Innviertel: nachhaltig reisen zwischen Inn, Barockstädten und Thermen

Früh am Morgen liegt Nebel über den Stauseen am Unteren Inn, wo laut Bundesministerium bis zu 49 Nachtreiher-Paare brüten, und der Innradweg daneben ist durchwegs eben. Wer im Innviertel nachhaltig reisen will, findet Auen, Barockfassaden und Brauereien auf kurzen Wegen. Ehrlich gehört dazu: Vieles geht ohne Auto, aber nicht alles ist belegt, und Zertifikate haben wir nicht gefunden.

Wird geladen …

Beiträge aus der Region Innviertel

No post found!

Das Innviertel auf einen Blick

Das Innviertel liegt im Westen Oberösterreichs an der Grenze zu Bayern, rund 90 Kilometer westlich von Linz (Angabe des Bundesministeriums zu den Stauseen am Unteren Inn). Der Inn bildet die Grenze, und er prägt die Region: als Radweg, als Naturraum und als alter Handelsweg, dem Schärding sein Stadtbild verdankt.

Welche Gemeinden genau zur Tourismusregion gehören, konnten wir nicht vollständig belegen. Der Verband Innviertel Tourismus nennt in seinen Unterlagen unter anderem Geinberg, Altheim, Mining, Weng im Innkreis und Höhnhart, ohne eine Gesamtliste zu geben. Wir halten uns auf dieser Seite an die Orte, die Land und Verband ausdrücklich nennen: Braunau am Inn, Schärding, Ried im Innkreis, Mattighofen, Altheim, Obernberg am Inn, Reichersberg, Mining und Geinberg.

Zur Abgrenzung: Orte am Hausruck und die Gemeinde Mattsee gehören nicht hierher. Den Hausruck findest du auf unserer Seite zum Hausruckviertel, den Mattsee im Salzburger Seenland. Für Seen und Berge im Süden Oberösterreichs lohnt sich ein Blick aufs Salzkammergut. Eine Übersicht des Bundeslands bietet unsere Oberösterreich-Seite.

Beste Reisezeit im Innviertel

Eine belastbare Saisonbeschreibung der Region haben wir nicht gefunden, weder vom Tourismusverband noch vom Land. Belegt ist nur ein Teil: Laut Oberösterreich Tourismus ist das Europaschutzgebiet Auwälder am Unteren Inn rund um die Uhr zugänglich, und der Innradweg ist laut Innviertel Tourismus durchwegs eben. Daraus folgt, dass du vor allem im Frühling, Sommer und Herbst mit dem Rad gut vorankommst. Ob einzelne Betriebe im Winter geöffnet haben, musst du vorab erfragen.

Für Vogelbeobachtung gilt: Am Unteren Inn wurden laut Bundesministerium in den 1980er Jahren jährlich rund 6.000 bis 8.000 Wasservögel gezählt, als Durchzügler und Überwinterer. Aktuelle Zahlen und die besten Beobachtungsmonate nennt die Quelle nicht. Wenn du wegen der Vögel kommst, frag beim Tourismusverband oder bei der Naturschutzabteilung des Landes nach aktuellen Beobachtungstipps.

Für Städte und Bier brauchst du keine bestimmte Jahreszeit. Die Stadtplätze von Schärding, Ried und Braunau kannst du das ganze Jahr ansehen. Die Silberzeile in Schärding ist laut Oberösterreich Tourismus täglich von außen sichtbar. Öffnungszeiten von Museen und Brauereien ändern sich, prüfe sie vor der Reise.

Naturschutz am Unteren Inn: was belegt ist

Das wichtigste Schutzgebiet der Region liegt an der Grenze zu Bayern. Zwei Schutzkategorien überlagern sich dort, deshalb lohnt ein genauer Blick.

Ramsar-Gebiet Stauseen am Unteren Inn

Laut Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft (BMLUK) sind die Stauseen am Unteren Inn seit 1983 als Ramsar-Gebiet ausgewiesen. Die Fläche beträgt 870 Hektar. Sie liegen an der oberösterreichisch-bayerischen Grenze in den Bezirken Braunau und Ried.

Das Ministerium nennt für das Gebiet bis zu 49 Brutpaare des Nachtreihers in den letzten Jahren und 54 Brutvogelarten. Dazu kommen die Wasservögel auf dem Durchzug. Wie alt diese Zahlen genau sind, nennt die Seite nicht. Wir geben sie deshalb als Angabe des Ministeriums wieder und nicht als aktuellen Bestand.

Europaschutzgebiet Auwälder am Unteren Inn

Oberösterreich Tourismus beschreibt die Auwälder am Unteren Inn als EU-Schutzgebiet. Die Seite erklärt, wie das Gebiet entstanden ist: Der Inn wurde für den Hochwasserschutz begradigt, die Kraftwerke stauten ihn auf, und im ruhigeren Wasser lagerten sich Sedimente ab. Dort entstanden Schlammbänke, die zusammen mit den Auwäldern ideale Bedingungen für Vögel bieten. Das ist ein Hinweis wert: Der Lebensraum ist hier eine Folge von Kraftwerksbauten und nicht von unberührter Natur.

Laut derselben Quelle werden hier über das Jahr mehr als 300 Vogelarten beobachtet. Genannt werden außerdem Eisvogel, Nachtreiher, Biber und Fischotter. Das Gebiet ist laut Quelle jederzeit zugänglich und für Radfahrer am Innradweg gut erreichbar.

Was wir nicht gefunden haben: konkrete Verhaltensregeln für Besucher (zum Beispiel Hunde an der Leine oder Sperrzonen in der Brutzeit), die Gesamtfläche des Europaschutzgebiets und das Jahr der Ausweisung. Das Land Oberösterreich veröffentlicht das Schutzgebiet samt Managementplan, den wir hier nicht ausgewertet haben. Bleib bis dahin auf den Wegen, halte Abstand zu Brutplätzen und nimm Hunde an die Leine. Das ist allgemeine Naturschutzpraxis, keine Regel dieses Gebiets.

Anreise ohne Auto ins Innviertel

Beim Thema Mobilität ist das Innviertel besser, als sein Ruf vermuten lässt, aber nicht lückenlos. Belegt ist: Oberösterreich Tourismus empfiehlt für den Innradweg ausdrücklich die Anreise mit dem Zug in die Grenzstadt Braunau am Inn. Und Ried im Innkreis hat laut Oberösterreich Tourismus einen Hauptbahnhof. Beides sind deine besten Einstiegspunkte.

Bahn und Bus: Einstiegspunkte

Braunau und Ried sind die zwei Bahnziele, die wir belegen konnten. Wie dicht die Züge fahren, welche Umstiege nötig sind und wie du von Ried oder Braunau nach Schärding, Obernberg, Altheim oder Geinberg kommst, haben wir nicht geprüft. Fahrpläne drucken wir ohnehin nicht ab. Aktuelle Verbindungen findest du in der ÖBB-Fahrplanauskunft und beim Oberösterreichischen Verkehrsverbund. Der Tourismusverband verweist selbst auf die ÖBB-Fahrplanauskunft.

Prüfe vor allem Abend und Sonntag. In ländlichen Regionen sind das die Zeiten, an denen Verbindungen am häufigsten ausdünnen. Wenn du mit Gepäck oder Kindern reist, ruf vorher beim Tourismusverband an und frag nach der letzten Meile vom Bahnhof zur Unterkunft.

Mit dem Rad: Innradweg und Rad+Bahn

Der Innradweg führt vom Inn-Ursprung am Maloja-Pass im Schweizer Engadin bis Passau. Die Gesamtlänge nennt Innviertel Tourismus mit rund 520 Kilometern (2021), Oberösterreich Tourismus nennt 517 Kilometer. Wir bleiben bei „rund 520“. Im Innviertel verläuft er zwischen Braunau und Schärding. Zu den Orten am Weg zählen laut Verband Braunau, Obernberg, Reichersberg, Schärding, Mining mit der Burg Frauenstein und Geinberg. Passau ist der Endpunkt.

Beide Quellen beschreiben den Weg als durchwegs eben und für Familien gut geeignet. Eine Länge für den Innviertler Abschnitt allein konnten wir nicht belegen, weil die Quellen sie nicht nennen. Wenn du planst, miss die Strecke im Radroutenplaner nach.

Eine sinnvolle Rad+Bahn-Kombination wäre: mit dem Zug nach Braunau, dann mit dem Rad am Inn entlang Richtung Schärding. Ob du dein Rad in den Zügen mitnehmen kannst und wie du von Schärding oder Passau zurückkommst, haben wir nicht belegt. Frag bei den ÖBB nach, bevor du buchst. Wenn du kein eigenes Rad mitbringen willst: Die Gästekarte gibt laut Tourismusverband 10 Prozent Ermäßigung beim Radverleih in teilnehmenden Geschäften.

Gästekarte: was sie bringt und was nicht

Die Region hat eine Gästekarte, „s’Innviertel Gästekarte“. Was wir belegen konnten, ist wenig: Laut Innviertel Tourismus gibt sie 10 Prozent Ermäßigung auf Radverleih in teilnehmenden Geschäften. Eine vollständige Leistungsliste, die Gültigkeitszeit und die Liste der teilnehmenden Gastgeber haben wir nicht gefunden.

Was wir nicht gefunden haben, ist ebenso wichtig: Eine Aussage, dass Bus oder Bahn mit der Karte kostenlos sind, liegt uns nicht vor. Verlass dich nicht darauf. Bergbahnen gibt es im Innviertel keine, die sogenannte Bergbahn-Falle stellt sich hier also nicht. Frag deinen Gastgeber bei der Buchung, ob er teilnimmt und was die Karte aktuell enthält.

Barockstädte und Stadtplätze: Orte im Innviertel

Die Orte der Region liegen nah beieinander und haben jeweils einen eigenen Charakter. Die Angaben unten stammen von Oberösterreich Tourismus und dem Verband, wo nicht anders vermerkt. Wir nennen nur, was wir belegen konnten.

Schärding: Silberzeile und Inn

Schärding ist die Stadt am Inn, die sich mit dem Rad gut erreichen lässt. Die Silberzeile am Oberen Stadtplatz bezeichnet Oberösterreich Tourismus als den Inbegriff des Innviertler Barock. Der Name geht laut Quelle wahrscheinlich auf wohlhabende Kaufleute zurück, als der Inn noch ein wichtiger Handelsweg war. Die pastellfarbenen Fassaden erinnern an mittelalterliche Zunftfarben: Bäcker blau, Metzger rot, Gastwirte gelb und grün.

Du kannst die Silberzeile täglich und kostenlos von außen ansehen. Im Ort gibt es außerdem die Brauerei Baumgartner. Die Stadt liegt direkt am Innradweg, was sie zu einem naheliegenden Etappenziel macht. Eine Umweltzeichen-zertifizierte Unterkunft in Schärding haben wir nicht belegt.

Ried im Innkreis: Messestadt mit Hauptbahnhof

Ried ist laut Oberösterreich Tourismus seit 1867 Messestadt. Der Stadtplatz hat farbige Fassaden und den Dietmar-Brunnen. Erwähnt wird außerdem die Bildhauerfamilie Schwanthaler. Das Rieder Bier gehört zur regionalen Bierkultur. Für dich als Reisende ohne Auto ist Ried vor allem wegen des Hauptbahnhofs interessant: Hier kannst du aussteigen und die Region zu Fuß, mit dem Bus oder mit dem Leihrad erkunden. Wie gut die Busse von hier aus fahren, haben wir nicht geprüft.

Braunau am Inn: Stadtplatz, Kirche und schwieriges Erbe

Braunau ist die Grenzstadt, in die Oberösterreich Tourismus die Anreise mit dem Zug empfiehlt. Der Stadtplatz hat laut Quelle prächtige Bürgerhäuser. Die Pfarrkirche St. Stephan hat laut Quelle einen der höchsten Kirchtürme Österreichs.

Zu Braunau gehört auch eine Tatsache, die du kennen solltest, wenn du dorthin fährst: Adolf Hitler wurde 1889 in der Stadt geboren. Wie die Stadt heute damit umgeht, welche Gedenk- und Bildungsangebote es gibt und was mit dem Geburtshaus geschieht, haben wir nicht belegt und schreiben es deshalb nicht. Informiere dich vor dem Besuch bei der Stadt Braunau selbst. Wir verzichten auf Vermarktungssprache und auf Empfehlungen, die dem Ort nicht gerecht würden.

Mattighofen und Altheim

Mattighofen nennt Oberösterreich Tourismus die Zweiradstadt Österreichs schlechthin, weil hier KTM produziert wird. Der Ort liegt zentral im Radwegenetz der Region. Für dich als Reisende ohne Auto ist vor allem das Radwegenetz relevant.

Altheim hat laut derselben Quelle ein Römermuseum, das antike Spuren zeigt, und zwei Brauereien: Raschhofer und Wurmhöringer. Mehr als diese Nennung haben wir zu Altheim nicht belegt.

Obernberg, Reichersberg und Mining am Innradweg

Diese drei Orte nennt Innviertel Tourismus als Stationen am Innradweg: Obernberg am Inn, Reichersberg und Mining mit der Burg Frauenstein. Wir haben zu ihnen keine weiteren belegten Angaben und beschreiben sie deshalb nicht genauer. Als Zwischenstopps auf einer Radetappe zwischen Braunau und Schärding sind sie gut zu planen. Öffnungszeiten und Zugänglichkeit klärst du bei den jeweiligen Gemeinden.

Aktivitäten im Innviertel: Radeln, Wandern, Vögel beobachten

Der Schwerpunkt der Region liegt auf dem Rad und auf dem Wasser, nicht auf den Bergen. Das macht sie zu einem Ziel für entspannte Tage mit kurzen Etappen, wenig Höhenmetern und viel Gelegenheit zum Stehenbleiben.

Radfahren am Inn

Der Innradweg ist das Rückgrat. Eben, familientauglich, mit Barockstädten und Schutzgebiet an der Strecke. Mattighofen liegt laut Quelle zentral im Radwegenetz, es gibt also Verbindungen abseits des Inn. Die genauen Streckenführungen, Längen der einzelnen Runden und die Beschaffenheit der Wege haben wir nicht geprüft. Hol dir Karten beim Tourismusverband, der eine Radkarte zum Innradweg veröffentlicht.

Mit Kindern: Weil der Weg eben ist, eignet er sich für kürzere Etappen. Ob Kinderanhänger und Lastenräder in den Zügen Platz finden, ist offen. Plane lieber Teilstücke, etwa Braunau bis Obernberg, und lass dir Zeit für Pausen an den Stauseen.

Wandern und Beobachten

Zu Wanderwegen im Innviertel haben wir keine belastbaren Quellen gefunden. Das Auengebiet am Unteren Inn eignet sich für ruhige Spaziergänge und Beobachtung, bei der du Abstand zu den Tieren hältst. Mit dem Fernglas lassen sich laut Oberösterreich Tourismus über das Jahr mehr als 300 Vogelarten beobachten. Nimm Zeit mit: Vögel zeigen sich selten auf Kommando, und im Ramsar-Gebiet sind sie wichtiger als dein Foto.

Was wir weglassen: Motorrad und Generisches

Die frühere Fassung dieser Seite empfahl auch Motorradfahren und Badeseen wie den „Badesee Hausruck“. Beides haben wir gestrichen: Motorradtouren passen nicht zu einem Ratgeber für nachhaltiges Reisen, und die genannten Badeseen konnten wir keiner belegten Quelle für das Innviertel zuordnen. Eine Übersicht zu Seen findest du in unserem Ratgeber zu den Badeseen Österreichs.

Thermen und Wellness: ehrlich eingeordnet

Geinberg liegt am Innradweg und ist als Thermenort bekannt. Der Verband nennt Wellness- und Thermenangebote als Teil des Innviertels. Thermen brauchen viel Energie, für Beheizung, Wasseraufbereitung und Betrieb. Wie sparsam oder klimafreundlich eine konkrete Anlage arbeitet, sagt der Name der Therme nicht aus.

Bei der Recherche sind wir auf einen Medienbericht gestoßen, der eine Therme in Geinberg als erste CO2-neutrale Therme Österreichs bezeichnet. Das haben wir nicht überprüft. „CO2-neutral“ ist ein Claim, den wir nur mit einer Quelle des Betreibers oder einer unabhängigen Prüfstelle übernehmen. Frag den Betrieb selbst nach Energiequelle, Nachweis und Jahr der Angabe, bevor du dich darauf verlässt.

Zu Heilwirkungen von Thermalwasser machen wir keine Aussagen. Wenn ein Betreiber das tut, ist es seine Angabe und nicht unsere Empfehlung.

Nachhaltig übernachten und essen: was belegt ist

Bei den Unterkünften müssen wir ehrlich sein: In unserer Recherche vom 5. Oktober 2026 haben wir im Innviertel keinen Betrieb mit belegtem Österreichischen Umweltzeichen, EU Ecolabel, Green Globe, TourCert oder Green Key gefunden. Die Betriebsliste auf umweltzeichen.at konnten wir nicht auswerten. Das heißt nicht, dass es keinen gibt. Es heißt nur, dass wir keinen empfehlen, ohne ihn zu belegen.

So prüfst du selbst: Suche den Ort oder Bezirk (Schärding, Ried im Innkreis, Braunau) in der Betriebsliste des Österreichischen Umweltzeichens, frag den Betrieb nach seiner Energiequelle und nach seinem Zertifikat, und achte auf Siegel, die du nachschlagen kannst. „Bio“ und „regional“ sind für sich genommen keine Nachweise. Die Hotelkarten der alten Seite, die ohne Nachhaltigkeitsnachweis arbeiteten, haben wir entfernt.

Als Alternativen mit Hintergrund empfehlen wir unseren Ratgeber zum Urlaub am Bio-Bauernhof und zu nachhaltigen Campingplätzen.

Essen und Trinken: Bierregion

Innviertel Tourismus bezeichnet die Region in seiner Unterlage von 2021 als die vielfältigste Bierregion Österreichs. Das ist eine Werbeaussage, die wir nicht geprüft haben. Belegt ist, dass Brauereien in Schärding (Baumgartner), Altheim (Raschhofer und Wurmhöringer) und Ried (Rieder Bier) genannt werden. Ein Brauereibesuch ist ein Stück regionaler Kultur, aber kein Nachhaltigkeitsnachweis. Frag nach Herkunft von Rohstoffen und Mehrwegsystem, wenn dir das wichtig ist.

Zu Innviertler Spezialitäten haben wir keine belegten Quellen. Die frühere Fassung dieser Seite nannte Gerichte und Betriebe ohne Beleg, die haben wir nicht übernommen. Wenn du regional essen willst, frag in Gasthäusern nach der Herkunft der Zutaten.

Was an der Region nachhaltig ist, und was nicht

Gut belegt: Das Ramsar-Gebiet mit 870 Hektar und das Europaschutzgebiet am Unteren Inn. Ebenso belegt ist ein ebener Innradweg und der Bahnhof in Ried sowie die empfohlene Bahnanreise nach Braunau. Nicht zuletzt kurze Wege zwischen den Barockstädten, wenn du am Inn entlangradelst.

Offen oder kritisch: Erstens stehen die Schutzgebiete teils wegen der Kraftwerke dort, wo sie sind: Das Habitat ist eine Folge der Aufstauung des Inn. Zweitens fehlen uns Bahn- und Bustakte, Radmitnahme-Regeln und die Anbindung der kleineren Orte. Drittens haben wir keinen zertifizierten Betrieb gefunden. Viertens ist die Energiebilanz der Thermen ungeprüft. Eine Gesamtbewertung der Region vergeben wir deshalb nicht.

Ein Wochenende im Innviertel ohne Auto

So könnte ein Wochenende aussehen, wenn du die belegten Bausteine kombinierst. Wir haben die Strecke nicht selbst abgefahren, die Angaben stammen aus den genannten Quellen.

  • Samstag: Mit dem Zug nach Braunau, Stadtplatz ansehen, danach mit dem Rad am Inn entlang durch das Schutzgebiet. Plane Pausen für Vogelbeobachtung ein.
  • Übernachtung: in Obernberg, Reichersberg oder Schärding. Frag den Betrieb vorab nach Umweltzeichen oder Energiequelle.
  • Sonntag: weiter nach Schärding, die Silberzeile ansehen und, wenn du magst, eine Brauerei besuchen. Rückreise per Bahn: vorab prüfen, ob du das Rad mitnehmen kannst.

Praktische Tipps für deinen Besuch

  • Fahrplan vorab speichern: Hin- und Rückfahrt in der ÖBB-Fahrplanauskunft, vor allem für Abend und Sonntag.
  • Radmitnahme klären: Frag bei den ÖBB, ob und zu welchen Zeiten du dein Rad mitnehmen kannst.
  • Im Schutzgebiet auf dem Weg bleiben: Halte Abstand zu Brutplätzen und nimm Hunde an die Leine. Konkrete Regeln hast du beim Land Oberösterreich parat.
  • Gästekarte nachfragen: Frag deinen Gastgeber, was sie aktuell enthält. Rechne nicht mit kostenlosem Bus oder Zug.
  • Zertifikate prüfen: Schau vor der Buchung in die Betriebsliste auf umweltzeichen.at.
  • Braunau informiert besuchen: Frag bei der Stadt nach dem aktuellen Umgang mit der NS-Geschichte, bevor du hinfährst.

So haben wir recherchiert

Diese Seite beruht auf Angaben des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft (Stauseen am Unteren Inn), von Oberösterreich Tourismus (Orte, Innradweg, Europaschutzgebiet, Silberzeile) und von Innviertel Tourismus (Radweg-Unterlage 2021, Gästekarte), abgerufen am 5. Oktober 2026. Den Text der Vorgängerversion haben wir nicht als Quelle verwendet. Wo eine Aussage nur von Tourismusstellen stammt, steht „laut“ davor. Was wir nicht belegen konnten, steht als offene Frage im Text.

Häufige Fragen zum Innviertel

Kann ich das Innviertel ohne Auto besuchen?

Ja, mit Einschränkungen. Belegt sind die Bahnanreise nach Braunau und der Hauptbahnhof in Ried. Wie gut du von dort in kleinere Orte kommst, haben wir nicht geprüft. Plane Abend und Sonntag vorab in der ÖBB-Fahrplanauskunft.

Wie lang ist der Innradweg und wie anspruchsvoll?

Laut Innviertel Tourismus rund 520 Kilometer von Maloja bis Passau (2021), Oberösterreich Tourismus nennt 517. Im Innviertel verläuft er zwischen Braunau und Schärding und gilt als durchwegs eben, auch für Familien geeignet.

Was ist das Schutzgebiet am Unteren Inn?

Die Stauseen am Unteren Inn sind laut Bundesministerium seit 1983 ein Ramsar-Gebiet mit 870 Hektar in den Bezirken Braunau und Ried. Dazu kommt das Europaschutzgebiet Auwälder am Unteren Inn, in dem laut Oberösterreich Tourismus über 300 Vogelarten beobachtet werden.

Was bringt die Innviertel Gästekarte?

Laut Tourismusverband 10 Prozent Ermäßigung auf Radverleih in teilnehmenden Geschäften. Eine vollständige Leistungsliste haben wir nicht gefunden. Dass Bus und Bahn kostenlos sind, ist nicht belegt.

Gibt es nachhaltige Unterkünfte im Innviertel?

Belegte Betriebe mit Umweltzeichen oder vergleichbarem Label haben wir nicht gefunden. Das heißt nicht, dass es keine gibt. Prüfe umweltzeichen.at und frag Betriebe nach Energie und Zertifikaten.

Lohnt sich ein Besuch in Braunau am Inn?

Braunau hat laut Oberösterreich Tourismus einen Stadtplatz mit Bürgerhäusern und die Pfarrkirche St. Stephan. Zur Stadt gehört auch ihre Geschichte als Geburtsort Adolf Hitlers (1889). Informiere dich vorab bei der Stadt über aktuelle Gedenk- und Bildungsangebote.

Ist die Therme in Geinberg nachhaltig?

Das konnten wir nicht prüfen. Ein Medienbericht nennt eine Therme in Geinberg CO2-neutral, einen Beleg des Betreibers oder einer unabhängigen Stelle haben wir nicht ausgewertet. Frag den Betrieb nach Energiequelle und Nachweis.

Wann ist die beste Reisezeit fürs Innviertel?

Eine belegte Saisonbeschreibung fehlt. Das Schutzgebiet ist laut Oberösterreich Tourismus ganzjährig zugänglich, der Innradweg ist eben. Mit dem Rad kommst du im Frühling, Sommer und Herbst gut voran. Wintertauglichkeit klärst du bei den Betrieben.

Fazit: Innviertel ohne Auto, mit offenen Fragen

Das Innviertel ist eine ruhige Region für Rad, Barockstädte und Natur am Inn. Stark sind das Schutzgebiet am Unteren Inn, der ebene Innradweg und die Bahnziele Braunau und Ried. Luft nach oben gibt es bei belegten Umweltlabels der Betriebe, bei Bus und Radmitnahme und bei der Energiebilanz der Thermen. Wer das weiß und vorab prüft, bekommt ein stimmiges Wochenende am Wasser.

Unser Vorschlag ohne Auto: Zug nach Braunau, am Inn entlang durchs Schutzgebiet nach Obernberg oder Schärding radeln, dort übernachten und am nächsten Tag die Silberzeile ansehen. Prüfe Hin- und Rückfahrt und die Radmitnahme vorab.

Offizielle Infos: innviertel-tourismus.at (Tourismusverband) · oberoesterreich.at (Landestourismus) · fahrplan.oebb.at (Fahrplan) · umweltzeichen.at (zertifizierte Betriebe) · land-oberoesterreich.gv.at (Naturschutz)

Weitere Seiten zu Oberösterreich: Oberösterreich-Übersicht | Hausruckviertel | Salzkammergut

Quellen: BMLUK, Stauseen am Unteren Inn (Ramsar) | Oberösterreich Tourismus, Europaschutzgebiet Auwälder am Unteren Inn; Innradweg R3; Städte im Innviertel; Silberzeile Schärding; Hauptbahnhof Ried | Innviertel Tourismus, Radweg-Unterlage 2021 und „Deine Fragen – Unsere Antworten“ (Gästekarte) | Stand der Recherche: 5. Oktober 2026

Nachhaltiger Tourismus Österreich
Logo
Compare items
  • Total (0)
Compare
0
Shopping cart