March-Thaya-Auen: nachhaltig reisen im Nordosten Niederösterreichs
Am 1. März 2026 landete der erste Weißstorch im WWF-Reservat Marchegg. Die March-Thaya-Auen im Nordosten Niederösterreichs sind ein Landschaftsraum, kein Hotelort: Grenzfluss, Auwald und Wiesen, ein Europaschutzgebiet mit 59 geschützten Vogelarten. Der Zug bringt dich bis an den Rand der Au, den Rest legst du zu Fuß oder mit dem Rad zurück.
Die March-Thaya-Auen auf einen Blick
Das Europaschutzgebiet reicht laut Land Niederösterreich von Bernhardsthal bis zur Mündung der March in die Donau. Die March bildet hier die Grenze zur Slowakei, die Thaya die zu Tschechien. Das Gebiet liegt in den Bezirken Gänserndorf und Mistelbach und umfasst rund 15.086 Hektar (Stand November 2021).
Eine Einordnung vorweg, weil sie dir bei der Planung hilft: „March-Thaya-Auen“ ist der Name eines Schutzgebiets, keine Tourismusregion mit eigenem Verband. In einer Gliederung der Tourismusregionen Niederösterreichs gehören Marchegg, Hainburg oder Orth an der Donau zu Donau Niederösterreich, Hohenau an der March zum Weinviertel. Diese Seite beschreibt die Landschaft. Für Veranstaltungen und Gästeservice sind die jeweiligen Regionen zuständig.
Vier Anlaufpunkte machen die Auen ohne Auto erlebbar:
- Hohenau an der March: Bahnhof an der Nordbahn, Vogelbeobachtung und Beringungsstation.
- Marchegg: Bahnhof an der Marchegger Ostbahn, WWF-Reservat mit der Storchenkolonie.
- Schloss Hof und Engelhartstetten: Barockschloss, Marchfeldkanal-Radweg und Fahrradbrücke über die March.
- Orth an der Donau: Nationalparkzentrum schlossORTH am Rand des Nationalparks Donau-Auen.
Drei Schutzgebiete überlagern sich hier. Die Tabelle zeigt, wie sie sich unterscheiden:
| Schutzgebiet | Fläche | Quelle und Stand |
|---|---|---|
| Europaschutzgebiet March-Thaya-Auen | rund 15.086 ha | Land Niederösterreich, Managementplan, Stand November 2021 |
| Ramsar-Gebiet Donau-March-Thaya-Auen | 36.090 ha | Ramsar-Datenblatt, ausgewiesen am 16.12.1982, letzte Aktualisierung 2008 |
| Nationalpark Donau-Auen | mehr als 9.600 ha | Nationalpark Donau-Auen, gegründet 1996 |
Das Ramsar-Gebiet gehört seit 2004 zum dreiländischen Schutzgebiet „Floodplains of the Morava-Dyje-Danube Confluence“, zusammen mit der Unteren Lobau in Wien und Auenflächen in Tschechien und der Slowakei. Die Lobau findest du auf unserer Wien-Seite. Einen Überblick über das ganze Bundesland gibt die Niederösterreich-Übersicht.
Beste Reisezeit: wann die Auen am meisten zeigen
Frühling (März bis Mai): Die Störche kommen zurück. Im Reservat Marchegg gab es laut einem Bericht vom März 2026 im Vorjahr 49 Storchenpaare mit 125 Jungvögeln, derzeit stehen bis zu 60 Nistplätze zur Verfügung. Wege in den Auen können im Frühjahr nass sein, plane festes Schuhwerk ein.
Sommer (Juni bis August): Ab Juli läuft die Beringungsstation in Hohenau jedes Wochenende, bis in den Oktober. Schloss Hof hat von 15. März bis 2. November täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, die Zeiten sind teils mit 2025 datiert, prüf sie vor dem Besuch. Auf den offenen Radstrecken im Marchfeld ist Schatten selten, starte früh und nimm Wasser mit.
Herbst (September bis November): Die Beringung läuft noch bis Oktober, das Licht ist weich. Konkrete Zugzeiten einzelner Arten nennen wir bewusst nicht, sie schwanken von Jahr zu Jahr. Frag bei der Station, was gerade durchzieht.
Winter (Dezember bis Februar): Ruhig und oft grau, aber für Vogelfreunde nicht leer: Laut Broschüre des Landes Niederösterreich (2009) rasten bis zu 5.000 Gänse am Kühlteich Hohenau. Schloss Hof ist von 3. November bis 6. März von 10 bis 16 Uhr geöffnet, am 24. Dezember geschlossen. Rechne mit kurzen Tagen und prüfe Busse vorab, denn Sommerlinien wie die 543 fahren nicht.
Naturschutz: Was die March-Thaya-Auen besonders macht
Europaschutzgebiet und Ramsar-Gebiet
Laut Managementplan des Landes schützt das Europaschutzgebiet 59 Vogelarten nach Anhang I der Vogelschutzrichtlinie, darunter große Greifvögel, Reiher, Watvögel und Spechte. Dazu kommen Lebensräume wie Auwälder, Brenndolden-Auenwiesen, Trockenrasen und Binnendünen sowie Arten wie Biber, Fischotter, Ziesel, Rotbauchunke, Donau-Kammmolch und Europäische Sumpfschildkröte. Der Schwarzstorch brütet laut Gebietssteckbrief in keinem anderen Teil Österreichs so häufig wie hier. Der Auwaldgürtel ist bis zu zwei Kilometer breit.
Grenzfluss mit wenig Spielraum
Die March ist heute über weite Strecken eingedämmt. Laut der Broschüre des Landes Niederösterreich ist die Lange Luss zwischen Marchegg und Schloss Hof der einzige nicht eingedeichte Abschnitt. Das Überschwemmungsgebiet ist auf österreichischer Seite bis zu zwei Kilometer breit, früher reichte es bis zu zehn Kilometer weit. Auch das Klima ist besonders: Der kontinentale, pannonische Einfluss erreicht hier seine westliche Verbreitungsgrenze. Wer die Au also als „unberührte Wildnis“ erwartet, wird korrigiert: Sie ist ein Rest dessen, was einmal da war, und deshalb so wertvoll.
Ehrlich eingeordnet: Schutz heißt nicht Sperrzone
Ein Europaschutzgebiet ist laut Land Niederösterreich „keine Sperrzone“. Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei, Jagd und Tourismus bleiben möglich, solange die Schutzgüter nicht erheblich gestört werden. Viele Maßnahmen laufen freiwillig über Vertragsnaturschutz und das Agrarumweltprogramm ÖPUL. Das bedeutet: Der Schutz hängt stark an Rücksicht, auch an deiner. Das Ramsar-Datenblatt führt das Gebiet außerdem seit 1990 auf der Montreux-Liste, unter anderem wegen eines damals geplanten Wasserkraftwerks. Die letzte Aktualisierung des Datenblatts stammt von 2008, den heutigen Stand kennen wir nicht.
Verbindliche Wegegebote für einzelne Teile des Schutzgebiets nennen die von uns gelesenen Unterlagen des Landes nicht. Frag deshalb vor Ort oder beim Naturschutz des Landes nach, bevor du Wiesen oder Ufer betrittst. Bis du Genaueres weißt, helfen diese Grundregeln:
- Bleib auf Wegen und Dämmen, auch wenn eine Wiese einladend aussieht.
- Beobachte mit dem Fernglas statt aus der Nähe: Aufgescheuchte Altvögel lassen laut Nationalpark ihre Gelege ungeschützt zurück.
- Lass Drohne, Lautsprecher und offenes Feuer zu Hause.
- Frag vor Ort, wo Hunde erlaubt sind, und nimm deinen Müll wieder mit.
Der Nationalpark Donau-Auen als Nachbar
Östlich schließt der Nationalpark Donau-Auen an, gegründet 1996 und mit mehr als 9.600 Hektar. Das Nationalparkzentrum schlossORTH in Orth an der Donau (Schlossplatz 1) ist die erste Anlaufstelle, es bietet geführte Wanderungen und Bootstouren. Im Park gilt ein Wegegebot: Laut Nationalpark sollen die Wege im Sinne des Naturschutzes nicht verlassen werden, über 100 Kilometer sind beschildert. Die Öffnungszeiten des Zentrums wechseln mit der Saison, sie stehen auf donauauen.at.
Für Baden und Bootfahren nennt die Presseinformation des Nationalparks vom 19. Juni 2026 klare Regeln: In Schönau, Orth an der Donau, Stopfenreuth und Hainburg sind einzelne Seitengewässer für nicht motorisierte Boote freigegeben, dort ist Aussteigen und Lagern nicht erlaubt. Die Donau selbst darf befahren werden, anlanden darfst du nur an den im Managementplan ausgewiesenen Abschnitten. Manche Uferabschnitte sind gesperrt, weil dort Flussregenpfeifer und Flussuferläufer brüten. Mehr zur Donau-Seite findest du auf unserer Seite zu Donau Niederösterreich.
Anreise ohne Auto: Bahn, Bus und Rad
Mit der Bahn nach Hohenau und Marchegg
Hohenau liegt an der Nordbahn. Laut Niederösterreich Werbung halten dort Regionalzüge nach Wien, nach Bernhardsthal und nach Břeclav. Am Bahnhof gibt es mehr als 285 Radabstellplätze, ein beheiztes Wartehaus und Busse nach Rabensburg und Mistelbach. Das Museum Hohenau erreichst du in etwa 15 Minuten zu Fuß.
Marchegg erreichst du über die Marchegger Ostbahn. Laut ÖBB wurde die Strecke auf 37 Kilometern zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert, die Bahnhöfe sind barrierefrei und haben Bike-&-Ride-Anlagen. Im Oktober 2025 kündigten die ÖBB die Wiederaufnahme des elektrischen Verkehrs über die March-Brücke an, anfangs mit 38 Regionalzugverbindungen täglich. Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 kamen vier Eurocity-Paare dazu. Wien und Bratislava sind damit laut ÖBB in weniger als einer Stunde verbunden. Takt und Fahrzeit ändern sich, nutze die ÖBB-Fahrplanauskunft.
Achtung bei der Planung ab Wien: Wegen der Arbeiten an der Wiener Stammstrecke ändern sich 2026 und 2027 mehrere S-Bahn-Verbindungen. Laut ÖBB-Vorinformation entfällt die S80 ab 7. September 2026 bis Ende 2027 zwischen Hütteldorf und Meidling, die S7 fährt ab diesem Datum nur bis und ab St. Marx. Laut Donau Niederösterreich erreichst du Marchegg mit der S80 und Hainburg sowie Bad Deutsch-Altenburg mit der S7. Lass dir die aktuelle Linie trotzdem in der ÖBB-App anzeigen, die Quellen widersprechen sich hier.
Die letzte Meile: Rad und Bus
Zwischen den Bahnhöfen liegen die Auen abseits von Bahn und Bus. Ohne Rad kommst du an viele Stellen nicht oder nur zu Fuß. Nach Schloss Hof fährt laut wien.info ganzjährig die VOR-Linie 540, in der Sommersaison zusätzlich die Linie 543 stündlich ab Marchegg und ab Bad Deutsch-Altenburg. Ob und zu welchen Bedingungen du das Rad im Zug mitnehmen kannst, haben wir nicht geprüft, schau bei den ÖBB nach. Frag auch in deiner Unterkunft nach einem Leihrad.
Packliste und Dauer: so planst du die Reise
Ein Tag reicht für einen Eindruck, zwei Tage für einen ruhigen Rhythmus mit Bahn, Rad und Pausen. Die Strecken zwischen Hohenau, Marchegg und Schloss Hof sind keine Spaziergänge, plane Wege mit dem Rad und Puffer für Zugverbindungen ein. Fahrpläne speicherst du am besten vorab offline, denn im Grenzgebiet kann der Empfang schwanken.
- Fernglas und feste Schuhe, die nasse Wege vertragen
- Lichtbildausweis, falls du in die Slowakei fährst
- Wasser und Sonnenschutz für die offenen Radstrecken
- Offline gespeicherte Fahrpläne von ÖBB und VOR
Gästekarte und Bergbahnen
Bergbahnen gibt es in den Auen nicht, die Frage stellt sich also nicht. Eine eigene Gästekarte mit Verkehrsleistungen für das Schutzgebiet haben wir nicht gefunden. Ob Karten wie die Niederösterreich-CARD Eintritte oder Fahrten für Schloss Hof und die Nationalpark-Angebote abdecken, haben wir nicht geprüft. Lies vor dem Kauf die aktuelle Leistungsliste und verlass dich nicht auf ältere Angaben.
Aktivitäten: Vögel, Rad, Schloss und Wasser
Vögel beobachten in Hohenau
Die vogel.schau.plätze in Hohenau (Forsthausgasse 33) zeigen laut Weinviertel Tourismus mehr als 230 Vogelarten sowie Frösche und andere Amphibien. Es gibt Beobachtungsstände an den Zwischenlagern der ehemaligen Zuckerfabrik, ein Amphibienleitsystem und Brutflöße für Flussseeschwalben. Singvögel werden hier vermessen und beringt, das passiert von Juli bis Oktober an jedem Wochenende. Der Ort ist öffentlich zugänglich, Führungen für Gruppen gibt es nach Voranmeldung. Als Anlaufstelle nennt Weinviertel Tourismus das March-Thaya-Zentrum (Parkgasse 1a).
In Marchegg liegt das WWF-Reservat mit der Storchenkolonie. Zu Besuchsregeln und Zeiten haben wir keine gesicherte Angabe gefunden, informiere dich beim WWF oder der Gemeinde Marchegg. Halte rund um die Nester Abstand und bleib auf den Wegen.
Mit dem Rad: Marchfeldkanal und Brücke der Freiheit
Der Marchfeldkanal-Radweg beginnt laut Niederösterreich Werbung in Langenzersdorf am Donauradweg und führt nach Schloss Hof. Er ist ausgeschildert und in beide Richtungen befahrbar. Ein Themenabschnitt widmet sich den Marchfeldschlössern, Infotafeln erklären außerdem den Nationalpark Donau-Auen. Eine verlässliche Längenangabe haben wir nicht gefunden, rechne also nicht mit einer Kurzstrecke und plane Pausen ein.
Zum Themenabschnitt der Marchfeldschlösser zählen laut Donau Niederösterreich Schloss Niederweiden in Engelhartstetten, Schloss Marchegg, das Marienbründl in Groißenbrunn, die Floriani-Kapelle in Engelhartstetten und eine Statue des heiligen Johannes Nepomuk in Markthof. Rastplätze gibt es in Engelhartstetten und bei Schloss Hof, am Schloss Niederweiden steht ein Barockrahmen als Fotopunkt. Mit der Bahn kommst du laut Donau Niederösterreich zu den Bahnhöfen Breitensee und Marchegg (S80) sowie Hainburg an der Donau und Bad Deutsch-Altenburg (S7).
Ein besonderer Ort an der Strecke ist die Fahrradbrücke der Freiheit. Sie wurde am 22. September 2012 eröffnet, ist 550 Meter lang und vier Meter breit und verbindet Engelhartstetten mit Devínska Nová Ves, einem Stadtteil von Bratislava. Über sie treffen der Iron Curtain Trail (EuroVelo 13), der Kamp-Thaya-March-Radweg und der Marchfeldkanal-Radweg auf den Donauradweg. Der Name erinnert an Menschen, die beim Fluchtversuch über die March ums Leben kamen: Bis 1989 war das Überqueren der March nach Österreich hier lebensgefährlich. Nimm für die Slowakei einen Lichtbildausweis mit.
Schloss Hof: Barock mit Gutshof
Schloss Hof (Schloss Hof 1, 2294 Schlosshof) ist mit Barockgarten, Prunkräumen und einem Gutshof mit rund 240 Tieren ein Ziel für einen ganzen Tag. Täglich um 11, 12:30, 14 und 16:30 Uhr gibt es Führungen auf Deutsch, bei Schönwetter um 15 Uhr eine Gartenführung. Die Sonderausstellung zum Barockgarten läuft laut wien.info bis 2. November 2026. Der Haupteingang ist stufenlos, es gibt einen Lift, ein barrierefreies WC und einen kostenlosen Rollstuhlverleih auf Voranmeldung. Aktuelle Eintrittspreise und Zeiten findest du auf schlosshof.at.
Auf dem Wasser
Paddeln ist im Nationalpark nur dort erlaubt, wo Gewässer freigegeben sind (siehe oben). Mehr zu den Grundregeln und zu geeigneten Gewässern in Österreich liest du in unserem Beitrag zum Kajakfahren als nachhaltige Aktivität. Für Badestellen im Nationalpark nennt die Presseinformation vom Juni 2026 unter anderem den legalen Badeplatz in der Schönauer Au sowie Strände bei den Orther Inseln und an der Auterrasse Stopfenreuth.
Essen und Trinken: regional, aber geprüft
Belegte Empfehlungen für einzelne Gasthäuser oder Hofläden im Schutzgebiet können wir dir derzeit nicht geben, und eine Liste ohne Prüfung wollen wir nicht abdrucken. Praktisch ist das so: Frag in Hofläden und Gasthäusern nach der Herkunft von Fleisch, Gemüse und Getreide. „Regional“ ist kein geschützter Begriff, aussagekräftig sind Herkunftsangaben und Bio-Siegel. Wer Wein und Kellergassen sucht, wird eher im Weinviertel fündig, wo wir die Kulinarik ausführlich beschreiben.
Nachhaltig übernachten: was wir belegen können und was nicht
Wir nennen hier keine Unterkünfte, weil wir für die March-Thaya-Auen keinen Betrieb mit Österreichischem Umweltzeichen oder TourCert-Siegel belegen konnten. Die Datenbank auf umweltzeichen.at war für unsere Recherche nicht erreichbar, du kannst sie selbst nach den Bezirken Gänserndorf und Mistelbach durchsuchen. Die frühere Hotelauswahl bei Booking.com haben wir entfernt, denn für die dort gezeigten Häuser lag kein Umweltnachweis vor.
Wenn du ein Quartier suchst, frag direkt nach Zertifikaten, Energiequelle und Verpflegung. Gute Betriebe beantworten das gern. Alternativen findest du in unseren Ratgebern zum Urlaub am Bio-Bauernhof und zu nachhaltigen Campingplätzen in Österreich. Eine Tagesreise ab Wien ist ebenfalls möglich, dann sparst du dir die Übernachtung ganz.
Häufige Fragen zu den March-Thaya-Auen
Kann ich die March-Thaya-Auen ohne Auto besuchen?
Ja, mit Einschränkungen. Hohenau an der Nordbahn und Marchegg an der Marchegger Ostbahn haben Bahnhöfe, dort beginnen die Wege in die Au. Zwischen den Orten brauchst du ein Rad oder gute Beine, der Bus 543 nach Schloss Hof fährt nur im Sommer. Prüfe die Verbindungen wegen der Wiener Bauarbeiten vorab.
Ist „March-Thaya-Auen“ eine eigene Tourismusregion?
Nein. Es ist der Name eines Europaschutzgebiets. Touristisch gehören die Orte zu Donau Niederösterreich oder zum Weinviertel. Für Veranstaltungen und Unterkünfte wende dich an die jeweilige Region, für die Natur ist diese Seite dein Einstieg. Eine eigene Gästekarte oder ein eigenes Tourismusbüro für die Auen haben wir nicht gefunden.
Wann ist die beste Reisezeit für Vögel?
Für die Störche Marchegg ab März, für die Beringung in Hohenau Juli bis Oktober jeweils am Wochenende. Im Winter rasten laut Land Niederösterreich (2009) bis zu 5.000 Gänse am Kühlteich Hohenau. Genaue Zugzeiten wechseln jährlich, frag vor Ort nach. Im Hochsommer solltest du früh starten.
Darf ich im Schutzgebiet die Wege verlassen?
Im Nationalpark Donau-Auen gilt ein Wegegebot. Für das Europaschutzgebiet nennen die von uns gelesenen Unterlagen keine konkreten Gebote, es ist aber keine Sperrzone. Bleib auf Wegen und Dämmen, schütze Brutplätze und frag im Zweifel beim Naturschutz des Landes nach. Im Nationalpark sind über 100 Kilometer Wege beschildert.
Wie groß ist das Schutzgebiet?
Das Europaschutzgebiet umfasst rund 15.086 Hektar (Stand November 2021). Das Ramsar-Gebiet Donau-March-Thaya-Auen ist mit 36.090 Hektar größer, weil es laut seinem Namen auch Donauauen umfasst. Der Nationalpark Donau-Auen hat mehr als 9.600 Hektar. Das Europaschutzgebiet liegt in den Bezirken Gänserndorf und Mistelbach.
Kann ich mit dem Rad in die Slowakei fahren?
Ja, über die Fahrradbrücke der Freiheit zwischen Engelhartstetten und Devínska Nová Ves. Sie ist 550 Meter lang und seit 22. September 2012 geöffnet. Nimm einen Lichtbildausweis mit, auch wenn beide Länder zum Schengenraum gehören. Die Bahn über die March nach Bratislava nutzt du alternativ ab Marchegg.
Ist Schloss Hof ohne Auto erreichbar?
Ja. Die VOR-Linie 540 fährt laut wien.info ganzjährig, die Linie 543 nur in der Sommersaison stündlich ab Marchegg und Bad Deutsch-Altenburg. Mit dem Rad erreichst du Schloss Hof über den Marchfeldkanal-Radweg. Bei Schönwetter gibt es täglich um 15 Uhr eine Gartenführung. Prüfe Fahrpläne und Öffnungszeiten vor der Reise.
Gibt es geführte Touren in den Auen?
Ja. In Hohenau gibt es Führungen für Gruppen nach Voranmeldung, im Nationalpark Donau-Auen bietet schlossORTH geführte Wanderungen und Bootstouren an. Für das Reservat in Marchegg fragst du beim WWF nach. Bei Gruppenangeboten sind oft Mindestteilnehmerzahlen üblich, buche rechtzeitig und frag nach Terminen.
Wo übernachte ich nachhaltig?
Wir konnten in den March-Thaya-Auen keinen Betrieb mit Umweltzeichen oder TourCert-Siegel belegen. Such selbst auf umweltzeichen.at nach den Bezirken Gänserndorf und Mistelbach und frag Quartiere nach Zertifikaten, Energiequelle und Verpflegung. Die frühere Booking-Auswahl haben wir entfernt, weil für die Häuser kein Umweltnachweis vorlag.
Fazit: ein Wochenende in den Auen ohne Auto
Die March-Thaya-Auen sind kein Ziel für Pauschalurlauber, sondern für Menschen, die Natur mit Geduld erleben. Der Schutz ist real, die Zahlen sind belegt, und Bahn und Rad bringen dich ohne Auto an die wichtigsten Stellen. Ehrlich bleibt: Die Wege zwischen den Orten sind lang, Unterkünfte mit geprüftem Nachhaltigkeitsnachweis haben wir nicht gefunden, und die Bauarbeiten in Wien verändern 2026 und 2027 deine Anreise.
Unser Vorschlag für ein Wochenende ohne Auto: Am Samstag mit dem Regionalzug über die Nordbahn nach Hohenau, bei den vogel.schau.plätzen Vögel beobachten und, wenn du zwischen Juli und Oktober kommst, bei der Beringung zusehen. Am Sonntag mit der Marchegger Ostbahn nach Marchegg, die Störche im Reservat besuchen und von dort mit dem Rad oder dem Sommerbus 543 nach Schloss Hof. Auf dem Rückweg über die Fahrradbrücke der Freiheit schaust du kurz nach Devínska Nová Ves. Plane den Zeitpuffer großzügig ein und prüfe alle Fahrpläne vorab.
Stand der Angaben: Oktober 2026. Fahrpläne, Öffnungszeiten und Regeln ändern sich, prüfe sie vor der Reise bei den genannten Stellen.
Offizielle Infos: noe.gv.at/natura2000 (Schutzgebiet) · donauauen.at (Nationalpark) · weinviertel.at und donau.com (Regionen, Radwege) · schlosshof.at · oebb.at (Fahrpläne) · umweltzeichen.at (zertifizierte Betriebe)
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Quellen: Land Niederösterreich, Managementplan und Broschüre Europaschutzgebiet March-Thaya-Auen (noe.gv.at, Stand November 2021 bzw. 2009) | Gebietssteckbrief Europaschutzgebiet March-Thaya-Auen | Ramsar Sites Information Service, Standort Nr. 272 (rsis.ramsar.org) | Nationalpark Donau-Auen GmbH, donauauen.at, Presseinformationen vom 19.9.2019 und 19.6.2026 | Weinviertel Tourismus, weinviertel.at (vogel.schau.plätze) | Niederösterreich Werbung, lower-austria.info (Bahnhof Hohenau, Marchfeldkanal-Radweg) | Donau Niederösterreich, donau.com (Marchfeldschlösser) | ÖBB-Vorinformation Stammstreckensperre Wien 2026 | vol.at, 7.10.2025 (ÖBB-Meldung zur Marchegger Ostbahn) und 2.3.2026 (Marchegg) | wien.info (Schloss Hof) | Austria-Forum (Fahrradbrücke der Freiheit)
