Schladming-Dachstein: Dachstein, Ramsau und Riesachfälle nachhaltig erleben – mit Bahn und Card

Schladming-Dachstein liegt im steirischen Ennstal, rund um die Schladminger Tauern und das Dachsteinmassiv. Die Region ist eine der großen Sommer- und Winterdestinationen Österreichs: 1.500 Kilometer Wanderwege, 300 Bergseen, ein Gletscher auf 2.700 Metern und ein Skigebiet mit 123 Pistenkilometern. Ob das auch nachhaltig geht? Ein Stück weit ja, mit einigen Einschränkungen, die wir dir weiter unten ehrlich benennen. Die Angaben stammen aus offiziellen Quellen wie dem Tourismusverband Schladming-Dachstein, dem Land Steiermark, dem Naturpark Sölktäler und dem Verband der Bio-Hotels. Wo wir nichts Belegtes gefunden haben, sagen wir das offen. So kannst du Schritt für Schritt planen, was zu deinem Urlaub passt: Anreise, Unterkunft, Aktivitäten und die beste Zeit für deinen Besuch.

Berglandschaft bei Schladming in den Schladminger Tauern, Steiermark
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Beiträge aus der Region Schladming – Dachstein

Beste Reisezeit in Schladming – Dachstein

Die Sommersaison orientiert sich an der Schladming-Dachstein Card: Für 2026 nennt der Tourismusverband den 14. Mai bis 1. November; Konditionen für 2027 fanden wir bei der Recherche noch nicht. Wander- und Almsaison laufen im Sommer und Frühherbst am besten, im Frühjahr und Spätherbst liegt auf hohen Routen oft noch oder schon wieder Schnee. Informiere dich vor einer Tour bei den Bergbahnen und der Tourismusinformation über Öffnungszeiten, denn zwischen den Saisonen haben viele Bahnen und Hütten geschlossen.

Im Winter übernimmt Ski amadé. Die Schladminger 4-Berge-Skischaukel verbindet Planai, Hochwurzen, Hauser Kaibling und Reiteralm mit einem gemeinsamen Skipass. Die Betriebszeiten legen die Bergbahnen jedes Jahr neu fest; sie hängen von der Schneelage ab. Ein Fixpunkt im Kalender ist der Nightrace, das Nachtslalom-Weltcuprennen auf der Planai: 2027 steht er für 26. und 27. Jänner im Programm. In dieser Woche sind Unterkünfte knapp und Anreise und Parkplätze überlastet. Wenn du Ruhe suchst, meidest du diese Tage.

Wer den großen Andrang umgehen möchte, reist in den Schulterzeiten, also im Juni oder im September. Dann sind die Wege leerer, und du unterstützt eine Region, die im Hochsommer und in der Skiwoche stark ausgelastet ist. Laut Leistungsbericht des Tourismusverbands halten sich Sommer und Winter bei den Nächtigungen mittlerweile fast die Waage, die Region ist also das ganze Jahr gut besucht.

Nachhaltige Unterkünfte in Schladming – Dachstein

Bei den Unterkünften ist die Faktenlage gut. Laut Tourismusverband tragen 17 Unterkunftsbetriebe das Österreichische Umweltzeichen (an anderer Stelle nennt er 18), 15 Unterkünfte sind zertifizierte Bio-Betriebe, und mehr als 100 Höfe bieten Urlaub am Bauernhof an. Die aktuelle Liste der Umweltzeichen-Betriebe findest du auf umweltzeichen.at; wir nennen hier bewusst nur Betriebe, deren Bio-Zertifizierung wir belegen können.

So erkennst du echte Nachhaltigkeit bei der Buchung: Achte auf das Österreichische Umweltzeichen, auf Bio-Zertifizierungen mit Kontrollnummer und auf konkrete Angaben zu Energie, Wasser und Herkunft der Lebensmittel. Wenn eine Unterkunft nur „umweltbewusst“ schreibt, aber nichts belegt, frag nach. Ein seriöser Betrieb antwortet gern und konkret.

Bio-Hotels und Bio-Pensionen

Auf biohotels.de, dem Verband der Bio-Hotels, sind in Schladming-Dachstein unter anderem diese Häuser gelistet. Die Bio-Quote der Küche unterscheidet sich: Laut Verzeichnis liegt sie bei drei Häusern bei 100 Prozent, beim Hotel Ramsauhof bei mindestens 90 und bei der Bio-Pension Aussacher bei mindestens 50 Prozent; beim Biohotel Tiefenbach fehlt die Angabe. Frag die aktuelle Quote vor der Buchung nach:

  • Naturhaus Lehnwieser in Ramsau am Dachstein
  • Bio-Hotel Herold in Ramsau am Dachstein
  • Hotel Ramsauhof in Ramsau am Dachstein – dazu findest du auch einen Beitrag auf unserer Seite
  • Ecoquartier biYou in Schladming
  • Biohotel Tiefenbach in Schladming
  • Bio-Pension Aussacher in Rohrmoos

Die Reihenfolge ist keine Rangliste. Wer Hotels mit Bio-Küche in den Bergen vergleichen will, findet mehr im Überblick zu Bio-Hotels in den Bergen Österreichs.

Urlaub auf dem Bio-Bauernhof

Ein Schwerpunkt liegt in Ramsau am Dachstein. Dort haben sich Bio-Betriebe zur Bioregion Ramsau zusammengeschlossen. Nach eigenen Angaben sind alle Mitglieder zu 100 Prozent bio-zertifiziert und werden regelmäßig von unabhängigen Stellen kontrolliert. Zum Netzwerk gehören unter anderem der Biobauernhof Leitenmüller, der Feichtlhof, der Frienerhof, der Grundlehnerhof und die Pension Waldhof. Wie ein Urlaub am Bio-Bauernhof abläuft, erklären wir dir in einem eigenen Ratgeber.

Camping in der Region

Campingplätze gibt es zum Beispiel in Ramsau am Dachstein (Camping Dachstein) und in Schladming (Camping Zirngast). Ehrlich gesagt haben wir bei beiden kein anerkanntes Nachhaltigkeitssiegel gefunden. Der Tourismusverband zählt zwar einen Campingplatz unter seinen Umweltzeichen-Betrieben, nennt ihn aber nicht namentlich; die aktuelle Liste findest du auf umweltzeichen.at. Frag also vor Ort nach Strom- und Wasserverbrauch, Abfalltrennung und regionaler Verpflegung. Allgemeine Tipps findest du im Beitrag zu nachhaltigem Camping in Österreich.

Anreise ohne Auto: Bahn, Bus und Rad nach Schladming-Dachstein

Mit Bahn und Bus anreisen

Die Region ist mit der Bahn gut erreichbar. Wichtige Bahnhöfe sind Schladming, Öblarn und Stainach-Irdning, dazu kommen kleinere Halte im Ennstal; die genauen Verbindungen zeigt die ÖBB-Auskunft. Von Wien brauchst du laut ÖBB knapp vier Stunden (ab 3:45 Stunden), meist mit Umstieg in Leoben. Direktzüge ab Wien nennt die ÖBB auf ihrer Regionsseite nur freitags, zurück sonntags; prüfe das für dein Datum. Aus Salzburg (ab 1:34 Stunden) und Graz fahren laut ÖBB Direktzüge im Zweistundentakt. Frag bei der Buchung, ob dein Gastgeber dich am Bahnhof abholt.

Vor Ort ist der öffentliche Verkehr im Sommer meist mit der Schladming-Dachstein Card nutzbar. Welche Linien genau enthalten sind, gibt der Tourismusverband nur allgemein an, prüfe das also für deine Route. Mehr Ideen für die autofreie Reise findest du in unserem Beitrag zu öffentlichen Verkehrsmitteln.

Die letzte Meile bleibt die Herausforderung. Von den Bahnhöfen in den Ortschaften bringen dich Busse und Abholdienste der Gastgeber weiter, aber nicht jede Alm und nicht jeder Startpunkt einer Wanderung ist ohne Auto zu erreichen. Plane deshalb Touren so, dass du vom Ort aus starten kannst, und frag deinen Gastgeber nach den aktuellen Busverbindungen. Die Fahrpläne ändern sich mit der Saison.

Mit dem Fahrrad unterwegs

Für Radfahrer gibt es im Ennstal Radwege und im Gebirge Mountainbike-Strecken. Verleihstationen und Karten findest du über den Tourismusverband. Wenn du dich für die Region als Radurlaub interessierst, plane deine Etappen mit den offiziellen Karten des Tourismusverbands.

Orte in Schladming-Dachstein: Schladming, Ramsau und das Ennstal

Die Region besteht aus mehreren Orten mit eigenem Charakter:

  • Schladming: Der Hauptort mit Altstadt, Planai und dem Nightrace. 2023 zeichnete die UNWTO Schladming als „Best Tourism Village“ aus, unter anderem für sein Engagement bei Innovation und Nachhaltigkeit.
  • Ramsau am Dachstein: Sonnenplateau unter der Dachstein-Südwand, Ausgangspunkt der Dachstein-Gletscherbahn und mit über 100 Kilometern klassischer Loipen und über 70 Kilometern Skating-Loipen (bei guter Schneelage) ein Zentrum des Langlaufs.
  • Rohrmoos-Untertal: Tal südlich von Schladming, von hier führt der Weg zu den Riesachfällen.
  • Haus im Ennstal: Ort am Fuß des Hauser Kaibling, Teil der 4-Berge-Skischaukel.
  • Pichl-Preunegg: Ruhiger Ort an der Reiteralm, mit einem Freizeitsee.
  • Gröbming: Gemeinde im Ennstal mit dem Panoramabad.

Wenn du wenig Zeit hast, wähle einen Ort als Basis und erkunde von dort aus zu Fuß, mit dem Rad oder dem Bus. Schladming eignet sich für alle, die Bahn und Kultur schätzen. Die Ramsau passt zu Langläufern und Wanderern, das Untertal zu Ruhesuchenden mit Lust auf Wasserfälle.

Dachstein, Stadtmuseum und Riesachfälle: Sehenswertes

Kultur gibt es im Dachstein-Gebiet vor allem in Schladming selbst. Das Stadtmuseum sitzt im Bruderladenhaus von 1661, das als soziale Einrichtung für Bergleute gebaut wurde. Es gibt einen Einblick in die Berg- und Tourismusstadt Schladming und ihre Bewohner, der Eintritt ist laut Tourismusverband frei. Öffnungszeiten prüfst du am besten vorab beim Museum.

Das Dachsteingebirge selbst ist die zweite große Sehenswürdigkeit. Mit der Dachstein-Gletscherbahn kommst du zur Bergstation auf 2.700 Metern, wo Skywalk, Hängebrücke und Eispalast warten. Wegen der großen Nachfrage ist die Auffahrt laut Tourismusverband nur mit Fixplatzbuchung garantiert. Das ist eine klassische Hochsaison-Attraktion, die viele Besucher anzieht. Plane sie also, wenn möglich, außerhalb der Ferienwochen.

Die Riesachfälle in Rohrmoos-Untertal sind ein beliebtes Wanderziel. Der Große Riesachfall stürzt etwa 70 Meter in die Tiefe; vom Gasthaus Riesachfall gehst du rund 30 Minuten dorthin. Oberhalb liegt der Riesachsee auf etwa 1.338 Metern. Der Kleine Riesachfall ist schon nach rund zehn Minuten erreicht, bis zum Schluchtausstieg brauchst du etwa eine Stunde und überwindest dabei rund 300 Höhenmeter (Angaben aus Tourenbeschreibungen). Das ist eine der wenigen Touren der Region, die du ohne Seilbahn und ohne Eintritt direkt aus dem Tal gehst, und damit ein guter Gegenentwurf zum Trubel am Gletscher.

Naturschutz in Schladming – Dachstein

Ein Teil der Region steht unter Schutz. Der Naturpark Sölktäler trägt das Prädikat Naturpark seit 1983 und umfasst nach Angaben des Tourismusverbands 288 Quadratkilometer in den Niederen Tauern. Dort liegt das Naturschutzgebiet Sölkpass, dazu kommen vier „Naturjuwele“ als besonders wertvolle Lebensräume: Gumpenkar, Kaltenbachseen, Hohensee und Schwarzensee. Rund 1.520 Menschen leben im Park, es gibt 58 Nächtigungsbetriebe, vier davon sind zertifizierte Naturpark-Gastgeber. Die Niederen Tauern sind außerdem als Europaschutzgebiet Niedere Tauern (Natura 2000, rund 126.000 Hektar) ausgewiesen, vor allem zum Schutz von Vögeln wie Auerhuhn, Haselhuhn und Birkhuhn. Wer hier Urlaub macht, sieht also eine ganz andere Seite der Region als in Schladming.

Außerdem liegen Flächen rund um Ramsau am Dachstein in der Pufferzone der UNESCO-Welterbe-Kulturlandschaft Hallstatt–Dachstein/Salzkammergut (seit 1997). Die Welterberegion misst insgesamt rund 48.500 Hektar (Kern- und Pufferzone), der steirische Anteil beträgt gut ein Drittel. Das ist ein Kulturerbe und kein Nationalpark, es schützt also nicht automatisch jede Wiese. Den Nationalpark Gesäuse findest du dagegen nicht in dieser Region: Er liegt weiter östlich im Ennstal in einer eigenen Tourismusregion.

Wer den Naturpark besuchen möchte, plant am besten einen eigenen Tag dafür ein. Er liegt abseits der bekannten Lifte, das Angebot ist bewusst ruhiger, und er eignet sich für Wandertage ohne Seilbahn. Frag im Ort nach den Gastgebern des Naturparks, wenn du übernachten willst. Für dein Verhalten heißt das: Bleib auf markierten Wegen, lass Hunde in Schutzgebieten an der Leine und nimm deinen Abfall wieder mit ins Tal.

Baden in Schladming – Dachstein: Seen und Bäder

Laut Tourismusverband gehören Bäder und Seen zur Schladming-Dachstein Card; welche genau, nennt er auf der Kartenseite nicht. In der Region liegen unter anderem:

Badeseen und Freizeitseen

  • Freizeitsee Pichl
  • Freizeitsee Aich
  • Putterersee in Aigen
  • Silberkarsee: Bergsee im Dachsteinmassiv bei Ramsau, ein Wanderziel und kein Badesee; der Wasserstand schwankt stark, zeitweise trocknet er ganz aus

Bäder

  • Dachsteinbad in Ramsau
  • Erlebnisbad Schladming
  • Erlebnisbad Haus im Ennstal
  • Panoramabad Gröbming
  • Gipfelbad Riesneralm

Ein Tipp für heiße Tage: Ein Freizeitsee im Tal ist die ruhigere Wahl als ein Bad mit Rutschen, und meist ohne Auto erreichbar, wenn du im Ort wohnst. Zur Umweltbilanz der einzelnen Bäder haben wir keine belegten Zahlen gefunden. Deshalb behaupten wir hier auch keine.

Regional essen: Steirerkas und Bioregion Ramsau

Das bekannteste Regionalprodukt ist der Ennstaler Steirerkas mit geschützter Ursprungsbezeichnung (g.U.). Laut Tourismusverband reift er drei Wochen, sieht grau-braun marmoriert aus und hat ein würzig-pikantes Aroma; er kommt in Steirerkas-Nockerln, auf Brot oder in Krapfen auf den Tisch. Das Herkunftsgebiet ist das Steirische Ennstal im Bezirk Liezen. Zur Bioregion Ramsau gehören laut ihrer Website unter anderem die Bio-Bäckerei Gerharter, der Eierbetrieb Lienlbauer und der Salzproduzent Salz&Liebe. Auf dem Bauernmarkt oder direkt am Hof kaufst du Milchprodukte, Eier und Brot ohne lange Transportwege. Wenn du regional essen willst, frag auf der Alm oder in der Pension nach dem Ursprung von Käse, Fleisch und Eiern.

Wandern, Biken, Klettern und Skifahren in Schladming-Dachstein

Wandern ohne Seilbahn

Das Wanderangebot ist riesig: Laut Tourismusverband gibt es 1.500 Kilometer Wanderwege, 300 Bergseen und sechs Fernwanderwege. Damit findest du auch in der Hochsaison Routen abseits der Hotspots, wenn du auf die Seilbahn verzichtest. In Ramsau verläuft außerdem die Höhenloipe Rittisberg auf rund 1.500 Metern über 5,2 Kilometer rund um den Gipfel, eine reine Winterloipe. Ein guter Tipp ist es, für Bahn- und Busfahrten und für Wege zu Fuß mehr Zeit einzuplanen, denn dann brauchst du keinen Mietwagen. Unser Ratgeber zum nachhaltigen Wandern hilft dir bei der Planung.

Mountainbiken

Radfahrer schieben ihre Fahrräder

Die Region ist auch für Mountainbiker interessant. Welche Strecken frei befahrbar sind, hängt von den Grundeigentümern und Schutzgebieten ab. Halte dich deshalb an die ausgewiesenen Routen. Grundlagen findest du im Beitrag zum Mountainbiken.

Klettern

Kletterer im Fels

Kletterer finden im Dachsteingebirge Klettersteige und alpine Routen. Die Tour im Fels ist nichts für Anfänger ohne Erfahrung: Buche im Zweifel einen einheimischen Bergführer. Mehr zum Klettern liest du auf unserer Seite.

Skifahren und Winter

Die Schladminger 4-Berge-Skischaukel mit Planai, Hochwurzen, Hauser Kaibling und Reiteralm hat 123 Pistenkilometer und gehört zu Ski amadé. Dazu kommt der Dachstein-Gletscher. Eine ruhigere Alternative ist Langlaufen in Ramsau mit über 100 Kilometern klassischer Loipen oder Schneeschuhwandern. Ehrlich gesagt gehört Skifahren mit Beschneiung und Liftbetrieb nicht zu den ressourcenschonenden Aktivitäten; das gilt es beim Planen im Kopf zu behalten.

Weitere Aktivitäten

Der Tourismusverband führt darüber hinaus zum Beispiel Paragleiten, Rafting und Familienangebote auf. Welche Angebote in der Schladming-Dachstein Card stecken, zeigt die Leistungsübersicht des Tourismusverbands. Auch Familien finden im Kartenangebot Programm, von Bädern bis zu Museen. Für Kinder sind die Freizeitseen oft die entspanntere Wahl als große Bäder.

Schladming-Dachstein Card und nachhaltiges Reisen vor Ort

Die Schladming-Dachstein Card ist bei teilnehmenden Gastgebern ab einer Nacht ohne Aufpreis inkludiert. Sie umfasst über 100 kostenlose und viele ermäßigte Angebote. Einen Haken gibt es: Bergbahnen sind nicht unbegrenzt frei. Erlaubt ist pro Tag eine Berg- und Talfahrt mit einer Bahn deiner Wahl, und für die Dachstein-Seilbahn gilt eine Fahrt erst ab zwei Nächten. Auch beim öffentlichen Verkehr sind nur Teile enthalten.

Was tut die Region selbst? Der Tourismusverband nennt die „Roadmap 2035“ als Strategie für verantwortungsvolle Tourismusentwicklung, dazu Photovoltaik, Wärmerückgewinnung und erneuerbare Heizsysteme bei Betrieben. Dazu kommt der Prozess „Next Level“ als strategischer Kompass; die Roadmap umfasst laut Leistungsbericht 12 Themenfelder mit einem Zielekatalog. Konkrete Kennzahlen dazu haben wir in den öffentlichen Unterlagen nicht gefunden. Auch ein Klimaneutralitätsziel mit Jahreszahl steht dort nicht, deshalb nennen wir hier keines.

Unser Tipp für einen möglichst schonenden Aufenthalt: Reise mit der Bahn an, bleib eine Woche statt ein langes Wochenende, nutze vor Ort Bus und Rad, iss regional und wähle ein Bio- oder Umweltzeichen-Haus. Dann ist der Fußabdruck deutlich kleiner als bei der klassischen Anreise mit dem Auto.

Nachhaltiger Urlaub in Schladming – Dachstein nach Jahreszeiten

Frühling

Im Frühling ist die Region ruhig. Viele Bergbahnen und Hütten pausieren zwischen den Saisonen, hohe Routen sind noch verschneit. Im Tal kannst du dagegen schon auf niedrigen Wegen wandern und die Ruhe genießen, bevor der Sommer beginnt. Die Gästekarte gilt erst ab Mitte Mai. Plane deshalb Ausflüge mit Bahn und Bus vorab.

Sommer

Von Mitte Mai bis Anfang November zeigt sich die Region von der grünen Seite. Wandern, Radfahren, Baden in Seen und Bädern und der Besuch von Bio-Bauernhöfen stehen im Mittelpunkt. Die Schladming-Dachstein Card macht viele Angebote kostenlos, verleitet aber auch dazu, jeden Tag eine Bahn zu nehmen. Lass die Fahrt gelegentlich aus und geh zu Fuß.

Herbst

Der September und der Oktober sind ideal für alle, die Ruhe mögen: Die Wege sind leerer, die Almen noch bewirtschaftet, und die Karte gilt bis 1. November. Erkundige dich vor Touren nach den Öffnungszeiten der Hütten, denn sie enden früher, als man denkt.

Winter

Im Winter dominieren die 4-Berge-Skischaukel und das Loipennetz in Ramsau. Wenn du mit der Bahn anreist und den Bus nutzt, sparst du dir Parkplatzsorgen. Für einen ruhigeren Winter bieten sich Langlauf, Schneeschuhwandern und Winterwanderwege an, beides ohne Lift. Im Nightrace-Zeitraum im Jänner solltest du früh buchen oder ausweichen.

Was in Schladming-Dachstein noch besser werden könnte

Ein ehrlicher Blick gehört dazu. Für viele Gäste bleibt das Auto die bequemste Anreise, und ein Direktzug aus Wien fährt laut ÖBB nur an einzelnen Tagen. Der Andrang rund um Gletscher, Skischaukel und Nightrace bringt Verkehr und volle Parkplätze; der Tourismusverband selbst nennt touristische Mobilität und Besucherlenkung als Ziel. Bei Bädern und Campingplätzen finden wir kaum belegte Nachhaltigkeitsdaten. Und die Schladming-Dachstein Card lädt zum täglichen Seilbahnfahren ein, was mit Klimaschutz wenig zu tun hat. Wir bleiben dran und ergänzen diese Seite, sobald es belegte Fortschritte gibt.

Diese Seite ist ein Ausgangspunkt. Für konkrete Fahrpläne, Öffnungszeiten und Preise gilt immer die Auskunft des Tourismusverbands und der Betreiber, denn Angebote und Saisonzeiten ändern sich jedes Jahr. Prüfe daher wichtige Angaben wie die Kartenkonditionen vor der Buchung noch einmal.

Häufig gestellte Fragen

Welche nachhaltigen Unterkünfte gibt es in Schladming-Dachstein?

Laut Tourismusverband tragen 17 Unterkunftsbetriebe das Österreichische Umweltzeichen (an anderer Stelle nennt er 18), und 15 Unterkünfte sind zertifizierte Bio-Betriebe. Dazu kommen mehr als 100 Höfe mit Urlaub am Bauernhof. Namentlich belegen konnten wir mehrere Bio-Hotels auf biohotels.de und die Mitglieder der Bioregion Ramsau.

Wie reise ich umweltschonend an?

Mit der Bahn bis Schladming, Öblarn oder Stainach-Irdning. Von Wien dauert die Fahrt laut ÖBB knapp vier Stunden, meist mit Umstieg in Leoben. Frag deinen Gastgeber nach einem Abholservice am Bahnhof.

Was ist in der Schladming-Dachstein Card enthalten?

Die Karte gilt 2026 vom 14. Mai bis 1. November und ist bei teilnehmenden Gastgebern ab einer Nacht inklusive. Sie enthält über 100 kostenlose und viele ermäßigte Angebote, unter anderem Bäder, Seen, Museen und pro Tag eine Berg- und Talfahrt mit einer Bergbahn. Die Dachstein-Seilbahn gibt es einmal ab zwei Nächten. Der öffentliche Verkehr ist nur teilweise enthalten, Konditionen für 2027 standen bei der Recherche noch nicht fest.

Wann ist die beste Reisezeit?

Sommer und Herbst eignen sich zum Wandern, Winter für Skifahren und Langlaufen. Ruhiger ist es im Juni und im September. Rund um den Nightrace im Jänner ist es besonders voll.

Gibt es Schutzgebiete in der Region?

Ja, zum Beispiel den Naturpark Sölktäler (Prädikat seit 1983, 288 km²) und das Europaschutzgebiet Niedere Tauern. Flächen rund um Ramsau liegen außerdem in der Pufferzone des UNESCO-Welterbes Hallstatt–Dachstein/Salzkammergut.

Ist der Dachstein-Gletscher ein nachhaltiges Ausflugsziel?

Die Bahn ist ein Massenmagnet, und wegen der großen Nachfrage ist die Auffahrt nur mit Fixplatzbuchung garantiert, also kein stiller Rückzugsort. Wenn du hinauf willst, fahre außerhalb der Ferienzeiten und gleiche den Ausflug an anderen Tagen mit ruhigen Wanderungen ohne Seilbahn aus.

Wo finde ich nachhaltige Campingplätze?

Campingplätze gibt es, etwa in Ramsau und Schladming. Bei Camping Dachstein und Camping Zirngast fanden wir kein anerkanntes Siegel; der Tourismusverband erwähnt zwar einen Umweltzeichen-Campingplatz, nennt ihn aber nicht namentlich (Liste auf umweltzeichen.at). Frag direkt nach Energie, Wasser und Abfall.

Dein Urlaub in Schladming – Dachstein

Schladming-Dachstein ist eine Region mit großem Angebot und einer großen Gästezahl. Nachhaltig wird der Urlaub, wenn du bewusst wählst: Bahn statt Auto, ein Bio- oder Umweltzeichen-Haus, Wanderungen ohne Seilbahn und Reisen außerhalb der Spitzenzeiten. Lust auf mehr? Oben findest du aktuelle Beiträge aus der Region, und mit der Anreiseplanung per Bahn kannst du gleich loslegen.

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Quellen: Tourismusverband Schladming-Dachstein (Schladming-Dachstein Card, Nachhaltigkeit, Wandern, Nightrace, Leistungsbericht, Naturpark Sölktäler) | steiermark.com (Naturpark Sölktäler, Tourismusbilanz) | Land Steiermark, Europaschutzgebiet Niedere Tauern | UNESCO Welterbe Hallstatt–Dachstein/Salzkammergut | BMLUK (Ennstaler Steirerkas g.U.) | ÖBB (Region Schladming-Dachstein) | biohotels.de | bioregion-ramsau.at | UNWTO Best Tourism Villages 2023

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