Hochsteiermark: Hochschwab, Mariazell und die Semmeringbahn – nachhaltig reisen zwischen Mur und Mürz

Hochschwab und Rax, dazwischen das Mürztal, im Norden Mariazell und im Osten die älteste Gebirgsbahn der Welt: Die Hochsteiermark ist die nordöstlichste Urlaubsregion der Steiermark und für viele noch ein Geheimtipp. Für nachhaltiges Reisen hat sie einen großen Vorteil, denn Südbahn und Railjet halten mitten in der Region. Hier erfährst du, was wirklich zur Hochsteiermark gehört, wie du ohne Auto hinkommst, was es mit Gästekarte und Bergbahnen auf sich hat und wo die Region beim Thema Nachhaltigkeit noch Luft nach oben hat.

Wird geladen …

Die Region: was zur Hochsteiermark gehört

Touristisch ist die Hochsteiermark seit der steirischen Tourismusreform 2021 ein eigener Tourismusverband mit 15 Tourismusgemeinden im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag. Die meisten Nächtigungen hat mit großem Abstand Mariazell, dahinter folgen Neuberg an der Mürz, Aflenz, St. Barbara im Mürztal mit der Veitsch und Bruck an der Mur. Der Tourismusverband gliedert die Region in sechs Teilregionen:

  • Alpenregion Hochschwab – Pogusch rund um Aflenz, Thörl und Turnau, das Tor zum Hochschwab.
  • Bruck an der Mur – Kapfenberg, die beiden Städte am Zusammenfluss von Mur und Mürz.
  • Mariazellerland mit der Basilika, der Bürgeralpe und dem Erlaufsee.
  • Naturpark Mürzer Oberland rund um Neuberg an der Mürz, zwischen Rax, Schneealpe und Veitsch.
  • Waldheimat – Veitsch, die Heimat Peter Roseggers rund um Krieglach und das Veitschtal.
  • Welterbe Semmeringeisenbahn mit Mürzzuschlag, Steinhaus und Spital am Semmering.

Wichtig für deine Planung: Leoben, Eisenerz mit dem Erzberg, der Präbichl und der Grüne See gehören nicht zum Tourismusverband Hochsteiermark. Sie bilden seit Oktober 2021 die eigene Erlebnisregion Erzberg Leoben. Umgangssprachlich und auf vielen Karten zählen sie trotzdem zur „Hochsteiermark“. Weil sie nur eine halbe bis eine Stunde entfernt liegen, stellen wir sie weiter unten in einem eigenen Abschnitt vor. Die Bärenschützklamm liegt zwar in Pernegg im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag, wird touristisch aber über das Almenland in der Oststeiermark vermarktet.

Beiträge aus der Region Hochsteiermark

Beste Reisezeit in der Hochsteiermark

Mai bis Oktober ist Wanderzeit. Die Schutzhütten am Hochschwab öffnen je nach Schneelage ab Mitte Mai, das Schiestlhaus unter dem Gipfel hat 2026 bis 26. Oktober geöffnet. Die Seilbahn auf die Mariazeller Bürgeralpe fährt 2026 im Sommerbetrieb vom 18. April bis 1. November, die Hauptsaison dauert von 4. Juli bis 13. September. Im Hochsommer ist der Erlaufsee bei Mariazell der Badesee der Region.

September und Oktober sind für viele die schönste Zeit: klare Fernsicht auf den Almen, stabile Hochdruckwetterlagen und deutlich weniger Betrieb auf den Pilgerwegen nach Mariazell als im Hochsommer. Beachte, dass viele Hütten und Ausflugsziele Ende Oktober schließen.

Ende November bis vor Weihnachten steht Mariazell im Zeichen des Mariazeller Advents. 2026 ist er an den Wochenenden vom 19. November bis 20. Dezember geöffnet, von 3. bis 8. Dezember durchgehend. An diesen Tagen sind Züge, Busse und Parkplätze in Mariazell stark ausgelastet, unter der Woche ist es im Ort ruhig.

Dezember bis Anfang April ist Wintersaison. Das Stuhleck bei Spital am Semmering ist das größte Skigebiet der Region, dazu kommen kleinere Familienskigebiete wie die Mariazeller Bürgeralpe und die Brunnalm an der Veitsch. Mit dem Klimawandel wird die Schneesicherheit in diesen mittleren Höhenlagen unsicherer. Plane Skitage deshalb eher kurzfristig und schau vorher auf die Betriebsinfos.

Naturschutz: Hochschwab, Wiener Wasser und der Naturpark Mürzer Oberland

Die Hochsteiermark hat keinen Nationalpark. Dafür liegen hier Gebirgsstöcke, die für ganz Ostösterreich eine besondere Rolle spielen, weil aus ihnen das Trinkwasser für Wien kommt.

Hochschwab: Landschaftsschutzgebiet und Wasserschongebiet

Der Hochschwab ist mit 2.277 Metern der höchste Gipfel der Region. Das Massiv umfasst mehr als 600 Quadratkilometer verkarstetes Kalkgebirge. Es ist großteils als Landschaftsschutzgebiet „Hochschwab-Zeller Staritzen“ ausgewiesen, innerhalb dessen mehrere kleinere Naturschutzgebiete liegen, etwa die Almböden am Trenchtling. Seit 1973 gilt der Hochschwab außerdem als Wasserschongebiet.

Der Grund dafür liegt unter der Oberfläche: Das Karstwasser des Hochschwabs speist die II. Wiener Hochquellenleitung, die 1910 in Betrieb ging. Sie ist rund 180 Kilometer lang und liefert bis zu 217 Millionen Liter Wasser pro Tag, gefasst werden die Quellen im Salzatal auf der Nordseite des Massivs. Was am Hochschwab ins Gestein sickert, kommt also einige Zeit später in Wien aus der Leitung. Für dich heißt das ganz praktisch: Müll wieder mitnehmen, kein Wildcampen und bei Hütten ohne Kanalanschluss sparsam mit Wasser umgehen.

Schneealpe und Rax

Auch die I. Wiener Hochquellenleitung von 1873 hat eine Verbindung zur Hochsteiermark. Neben Quellen an Rax und Schneeberg bezieht sie heute auch Wasser von der Schneealpe im Mürzer Oberland. Auf der steirischen Seite der Rax liegt die Heukuppe als höchster Punkt des Plateaus.

Naturpark Mürzer Oberland

Der Naturpark Mürzer Oberland besteht seit 26. Oktober 2003 und umfasst rund 226 Quadratkilometer im Gemeindegebiet von Neuberg an der Mürz, in dem seit der Gemeindereform auch Mürzsteg, Kapellen und Altenberg an der Rax aufgegangen sind. Rund 2.400 Menschen leben im Naturpark. Zu den bekanntesten Zielen gehören Rax und Schneealpe, die Veitsch, die Frein und der Wasserfall Totes Weib zwischen Mürzsteg und Frein. Ein Naturpark ist kein Nationalpark: Land- und Forstwirtschaft laufen weiter, der Schwerpunkt liegt auf Naturschutz, Bildung und Regionalentwicklung.

Im Süden reicht außerdem der Naturpark Almenland mit Breitenau am Hochlantsch und Pernegg an der Mur in den Bezirk hinein. Touristisch gehört dieser Teil aber zur Oststeiermark.

Anreise ohne Auto

Kaum eine steirische Bergregion ist so gut an die Bahn angebunden wie die Hochsteiermark. Die Südbahn führt von Wien über den Semmering nach Mürzzuschlag und weiter durch das Mürztal nach Bruck an der Mur, Bruck ist zugleich Knoten für die Strecke Richtung Leoben und Kärnten. Railjets halten in Mürzzuschlag, Kapfenberg und Bruck. Von Wien bist du in rund eineinhalb Stunden in Mürzzuschlag, von Graz in etwa einer halben Stunde in Bruck. Prüf die genauen Verbindungen im ÖBB-Fahrplan, weil sich Halte je nach Tageszeit unterscheiden.

Welterbe Semmeringbahn

Die Semmeringbahn zwischen Gloggnitz und Mürzzuschlag wurde von 1848 bis 1853 unter Carl Ritter von Ghega gebaut und am 17. Juli 1854 eröffnet. Die 41 Kilometer lange Strecke mit 14 Tunneln und 16 Viadukten war 1998 die erste Eisenbahn der Welt, die UNESCO-Welterbe wurde. Wenn du aus Wien anreist, fährst du also über ein Welterbe. Auf steirischer Seite liegen Spital am Semmering und Mürzzuschlag mit dem Südbahn Museum. Der bekannte Bahnwanderweg verläuft großteils auf niederösterreichischer Seite ab dem Bahnhof Semmering.

Ab 2030 soll der 27,3 Kilometer lange Semmering-Basistunnel in Betrieb gehen. Er verkürzt die Fahrzeit Wien–Graz deutlich. Die Bergstrecke bleibt bestehen, wird dann aber vor allem für den Regional- und Ausflugsverkehr wichtig.

Nach Mariazell und in die Seitentäler

Mariazell erreichst du aus Niederösterreich mit der Mariazellerbahn. Die schmalspurige Bahn der NÖVOG fährt von St. Pölten in rund zweieinhalb Stunden über 85 Kilometer nach Mariazell, eingesetzt werden die modernen „Himmelstreppe“-Züge. Aus der Steiermark fährst du mit dem RegioBus: Die Linien 170, 171 und 173 verbinden Bruck und Kapfenberg über Thörl, Aflenz und Turnau mit Mariazell, die Linie 189 fährt von Mürzzuschlag über Neuberg und die Frein nach Mariazell.

Weitere Buslinien erschließen die Seitentäler, etwa die Linie 185 von Wartberg in die Veitsch und die Linie 187 von Mürzzuschlag über Steinhaus zum Semmering. Ehrlich gesagt: Die Busse fahren in den Seitentälern nicht dicht getaktet, am Wochenende teilweise nur wenige Male am Tag. Ein Rufbus- oder Sammeltaxi-System für die gesamte Region haben wir nicht gefunden. Wer ohne Auto unterwegs ist, plant am besten mit Standort in Mariazell, Mürzzuschlag oder Bruck und schaut sich die Fahrpläne der Verbundlinie Steiermark vorab an.

Mit dem Rad: Mürztalradweg und Murradweg

Der Mürztalradweg R5 führt auf 68 Kilometern von Mürzsteg bis Bruck an der Mur und verliert dabei rund 310 Höhenmeter. Er ist leicht und familientauglich, und weil entlang der Strecke Bahnhöfe liegen, kannst du jederzeit abkürzen. In Bruck triffst du auf den Murradweg R2, der auf insgesamt 453 Kilometern der Mur folgt. Damit lässt sich eine Radreise ab der Hochsteiermark Richtung Graz verlängern.

Gästekarte und Bergbahnen: was es gibt und was nicht

In vielen Tiroler und Vorarlberger Regionen bekommst du mit der Gästekarte kostenlos Bus oder sogar Bergbahnen. In der Hochsteiermark gibt es nach unserer Recherche keine regionsweite kostenlose Gästekarte mit Bus- oder Bergbahnleistungen. Frühere Angebote wie eine „Hochsteirische Gästekarte“ sind auf den offiziellen Seiten nicht mehr zu finden. Frag bei deiner Unterkunft nach, ob sie eigene Vorteile anbietet.

Für Ausflugsziele gibt es die kostenpflichtige Steiermark-Card, die im Sommerhalbjahr für viele Ziele im ganzen Bundesland gilt. Die Mariazeller Bürgeralpe akzeptiert sie ebenso wie die Niederösterreich-Card. Ob sich die Karte rechnet, hängt davon ab, wie viele Ziele du besuchst. Öffentliche Verkehrsmittel sind darin nicht enthalten.

Zu den Bergbahnen: Die Mariazeller Bürgeralpe fährt mit der Seilbahn im Sommer und Winter. Oben warten ein Aussichtsturm, der WanderWunderWald für Familien und ein kleines Skigebiet. Das Stuhleck hat rund 26 Pistenkilometer zwischen 777 und 1.774 Metern. Auf der Aflenzer Bürgeralm fahren dagegen keine Lifte mehr, die Zufahrt erfolgt über eine Mautstraße, im Winter wird dort vor allem Skitouren gegangen und gerodelt. Die Bürgeralm ist damit ein gutes Beispiel für den Wandel in niedrigeren Skigebieten.

Wandern und Pilgern

Hochschwab und das Schiestlhaus

Der Hochschwab ist das Wanderziel der Region. Klassische Ausgangspunkte liegen im Süden bei Seewiesen und in der Fölz bei Aflenz. Unter dem Gipfel steht auf 2.153 Metern das Schiestlhaus des Österreichischen Touristenklubs. Die Hütte bezeichnet sich als erstes alpines Passivhaus Österreichs, also als Gebäude, das dank sehr guter Dämmung mit minimalem Heizenergiebedarf auskommt. Geöffnet ist sie 2026 von etwa Mitte Mai bis 26. Oktober, reserviert wird nur telefonisch. Die Gipfeltour ist lang und setzt Trittsicherheit und gute Kondition voraus, für eine Hochschwab-Überschreitung solltest du zwei Tage einplanen.

Veitsch, Schneealpe und Rax

Die Hohe Veitsch (1.981 m) mit dem Graf-Meran-Haus ist einer der Aussichtsberge über dem Mürztal. Auf die Schneealpe und die Rax führen Wege aus dem Mürzer Oberland, oben liegen weite Hochplateaus mit Almen und Schutzhütten. Über alle diese Stöcke verläuft der Nordalpenweg 01, einer der großen österreichischen Weitwanderwege. Er ist rund 1.000 Kilometer lang, in 61 Etappen eingeteilt und seit 1975 markiert.

Zu Fuß nach Mariazell

Mariazell ist das Ziel eines ganzen Netzes von Pilgerwegen. Die Pilgerwege nach Mariazell (06) bestehen aus sieben Routen, die seit 1980 sternförmig auf die Basilika zulaufen, darunter der Wiener Mariazellerweg mit rund 125 Kilometern und der Steirische Mariazellerweg mit rund 215 Kilometern. Die bekannteste Route ist die Via Sacra von Brunn am Gebirge, die ideal in fünf Tagesetappen gegangen wird. Pilgern ist die ursprünglichste Form des nachhaltigen Reisens in dieser Region, und für die Rückreise nimmst du die Mariazellerbahn oder den Bus.

Klettern

Der Hochschwab ist auch ein traditionsreiches Klettergebiet mit alpinen Kalkrouten. Verlässliche Informationen zu einzelnen Routen und Klettersteigen findest du beim Alpenverein und bei den Hüttenwirten vor Ort. Achte bei Touren auf die Wegegebote in den Naturschutzgebieten und auf Wildruhezonen im Winter.

Kultur: Mariazell, Brahms, Rosegger und gotische Klöster

Basilika Mariazell

Die Basilika Mariazell ist Österreichs bedeutendster Wallfahrtsort. Der Legende nach brachte der Mönch Magnus am 21. Dezember 1157 eine Marienstatue aus Lindenholz hierher. Die Gnadenstatue wird als „Magna Mater Austriae“ verehrt. Jedes Jahr kommen Hunderttausende Pilger und Gäste, zum 850-Jahr-Jubiläum 2007 besuchte Papst Benedikt XVI. den Ort. Auch wenn du nicht aus religiösen Gründen kommst, lohnt sich ein ruhiger Besuch außerhalb der Gottesdienstzeiten.

Rund um die Basilika haben sich traditionelle Handwerksbetriebe gehalten. Pirker führt seine Lebzelter-Tradition bis 1846 zurück und zeigt in der Schaumanufaktur „erLebzelterei“, wie Lebkuchen, Met und Kerzen entstehen. Die Likörmanufaktur Arzberger stellt seit über 140 Jahren den Original Mariazeller Magenlikör her.

Mürzzuschlag: Brahms und Wintersport

Johannes Brahms verbrachte die Sommer 1884 und 1885 in Mürzzuschlag und schrieb hier seine IV. Symphonie sowie über 30 Lieder und Chorwerke. Daran erinnert das Brahms-Museum, das von Freitag bis Sonntag geöffnet hat. Der Tourismusverband nennt außerdem das Brahmsfest Mürzzuschlag als Veranstaltungs-Highlight. Das WinterSportMuseum wurde 1947 gegründet und erzählt, warum Mürzzuschlag in der Geschichte des Skisports eine Rolle spielt. Beide Museen erreichst du vom Bahnhof zu Fuß.

Neuberger Münster

In Neuberg an der Mürz gründete Herzog Otto der Fröhliche 1327 ein Zisterzienserstift, das 1786 aufgehoben wurde. Das Neuberger Münster gilt als erste einheitliche gotische Hallenkirche Österreichs, dazu kommt der einzige vollständig erhaltene gotische Kreuzgang der Steiermark. Im Münster finden die Neuberger Kulturtage statt.

Roseggers Waldheimat

Der Schriftsteller Peter Rosegger wurde am Alpl oberhalb von Krieglach geboren. Das Universalmuseum Joanneum betreibt sein Geburtshaus, den Kluppeneggerhof, der rund 30 Gehminuten vom Parkplatz entfernt liegt, und das Rosegger-Museum in seinem früheren Sommerhaus in Krieglach, fünf Minuten vom Bahnhof. Bis 31. Oktober 2026 läuft dort die Sonderausstellung „Changing Childhood“.

Bruck an der Mur und Kapfenberg

In Bruck an der Mur lohnt ein Spaziergang über den Hauptplatz mit dem spätgotischen Kornmesserhaus, das der Hammerherr Pankraz Kornmeß um 1500 errichten ließ, und dem Eisernen Brunnen von 1626. Seine Inschrift „trinck lieber Wein als Wasser“ ist ein schöner Kontrast zum Wiener Hochquellwasser aus der Region. Über dem Nachbarort Kapfenberg thront die Burg Oberkapfenberg, die der Tourismusverband zu den Highlights der Region zählt. Öffnungszeiten und Programm solltest du vorab direkt bei der Burg prüfen.

Kulinarik: Wild, Almprodukte und Lebkuchen

Die Hochsteiermark ist keine Weinregion, Buschenschänken und Kürbiskernöl findest du im Süden und Osten der Steiermark. Hier oben prägen Wald, Wild und Almen die Küche. Die Genuss Region Hochschwab Wild steht für Wildfleisch aus der Region, das die sogenannten Wilden Wirte auf die Karte setzen. Dazu kommen Styriabeef von Weiderindern, Räucherforelle, Streuobst rund um Kindberg und Stanz, Kräuter aus dem Hochschwabgebiet und dem Mürzer Oberland, Honig und die Mariazeller Lebkuchen.

Wenn du nachhaltig essen willst, frag auf der Hütte oder im Gasthaus konkret nach, woher Fleisch, Käse und Fisch kommen. Regionale Herkunft ist in dieser Gegend oft selbstverständlich, sie wird aber nicht immer ausgewiesen.

Nachhaltig übernachten

Hier müssen wir ehrlich sein: Die Hochsteiermark ist keine Umweltzeichen-Destination. In der Steiermark hat bisher nur das Ausseerland-Salzkammergut diese Auszeichnung. Auf der Plattform umweltzeichen-hotels.at haben wir Stand September 2026 auch keinen Beherbergungsbetrieb mit dem Österreichischen Umweltzeichen in der Hochsteiermark gefunden. Das heißt nicht, dass es keine engagierten Betriebe gibt, aber du kannst dich nicht auf ein geprüftes Label stützen.

Worauf du stattdessen achten kannst: Bahnhofsnähe oder eine gute Busanbindung, damit du vor Ort ohne Auto auskommst. Urlaub am Bauernhof, bei dem du direkt bei den Produzenten wohnst. Schutzhütten wie das Schiestlhaus, deren Energiekonzept öffentlich dokumentiert ist. Und bei jeder Unterkunft, die mit „bio“ oder „nachhaltig“ wirbt, die Frage, welches Zertifikat dahintersteht.

In der Nachbarschaft: Grüner See, Erzberg und Leoben

Die folgenden Ziele gehören zur Erlebnisregion Erzberg Leoben, werden aber oft mit der Hochsteiermark verbunden und liegen nah genug für einen Tagesausflug.

Grüner See in Tragöß

Der Grüne See in Tragöß wurde 2014 zum schönsten Platz Österreichs gewählt. Er ist seit 2006 als Naturschutzgebiet mit 6,8 Hektar ausgewiesen und liegt auf 757 Metern. Zur Schneeschmelze steigt der Wasserspiegel um mehr als neun Meter und überflutet Wiesen, Bänke und Wege, am schönsten ist er von Mai bis Juli. Seit 1. Jänner 2016 ist Baden und Tauchen verboten. Das Verbot hat der Grundeigentümer auf Initiative von Gemeinde und Tourismusverband erlassen, weil aufgewirbelter Seegrund die grüne Farbe zerstören könnte. Die RegioBus-Linie 175 fährt in der Saison an Wochenenden von Bruck an der Mur bis zum Grünen See, die Parkplätze sind gebührenpflichtig.

Erzberg und Eisenerz

Am Erzberg wird seit Jahrhunderten Eisenerz abgebaut, bis heute im Tagbau. Bei Abenteuer Erzberg fährst du 2026 von 1. Mai bis 31. Oktober mit dem Hauly, einem umgebauten Schwerlastkipper, über die Etagen oder gehst ins Schaubergwerk. Ein Ticket kostet für Erwachsene 23,50 €. Baden kannst du im nahen Leopoldsteiner See, der bis zu 31 Meter tief ist. Von Leoben fährt die Buslinie 820 über den Präbichl nach Eisenerz.

Leoben

Leoben ist Universitätsstadt: Die Montanuniversität wurde 1840 in Vordernberg gegründet und 1849 nach Leoben verlegt. Im Stadtteil Göss steht das älteste urkundlich erwähnte Kloster der Steiermark (1020) und die Gösser Brauerei mit dem Braumuseum Gösseum.

Häufig gestellte Fragen zur Hochsteiermark

Gehören Leoben und der Grüne See zur Hochsteiermark?

Touristisch nicht. Der Tourismusverband Hochsteiermark umfasst Gemeinden im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag, Leoben, Eisenerz und der Grüne See in Tragöß gehören seit 2021 zur Erlebnisregion Erzberg Leoben. Geografisch und umgangssprachlich werden sie aber oft zur Hochsteiermark gezählt.

Gibt es in der Hochsteiermark eine Gästekarte mit kostenlosen Bergbahnen?

Nein. Eine regionsweite kostenlose Gästekarte mit Bus- oder Bergbahnleistungen haben wir nicht gefunden. Die kostenpflichtige Steiermark-Card gilt für viele Ausflugsziele, etwa die Mariazeller Bürgeralpe, enthält aber keine Öffis.

Wie komme ich ohne Auto in die Hochsteiermark?

Mit dem Zug über die Südbahn nach Mürzzuschlag, Kapfenberg oder Bruck an der Mur. Nach Mariazell fährst du mit der Mariazellerbahn ab St. Pölten oder mit dem RegioBus ab Bruck, Kapfenberg oder Mürzzuschlag.

Darf man im Grünen See baden?

Nein. Seit 2016 sind Baden und Tauchen verboten, um den See zu schützen. Zum Baden eignen sich der Erlaufsee bei Mariazell und der Leopoldsteiner See bei Eisenerz.

Welche Schutzgebiete gibt es in der Hochsteiermark?

Einen Nationalpark gibt es nicht. Die wichtigsten Gebiete sind das Landschaftsschutzgebiet Hochschwab-Zeller Staritzen mit mehreren Naturschutzgebieten, das Wasserschongebiet Hochschwab und der Naturpark Mürzer Oberland (seit 2003, rund 226 km²).

Wann ist die beste Reisezeit für die Hochsteiermark?

Zum Wandern von Mitte Mai bis Ende Oktober, besonders im September und Oktober. Für den Mariazeller Advent Ende November bis vor Weihnachten, zum Skifahren von Dezember bis Anfang April.

Gibt es Umweltzeichen-Hotels in der Hochsteiermark?

Auf umweltzeichen-hotels.at haben wir Stand September 2026 keinen Betrieb in der Region gefunden, und die Region selbst ist keine Umweltzeichen-Destination. Frag bei deiner Unterkunft nach konkreten Maßnahmen und Zertifikaten.

So planst du deinen Aufenthalt

Die Hochsteiermark punktet mit etwas, das vielen Bergregionen fehlt: Der Railjet hält mitten in der Region, und mit Semmeringbahn und Mariazellerbahn ist schon die Anreise ein Erlebnis. Dazu kommen Berge, deren Schutz für Wiens Trinkwasser wichtig ist, mit dem Schiestlhaus das erste alpine Passivhaus Österreichs und ein Naturpark ohne Massentourismus. Die Schwächen gibt es trotzdem: keine kostenlose Gästekarte, dünne Busverbindungen in den Seitentälern und bisher keine zertifizierten Betriebe, auf die du dich verlassen kannst.

Drei Tage ohne Auto, ein Vorschlag: Mit dem Zug über die Semmeringbahn nach Mürzzuschlag, Brahms-Museum und WinterSportMuseum, dann mit dem Bus 189 über Neuberg mit dem Münster nach Mariazell. Am zweiten Tag Basilika und Seilbahn auf die Bürgeralpe, am Nachmittag Erlaufsee. Am dritten Tag mit dem Bus Richtung Aflenz und Seewiesen, eine Wanderung am Fuß des Hochschwabs und zurück über Kapfenberg oder Bruck auf die Bahn. Wer mehr Zeit hat, übernachtet eine Nacht im Schiestlhaus.

Weitere Regionen der Steiermark findest du auf unserer Übersicht Urlaubsregionen Steiermark, etwa die benachbarte Alpenregion Nationalpark Gesäuse.

Quellen: steiermark.com/Hochsteiermark und steiermark.com/Erzberg-Leoben (Tourismusverbände: Teilregionen, Ausflugsziele, Kulinarik, Grüner See, Erlaufsee, Stuhleck), verwaltung.steiermark.at (Tourismusverband Hochsteiermark, Landschaftsschutzgebiet Hochschwab-Zeller Staritzen, Naturschutzgebiet Grüner See), wien.gv.at (Wiener Wasser), muerzeroberland.at und naturparke.at (Naturpark Mürzer Oberland), verbundlinie.at (Buslinien), niederoesterreich.at (Mariazellerbahn), suedbahnmuseum.at (Semmeringbahn), schiestlhaus.at, buergeralpe.at, aflenzer-buergeralm.at, alpenverein.at (Nordalpenweg, Pilgerwege nach Mariazell), basilika-mariazell.at, mariazeller-advent.at, brahmsmuseum.at, wintersportmuseum.com, museum-joanneum.at, abenteuer-erzberg.at, unileoben.ac.at, umweltzeichen.at, umweltzeichen-hotels.at.

Nachhaltiger Tourismus Österreich
Logo
Compare items
  • Total (0)
Compare
0
Shopping cart