenen Routen sucht oder im Winter Skifahren ohne Massentourismus erleben will, findet hier das richtige Terrain.
→ Ausführliche Reportage: Alpenregion Bludenz
Bodensee-Vorarlberg
Bregenz am See, die weltberühmten Bregenzer Festspiele mit ihrer Seebühne, das Naturschutzgebiet Rheindelta und eine der besten Bahnanbindungen aller österreichischen Regionen: Bodensee-Vorarlberg eignet sich besonders für alle, die Natur, Kultur und stressfreie Anreise kombinieren wollen. Das Rheindelta ist mit 330 dokumentierten Vogelarten, rund 160 Wildbienenarten und etwa 600 Pflanzenarten das artenreichste Naturschutzgebiet des Landes — ein Europaschutzgebiet zwischen der Schweizer Grenze und der Dornbirner Ache, das sich über die vier Gemeinden Fußach, Hard, Höchst und Gaißau erstreckt. Baden und Grillen sind an ausgewiesenen Plätzen erlaubt, die Fußacher Bucht bleibt von Oktober bis März als Rückzugsraum für Rastvögel komplett gesperrt. Von Bregenz aus bringt dich die Pfänderbahn in wenigen Minuten auf 1.064 Meter, mit Panoramablick über See und Alpen — ganz ohne Auto. Familien schätzen zusätzlich die flachen Radwege am Seeufer, die Teil des internationalen Bodensee-Radwegs sind, und die kurzen Wege zwischen Unterkunft und Erlebnis. Viele Betriebe in der Region tragen das Österreichische Umweltzeichen.
→ Ausführliche Reportage: Bodensee-Vorarlberg
Bregenzerwald
Der Bregenzerwald ist Vorarlbergs kulturelles Aushängeschild — und ein echter Geheimtipp für alle, die Nachhaltigkeit nicht nur in der Unterkunft, sondern in der gesamten Reiseerfahrung suchen. Die Käsestraße Bregenzerwald verbindet über 200 Sennereien, Molkereien und Gastbetriebe zu einem regionalen Kulinarik-Netzwerk, das seinesgleichen sucht. Von Schwarzenberg bis Sibratsgfäll reihen sich die typischen Walserhäuser mit ihren Holzschindel-Fassaden aneinander — gewachsene Dorfbilder statt Retortenarchitektur. Mit der gemeinsamen Gäste-Card fährst du zwischen 1. Mai und 31. Oktober (ab drei Nächten) nicht nur kostenlos Bus und Bahn, sondern nutzt auch mehrere Bergbahnen und Freibäder. Und die Architektur — von einfachen Bauernhöfen bis zu zeitgenössischen Holzbauten des Werkraum Bregenzerwald, seit 2016 UNESCO-gewürdigt — zeigt, wie Tradition und Moderne zusammengehen können, ohne dass eine die andere verdrängt.
→ Ausführliche Reportage: Bregenzerwald
Kleinwalsertal
Das Kleinwalsertal ist Vorarlbergs geografische Besonderheit: Die Gemeinden Riezlern, Hirschegg, Mittelberg und Baad liegen zwar in Österreich, sind mit dem Auto aber nur über Oberstdorf in Deutschland erreichbar — eine österreichische Enklave, umschlossen von den Bergen des Allgäus. Diese Abgeschiedenheit hat den Naturraum weitgehend bewahrt: Das Europaschutzgebiet Ifen und Gottesacker umfasst 2.466 Hektar (seit 2015) und schließt das bereits seit 1964 geschützte Pflanzenschutzgebiet Hochifen-Gottesackerwände samt dem Höhlensystem Hölloch ein. Die Kanzelwandbahn ist 2026 planmäßig von 13. Mai bis 8. November täglich in Betrieb, im Sommer wie im Winter ein zentraler Ausgangspunkt für Touren. Nach einer Wanderung kühlst du dich im Freibad Riezlern mit seiner 59 Meter langen Rutsche ab — ein kleines, aber beliebtes Familienziel. Mit der Gästekarte (Allgäu Walser Pass) fährst du kostenlos mit dem Walserbus durchs Tal — Bergbahnen sind hier, anders als im Bregenzerwald, nicht automatisch inkludiert.
→ Ausführliche Reportage: Kleinwalsertal
Lech Zürs am Arlberg
Lech Zürs ist Vorarlbergs exklusivstes Reiseziel — und arbeitet gleichzeitig ernsthaft an seiner Nachhaltigkeitsstrategie. Anreisen kannst du bis Bahnhof Langen am Arlberg direkt mit der Arlbergbahn, von dort übernimmt ein Zubringerbus die letzten Kilometer nach Lech oder Zürs — auch hier ist ein eigenes Auto also kein Muss. Das Skigebiet Ski Arlberg ist das größte zusammenhängende Österreichs. 98 Prozent der Betriebe sind an die Biomasse-Fernwärme angeschlossen, die Bergbahnen tragen die Umweltmanagement-Zertifikate ISO 14001 und ISO 50001. Im Sommer ist die Region ein alpines Wanderparadies mit Gipfeln über 2.500 Metern und blühenden Almböden. Wer im Winter nachhaltig Skifahren will, sollte sich die konkreten Maßnahmen ansehen — und die Grenzen des aktuellen Stands ehrlich einschätzen. Wir tun das in der Reportage.
→ Ausführliche Reportage: Lech Zürs am Arlberg
Montafon
Das Montafon ist mit 39 Kilometern Länge das größte und südlichste Tal Vorarlbergs — von Bludenz bis zur Silvretta-Bielerhöhe, umrahmt von Rätikon, Silvretta und Verwall. Am Talschluss thront mit 3.312 Metern der Piz Buin, der höchste Berg Vorarlbergs. In den elf Tourismusorten bringt dich die bereits 1905 eröffnete Montafonerbahn — eine der ältesten elektrisch betriebenen Vollbahnen Österreichs — bequem ohne Auto ins Tal. Wandern, Bergsteigen und Klettern kannst du hier auf 1.161 Kilometern beschilderten Wegen, 262 Kilometern Mountainbikerouten und 17 Klettersteigen. Das Europaschutzgebiet Verwall ist mit über 120 Quadratkilometern das größte Schutzgebiet Vorarlbergs. Alpine Authentizität ohne Rummel, Almwirtschaft, die noch wirklich funktioniert, und im Winter zwei leistungsstarke Skigebiete (Silvretta Montafon, Golm). Das Montafon ist ein Vorzeigemodell — aber auch hier gilt: Perfekt ist kein Tourismusgebiet. Die Stärke liegt in der klaren Richtung.
→ Ausführliche Reportage: Montafon
Welche Region passt zu dir?
Sechs Regionen, sechs Charaktere — die Entscheidung fällt nicht jedem leicht. Diese Übersicht hilft dir bei der Orientierung, bevor du in die ausführlichen Reportagen eintauchst.
Ehrlich gesagt gibt es keine falsche Wahl — nur eine, die besser oder schlechter zu deinem Reisestil passt. Wer Trubel mag und ein großes Angebot an Bahnen, Restaurants und Kultur schätzt, ist am Bodensee oder in Lech Zürs richtig. Wer lieber wenige Menschen und viel Stille will, findet das eher im Großen Walsertal, im Klostertal oder in den ruhigeren Ecken des Kleinwalsertals.
| Region | Am besten für | Charakter in einem Satz |
|---|---|---|
| Alpenregion Bludenz | Ruhesuchende, erfahrene Bergsportler | Drei stille Täler, ein UNESCO-Biosphärenpark |
| Bodensee-Vorarlberg | Familien, Kulturinteressierte | Flach, kulturell, bestens mit der Bahn erreichbar |
| Bregenzerwald | Genießer, Kulinarik- und Architekturfans | Käsestraße, Handwerkstradition, großzügige Gäste-Card |
| Kleinwalsertal | Wintersportler, Naturliebhaber | Österreichische Enklave mit geschütztem Bergpanorama |
| Lech Zürs am Arlberg | Anspruchsvolle Wintersportler | Exklusiv, mitten im Umbau zu mehr Nachhaltigkeit |
| Montafon | Aktivurlauber, Wanderer | Alpine Substanz ohne Rummel, Regio-Energie-Vorzeigemodell |
Nachhaltig nach Vorarlberg anreisen — ohne Auto
Vorarlberg ist per Bahn so gut erreichbar wie kaum eine andere österreichische Alpenregion. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Investitionen ins öffentliche Verkehrsnetz — und ein echtes Argument für die Wahl dieser Region.
Per ÖBB-Railjet direkt anreisen
Von Wien erreichst du Bregenz in rund 5,5 Stunden mit dem ÖBB-Railjet — direkt, ohne Umsteigen. Von München sind es etwa 2,5 Stunden, von Zürich rund 1,5 Stunden. Der Bahnhof Bludenz ist zusätzlich ein zentraler Umsteigeknotenpunkt: Fast stündlich verkehren Railjet-Züge zwischen Wien und Feldkirch, die dort auf Zürich oder Bregenz weitergeführt werden, dazu Nachtzugverbindungen unter anderem nach Zürich und Budapest. Mit dem Klimaticket Österreich (ab 1.095 € pro Jahr) fährst du unbegrenzt auf allen ÖBB-Strecken — die Investition lohnt sich besonders dann, wenn du mehrmals im Jahr nach Vorarlberg reist oder Österreich generell mit dem Zug erkunden willst.
Mobilität vor Ort: Gäste-Cards und V-Bahn
Innerhalb Vorarlbergs verbindet das V-Bahn-Netz (S-Bahn Vorarlberg) alle sechs Regionen zuverlässig, darunter die Montafonerbahn als Linie S4 mit über einer Million Fahrgästen pro Jahr. Busse fahren auch in entlegenere Täler; im Montafon etwa umfasst der Landbus rund 320 Kilometer Streckennetz. Welche Gästekarte was genau abdeckt, unterscheidet sich von Region zu Region: Im Bregenzerwald und Großen Walsertal sind auch Bergbahnen und Freibäder inklusive, im Kleinwalsertal und Montafon in der Regel nur der öffentliche Nahverkehr. Es lohnt sich, das vor der Buchung genau nachzulesen — wir tun das für dich in den einzelnen Reportagen. Auch Bregenz selbst ist mit dem Stadtbus gut erschlossen, und von dort verbinden Regionalbusse den Bodensee-Raum mit dem Rheintal und dem Bregenzerwald. Ein Auto brauchst du für die meisten Aktivitäten trotzdem nicht. Das ist nicht selbstverständlich in den Alpen — und einer der stärksten Nachhaltigkeitspunkte Vorarlbergs.
Ein ehrlicher Hinweis zur letzten Meile
Für sehr entlegene Talenden — etwa das hintere Große Walsertal oder bestimmte Almwege — kann ein lokales Taxi oder ein Shuttle der Unterkunft die letzte Meile einfacher machen. Wir empfehlen, das direkt bei der Buchung anzufragen. Viele Betriebe mit Österreichischem Umweltzeichen organisieren solche Services aktiv.
→ Alle Anreise-Infos: Nachhaltig unterwegs in Österreich
Regionale Küche in Vorarlberg — Schmankerl mit Geschichte
Kulinarisch ist Vorarlberg eigenständig und stolz darauf. Die Küche ist alpenländisch, ehrlich und eng mit der Landschaft verbunden — weit entfernt von internationaler Hotel-Gastronomie.
Käsknöpfle sind das Nationalgericht: Teignocken mit Vorarlberger Bergkäse überbacken, serviert mit Röstzwiebeln. Der Vorarlberger Bergkäse trägt seit Jahren die EU-weit geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.) — ein amtlich geprüfter Herkunftsnachweis, kein Marketingbegriff. Dazu gibt es Sura Kees — einen charakterstarken Sauermilchkäse, der außerhalb Vorarlbergs kaum bekannt ist. Auf der Käsestraße Bregenzerwald verbinden sich über 200 Betriebe zu einer der dichtesten regionalen Lebensmittelketten Österreichs: Alpen, Sennereien, Molkereien und Gasthöfe arbeiten direkt zusammen.
Wie eng dieses Netzwerk tatsächlich ist, zeigt sich auf der Alm: Im Montafon führen geführte Wanderungen etwa zur Alp Nova, wo dich Sennerinnen und Älpler bei einer zünftigen Jause mit selbst gemachtem Sura Kees empfangen und von ihrem Alltag in den Bergen erzählen. Das ist keine Show für Touristen, sondern gelebte Praxis.
Viele Umweltzeichen-Betriebe beziehen ihre Zutaten von Höfen im Umkreis weniger Kilometer. Wenn du auf der Alm eine Jause bekommst und der Wirt dir sagen kann, von welchem Hof der Käse stammt, ist das kein Zufall, sondern System. Das ist messbare Lokalität — keine Marketingaussage.
→ Mehr zu regionaler Kulinarik in Österreich
Häufige Fragen zu nachhaltigem Urlaub in Vorarlberg
Wann ist die beste Reisezeit für Vorarlberg?
Für Wandern und Naturerlebnisse empfehlen wir Juni bis September. Die Almen sind geöffnet, Bergwege schneefrei und das Wetter stabil. Für Skifahren bieten Dezember bis März die besten Bedingungen — in höheren Lagen wie am Arlberg oder der Silvretta oft bis in den April. Rund um Weihnachten und Neujahr sowie in den österreichischen Semesterferien sind die bekannten Skigebiete deutlich voller und teurer als sonst; wer flexibel ist, weicht auf die Wochen davor oder danach aus. Frühling und Herbst sind ruhiger, ideal für Kulturreisen und Kulinarik-Touren auf der Käsestraße, und meist günstiger.
Kann ich ohne Auto nach Vorarlberg reisen?
Ja — und zwar ausgezeichnet. Mit dem ÖBB-Railjet erreichst du Bregenz direkt aus Wien, München oder Zürich. Das V-Bahn-Netz und Regionalbuslinien verbinden alle Hauptregionen, darunter die Montafonerbahn mit rund 320 Kilometern anschließendem Landbus-Netz. Mit der jeweiligen Gästekarte fährst du innerhalb der Region kostenlos, in manchen Regionen sogar inklusive Bergbahnen. Für sehr entlegene Täler empfehlen wir, die Shuttle-Optionen der Unterkunft vorab anzufragen.
Welche Nachhaltigkeits-Labels gelten in Vorarlberg?
Das strengste und wichtigste Siegel ist das Österreichische Umweltzeichen (umweltzeichen.at) — es wird unabhängig geprüft und deckt Energie, Abfall, Regionalität und soziale Standards ab. Daneben gibt es regionale Initiativen wie den UNESCO-Biosphärenpark Großes Walsertal und das Natura-2000-Schutzgebiet am Rheindelta. Wir empfehlen auf nachhaltigertourismus.at ausschließlich Betriebe mit belegten Maßnahmen — kein Label ohne Substanz.
Was kostet nachhaltiger Urlaub in Vorarlberg?
Vorarlberg ist ein Premiumreiseziel — die Preise entsprechen österreichischem Alpenniveau. Umweltzeichen-Betriebe sind nicht per se teurer, aber auch nicht günstiger als der Durchschnitt. Mit dem Klimaticket und inkludierten Gäste-Cards lassen sich die Gesamtkosten deutlich senken. In der Nebensaison (Frühling, Herbst) bieten viele Regionen attraktive Tarife. Wer auf lokale Anbieter und öffentliche Verkehrsmittel setzt, zahlt oft weniger als gedacht — vor allem, wenn eine Gästekarte ohnehin Bus, Bahn oder sogar Bergbahnen abdeckt und so einzelne Tickets erspart.
Welche der sechs Regionen passt zu mir?
Das hängt von deinem Reisestil ab: Familien und Kulturfans sind in Bodensee-Vorarlberg gut aufgehoben, Aktivurlauber und Wanderer im Montafon oder in der Alpenregion Bludenz, Genießer und Architekturfans im Bregenzerwald, anspruchsvolle Wintersportler in Lech Zürs oder im Kleinwalsertal. Die Vergleichstabelle weiter oben auf dieser Seite gibt dir eine erste Orientierung — die ausführlichen Reportagen zu jeder Region liefern die Details für deine Entscheidung.
Beiträge aus ganz Vorarlberg
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Fazit: Vorarlberg ist keine Werbung — es ist eine echte Empfehlung
Vorarlberg ist nicht perfekt. Kein Tourismusgebiet ist das. Aber es ist eines der wenigen, bei dem Nachhaltigkeit keine Marketingstrategie ist, sondern gelebte Praxis — vom Regio-Energie-Konzept im Montafon über den UNESCO-Biosphärenpark im Großen Walsertal bis zur Käsestraße im Bregenzerwald. Wer ehrliche Nachhaltigkeit sucht, findet sie hier: belegt, messbar und mit eigenen Augen erlebbar.
Entscheide dich für die Region, die zu dir passt — und lies die ausführliche Reportage dazu. Dort findest du die konkreten Betriebe, Touren und Anreiseinfos, die du für eine gute Entscheidung brauchst. Drei der sechs Regionen — Montafon, Kleinwalsertal und Alpenregion Bludenz — haben wir bereits im Detail für dich überarbeitet und mit aktuellen, geprüften Fakten unterlegt; bei Bregenzerwald, Lech Zürs am Arlberg und Bodensee-Vorarlberg folgt das laufend. Und falls du dir nicht sicher bist, welche Region für dich stimmt: Schreib uns. Wir helfen dir weiter.
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→ Nachhaltig anreisen: Bahn, Klimaticket & Gäste-Cards
→ Was bedeutet das Österreichische Umweltzeichen?
Quellen: Vorarlberg Tourismus (vorarlberg.travel), ÖBB (oebb.at), Österreichisches Umweltzeichen (umweltzeichen.at), UNESCO Biosphärenpark Großes Walsertal (grosseswalsertal.at), Käsestraße Bregenzerwald (kaesestrasse.at), Gäste-Card Bregenzerwald & Großes Walsertal (bregenzerwald.at), Werkraum Bregenzerwald (werkraum.at), Lech Zürs Tourismus (lechzuers.com), Naturschutzgebiet Rheindelta (vorarlberg.travel)
