Weinviertel: nachhaltig reisen zwischen Kellergassen, Weingärten und Hügelland
Weiß getünchte Presshäuser, die sich in Hadres über rund 1,6 Kilometer aneinanderreihen, ein Glas Grüner Veltliner in der Hand und am Abend der Zug zurück: So sieht Slow Travel im Weinviertel aus. Wer hier nachhaltig reisen will, bekommt Kellergassen, Hügelland und Genuss ohne Hektik. Ehrlich gehört dazu: Die Region ist ein Ziel für Kurzurlaube, und die letzte Meile ohne Auto braucht Planung.
Beiträge aus der Region Weinviertel
March-Thaya-Auen: Europas stilles Naturjuwel im Weinviertel
Das Weinviertel auf einen Blick
Das Weinviertel liegt im Nordosten Niederösterreichs. Laut WKO Niederösterreich gehören die Bezirke Gänserndorf, Hollabrunn, Korneuburg und Mistelbach dazu, zusammen rund 4.200 Quadratkilometer. Im Westen schließt das Waldviertel an, im Süden bilden die Donau und das Marchfeld die ungefähre Grenze, im Osten verläuft die March als Staatsgrenze zur Slowakei, im Norden teilweise die Thaya zu Tschechien. Laut Weinviertel Tourismus ist das Weinviertel Österreichs größtes Weinbaugebiet.
Eine Besonderheit für deine Planung: Das Weinbaugebiet Weinviertel DAC ist größer als die politische Region. Laut Produktspezifikation des Ministeriums reicht es bis in den Bezirk Horn, zu dem Eggenburg zählt. Politisch gehört der Bezirk Horn zum Waldviertel, deshalb findest du ihn auf unserer Seite zum Waldviertel. Die Auen an March und Thaya sowie den Iron Curtain Trail beschreiben wir auf der Seite March – Thaya – Auen und im Ratgeber zum Naturjuwel im Weinviertel.
Die Region versteht sich laut Tourismusstrategie Weinviertel 2025 (Stand März 2021) als Tagesausflugs- und Kurzurlaubsdestination. Das passt zu einem Hügelland, in dem du von Ort zu Ort und von Kellergasse zu Kellergasse kommst, ohne Pässe und Hüttenwege. Es erklärt auch, warum der Alltag ohne Auto zwar möglich ist, aber an Grenzen stößt. Mehr zur gesamten Region findest du im Niederösterreich-Überblick.
Orte, die sich ohne Auto gut verbinden lassen
Wir stellen hier nur Orte vor, die du mit der Bahn erreichst oder die an einer Radroute liegen. Fahrzeiten und Takte nennen wir bewusst nicht, die gibt dir die Fahrplanauskunft des Verkehrsverbunds (anachb.vor.at) tagesaktuell.
Mistelbach: die Basis im Zentrum
Laut Weinviertel Tourismus fahren in Mistelbach die S2 in Richtung Mödling und die S7 zwischen Flughafen Wien und Laa an der Thaya. Am Bahnhof gibt es ein Busterminal mit Verbindungen unter anderem nach Poysdorf und Ernstbrunn sowie eine Bike-&-Ride-Anlage für mehr als 150 Fahrräder. Der Bahnhof ist barrierefrei. Etwa 15 Gehminuten entfernt startet das Zayataler Schienentaxi nach Asparn an der Zaya, Betriebstage und Saison klärst du vorab beim Betreiber.
Hollabrunn: Tor zum Nordwesten
Hollabrunn liegt an der Nordwestbahn. Laut Weinviertel Tourismus fahren von hier die S3 nach Wien Floridsdorf sowie Regionalzüge nach Wien Meidling und nach Retz. Am Busbahnhof gibt es Anschlüsse in die umliegende Region, an der Bike-&-Ride-Anlage Platz für mehr als 200 Räder. Wer Retz und den Nordwesten ohne Auto verbinden will, steigt hier um oder bleibt gleich im Zug.
Retz: Keller, Windmühle und Weinwandern
Retz liegt im Nordwesten des Weinviertels im Bezirk Hollabrunn, gut 10 Kilometer vom tschechischen Znojmo entfernt. Unter dem Stadtzentrum erstrecken sich laut Weinviertel Tourismus Keller auf rund 20 Kilometern, der Retzer Erlebniskeller gilt demnach als größter Weinkeller Mitteleuropas. Das Wahrzeichen, die Retzer Windmühle, wird allein vom Wind angetrieben: Die Flügel drehen sich am Wochenende, wenn der Wind passt. Der Bahnhof wird laut Weinviertel Tourismus täglich von Regionalexpresszügen von und nach Wien bedient.
Poysdorf: Wein und Radroute
Poysdorf erreichst du ab Mistelbach mit dem Bus. Im Ortsgebiet liegt die Kellergasse Gstetten, die Weinviertel DAC als bekanntes Beispiel nennt. Der Ort liegt außerdem an der Kamp-Thaya-March-Radroute, die laut BIKE Magazin auch durch Retz, Laa und Hohenau führt.
Laa an der Thaya: Endstation an der Grenze
Laa an der Thaya liegt im Bezirk Mistelbach und ist laut Weinviertel Tourismus Endpunkt der S7, die über Mistelbach bis zum Flughafen Wien fährt. Für die Natur im Grenzgebiet, also Thaya und Auen, schau auf die Seite March – Thaya – Auen.
Beste Reisezeit im Weinviertel
Das Weinviertel gehört laut dem BOKU-Projekt „Wald – Wasser – Weinviertel“ zu den trockensten und wärmsten Regionen Österreichs. Das prägt die Reisezeit: Radtouren und Wanderungen sind im Frühling und im Herbst angenehmer, im Hochsommer brauchst du Sonnenschutz, viel Wasser und frühe Startzeiten. Niederösterreich Werbung nennt als beste Zeit für Kellergassen das Frühjahr bis zum späten Herbst.
Frühling und Sommer: Die Kellergassen sind das ganze Jahr zugänglich, die Keller selbst aber meist nur bei Veranstaltungen oder Führungen. Kellergassenfeste sind der einfachste Weg hinein, Termine wechseln jedes Jahr und stehen beim Tourismusverband. Das Wildpark-Erlebnis in Ernstbrunn und die Wanderwege im Naturpark Leiser Berge funktionieren in beiden Jahreszeiten, solange du früh startest.
Herbst: Unsere Empfehlung für Genießer. Der Weinherbst ist laut Tourismusstrategie ein Leitprodukt der Region, Kellergassen und Weingüter laden dann zu Verkostungen ein. Niederösterreich Werbung nennt für Zellerndorf ein Kürbisfest im Oktober und empfiehlt für die Kellergasse am Galgenberg in Wildendürnbach Sonnenaufgang oder Lesezeit. Plane Wochenenden früh, denn viele Tagesgäste haben dieselbe Idee.
Winter: Ruhiger, aber nicht leer. In Hadres gibt es laut Niederösterreich Werbung einen Adventmarkt in der Kellergasse, und die Tourismusstrategie nennt Formate wie „Advent in der Kellergasse“. Laut Weinviertel Tourismus hat der Wildpark Ernstbrunn im Winterhalbjahr nur am Wochenende und an Feiertagen geöffnet, prüf die aktuellen Zeiten vorab beim Betreiber.
Naturschutz und Landschaft: Steppenrasen, Naturpark und Trockenheit
Das Weinviertel ist für sein Weinland bekannt, hat aber auch Natur, die du leicht übersiehst. Der Naturpark Leiser Berge liegt laut Austria-Forum in den Bezirken Mistelbach und Korneuburg. Dort wachsen pannonische Steppenrasen mit Arten, die weiter im Osten ihren Verbreitungsschwerpunkt haben, darunter laut Austria-Forum die in Österreich gefährdeten Pflanzen Trauben-Gamander und Scharlach-Adonis. Zahlen zur Fläche und zum Gründungsjahr nennen wir bewusst nicht: Die Angaben in den Quellen, die wir geprüft haben, widersprechen einander.
Wandern: Steppenrasen mit Aussicht
Der Wandertipp „Steppenrasen mit Aussicht“ der Naturparke Österreich ist 9 Kilometer lang, braucht rund dreieinhalb Stunden reine Gehzeit und überwindet 250 Höhenmeter. Start und Ziel ist Oberleis in der Gemeinde Ernstbrunn. Die Runde berührt den Buschberg, laut Naturparke Österreich der höchste Punkt des Weinviertels mit der tiefstgelegenen Schutzhütte des Alpenvereins.
Ohne Auto fährst du mit dem Regionalbus 857 vom Bahnhof Korneuburg bis Au/Abzweigung Oberleis, den aktuellen Fahrplan findest du über den Link im Wandertipp oder in AnachB. Am Start gibt es keine Einkehr, plane Proviant ein. Bleib auf den markierten Wegen, betritt die Trockenrasen nicht abseits der Wege und pflücke keine Pflanzen: Gerade die seltenen Arten brauchen ungestörte Flächen.
Wildpark Ernstbrunn: ein Ausflug mit Einschränkung
Der Wildpark Ernstbrunn liegt laut Weinviertel Tourismus in den Eichenwäldern des Naturparks Leiser Berge. Du siehst Hirsche und Mufflons in Gehegen an den Besucherwegen, Wölfe und Wildschweine; Hunde sind an der Leine zu führen. Ehrlich eingeordnet: Ein Wildpark zeigt Tiere in Gehegen und ist kein Ersatz für Natur im freien Gelände. Öffnungszeiten ändern sich mit der Saison, die Anreise planst du über die Fahrplanauskunft des Verkehrsverbunds.
Trockenheit und Klimawandel
Das BOKU-Projekt „Wald – Wasser – Weinviertel“ beschreibt das Weinviertel als eine der trockensten und wärmsten Regionen Österreichs und rechnet damit, dass Trockenphasen mit dem Klimawandel häufiger werden. Für dich als Gast ist das keine Randnotiz: Es betrifft Wanderwege ohne Schatten, die Weinlese und die Frage, wie sparsam Betriebe mit Wasser umgehen. Frag bei Verkostungen ruhig nach, wie der Betrieb damit umgeht. Ein guter Winzer beantwortet das gern, ein Nachweis dafür ist die Antwort allein aber nicht.
Die Nationalparks Thayatal und Donau-Auen grenzen an das Weinviertel, sind aber nicht Teil dieser Seite. Für die Auen an March und Thaya findest du mehr auf unserer Seite March – Thaya – Auen.
Anreise ohne Auto: Bahn, Bus und die letzte Meile
Das Weinviertel ist ab Wien gut mit der Bahn zu erreichen, in der Fläche wird es dünner. Die Tourismusstrategie bis 2025 hält ausdrücklich fest, dass die Weinviertel Tourismus GmbH für Verkehrsnetz und Infrastruktur nicht hauptverantwortlich ist, und enthält keine Aussagen zur autofreien Anreise. Du musst die letzte Meile also selbst planen. Eine praktische Einführung findest du in unserem Ratgeber, wie du öffentliche Verkehrsmittel nutzt.
Mit der Bahn ins Weinviertel
Laut Weinviertel Tourismus erreichst du die Region auf drei Hauptachsen. Auf der Laaer Ostbahn fahren die S2 und die S7 über Mistelbach nach Laa an der Thaya, die S7 weiter zum Flughafen Wien. An der Nordwestbahn liegt Hollabrunn mit der S3 nach Wien Floridsdorf und Regionalzügen nach Retz. Retz wird täglich von Regionalexpresszügen von und nach Wien bedient. Ob und wie du dein Rad mitnehmen kannst, steht auf den Bahnhofsseiten nicht, frag dazu die ÖBB, bevor du aufbrichst.
Die letzte Meile: Bus, Rad und Abholung
Ab Mistelbach fahren Busse unter anderem nach Poysdorf und Ernstbrunn. Für den Naturpark Leiser Berge nimmst du den Regionalbus 857 ab Korneuburg. Ob ein bestimmtes Weingut oder eine Kellergasse mit dem Bus erreichbar ist, entscheidet sich im Einzelfall: Prüf es vor der Buchung in AnachB und frag den Betrieb, ob er dich vom Bahnhof abholt oder ein Rad verleiht. Am Bahnhof Mistelbach stehen mehr als 150 Radabstellplätze, in Hollabrunn mehr als 200.
Reblaus Express und Schienentaxi: Ausflug statt Anreise
Zwei Bahnen sind eher ein Erlebnis als ein Verkehrsmittel. Der Reblaus Express ist laut Weinviertel Tourismus ein saisonaler Erlebniszug zwischen Retz und Drosendorf, die Fahrt dauert rund 1,5 Stunden; Drosendorf liegt bereits im Waldviertel. Betriebstage und Saisonzeiten stehen in der Quelle nicht, prüf sie beim Betreiber. Das Zayataler Schienentaxi fährt ab Mistelbach nach Asparn an der Zaya. Die Passagierstrecke Retz–Drosendorf wurde laut Weinviertel Tourismus 2001 eingestellt, der Reblaus Express ist seitdem ein touristisches Angebot.
Radfahren im Weinviertel
Die Kamp-Thaya-March-Radroute ist laut BIKE Magazin 420 Kilometer lang und führt von Krems über Gars, Zwettl, Waidhofen, Raabs und Drosendorf nach Retz, Laa, Poysdorf und Hohenau bis Marchegg. Du musst sie nicht ganz fahren: Retz, Laa und Poysdorf lassen sich als Etappe verbinden, und alle drei erreichst du mit der Bahn oder dem Bus. Weitere Weinradwege stellt Weinviertel Tourismus in einem eigenen Video vor.
Zwei ehrliche Hinweise: Verleihstationen für Räder und E-Bikes haben wir nicht einzeln geprüft, frag beim Weinviertel Tourismus oder bei deiner Unterkunft nach. Und Wein und Rad vertragen sich schlechter, als es sich anfühlt: Auch auf dem Rad gilt in Österreich eine Promillegrenze, plane Verkostungen deshalb nicht direkt vor einer langen Etappe.
Kellergassen und Heurige: Wein ehrlich genießen
Kellergassen sind das Markenzeichen der Region. Laut Weinviertel DAC sind es Gassen mit historischen Kellerhäusern, in denen früher Wein erzeugt und gelagert wurde. Ein typisches Kellerhaus besteht aus Presshaus („Vorkappl“), Kellerhals und Kellergang, die Wände sind aus Lehm oder Ziegeln und weiß getüncht, die blaugrünen Türen sind mit Kupfervitriol gestrichen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg brauchten die Bauern mehr Lagerraum, so entstanden die Gassen. Laut Weinviertel DAC gibt es in Niederösterreich mehr als 1.000 Kellergassen, der größte Teil davon im Weinviertel; ein Erhebungsjahr nennt die Quelle nicht.
Vier Kellergassen zum Spazieren
Diese vier Kellergassen nennen Weinviertel DAC und Niederösterreich Werbung. Besuch sie am besten zu Fuß oder mit dem Rad und kombiniere sie mit einer Führung:
- Hadres (Hadreser Kellertrift): rund 1,6 Kilometer mit mehr als 400 Presshäusern. Laut Weinviertel DAC die längste Kellergasse der Welt. Im Advent gibt es laut Niederösterreich Werbung einen Adventmarkt.
- Wildendürnbach (Am Galgenberg): 184 Presshäuser rund um den Galgenberg, ganzjährig frei zugänglich. Von oben reicht der Blick laut Niederösterreich Werbung bis nach Südmähren; auch Ferienwohnungen gibt es hier.
- Zellerndorf (Maulavern): eine der bekannten Kellergassen im Pulkautal, mit Kürbisfest im Oktober. Die Quellen widersprechen sich bei der Zahl der Keller, deshalb nennen wir keine.
- Obernalb bei Retz (Hühnerkoppel): 26 historische Presshäuser, dahinter Sandkeller mit bis zu 60 Metern Tiefe. Führungen mit Weinverkostung sind laut Niederösterreich Werbung möglich.
Wichtig für deine Planung: Die meisten Keller sind laut Niederösterreich Werbung nur bei Veranstaltungen oder Führungen geöffnet. Führungen leiten ausgebildete, zertifizierte Guides, melde dich vorab an. Spontan durch die Gasse zu spazieren funktioniert, spontan in den Keller zu gehen oft nicht.
Heurige und Buschenschank
Heurige haben nur an bestimmten Tagen geöffnet. Öffnungstage nennen wir nie ohne Datum, prüf sie direkt beim Betrieb. Niederösterreich Werbung nennt für die Einkehr in Kellergassen regionale Klassiker wie Feuerflecken und Blunzen. Wein verkosten und selbst fahren passt nicht zusammen: Wähle Bahn, Rad mit Maß oder Taxi, und frag, ob dein Quartier in Gehweite liegt oder dich abholt.
Weinviertel DAC: was das Siegel sagt
Weinviertel DAC bedeutet laut Produktspezifikation des Ministeriums: Es darf nur Grüner Veltliner sein, wobei bis zu 15 Prozent andere Qualitätsrebsorten toleriert werden. Das Gebiet umfasst die Bezirke Gänserndorf, Mistelbach, Hollabrunn und Horn sowie den Bezirk Korneuburg ohne die Gemeinde Stetteldorf am Wagram. Die Rebfläche beträgt laut Spezifikation 13.858 Hektar, ein Stichjahr nennt das Dokument nicht.
Eine ehrliche Einordnung: DAC ist ein Herkunfts- und Qualitätssystem, kein Nachhaltigkeitssiegel. Ob ein Wein bio ist, erkennst du am Bio-Logo oder an der Zertifizierung des Betriebs, nicht am Wort „regional“. Frag beim Winzer nach dem Siegel und nach der Kontrollstelle. Nennt er sie, ist das ein gutes Zeichen; nennt er sie nicht, bleibt die Aussage unbelegt.
Gästekarte und Bergbahnen
Bergbahnen spielen im Weinviertel keine Rolle. Eine Gästekarte mit Verkehrsleistung haben wir bei der Recherche nicht gefunden. Wenn dir eine Unterkunft eine Karte anbietet, lies die Leistungsliste wortgetreu und frag nach, ob Bus oder Bahn wirklich enthalten sind, bevor du auf Gratisfahrten planst.
Nachhaltig übernachten und essen
Betriebe mit dem Österreichischen Umweltzeichen, dem EU Ecolabel, Green Globe, TourCert oder Green Key nennen wir nur, wenn wir sie in der offiziellen Liste geprüft haben. Für die Bezirke Mistelbach, Hollabrunn, Korneuburg und Gänserndorf liegt diese Prüfung noch nicht vor. Deshalb empfehlen wir hier bewusst keine einzelnen Häuser. Das ist keine Absage an die Region, sondern eine Lücke, die wir offen benennen, bis wir sie geschlossen haben.
Was du selbst tun kannst: Frag bei der Buchung nach Zertifikat, Energiequelle und Verpflegung. Ein guter Betrieb beantwortet das gern. Für kleine, regionale Quartiere lohnt der Blick auf einen Bio-Bauernhof oder auf nachhaltige Campingplätze. „Regional“ ist kein geschützter Begriff: Achte auf Herkunftsangaben, Bio-Zertifikate und darauf, ob der Betrieb selbst erzeugt.
Häufige Fragen zum Weinviertel
Kann ich das Weinviertel ohne Auto besuchen?
Ja, zumindest die größeren Orte. Mistelbach und Laa erreichst du mit der S2 und S7, Hollabrunn mit der S3, Retz mit Regionalexpresszügen. Für Weingüter und Kellergassen abseits der Bahn brauchst du Bus, Rad oder Abholung, plane das vor der Buchung.
Wann ist die beste Reisezeit?
Niederösterreich Werbung nennt Frühjahr bis spätes Herbst, besonders zu Kellergassenfesten und im Weinherbst. Weil das Weinviertel zu den trockensten und wärmsten Regionen Österreichs zählt, sind Frühling und Herbst für Rad und Wandern angenehmer als der Hochsommer.
Welche Orte gehören zum Weinviertel?
Laut WKO Niederösterreich die Bezirke Gänserndorf, Hollabrunn, Korneuburg und Mistelbach. Retz liegt im Bezirk Hollabrunn und gehört dazu. Eggenburg im Bezirk Horn zählt zum Waldviertel, sein Weinbau liegt aber im Gebiet des Weinviertel DAC.
Was bedeutet Weinviertel DAC?
Weinviertel DAC steht für Wein aus dem Weinbaugebiet Weinviertel, der laut Produktspezifikation ausschließlich aus Grünem Veltliner besteht (bis zu 15 Prozent andere Qualitätsrebsorten sind erlaubt). Es ist ein Herkunftssystem und sagt nichts darüber, ob ein Betrieb biologisch wirtschaftet.
Kann ich Kellergassen einfach so besuchen?
Die Gassen selbst oft ja, etwa den Galgenberg in Wildendürnbach, der laut Niederösterreich Werbung das ganze Jahr frei zugänglich ist. Die Keller sind meist nur bei Veranstaltungen oder Führungen geöffnet, melde dich für Führungen vorab an.
Wo wandere ich im Naturpark Leiser Berge?
Eine markierte Runde ist „Steppenrasen mit Aussicht“ ab Oberleis: 9 Kilometer, rund dreieinhalb Stunden, 250 Höhenmeter. Ohne Auto fährst du mit dem Regionalbus 857 ab Korneuburg bis Au/Abzweigung Oberleis. Am Start gibt es keine Einkehr.
Fazit: ein Wochenende ohne Auto in Retz
Das Weinviertel gehört zu den Regionen, in denen nachhaltiges Reisen vor allem eine Frage der Planung ist. Die Bahn bringt dich in die größeren Orte, Kellergassen laden zum Spazieren ein, und der Naturpark Leiser Berge zeigt eine Seite, die viele Gäste übersehen. Ehrlich bleibt die Einschränkung: Für die Fläche brauchst du Rad, Bus oder Abholung, und geprüfte Umweltzeichen-Betriebe können wir noch nicht benennen.
Unser Vorschlag für ein Wochenende ohne Auto: Freitagabend mit dem Regionalexpress nach Retz und dort übernachten. Samstag den Retzer Erlebniskeller besichtigen (Führungen vorab buchen), danach zur Windmühle, die sich am Wochenende bei Wind dreht. Sonntag mit dem Reblaus Express nach Drosendorf und zurück (saisonal, Termine beim Betreiber prüfen) und am Nachmittag mit dem Regionalzug nach Wien. Fährt der Reblaus Express nicht, buchst du stattdessen eine zweite Führung im Erlebniskeller oder spazierst durch die Kellergassen der Umgebung; die Anreise klärst du vorab in AnachB.
Offizielle Infos: weinviertel.at (Weinviertel Tourismus) · weinvierteldac.at (Weinviertel DAC) · anachb.vor.at (Fahrplanauskunft) · oebb.at (Radmitnahme) · naturparke.at (Naturpark Leiser Berge) · umweltzeichen.at (zertifizierte Betriebe)
Weitere Regionen in Niederösterreich und Umgebung: Niederösterreich-Überblick | Waldviertel | March – Thaya – Auen | Neusiedler See
Quellen: WKO Niederösterreich, „Weinviertel“ (20.04.2023) | Weinviertel Tourismus, weinviertel.at (Bahnhöfe Mistelbach, Hollabrunn, Retz; Retz; Wildpark Ernstbrunn) | Weinviertel DAC, weinvierteldac.at (Kellergassen) | Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Produktspezifikation Weinviertel DAC | Niederösterreich Werbung, lower-austria.info (Kellergassen) | Tourismusstrategie Weinviertel 2025, Land Niederösterreich (Stand März 2021) | BOKU, Projekt „Wald – Wasser – Weinviertel“ | Naturparke Österreich, Wandertipp „Steppenrasen mit Aussicht“ | Austria-Forum, „Leiser Berge“ | BIKE Magazin, Kamp-Thaya-March-Radroute
