Urlaubsregion und Umgebung

Erkunde die schönsten Facetten der bezaubernden Stadt Wien

Genuss in Wien

Die Wiener Küche ist die einzige der Welt, die nach einer Stadt benannt ist. Wien ist auch die einzige Metropole weltweit, die innerhalb der Stadtgrenzen nennenswerten Weinbau betreibt. Und das Wiener Kaffeehaus ist als Oase der Gemütlichkeit rund um den Globus bekannt. Kein Wunder, dass das Beisl, der Heurige und das Café jene Eckpfeiler sind, auf denen Wiener Genusskultur in all ihrer anziehenden Vielfalt beruht.

Die Wiener haben’s gerne einfach und gemütlich. Dementsprechend behaglich sind die Wiener „Beisl“. Diese Gaststätten servieren seit jeher solide, schmackhafte Hausmannskost – vom Schnitzel bis zum Gulasch, von der gerösteten Leber bis zum Kaiserschmarren. Gerade diese Beständigkeit hat zu jener Renaissance der Beisl-Kultur geführt, die neuerdings in bekannten Gaststätten wie „Ubl“, dem „Gasthaus Wolf“ oder im „Glacis Beisl“ ebenso gefeiert wird wie beim vielzitierten Wirten am Eck.

Nicht nur dort schätzt man übrigens die guten Tropfen, die die 700 Hektar Wiener Weingärten hervorbringen. Auch die hiesige Spitzengastronomie ist längst von Riesling und Weißburgunder aus Wien überzeugt. Und vom Wiener Gemischten Satz. Bei dieser Spezialität, die kürzlich sogar das DAC-Gütesiegel bekommen hat, werden die Trauben von mindestens drei Weißweinsorten gemeinsam ausgepflanzt und gekeltert. Vor allem aber die Besucher des „Heurigen“ genießen junge wie alte Wiener Weine zu den deftigen Schmankerln vom Buffet. Zu finden sind diese romantisch- gemütlichen Tavernen zu Dutzenden in den Weinorten am Stadtrand wie Grinzing und Nussdorf.

Das Wiener Kaffeehaus gilt seit eh und je als Oase der Gemütlichkeit. Und seit 2011 zählt die traditionelle Wiener Kaffeehauskultur sogar zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Traditionscafés wie das „Central“, das „Landtmann“, das „Museum“ oder der „Demel“ locken mit vielfältigen Kaffee-Variationen, internationalen Zeitungen und Mehlspeis-Kreationen. Moderne Vertreter des Genres wie das „Drechsler“, „Balthasar“ oder „Supersense“ bereichern die Tradition durch stylishes Flair. Mit dem Café verwandt ist die Konditorei. Deren zentrales Angebot, Torten und Kuchen, garantiert mit Gugelhupf, Sachertorte & Co. Wienerisches „Dolce Vita“. Neuerdings bieten auch Chocolaterien wie „Xocolat“, „Fruth“ und „Blühendes Konfekt“ süße Verlockungen.

Auch in Wien stehen Gourmet-Tempel an einem Ende der Genuss-Skala – etwa das Silvio Nickol Gourmet Restaurant, das Restaurant von Konstantin Filippou oder das Steirereck im Stadtpark, das auf Platz 10 der „World’s 50 Best“ rangiert. Am anderen Ende der Skala wartet auch hierorts … Fast Food! Allerdings mit speziell Wienerischer Note: Ein Abstecher zum Würstelstand – vor allem nach dem Ball-, manchmal auch nach dem Konzert- oder Opernbesuch – gehört zum guten Ton.

Die Stadt wartet mit einer Fülle verschiedenartiger Geschmackserlebnisse auf, von bodenständig über „bio“ bis „ethno“. Angebote, die meist ideal kombiniert werden mit überraschendem Ambiente: Ganz gleich, ob man aussichtsreich im Restaurant „Das Loft“ im Jean- Nouvel-Tower am Donaukanal speist oder einen Drink in der einst vom Architektur-Erneuerer Adolf Loos eingerichteten „American Bar“ nimmt: Schau- und Geschmackserlebnis gehen Hand in Hand.

In der Donaumetropole lässt sich in jedem Stadtteil Genussvolles finden. Dennoch: Einige Regionen locken die Gourmets auf engem Raum mit enormer Vielfalt. Zum Beispiel der Naschmarkt. Dieser wohl faszinierendste Wiener Markt bietet Exotisches aus aller Welt ebenso wie eine Vielzahl angesagter Gastronomie-Einrichtungen am Markt und in den Gassen rundum – vom „ON Market“ bis zum „Amacord“. Am Brunnen- und Yppenmarkt locken trendige Lokale wie das „Wetter“ und das „An- Do“, ums Eck vom Karmelitermarkt machen die „Marktlücke“ und „Pizza Mari“ von sich reden. Kulinarisch erlebenswert sind auch die Lokalviertel am Spittelberg, im Servitenviertel, um den Margaretenplatz und im Freihausviertel.

Zahlreiche kulinarische Events – vom Genussfestival im Stadtpark über den Wiener Weinwandertag bis zum Schneckenfestival und speziellen Restaurantwochen – ergänzen den Reigen der Köstlichkeiten um weitere sinnliche Facetten.

„Wiener Genuss“ in Zahlen und Fakten

  • Wiener Küche: Wien ist als einzige Stadt der Welt Namensgeber eines eigenständigen Speisen-Stils
  • Über 800 Lokale konzentrieren sich alleine im 1. Bezirk
  • Rund 8.200 Lokale – vom Restaurant bis zum Kaffeehaus
  • Rund 2.400 Kaffeehäuser aller Art – vom Traditionscafé bis zum Espresso
  • Traditionelle Wiener Kaffeehauskultur: seit 2011 immaterielles Kulturerbe der UNESCO
  • Rund 2.500 Schanigärten
  • 10 Wiener Restaurants vom Guide Michelin ausgezeichnet: Restaurant Steirereck, Amador’s Wirtshaus & Greißlerei, Silvio Nickol Gourmet Restaurant im Palais Coburg und Mraz & Sohn (jeweils 2 Sterne), 6 weitere Restaurants jeweils 1 Stern
  • Seit 2013 haben sich sowohl die Guide-Michelin-Sterne (aktuell 14 Sterne) als die Sternerestaurants verdoppelt
  • In Wien 127 Haubenlokale nach Gault Millau 2018
  • Restaurant Steirereck: Platz 10 der World‘s 50 Best Restaurants
  • Palais Coburg wurde vom britischen Weinmagazin „The World of Fine Wine“ aus 4.500 Spitzenrestaurants weltweit 2017 zum zweiten Mal mit dem Titel „Beste Weinkarte der Welt“ prämiert (zuletzt 2014)
  • Rund 95 Weinlokale, Weinschenken und Heurigenbuffets
  • Wien ist die einzige Metropole weltweit mit nennenswertem Weinbau innerhalb derStadtgrenzen: Weinbaufläche rund 700 Hektar, 150 Winzer, 400.000 Arbeitsstunden pro Jahr
  • Wiener Gemischte Satz: von Slow Food als Presidio-Produkt ausgezeichnet und seit 2013 auch DAC-Status
  • Auf 80 Prozent der Weinanbaufläche wird Weißwein kultiviert, auf einem Viertel der Weißweinfläche der Wiener Gemischte Satz
  • Rund 650 Wiener Landwirte
  • Landwirtschaftliche Fläche: 15 Prozent der Gesamtfläche, das sind rund 6.000 Hektar
  • 20 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Wien wird biologisch bewirtschaftet, damit liegt Wien im Österreich-Durchschnitt
  • Rund 30 gemeldete Weihnachtsmärkte und marktähnliche Weihnachtsveranstaltungen

In Wien hören jeden Abend 10.000 Musikbegeisterte klassische Musik live – das gibt es in keiner anderen Stadt der Welt. Übers Jahr weist der Wiener Konzertkalender mehr als 15.000 Veranstaltungen aller Genres und Größenordnungen aus. In keiner anderen Stadt haben so viele Komponisten gewirkt – Mozart, Mahler, Haydn, Beethoven und der Walzerkönig Johann „Schani“ Strauss. Die Wiener Philharmoniker und die Wiener Sängerknaben geben den Ton an der Weltspitze an, die Staatsoper und der Goldene Musikvereinssaal zählen zu den weltbesten Aufführungsstätten. Tradition, die nachhält – schließlich ist heute der elektronische Sound hiesiger Musiker und Top-DJs international gefragt.

Wien ist die Welthauptstadt der Musik: Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker begeistert jedes Jahr Millionen TV-Zuseher in über 90 Ländern. Die Wiener Sängerknaben, die einen eigenen Konzertsaal namens „MuTh“ im Augarten besitzen, feiern Erfolge auf allen Kontinenten. Und die Wiener Symphoniker machen Furore. Mit Musikverein und Konzerthaus hat die Stadt zwei Konzertsäle von internationalem Rang. Beste Bedingungen auch für einen hochkarätigen Festival-Reigen: ob Alte Musik bei Resonanzen oder Gegenwartskompositionen bei Wien Modern, ob die Wiener Festwochen, Jazz Fest Wien oder das Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker.

Die weltberühmte Wiener Staatsoper bietet an fast 300 Abenden im Jahr täglich wechselndes Programm. Das Theater an der Wien hat sich als das „andere“ Opernhaus etabliert und besticht mit Premieren von Barock bis zur Moderne. Und die Volksoper bringt Opernklassiker, spritzige Operetten und zahlreiche Musicals in deutscher Sprache zur Aufführung. Musicalfreunde unterhalten sich außerdem im Raimund Theater bei „I Am From Austria“ und im Ronacher bei „Tanz der Vampire“. Auf dem sommerlichen Rathausplatz wird allabendlich der Genuss zelebriert – mit gratis Musikfilmen sowie vielfältigem kulinarischen Angebot.

Zahlreiche Musikfestivals widmen sich eigenen Sparten, die es zu entdecken gilt: Das Akkordeon-Festival lässt über die Vielseitigkeit des Instruments staunen, der Vienna Blues Spring ist das weltweit längste Blues-Festival, die Afrika Tage Wien präsentieren Weltmusik und Wien im Rosenstolz das Wienerlied. Beim KlezMore Festival erklingt jüdische Klezmer-Musik, der Vienna Jazzfloor lädt zu hundert Konzerten in neun Wiener Clubs. Voice Mania hat sich ganz der A- Cappella-Musik verschrieben.

Solch musikalisch-kreatives Ambiente ist ein idealer Nährboden für aktuelles Musikschaffen: Clubs wie Flex, Fluc, Pratersauna und Grelle Forelle spielen den elektronischen Sound heimischer Musiker wie Ogris Debris und HVOB, die auch international für Furore sorgen. Die Musikstile sind vielfältig wie nie zuvor. Mit Bilderbuch, Wanda und Co. hat sich auch eine neue Generation an deutschsprachigem Pop etabliert.

Das Popfest bringt die neuesten Trends der heimischen Musik am Karlsplatz auf die Bühne. Beim Gürtel Nightwalk setzen aktuelle Bands aus Indie- und Electronic-Szene pulsierende Zeichen. Beim Donauinselfest, der größten Open-Air-Party Europas, geben sich alljährlich rund drei Millionen Besucher bei Musik aus allen Richtungen ein Stelldichein. Wiens Clubfestival Waves Vienna präsentiert an drei Tagen über 100 Live-Acts zwischen Alternative, Electronic und Rock.

Zahlen und Fakten „Musik“

  • Jeden Abend hören 10.000 Musikbegeisterte klassische Musik live
  • Jährlich mehr als 15.000 Konzertveranstaltungen
  • Rund 120 Bühnen (Musik & Theater)
  • Wiener Staatsoper: jährlich an 300 Abenden wechselndes Programm,Auslastung 98,83 %
  • Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker: 50 Millionen TV-Zuseher in 90 Ländern
  • Wiener Sängerknaben: älteste Boygroup der Welt (seit1498), seit 2017 UNESCO Weltkulturerbe. Jeder Bub tritt jährlich 80 Mal auf.
  • Einzige erhaltene Wiener Wohnung Mozarts im Mozarthaus Vienna
  • Keine andere Stadt war Heimat so vieler Komponisten: Mozart, Mahler, Haydn,Beethoven, Strauss, Schubert …
  • Erfolgreichstes deutschsprachiges Musical „Elisabeth” mit 11 Millionen Zusehern in elf Ländern
  • Kuriosum Wienerlied: Wien ist die einzige Stadt mit eigenem Musikgenre
  • Donauinselfest: größte Gratis-Open-Air-Party Europas (2,8 Millionen Besucher)
  • Musikfilm-Festival am Rathausplatz: Europas größtes Kultur- und Kulinarik-Festival mit jährlich 920.000 Besuchern
  • ImPulsTanz: Europas größtes Festival für zeitgenössischen Tanz
  • Jährlich 2.000 Stunden Tanzvergnügen auf 450 Bällen in der Wiener Ballsaison
  • Rund 700 Bars, Tanzlokale, Diskotheken
  • Life Ball: Europas größter und schrillster Aids-Charity-Event mit internationalen Stars

Kaiserliches Wien – zeitlose Pracht

Ein Spaziergang durch Wien ist wie eine Zeitreise in die imperiale Vergangenheit – kein Wunder, dass die historische Innenstadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde. In Wien gibt es über 27 Schlösser und mehr als 163 Palais, an jeder Ecke können Sie wertvolle Kulturgüter entdecken oder in einem Kaffeehaus von der guten alten Kaiserzeit träumen. Haben Sie Lust auf edles Shopping? Dann suchen Sie doch einen der K. & K. Hoflieferanten auf!

Ob zu Fuß, mit der Straßenbahn oder aber – ganz traditionell – kutschiert von einem Fiaker: Ein Rundgang über die Wiener Ringstraße ist Sightseeing der besonderen Art, denn der Prachtboulevard ist von zahlreichen Parks und Bauwerken gesäumt. Wenn Wiener in die „Burg“ gehen, dann meinen sie das Burgtheater, die eigentliche Burg liegt nebenan. Über 600 Jahre lang befand sich in der Hofburg die Residenz der Habsburger-Kaiser, heute beherbergt der Prachtbau neben bedeutenden Museen auch wichtige Repräsentationsräume. Es wäre aber nicht Wien, stünden nicht die Fiaker gleich vor den Bürotüren des Bundespräsidenten, fände man in der Nationalbibliothek nicht nur aktuelle Werke, sondern auch einen der schönsten Barocksäle der Welt. In der Burgkapelle singen sonntags die Sängerknaben, und in der Hofreitschule zeigen die Lipizzaner ihr Können. Die Reitkünste der Spanischen Hofreitschule sind seit Dezember 2015 übrigens immaterielles UNESCO Kulturerbe der Menschheit Das Sisi Museum gewährt Ihnen Einblicke in das Privatleben der wohl berühmtesten Monarchin. Nur ein paar Tram-Stationen weiter liegt auf einer kleinen Anhöhe die Sommerresidenz von Prinz Eugen, das Schloss Belvedere. Es bewahrt die weltweit größte Sammlung von Klimt-Gemälden auf, darunter auch der berühmte „Kuss“.

 

Imperialen Kunstgenuss verspricht auch ein Besuch in Wiens bekanntestem Schloss. In Schönbrunn standen der Kaiserfamilie 1.441 Räume zur Verfügung – viele davon können Sie auch heute noch bewundern. Im Schlosspark warten architektonische Gustostückerl wie das Palmenhaus oder auch der Tiergarten, der bereits vier Mal zum besten Zoo Europas gekürt wurde. Kein Wunder, in den Löwenkäfigen von damals stehen heute die Besucher, während die Tiere in modernen Gehegen leben – mit Geschick und „Wiener Schmäh“ blieb die barocke Bausubstanz erhalten. Erbaut wurde der älteste Zoo der Welt, der besonders erfolgreich in der Nachzucht von Elefanten und Pandabären ist, 1752 von Maria Theresias Mann, Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen. Die beiden waren einander so verbunden, dass sie sogar noch heute die letzte Ruhestätte teilen. Der beeindruckende Doppelsarg der beiden befindet sich in der Grabstätte der Habsburger, der Kapuzinergruft.

Religiöser – aber auch heimlicher geographischer – Mittelpunkt Wiens ist der Stephansdom. Wenn zu Silvester die große Glocke, die Pummerin, schlägt, wird das sogar im Fernsehen übertragen. Gefeiert wird auch in der Ballsaison, dann heißt es im Redoutensaal der Hofburg oder in einem der vielen Palais: „Alles Walzer!“ Auch im Alltag lassen die Wiener die gute alte Zeit hochleben – mit einem herzhaften Biss in eine Kaisersemmel, oder wenn sie einen mit Puderzucker bestreuten Kaiserschmarrn genießen.

Zahlen und Fakten „Imperial“

  • 27 Schlösser
  • 2 ehemals kaiserliche Schlösser (Schönbrunn und Hofburg)
  • 1.441 Räume in Schloss Schönbrunn
  • 163 Palais
  • Tiergarten Schönbrunn: ältester noch bestehender Zoo der Welt (seit 1752)
  • Die Wiener Ringstraße ist 5,3 km lang
  • Kaisergruft: Grabstätte für 149 Habsburger (inkl. 12 Kaiser, 19 Kaiserinnen und Königinnen)
  • 280 imperiale Parks und Gärten
  • Spanische Hofreitschule: als einzige Institution der Welt Pflege der klassischen Reitkunst in der Renaissancetradition der „Hohen Schule“ seit 450 Jahren. Im Dezember 2015 wurden die Reitkünste der Spanischen Hofreitschule zum immateriellen UNESCO Kulturerbe der Menschheit erhoben.

Muse, Kuss & Avantgarde

Die weltgrößte Bruegel-Sammlung und den schönsten Kuss, nämlich jenen, den das Jugendstil- Genie Gustav Klimt in seinem weltberühmten Gemälde verewigt hat – das sehen Sie nur in Wien. Ebenfalls nur in der Kulturmetropole Wien zu erleben: das dichte Nebeneinander unterschiedlichster Stilrichtungen und Epochen. Barocke Üppigkeit und coole Avantgarde harmonieren in kreativer Spannung. Eine junge Kunstszene gedeiht in alten Prunkräumen und beeindruckt ebenso wie die alten Meister in den modernen Museen.

Die Albertina, ein ehrwürdiges Palais, beherbergt eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt. Hier finden „große“ Ausstellungen statt, und auch die hauseigene Sammlung ist spektakulär, zeigt sie doch mit Namen wie Matisse, Renoir und Miro auf. Ganz den alten Meistern verbunden präsentiert sich das Kunsthistorische Museum Wien an der Ringstraße. Kunstschätze aus allen bedeutenden Epochen werden hier zur Schau gestellt, allen voran die Meisterwerke aus Renaissance und Barock: Rubens, Tizian, Rembrandt, Raffael sowie die weltweit größte Bruegel- Sammlung. So mancher Reisende nennt als Grund für einen neuerlichen Wienbesuch: noch einmal Gast bei Bruegels Bauernhochzeit zu sein. Die Kunstkammer zählt zu den bedeutendsten der Welt: Mehr als 2.100 Objekte, die von den Habsburgern über Jahrhunderte gesammelt wurde, sind hier zu sehen.

Im malerischen Schloss Belvedere befindet sich die weltgrößte Sammlung von Klimt- Gemälden, darunter auch der berühmte „Kuss“. Am Karlsplatz leuchtet Ihnen das Ausstellungshaus von Klimts Künstlergruppe, die Secession entgegen.

Namhafte Künstler des 20. Jahrhunderts sind mit ihren Werken im MuseumsQuartier vertreten. Einst vom Barock-Architekten Fischer von Erlach erbaut, haben sich die ehemaligen Hofstallungen heute als selbständiges Stadtviertel etabliert. Neben dem Leopold Museum – die Schiele-Sammlung hat Weltruf – erfüllen das Museum Moderner Kunst (mumok), die Kunsthalle Wien, das Architekturzentrum, das Designforum, Shops, Cafés, und Restaurants den Platz mit Leben. Das Belvedere 21 nahe dem Oberen Belvedere, 1958 für die Weltausstellung gebaut, wurde renoviert und zeigt österreichische Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Zahlreiche Galerien, vor allem im 1. und 4. Bezirk, bieten ebenfalls Zeitgenössisches an und punkten mit kleinen, aber feinen Ausstellungen in ihren Räumlichkeiten. Und eine historische Brotfabrik im 10. Bezirk ist mittlerweile Heimat von mehr als zehn zeitgenössischen Kunstinstitutionen, darunter die Galerie OstLicht, die sich gemeinsam mit dem WestLicht ganz der Fotografie verschrieben hat.

Fotokunst gibt es auch im Kunst Haus Wien zu bewundern, das vom berühmten Wiener Künstler Friedensreich Hundertwasser – gemeinsam mit dem nahe gelegenen Hundertwasserhaus – in seinem ganz eigenen Stil gestaltet wurde.

Junge Künstler machen auch jedes Jahr im Herbst auf den Kunstmessen viennacontemporary und Parallel Vienna sowie im November bei der Vienna Art Week von sich reden, und heimische Kreative zeigen ihr Schaffen bei der „Vienna Design Week“. Stars der österreichischen und internationalen Kunstszene sind auch immer wieder im mumok und im MAK, dem Museum für angewandte Kunst/Gegenwartskunst präsent.

Nach dem Museumsbesuch empfiehlt sich übrigens eine Rast in einem traditionellen Kaffeehaus. Nehmen Sie Platz – mit ein wenig Glück auf einem Thonet-Sessel –, und lassen Sie sich verwöhnen. Auch das gehört in Wien zur Kultur.

„Kunst“ in Zahlen und Fakten

  • Wien hat mehr als 100 Museen
  • Weltgrößte Sammlung an Gemälden von Gustav Klimt im Oberen Belvedere: 24 Gemälde (inkl.„Der Kuss“)
  • Weltgrößte Sammlung an Zeichnungen von Gustav Klimt im Wien Museum: 400 Zeichnungen (nicht permanent zu sehen)
  • Weltgrößte Egon-Schiele-Sammlung im Leopold Museum: 42 Gemälde und 187 Original- Grafiken (Zeichnungen und farbige Blätter) und Autografen (Briefe u. ä.)
  • Kunsthistorisches Museum Wien:
    – 15 Gemälde von Pieter Bruegel des Älteren – weltgrößte Sammlung
    – weltgrößte Sammlung flämischer Malerei: 800 Gemälde
    – eine der größten Sammlungen venezianischer Malerei der Welt (mit Bildern aus allen Schaffensperioden Tizians): 400 Gemälde
    – größte und bedeutendste Kunstkammer der Welt: 2.200 Objekte
  • Das Kunsthistorische Museum Wien wurde 2017 vom Condé Nast Traveler zu den 15 schönsten Museen der Welt gewählt.
  • Albertina: eine der größten grafischen Sammlungen der Welt – rund 900.000 Druckgrafiken und etwa 50.000 Zeichnungen und Aquarelle (inkl. Albrecht Dürers „Feldhase“, der allerdings nicht permanent zu sehen ist)
  • MuseumsQuartier: eines der größten Kulturareale der Welt (87.800 m2 Gesamtfläche)
  • Rund 110 Galerien zeitgenössischer Kunst in Wien
  • Die Sammlung des mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien umfasst rund 10.000 Werke. Es ist damit das größte Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Mitteleuropa, das auch die weltweit größte Museumssammlung zum Wiener Aktionismus besitzt.

Wien blüht im Frühling

Frühlingshaftes Grün zu genießen – das ist in Wien leicht, sind doch mehr als die Hälfte des Stadtgebietes Grünflächen. 280 imperiale Parks gehören ebenso dazu wie die großen Erholungsgebiete in der Stadt und rundum. Und auch sonst bietet Wien im Frühling und Frühsommer jede Menge Open-Air-Genuss – vom “Schanigarten” vor dem Café bis zum Opernerlebnis unter freiem Himmel.

So vielfältig sind Frühling und Frühsommer in Wien: Bis Anfang April sorgen die Ostermärkte für Flair – sei es auf der Freyung oder auf dem Platz Am Hof in der Altstadt. Im Volksgarten an der Ringstraße duften 400 verschiedene Rosensorten, im Burggarten nebenan sonnt man sich in der Wiese, und in den Parks der Schlösser Schönbrunn und Belvedere spaziert man durch barocke Gartenpracht. Der riesige Wienerwald am Stadtrand sowie der Prater, ein sechs Millionen Quadratmeter großes Wald- und Augebiet in der Stadt, laden zu ausgedehnten Spaziergängen und allerlei sportlichen Aktivitäten ein. Ebenso die Donauinsel mit ihren vielfältigen Stränden. Hier steigt alljährlich im Juni mit dem Donauinselfest Europas größte Gratis-Open-Air-Party.

Auch auf den Wiener Märkten genießt man Sonne. Am exotischen Naschmarkt wie am multikulturellen Brunnenmarkt, am kleinen Karmelitermarkt und am lebendigen Rochusmarkt bieten die Stände frische Delikatessen. Und in den Straßencafés und -restaurants rundum herrscht buntes Treiben. Mitte Mai präsentiert das Genussfestival im Stadtpark ausgesuchte kulinarische Spezialitäten aus Österreich, Ende Mai bietet das Wienissimo-Festival für Freunde des guten Essens und Trinkens zahlreiche Veranstaltungen in der ganzen Stadt, und im Juni lädt die internationale Weinmesse VieVienum Weinkenner zur Verkostung in die Hofburg ein.

Der Vienna City Marathon im April ist für Zuschauer wie für Läufer gleichermaßen attraktiv, säumen doch die eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten seine Strecke. Wiens imperiale Pracht lässt sich auch hervorragend per Fahrrad besuchen – etwa mit einem der Citybikes, die man an über 120 Stationen leihen kann. Und rund 1.350 km Radwege laden ein, die Stadt aus neuen Perspektiven zu “erfahren”. Sogar ein Teil des Wiener Kulturlebens verlagert sich im Frühling ins Freie. So überträgt die Staatsoper ab April ausgesuchte Aufführungen live auf den Platz vor dem Haus. Die Wiener Philharmoniker geben Ende Mai im Schönbrunner Schlosspark ein Gratis-Open- Air-Konzert.

 

Erstklassige Spielstätten wie das Wiener Konzerthaus und der Musikverein beeindrucken mit ihrem Programm Musikliebhaber. Das MuseumsQuartier präsentiert im April bei „Electric Spring“ angesagte Künstler der österreichischen Elektronik-Musikszene. Aufregende Bühnenevents dominieren die Wiener Festwochen im Mai und Juni. Musical-Fans finden sich in der Volksoper zu Musical-Hits wie The Sound of Music, Der Zauberer von Oz oder Carousel ein. Anfang Juli gastieren Weltstars beim Jazz Fest Wien.

Im Frühsommer zeigt die Wiener Ballszene noch einmal kräftig auf: Im Juni feiert der Life Ball, eines der größten AIDS-Charity-Events weltweit, sein 25-Jahr-Jubiläum. Und die Spanische Hofreitschule in der Hofburg wird bei der „Fête Impériale“ für eine Nacht zum Ballsaal. Schwule und Lesben demonstrieren bei der Regenbogenparade auf der Wiener Ringstraße für Gleichstellung und gegen Diskriminierung.

 

Herausragende Wiener Museen, darunter das Leopold Museum, das MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, das Jüdische Museum Wien sowie das Ernst Fuchs Museum widmen sich dem Jahresthema “Wiener Moderne 2018: Schönheit und Abgrund” und den 1918 verstorbenen Künstlern Klimt, Schiele, Wagner und Moser. Daneben lockt etwa das Belvedere 21 zur Günter Brus-Schau “Die Unruhe nach dem Sturm” (bis Mitte August). Ab Mitte Mai setzt dann das MAK zum 300-Jahr-Jubiläum der Porzellanmanufaktur Augarten einen Schwerpunkt. Und ab Juni ist die Eremitage aus St. Petersburg zur Gast im Kunsthistorischen Museum Wien.

Mehr als 50 Kilometer Strand in allen Facetten sorgen in Wien für Summer-Feeling. Sommerbäder und Donauinsel-Ufer gehören ebenso dazu wie urbane Strände in der Altstadt. Chillout-Areale laden allerorten zum Abhängen und angesagte Clubs zum Abtanzen ein. Ein Abend im Open-Air-Kino gehört ebenso zur sommerlichen Wiener Lebensart wie Stippvisiten bei allen möglichen Open-Air-Events.

21 Kilometer Sand-, Wiesen- und Kiesstrände, dazu Spiel- und Grillplätze sowie Restaurants, Cafés und Bars machen die Sommertage auf der Donauinsel zum Erlebnis. Hier findet Ende Juli / Anfang August das “Vienna Major” Beach Volleyball-Turnier (im Rahmen der gleichnamigen internationalen Serie) statt. Das aufregende Nebeneinander von Restaurant-Terrassen, nostalgischen Strandbädern und Bootsverleihen bestimmt den Reiz der Alten Donau. Und an den urbanen Stränden der Altstadt am Donaukanal servieren Strandbar Herrmann, Badeschiff, Adria Wien und Tel Aviv Beach coole Drinks. Das Motto am Fluss, Café und Restaurant bei der Anlegestelle des Twin City Liners, bietet beste Aussicht auf das bunte Donaukanal-Treiben.

Das MuseumsQuartier, Kunstareal mit bedeutenden Ausstellungshäusern wie dem Leopold Museum und dem Museum Moderner Kunst, lädt beim “Sommer im MQ” einmal mehr zu jeder Menge Kultur in seine weitläufigen Höfe ein. Zudem bieten die Cafés, Restaurants und Bars und die MQ Möbel, die futuristischen Liegen auf den Plätzen im Areal, beste Gelegenheit zum Chillen. Wenn im September die MQ Vienna Fashion Week über den Laufsteg geht, geben sich Mode-Fans ein Stelldichein.

Mit der Summer Stage und dem Uni-Campus im Alten AKH verfügt Wien über eine Reihe weiterer feiner Plätze, wo man unter freiem Himmel bestens abhängen kann. Bevor man aufbricht, um Open-Air-Clubs wie Pratersauna und Volksgarten Pavillon zu frequentieren oder einer der angesagten Rooftop-Bars mit Blick auf Wien einen Besuch abzustatten. Und dass allerorten Schanigärten vor Cafés und Restaurants zum Sitzen und Schauen einladen, ist sowieso eine Wienerische Selbstverständlichkeit.

Das Musikfilm-Festival am Rathausplatz präsentiert von Ende Juni bis Anfang September Verfilmungen herausragender Opern und Konzerte von Klassik über Jazz bis Pop, begleitet von kulinarischen Grüßen aus aller Welt an Gastronomieständen. Noch mehr Open-Air-Kino finden Cineasten am Augartenspitz, in der Arena sowie auf dem Dach der Hauptbücherei am Gürtel.

Bei ImPulsTanz, Europas größtem zeitgenössischem Tanzfestival, trifft sich von Mitte Juli bis Mitte August die internationale Tanzelite zu spektakulären Aufführungen. Das Workshop-Programm für jedermann ist ein Renner. Das Jazz Fest Wien versammelt internationale Stars und die hiesige Pop-Szene feiert beim Popfest Wien auf dem Karlsplatz den Sommer. Beim Gürtel Nightwalk Ende August erlebt man in den Gürtel-Lokalen einen Live-Querschnitt durch aktuelle Wiener Sounds. Das Clubfestival Waves Vienna bringt Ende September eine geballte Ladung internationaler Acts von Alternative über Singer-Songwriter bis Elektronik und Clubmusik nach Wien.

Auch im Sommer wartet Wien mit spannenden Ausstellungen auf: Das Leopold Museum und zahlreiche weitere Wiener Top-Museen widmen sich dem Jahresthema “Wiener Moderne 2018: Schönheit und Abgrund”. Im Zentrum stehen dabei Leben und Werk der 1918 verstorbenen Künstler Klimt, Schiele, Wagner und Moser. Ab September bietet die Albertina einen Querschnitt durch das Schaffen von Claude Monet. Und im Kunsthistorischen Museum Wien kuratiert Star-Regisseur Wes Anderson eine Schau.

Highlights für Freunde aktueller Gegenwartskunst bieten im September das Galerienfestival “curated by”, die internationale Kunstmesse “viennacontemporary” sowie die Verkaufsausstellung für provokante Kunst und Installationen “Parallel Vienna“.

Wien bezaubert im Herbst

Von Spaziergängen und Wanderungen im herbstlichen Wienerwald über Heurigenbesuche und Musikevents bis zur zauberhaften Lichterwelt beim Wiener Weihnachtstraum auf dem Rathausplatz – so vielfältig präsentiert sich die Donaumetropole im Herbst und Frühwinter. Ausstellungen, Festivals und Adventmärkte tun das ihre, um Genießer in Wien zu begeistern.

Im September und Oktober hat der Wiener Wein Hochsaison. Die Lese ist vorüber, und der “Junge Wiener” des aktuellen Jahrgangs wird in den einfachen Buschenschenken der Weinhauerorte am Stadtrand ebenso ausgeschenkt wie der “Wiener Gemischte Satz”. Bei dieser Spezialität, die 2013 sogar das DAC-Gütesiegel bekommen hat, werden die Trauben von mindestens drei Weißweinsorten gemeinsam ausgepflanzt und gekeltert. Zu den köstlichen Tropfen holt man sich beim Heurigen üblicherweise deftige Hausmannskost vom Buffet. Ebenfalls deftig ist die Kost beim Wiener Wiesn-Fest, das gleich neben dem Riesenrad über die Bühne geht – mit Bierzelt und launiger Tanzmusik.

Das Farbkonzept Claude Monets steht im Mittelpunkt der großen Herbst-Ausstellung der Albertina (ab September). Das Kunsthistorische Museum Wien zeigt ab Anfang Oktober eine umfassende Schau zum 450. Todestag von Pieter Bruegel dem Älteren. Und zahlreiche Wiener Top-Museen, darunter die Orangerie im Unteren Belvedere, das MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, das Bulgarische Kulturinstitut “Haus Wittgenstein”, das Bank Austria Kunstforum Wien sowie das Theatermuseum widmen sich dem Jahresthema “Wien 2018: Schönheit und Abgrund” und den 1918 verstorbenen Künstlern Klimt, Schiele, Wagner und Moser.

Die Vienna Art Week Mitte November macht mit Ausstellungen und Vorträgen Wien zum Mekka für Kunstfans. Die heimische Kreativ-Szene präsentiert sich bei der Vienna Design Week und der Designmesse Blickfang (Ende Oktober).

Überhaupt ist der Herbst in Wien reich an Festivals: Zeitgenössische Klassik in all ihren anspruchsvollen Facetten bringt “Wien Modern” zu Gehör. Das Vienna Jazzfloor Festival erklärt den November zum “Month of Jazz & Blues”, während Voice Mania herausragende Vokalakrobatik bietet. Kurz vor Weihnachten lässt das Klassikkonzert “Christmas in Vienna” romantische Stimmung aufkommen. Musicalfans pilgern ab November in die Stadthalle zum Disney-Hit “Die Schöne und das Biest”. Und im MuseumsQuartier kommt “Heidi – Das Musical” auf die Bühne (im Oktober, Halle E). Und Ende Oktober/Anfang November bekommt Wiens Filmfestival Viennale von Cineasten aus aller Welt regen Zuspruch.

Wen es an sonnigen Herbsttagen ins Freie zieht, der findet bei einem Spaziergang im Lainzer Tiergarten oder auf einem der Stadtwanderwege im Wienerwald am Stadtrand viele aussichtsreiche Plätze. Ab November sorgen beim Wiener Weihnachtstraum auf dem Rathausplatz eine Eislauffläche und Lichtinstallationen im angrenzenden Park für Stimmung. Zigtausende Lichter verleihen als Weihnachtsdekoration Wiens Altstadt- und Einkaufsstraßen anheimelndes Flair. Romantik und Genuss verbindet sich auf den Adventmärkten. Der größte davon ist der traditionelle Christkindlmarkt beim Weihnachtstraum. Vor imperialer Kulisse bezaubern die Weihnachtsmärkte vor Schloss Schönbrunn und Kunsthistorischem Museum, während jener auf dem Spittelberg seinen Reiz aus dem Ambiente des alten Biedermeierviertels bezieht.

Wien tanzt und feiert im Winter

Mehr als 2.000 Stunden Ballvergnügen bietet Wien bei seinen 450 Bällen im Jänner und Februar. Die Cafés laden zum Kaffeehauskonzert, die Konditoreien und Lokale zu den Genüssen der Wiener Küche ein. Und zum Drüberstreuen gibt’s noch Ausstellungen, Festivals und Schlittschuherlebnisse.

In den ersten Wochen des Jahres dominiert in Wien der Dreivierteltakt. Das beginnt mit dem Jahreswechsel, der hier mit dem Silvester-Pfad durch die Altstadt gefeiert wird. Da werden an Ständen Sekt und Snacks und auf Bühnen kolossale Live-Acts serviert. Und auf den Altstadtplätzen wird Walzer getanzt – zum Beispiel auf dem zentralen Stephansplatz, wenn Schlag Mitternacht die Pummerin, die große Glocke im Stephansdom, das neue Jahr einläutet.

Beim Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker setzt sich der Walzertraum fort. Das stets restlos ausverkaufte Konzert im Goldenen Musikvereinssaal wird in alle Welt übertragen. 2018 stand Riccardo Muti am Pult – in den vergangenen Jahren waren es die Spitzendirigenten wie Gustavo Dudamel, Mariss Jansons, Georges Prêtre und Zubin Mehta. Ein regelrechtes Walzer- Eldorado bieten dann die 450 Bälle der Ballsaison im Jänner und Februar. Den eleganten Auftakt macht der Hofburg Silvesterball, Höhepunkt ist der berühmte Opernball Anfang Februar. Auch der Philharmonikerball, der Kaffeesiederball und der Johann-Strauss-Ball sind weitere Highlights des Ballvergnügens. Wer es weniger klassisch mag, feiert in angesagten Clubs wie Flex, Grelle Forelle, Pratersauna oder Volkgarten Disco.

Ist der Herbst in Wien “die” Heurigen-Saison, so ist der Spätwinter die ideale Zeit fürs Kaffeehaus. Nicht nur, dass man in diesen Oasen der Gemütlichkeit manche Shopping-Tour durch die Einkaufsstraßen behaglich ausklingen lässt. Genießer haben das Café längst als attraktiven Frühstücksort entdeckt – oder schätzen die Kombination von köstlichen Mehlspeisen und beschwingter Musik im Konzert-Café. Noch üppiger ist übrigens die Auswahl an delikater Patisserie in den Konditoreien der Stadt. Immerhin gehört die reiche Mehlspeisen-Palette ebenso zur Wiener Küche wie ihre Wahrzeichen Schnitzel und Kaiserschmarren.

Nach dem Dessert geht’s ins Museum – zu einer der zahlreichen Ausstellungen, die sich gemäß dem Jahresthema “Wiener Moderne 2018: Schönheit und Abgrund” dem Schaffen von vier großen Persönlichkeiten der österreichischen Kulturgeschichte widmen, die alle 1918 starben: den Malern Gustav Klimt und Egon Schiele, dem Architekten Otto Wagner und dem Universalkünstler Koloman Moser. Herausragende Wiener Museen, darunter das Leopold Museum, das Untere Belvedere, das Wien Museum, das Kunsthistorische Museum Wien, das Arnold Schönberg Center, das Hofmobiliendepot, das Literaturmuseum, die Österreichische Friedrich und Lillian Kiesler Privatstiftung sowie das Haus der Musik zeichnen dabei ein lebendiges Bild des Wien um 1900. Im Bank Austria Kunstforum sind darüber hinaus Arbeiten des amerikanischen Fotografen Man Ray zu sehen (Februar bis Juni). Und im Augarten Porzellanmuseum feiert man 300 Jahre Porzellanmanufaktur mit einer Ausstellung (ab Mitte März).

Der Eistraum (Jänner bis Anfang März) verwandelt den Rathausplatz in einen 8.000 m2 großen Eislaufplatz, der sportliche Schwünge zu bekannten Musik-Hits ebenso ermöglicht wie gemütliche Spazierfahrten auf den Eisbahnen im angrenzenden Park. Danach könnte mancher Abend in gediegener Club-Atmosphäre ausklingen – zum Beispiel bei chilligem Live-Jazz in der Albertina Passage.

Wien 2018: Schönheit und Abgrund

Klimt – Schiele – Wagner – Moser

1918 starben vier große Persönlichkeiten der österreichischen Kulturgeschichte: die Maler Gustav Klimt und Egon Schiele, der Architekt Otto Wagner und der Universalkünstler Koloman Moser. 2018 wird das Schaffen dieser und vieler anderer Protagonisten der Wiener Moderne in Wien um 1900 gefeiert.

Die Zeit um 1900 war eine der spannendsten in Wien. Die österreichisch-ungarische Doppelmonarchie schwankte zwischen Schönheit und Abgrund. Zahlreiche Neuerungen in Kunst, Literatur, Architektur, Musik, Psychologie, Philosophie, Wissenschaft und Gesellschaft prägten die „Wiener Moderne“. Künstler waren die Wegbereiter. Sie brachen die verkrustete Habsburger- Monarchie auf und verarbeiteten das Scheitern der liberalen Politik nach dem großen Börsenkrach von 1873 in ihren Werken. Revolutionäres in allen Disziplinen entstand. Bis die Grausamkeiten des Ersten Weltkrieges über den Globus fegten – eine erste Zäsur. Die zweite folgte mit dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland 1938.

Klimt, Schiele, Wagner und Moser waren vier wichtige Vertreter dieser Kunst- und Kulturepoche. Die Werke von Klimt und Schiele waren bahnbrechend und erreichen heute Spitzenpreise auf der ganzen Welt. Das Belvedere und das Leopold Museum besitzen die weltweit größten Sammlungen der beiden Maler (darunter Klimts „Kuss“ und Schieles „Wally Neuzil“). Wagners Bauten – allen voran die Postsparkasse – waren nicht nur schön anzusehen, sondern auch wegweisend. Und sie funktionieren heute noch, wie man an den vielen Stadtbahnstationen (heute U4 und U6) sieht. Moser war der erste Grafikdesigner. Als noch niemand den Begriff „Logo“ kannte, hatte er schon eines entwickelt. Die von ihm mitbegründete Wiener Werkstätte revolutionierte ab 1903 das Design.

Doch noch viele weitere Geistesgrößen der vorvergangenen Jahrhundertwende waren von großer Bedeutung und werden 2018 gewürdigt. Denn was wäre Wien ohne Sigmund Freuds Psychoanalyse? Oder ohne Arnold Schönbergs Zwölftonmusik? Josef Hoffmann und Adolf Loos hinterließen Spuren in Wiens Architektur. Berta Zuckerkandl lud Politiker und Intellektuelle in ihren Salon. Und Gustav Mahler entstaubte die altehrwürdige Hofoper.

Zahlreiche Museen werden deshalb 2018 nicht nur die vier Herren, die 1918 starben, in den Mittelpunkt stellen, sondern auch weitere Persönlichkeiten. Mit dabei sind Belvedere, MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst/Gegenwartskunst, Wien Museum, Leopold Museum, Kunsthistorisches Museum Wien, Literaturmuseum, Hofmobiliendepot, Jüdisches Museum Wien, Arnold Schönberg Center, Ernst Fuchs Museum, das Wittgenstein Haus, die Österreichische Friedrich und Lillian Kiesler Privatstiftung, das Bank Austria Kunstforum Wien, das Theatermuseum, das Haus der Musik sowie die Klimt Villa. Darüber hinaus begeben sich viele geprüfte Fremdenführer auf die Spuren der Wiener Moderne.

Und die finden sich in Wien noch zahlreich, vor allem in der Architektur. Otto Wagners wunderbare Kirche am Steinhof, seine Häuser an der Linken Wienzeile und die nahe gelegene Secession von Joseph Maria Olbrich sind Meisterwerke der Moderne; Adolf Loos‘ Haus am Michaelerplatz und Josef Hoffmanns Villen am Stadtrand Paradebeispiele moderner Architektur.

Auch die 1932 geschlossene Wiener Werkstätte ist noch in Wien präsent: Viele von den Künstlern von damals entworfenen Produkte werden noch hergestellt: Exklusive Leuchten nach Originalentwürfen fertigt Woka Lamps Vienna. Der Wiener Glas- und Beleuchtungshersteller Lobmeyr hat Klassiker wie die Trinkglas-Serie „B“ von Josef Hoffmann im Programm. Die Porzellanmanufaktur Augarten realisiert ebenfalls nach wie vor seine Entwürfe, darunter das berühmte Melonenservice. Und die Wiener Silber Manufactur bietet T afelbesteck und Schalen nach Designs von Hoffmann und Geschirr von Otto Prutscher an.

Ausstellungen 2018

BELVEDERE

Klimt ist nicht das Ende. Aufbruch in Mitteleuropa“, 22.3.-26.8.2018, Unteres Belvedere „Egon Schiele – Wege einer Sammlung”, 19.10.2018-17.2.2019, Orangerie

LEOPOLD MUSEUM

„Wien um 1900! Klimt – Moser – Gerstl – Kokoschka“, 18.1.-10.6.2018 „Egon Schiele. Die Jubiläumsschau“, 23.2.-4.11.2018
„Schiele – Brus – Palme“, 3.3.-11.6.2018
„Gustav Klimt“, 22.6.-4.11.2018

„Moriz Nähr. Fotografie und Wiener Moderne“, 24.8.-29.10.2018

MAK – ÖSTERREICHISCHES MUSEUM FÜR ANGEWANDTE KUNST/GEGENWARTSKUNST

„Post Otto Wagner – Von der Postsparkasse zur Postmoderne“, 30.5.-30.9.2018 „Koloman Moser”, 19.12.2018-22.4.2019

WIEN MUSEUM

„Otto Wagner”, 15.3.-7.10.2018

KUNSTHISTORISCHES MUSEUM WIEN

„Stairway to Klimt“ (Klimt-Brücke im Stiegenhaus des KHM) + Nuda Veritas in der Antikensammlung, 13.2.-2.9.2018

LITERATURMUSEUM DER ÖSTERREICHISCHEN NATIONALBIBLIOTHEK

„Berg, Wittgenstein, Zuckerkandl. Zentralfiguren der Wiener Moderne”, 22.3.2018-17.2.2019

HOFMOBILIENDEPOT – MÖBEL MUSEUM WIEN

„Wagner, Loos, Hoffmann. Möbeldesign der Wiener Moderne. Künstler, Auftraggeber, Produzenten”, 21.3.-7.10.2018

JÜDISCHES MUSEUM WIEN

„The place to be. Salons als Orte der Emanzipation”, 30.5.-14.10.2018

ARNOLD SCHÖNBERG CENTER

„Arnold Schönberg & Jung-Wien”, 14.3.-29.6.2018

ERNST FUCHS MUSEUM IN DER OTTO WAGNER VILLA

„Die Salonkultur des alten Wien – Glanzvolle Bühne einer Gesellschaft”, Juni bis September 2018

BULGARISCHES KULTURINSTITUT HAUS WITTGENSTEIN

„Ludwig Wittgenstein: Die Tractatus Odyssee” (100 Jahre Tractatus logico-philosophicus), 15.10.-30.11.2018

ÖSTERREICHISCHE FRIEDRICH UND LILLIAN KIESLER PRIVATSTIFTUNG

„Wien 1924. Stationen der Avantgarde“, 14.3.-1.6.2018

HAUS DER MUSIK. DAS KLANGMUSEUM

„Wiener Moderne. Ein neues musikalisches Zeitalter“, 22.2.-7.10.2018

BANK AUSTRIA KUNSTFORUM WIEN

„Vom Fremden zum Neuen – Faszination Japan. Fernöstliche Ästhetik und die Dämmerung der Moderne in Europa“, 10.10.2018-20.1.2019

THEATERMUSEUM

„Anwendungen. Koloman Moser und die Bühne“, 18.10.2018-22.4.2019

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