Nachhaltiger Urlaub im Mittelburgenland: Wein, Draisine, Therme

Du trittst mit der Draisine durch Weinberge und Sonnenblumenfelder, an drei Stationen wartet regionaler Wein. Das Mittelburgenland ist Weinland, Thermenland und seit 2025 eine mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifizierte Destination. Übernachtungsgäste teilnehmender Unterkünfte fahren mit der Burgenland Card gratis mit Bahn und Bus. Hier liest du, wann sich welche Ecke lohnt, wie du ohne Auto zurechtkommst und wo die Region ehrlich gesagt noch Lücken hat.

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Die Region: Blaufränkischland, Thermenland und Naturpark

Das Mittelburgenland liegt im Bezirk Oberpullendorf, gut 100 Kilometer südlich von Wien. Rebzeilen, Walnuss- und Kastanienbäume und Wälder prägen das Bild. Wein ist hier Identität: Die Region gilt als Heimat des Blaufränkisch.

Auf älteren Seiten und in der Werbung begegnet dir noch der Name „Sonnenland Mittelburgenland“. Der Tourismusverband tritt heute als Erlebnisregion Mittelburgenland-Rosalia auf, mit Sitz in Lutzmannsburg. Er gliedert sich in Mittelburgenland, Rosalia und das Blaufränkischland, die Weinregion. Diese Seite behandelt das Mittelburgenland mit seinem Weinland.

Der Neusiedler See und das Südburgenland sind eigene Urlaubsregionen. Schau dazu bei Neusiedler See und Südburgenland vorbei. Einen Überblick über das ganze Bundesland findest du in unserer Burgenland-Übersicht.

Weinstöcke in einer Weinlandschaft im Burgenland

Für wen lohnt sich das Mittelburgenland?

Das Mittelburgenland ist kein Ziel für jeden Urlaub. Die Region liegt zwischen 192 und 628 Metern Seehöhe, hohe Gipfel und alpine Touren gibt es hier nicht. Dafür passt sie zu diesen Reisetypen besonders gut:

  • Du willst abseits der Hotspots entdecken: Wein, Naturpark und Burgen liegen nah beieinander, und du kommst mit Zug, Bus und Sammeltaxi hin.
  • Du suchst Genuss und Ruhe: Rotwein, Walnüsse, Kastanien und eine Therme, dazu Weinorte wie Deutschkreutz, Horitschon und Neckenmarkt.
  • Du reist mit Kindern: Sonnentherme, Draisinentour und Keltendorf lassen sich gut zu einem Wochenende verbinden.
  • Du bist gern aktiv, aber nicht extrem: Draisine, Lehrpfad und Rundwege im Naturpark statt Gipfelsturm.

Beste Reisezeit im Mittelburgenland

Frühling (April bis Mai): Ab April startet meist die Saison der Draisinentour, die bis Oktober läuft. Die Rebzeilen treiben aus, und es ist noch nicht so heiß wie im Sommer. Für Wandern und Radfahren ist das eine angenehme Zeit.

Sommer (Juni bis August): Das Klima ist pannonisch, also warm und trocken. Laut wein.plus fallen im Jahr nur rund 600 Millimeter Niederschlag. Die Region wirbt gern mit „300 Sonnentagen“. Eine belastbare Messreihe dazu haben wir nicht gefunden, deshalb nennen wir die Zahl nicht als Fakt. Plane Touren am Vormittag und die Sonnentherme für den Nachmittag.

Herbst (September bis November): Jetzt wird gelesen und geerntet. Neben den Trauben reifen Walnüsse und Kastanien, laut Alpen-Guide feiert die Region im Herbst Kastanienfeste. Die Lesetermine ändern sich mit dem Jahr, frag beim Winzer nach. Für Genießer ist das die dichteste Zeit.

Winter (Dezember bis März): Die Draisinen ruhen, die Sonnentherme lädt dagegen zum Baden ein. Öffnungszeiten prüfst du vorab auf sonnentherme.at. Der Blaufränkischweg in Horitschon ist laut Bundesministerium ganzjährig begehbar.

Naturpark Landseer Berge und Naturschutz

Das Mittelburgenland hat keinen Nationalpark, aber einen Naturpark. Naturparke sind in Österreich keine Wildnis, sondern gepflegte Kulturlandschaften. Genau das macht sie interessant: Obstgärten und Trockenrasen gibt es nur, weil sie bewirtschaftet werden.

Naturpark Landseer Berge

Der Naturpark wurde 2000 gegründet und umfasst laut Naturparke Österreich 6.500 Hektar in fünf Gemeinden: Kaisersdorf, Kobersdorf, Markt St. Martin, Weingraben und Schwarzenbach. Prägend ist der Pauliberg, ein Vulkan, der vor rund elf Millionen Jahren erloschen ist. Heute liegt dort ein Basaltsteinbruch. Das Wappentier des Naturparks ist der Feuersalamander.

Ausflugsziele sind die Ruine Landsee aus dem 12. Jahrhundert, das Keltendorf in Schwarzenbach und ein 16 Kilometer langer Rundweg bei Weingraben. Der führt auch durch Obstgärten und Trockenrasen. Bleib auf den markierten Wegen, denn genau diese Flächen sind empfindlich.

Weinbau und Artenvielfalt

Ehrlich gesagt: Weinbau ist keine Naturlandschaft. Über Artenschutz-Maßnahmen der Winzer im Mittelburgenland haben wir keine belastbaren Regionszahlen gefunden. Wenn dir das wichtig ist, frag im Weingut nach Bio-Zertifizierung, Begrünung der Rebzeilen und Pflanzenschutz. Gute Betriebe erklären dir das gern.

Anreise ohne Auto: Bahn, Bus und Sammeltaxi

Das Mittelburgenland ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar, aber weitläufig. Die Bahn bringt dich an den Rand der Region, für die letzte Meile brauchst du Bus, Sammeltaxi oder Rad. Plane diese Etappe vor der Buchung, nicht erst vor Ort.

Mit Bahn und Bus ab Wien

Laut Tourismusverband fährt stündlich ein Zug von Wien Hauptbahnhof nach Deutschkreutz, über Neufeld an der Leitha. Deutschkreutz gehört zu den Weinorten der Region und ist damit ein guter Startpunkt. Viele Gemeinden erreichst du mehrmals täglich mit einem Umstieg ab Wien Hauptbahnhof per Bus, darunter Lutzmannsburg und Lockenhaus. Die aktuellen Fahrzeiten ändern sich mit jedem Fahrplanwechsel, prüf sie in der ÖBB-Auskunft oder bei VOR.

Sammeltaxi BAST für die letzte Meile

Das burgenländische Anruf-Sammeltaxi BAST fährt laut Tourismusverband täglich von 8 bis 19 Uhr. Du meldest deine Fahrt an und wirst abgeholt. Für Weinliebhaber heißt das: Wer abends im Heurigen sitzt, muss die Heimfahrt einplanen, denn nach 19 Uhr fährt das BAST nicht. Am einfachsten wohnst du im selben Ort.

Burgenland Card: gratis Öffis für Übernachtungsgäste

Übernachtungsgäste bekommen die Burgenland Card laut Burgenland Tourismus ab der ersten Nacht in teilnehmenden Unterkünften, sie kostet nichts. Berichten zufolge sind das rund 680 Betriebe. Die Karte gilt für Busse, Bahnen und das BAST im Burgenland. Seit 1. März 2026 gilt sie laut Tourismusverband außerdem auf ausgewählten Buslinien von und nach Wien, etwa B01, B23, B24 und B25. Für andere Strecken außerhalb des Burgenlands brauchst du weiterhin ein Ticket. Dazu kommen Vergünstigungen und Gratis-Leistungen bei Ausflugszielen.

Zwei Einschränkungen solltest du kennen. Frag vor der Buchung, ob deine Unterkunft teilnimmt. Und für Fahrräder gelten eigene Regeln: Auf der Linie B2 der Burgenland Busse ist die Mitnahme laut burgenland.info kostenlos, aber nur nach Voranmeldung, mindestens 24 Stunden vor der Abfahrt. Für andere Linien und Züge haben wir keine Regel gefunden, klär das vorab mit dem Verkehrsverbund.

Deine Reise ohne Auto in vier Schritten

  1. Wähle eine Unterkunft, die die Burgenland Card ausgibt, und frag nach der nächsten Haltestelle.
  2. Prüfe den Zug nach Deutschkreutz und die Busse ab Wien Hauptbahnhof in der Auskunft.
  3. Plane Ausflüge und Weinproben so, dass du das BAST zwischen 8 und 19 Uhr nutzen kannst.
  4. Kläre die Fahrradmitnahme (im Bus B2 nur mit Voranmeldung) und die Rückfahrt der Draisinentour schon bei der Buchung.

Wo du ohne Auto am besten wohnst

Weil die Region weitläufig ist, entscheidet dein Standort über den Urlaub. Diese Orte sind für Reisen ohne Auto sinnvoll:

  • Deutschkreutz: Weinort mit direkter Zuganbindung ab Wien, ein guter Start für Weingüter und Abstecher.
  • Lutzmannsburg: Sitz des Tourismusverbands, Standort der Sonnentherme und der Tschardakenhof Apartments, per Bus mit einem Umstieg ab Wien erreichbar.
  • Horitschon und Neckenmarkt: Weinorte am Ende der Draisinentour, in Horitschon liegt der Blaufränkischweg.
  • Lockenhaus: Burg, Kammermusikfest und Ausgangspunkt für Wanderungen, per Bus mit Umstieg ab Wien erreichbar.

Wein und Draisine sprechen für Horitschon oder Neckenmarkt, Therme und Familie für Lutzmannsburg, Burg und Wandern für Lockenhaus. Prüf vor der Buchung die nächste Haltestelle, denn nicht jede Unterkunft liegt am Ortskern.

Wein und Genuss im Blaufränkischland

Das Mittelburgenland ist ein Rotweingebiet. Laut wein.plus bewirtschaften die Winzer rund 2.000 Hektar Rebfläche, andere Quellen nennen etwas weniger. Knapp zwei Drittel davon stehen unter Blaufränkisch. Die Böden sind schwer, lehmig und tiefgründig und speichern viel Wasser, das hilft in trockenen Sommern.

Seit dem Jahrgang 2005 gibt es die Herkunftsbezeichnung Mittelburgenland DAC. Sie war die zweite DAC Österreichs und die erste für eine Rotweinsorte. DAC steht für Districtus Austriae Controllatus und kennzeichnet gebietstypische Weine, die bestimmten Vorgaben folgen. Die Weinorte heißen Deutschkreutz, Horitschon, Neckenmarkt und Lutzmannsburg. Deutschkreutz liegt laut wein.plus nur rund fünf Kilometer vom Südufer des Neusiedler Sees entfernt.

Wer mehr über den Wein lernen will, geht den Blaufränkischweg in Horitschon. Der Lehrpfad ist 2,2 Kilometer lang, seit 1986 angelegt und hat 13 große Infotafeln. Er ist frei zugänglich und kostet keinen Eintritt.

Regionale Küche: Nüsse, Kastanien und Heurige

Abseits des Weins prägen laut Alpen-Guide Walnüsse und Kastanien die Landschaft. Das warme pannonische Klima ist dafür ideal. Im Herbst kommen Kastanien auf den Tisch, und in vielen Orten gibt es dazu Feste. Beim Heurigen oder Buschenschank schenken Winzer ihre eigenen Erzeugnisse aus, das ist der direkteste Weg vom Erzeuger auf den Teller.

Frag beim Einkehren nach regionalen Produkten und woher sie kommen. Wenn du mit dem Sammeltaxi unterwegs bist, plane die Rückfahrt vor der zweiten Runde. Ein Ranking einzelner Weingüter oder Wirte haben wir für diese Seite nicht erstellt, denn dafür fehlt uns eine eigene Prüfung.

Aktiv unterwegs: Draisine, Wandern und Rad

Familie fährt gemeinsam mit dem Fahrrad

Sonnenland Draisinentour

Die Draisinentour führt auf 23 Kilometern über eine stillgelegte Bahnstrecke zwischen Oberpullendorf und Horitschon/Neckenmarkt. Du trittst durch Weinberge, Sonnenblumenfelder, Wälder und Dörfer. Drei Stationen bieten regionales Essen und Wein. Laut Veranstaltern brauchst du reine Fahrzeit von etwa zwei bis zweieinhalb Stunden, mit Pausen wird ein halber bis ganzer Tag daraus.

Die Draisinen fahren immer nur in eine Richtung: an geraden Tagen von Horitschon nach Oberpullendorf, an ungeraden umgekehrt. Die Tour läuft meist von April bis Oktober. Die Strecke ist überwiegend flach, mit leichten Steigungen. Zurück zum Ausgangspunkt kommst du per Shuttlebus oder Taxi, buch das am besten gleich mit. Aktuelle Termine und Preise findest du auf draisinentour.at.

Die Draisine läuft mit Muskelkraft auf einer bestehenden, stillgelegten Bahntrasse. Es braucht dafür keinen Motor und keine neue Infrastruktur. Trotzdem bleibt ein Zielkonflikt: Der Shuttle für die Rückfahrt fährt mit Motor. Mach daraus einen Tagesausflug mit Übernachtung im Ort, dann sparst du dir weitere Fahrten.

Wandern und Rad

Zum Wandern eignen sich der Blaufränkischweg, der Rundweg bei Weingraben im Naturpark und die Umgebung von Lockenhaus. Laut Ortsinfo gibt es dort über 500 markierte Wander- und Radwege. Für klassische Radrouten und E-Bike-Verleih wende dich an den Tourismusverband. Wir haben für diese Seite keine einzelne Route selbst geprüft und nennen deshalb keine. Mehr zu nachhaltigen Freizeitideen liest du in unserem Ratgeber zu Aktivitäten.

Kultur: Burgen, Musik und jüdisches Erbe

Das Mittelburgenland lag bis 1920/21 in Ungarn und kam erst danach zu Österreich. Diese Grenzlage hat Burgen, Musik und Bräuche geprägt. Hier sind die Orte, die sich lohnen.

Burg Lockenhaus

Die Burg Lockenhaus gilt als ehemalige Templerburg. Heute gibt es ein Museum und Führungen zur Geschichte und Baugeschichte. Im Sommer findet hier das Kammermusikfest Lockenhaus statt. Öffnungszeiten und Termine ändern sich, prüf sie vor dem Besuch.

Raiding und Franz Liszt

In Raiding wurde der Komponist Franz Liszt geboren. Das Geburtshaus ist heute ein Museum, ein Teil davon gehörte früher zu einem Schloss. Dazu kommt das Franz-Liszt-Konzerthaus mit rund 600 Plätzen, in dem das Liszt Festival stattfindet. Raiding hat nur rund 870 Einwohner, das macht den Besuch angenehm ruhig.

Kobersdorf und Ruine Landsee

In Kobersdorf steht die Synagoge von 1860, dazu gehört ein jüdischer Friedhof. Beide erinnern an die jüdische Geschichte der Region. Die Ruine Landsee stammt aus dem 12. Jahrhundert und liegt im Naturpark. Das Keltendorf in Schwarzenbach zeigt eine urgeschichtliche Siedlung unter freiem Himmel.

Nächste Nachbarn: Ungarn und Eisenstadt

Von Lockenhaus aus liegt die ungarische Stadt Kőszeg laut Ortsinfo nur rund 15 Kilometer entfernt. Das Geburtshaus von Liszt in Raiding ist etwa 27 Kilometer weit weg, Haydns Haus in Eisenstadt rund 65 Kilometer. Die Nähe zur Grenze erklärt, warum die Region so eng mit Ungarn verbunden ist. Wer ohne Auto reist, plant solche Abstecher besser als eigenen Tag.

Familie: Sonnentherme, Draisine und Keltendorf

Mit Kindern lässt sich das Mittelburgenland gut planen. Die Sonnentherme Lutzmannsburg-Frankenau wurde am 17. September 1994 eröffnet, nachdem die Thermalwasser-Bohrungen 1989/90 erfolgreich waren. Sie ist auf Familien ausgelegt und laut Region die größte Familientherme Österreichs. Der Name geht auf die Sonnenstunden der Region zurück.

Ehrlicherweise: Zur Energie- und Wasserbilanz der Therme haben wir keine belastbaren Angaben gefunden. Thermen brauchen für Heizung und Wasser viel Energie, das ist ein Zielkonflikt jedes Thermenbesuchs. Du kannst dem entgegenkommen, indem du ohne Auto anreist und länger bleibst statt öfter zu fahren.

Als Ausflüge mit Kindern eignen sich die Draisinentour, die laut Veranstaltern für Familien gedacht ist, sowie das Keltendorf in Schwarzenbach und der Naturpark mit dem Feuersalamander als Wappentier. Plane bei der Draisine den Rückweg mit ein, damit der Ausflug nicht am Nachmittag kippt.

Nachhaltig übernachten: Umweltzeichen und Betriebe

Auf Regionsebene hat das Mittelburgenland geliefert: Die Erlebnisregion Mittelburgenland-Rosalia trägt seit April 2025 das Österreichische Umweltzeichen für Tourismusdestinationen, das auf 119 Kriterien beruht. Im Mai 2025 kam das Siegel TourCert dazu. Beide Auszeichnungen wurden am 10. Juli 2025 bei einer Feier überreicht, im Register steht die Region unter UZ82-009. Die Region veröffentlicht ein Leitbild, einen Nachhaltigkeitsbericht und ein Maßnahmenprogramm.

Wichtig zur Einordnung: Das Destinations-Label bewertet das Tourismusmanagement der Region, nicht automatisch jeden Betrieb. Über einzelne Häuser sagt es nichts aus. Für Betriebe gibt es eigene Zertifikate, und die prüfst du am besten selbst.

Namentlich belegen konnten wir die Tschardakenhof Apartments in Lutzmannsburg, die das Österreichische Umweltzeichen für Beherbergung tragen. Die Region verweist außerdem auf Umweltzeichen-Unterkünfte und Biobauernhöfe, ohne sie in der Übersicht zu nennen. Wir listen nur, was wir belegen konnten. Aktuelle Zertifikate prüfst du auf umweltzeichen.at, Ideen für Höfe findest du in unserem Ratgeber zum Urlaub am Bio-Bauernhof.

So reist du hier verantwortungsvoll

Laut Burgenland Tourismus kannst du selbst einiges beitragen: öffentliche Verkehrsmittel nutzen, auf markierten Wegen bleiben, zertifizierte Unterkünfte wählen und bei regionalen Produzenten und Wirten einkaufen. Das Leitungswasser im Burgenland ist Trinkwasser, du kannst deine Flasche also überall auffüllen. Den größten Unterschied macht meist die Anreise. Wer die Bahn nimmt und vor Ort auf Sammeltaxi und Rad setzt, spart sich das Auto für die gesamte Reise.

Häufige Fragen zum Mittelburgenland

Kann ich das Mittelburgenland ohne Auto besuchen?

Ja, mit Planung. Stündlich fährt ein Zug von Wien Hauptbahnhof nach Deutschkreutz, viele Orte erreichst du per Bus mit einem Umstieg. Für die letzte Meile gibt es das Sammeltaxi BAST, täglich von 8 bis 19 Uhr. Abends und abseits der Hauptorte wird es dünn.

Was ist die Burgenland Card und was kostet sie?

Die Burgenland Card bekommst du kostenlos als Übernachtungsgast ab der ersten Nacht, wenn deine Unterkunft teilnimmt. Sie enthält Bus, Bahn und BAST im Burgenland und Vergünstigungen bei Ausflugszielen. Frag vor der Buchung nach und kläre die Fahrradmitnahme, denn im Bus B2 geht sie nur mit Voranmeldung.

Ist das Mittelburgenland eine zertifizierte nachhaltige Destination?

Ja. Die Erlebnisregion Mittelburgenland-Rosalia trägt seit 2025 das Österreichische Umweltzeichen für Tourismusdestinationen und das Siegel TourCert. Das gilt für das Regionsmanagement, nicht automatisch für jeden Betrieb. Einzelne Häuser wie die Tschardakenhof Apartments haben ein eigenes Umweltzeichen.

Wann ist die beste Reisezeit für Wein?

Der Herbst ist für Genießer die dichteste Zeit, denn dann werden Trauben, Walnüsse und Kastanien geerntet. Die Draisinentour fährt meist von April bis Oktober. Die Lesetermine wechseln von Jahr zu Jahr, frag im Weingut nach.

Wie funktioniert die Draisinentour?

Du trittst 23 Kilometer über eine stillgelegte Bahnstrecke zwischen Oberpullendorf und Horitschon/Neckenmarkt. An geraden Tagen geht es von Horitschon nach Oberpullendorf, an ungeraden umgekehrt. Zurück kommst du per Shuttlebus oder Taxi.

Wie groß ist das Weinbaugebiet Mittelburgenland?

Laut wein.plus sind es rund 2.000 Hektar, knapp zwei Drittel davon mit Blaufränkisch. Andere Quellen nennen etwas weniger Fläche. Seit dem Jahrgang 2005 gibt es die Herkunftsbezeichnung Mittelburgenland DAC.

Ist das Mittelburgenland für Familien geeignet?

Ja. Die Sonnentherme ist auf Familien ausgelegt, die Draisinentour laut Veranstaltern für Familien gedacht, und im Naturpark findest du das Keltendorf in Schwarzenbach. Plane bei der Draisine den Rückweg mit Shuttle oder Taxi ein.

Kann ich Leitungswasser trinken?

Ja. Laut Burgenland Tourismus ist das Leitungswasser im Burgenland Trinkwasser. Nimm eine Flasche mit und fülle sie in der Unterkunft oder unterwegs auf, das spart Plastik und Geld.

Gehören der Neusiedler See und das Südburgenland dazu?

Nein. Beide sind eigene Urlaubsregionen. Deutschkreutz liegt allerdings nur rund fünf Kilometer vom Südufer des Neusiedler Sees entfernt, ein Abstecher ist möglich.

Fazit: ein Genussziel mit Anreise-Hausaufgaben

Das Mittelburgenland punktet mit Wein, Naturpark, Kultur und einer Region, die ihre Nachhaltigkeit seit 2025 zertifizieren lässt. Es verlangt aber Planung, weil Busse und Sammeltaxi abseits der Bahnachse und am Abend dünn getaktet sind. Zu den Bereichen Therme und Weinbau fehlen uns belastbare Umweltzahlen. Wer das akzeptiert, findet eine ruhige Alternative zu den großen Hotspots.

Stärken und Lücken auf einen Blick

Das läuft gutDa gibt es Lücken
Destination seit 2025 mit Umweltzeichen und TourCert zertifiziertDas Label gilt für das Management, nicht für jeden Betrieb
Burgenland Card mit gratis Bahn, Bus und BASTNur mit teilnehmender Unterkunft, Fahrradmitnahme nicht überall geklärt
Stündlicher Zug Wien–DeutschkreutzBAST nur bis 19 Uhr, abends dünn
Naturpark mit 6.500 HektarKulturlandschaft, keine Wildnis
Sonnentherme als FamilienzielKeine Angaben zur Energie- und Wasserbilanz
Klare Weinherkunft durch DACKeine belastbaren Zahlen zum Artenschutz im Weinbau

Vorschlag für ein Wochenende ohne Auto: Freitag mit dem Zug von Wien nach Deutschkreutz, im Weinort übernachten. Samstag mit der Draisine von Horitschon nach Oberpullendorf, wenn der Tag gerade ist, sonst umgekehrt, und mit dem Shuttle zurück. Sonntag den Blaufränkischweg in Horitschon gehen und vor der Heimfahrt ein Weingut besuchen. Tickets für Draisine und Shuttle planst du vorab.

Dein nächster Schritt: Schau dir die Orte auf der Karte oben an, such dir einen Standort mit Bahn- oder Bushaltestelle und frag deine Unterkunft nach der Burgenland Card. Wenn du danach noch Lust auf mehr Burgenland hast, findest du am Neusiedler See und im Südburgenland die Nachbarregionen.

Offizielle Infos: mittelburgenland-rosalia.info (Tourismusverband) · burgenland.info (Burgenland Card, Zertifizierungen) · draisinentour.at · sonnentherme.at · naturparke.at · oebb.at und vor.at (Fahrpläne) · umweltzeichen.at (zertifizierte Betriebe)

Quellen: Tourismusverband Mittelburgenland-Rosalia, mittelburgenland-rosalia.info (Region, Anreise, nachhaltiger Urlaub, Burgenland Card) | Umweltzeichen.at (Liste der Tourismusdestinationen, UZ82-009) | burgenland.info (Zertifizierungen, Öffentlicher Verkehr mit der Burgenland Card) | meinbezirk.at (Auszeichnungen Mittelburgenland-Rosalia, Tschardakenhof Apartments) | austria.info und leadersnet.at (Burgenland Card) | magazine.wein.plus (Weinbaugebiet Mittelburgenland) | alpen-guide.de (Sonnenland Mittelburgenland) | bmluk.gv.at (Blaufränkischweg Horitschon) | naturparke.at (Naturpark Landseer Berge) | sonnentherme.at (Geschichte) | visitsopron.com (Sonnenland Draisinentour) | kammermusikfest.at (Lockenhaus) | YouTube-Kanal des Tourismusverbands Mittelburgenland-Rosalia

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