Murtal und Murau: Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen, Murtalbahn und ehrliche Tipps für nachhaltigen Urlaub
Almen am Zirbitzkogel, eine Schmalspurbahn entlang der Mur und eine Brauerei, die ihre Wärme aus Biomasse bezieht: Das Murtal in der Obersteiermark ist keine Hochglanz-Destination, sondern eine ruhige Region zwischen Niederen Tauern und Seetaler Alpen. Für einen nachhaltigen Urlaub bringt sie einiges mit. Mit der Murau GästeCard fährst du kostenlos mit allen Öffis, dazu kommen ein Naturpark, ein Ramsar-Moor und zwei Klima- und Energiemodellregionen. Hier erfährst du, was davon belegt ist, wie du ohne Auto hinkommst und wo die Grenzen liegen.
Die Region: Murtal und Murau
Wenn von der „Urlaubsregion Murtal“ die Rede ist, sind meist zwei Bezirke gemeint, die touristisch getrennt auftreten. Die Erlebnisregion Murtal umfasst den Bezirk Murtal rund um Judenburg, Knittelfeld, Zeltweg, Spielberg, Fohnsdorf, Seckau und Obdach. Hier liegt das breite, besiedelte Aichfeld mit dem Red Bull Ring. Flussaufwärts schließt die Region Murau an, mit der Bezirkshauptstadt Murau, dem Kreischberg, Oberwölz, Neumarkt, St. Lambrecht und der Turracher Höhe. Beide haben einen eigenen Tourismusverband und eine eigene Gästekarte, arbeiten regional aber unter der gemeinsamen Marke „Murau Murtal“ zusammen.
Dieser Unterschied ist mehr als Verwaltungskram. Die großzügigere Gästekarte gibt es in Murau, die besseren Bahnverbindungen im Bezirk Murtal. Wer ohne Auto reist, kombiniert am besten beides: mit dem Zug ins Murtal, weiter mit der Murtalbahn nach Murau.
Landschaftlich prägt die Mur die ganze Region. Nördlich steigen die Wölzer und Rottenmanner Tauern bis auf 2.475 Meter (Rettlkirchspitze) an, im Süden die Seetaler Alpen mit dem Zirbitzkogel (2.396 m) und die Grebenzen. Dazwischen liegen Almen, Teiche, Moore und kleine Städte mit mittelalterlichem Kern.
Beiträge aus der Region Murtal
Hier findest du alle Artikel auf nachhaltigertourismus.at, die sich mit dem Murtal und Murau beschäftigen.
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Beste Reisezeit im Murtal
Die Hauptsaison für einen nachhaltigen Urlaub reicht von Mai bis Anfang November. Die Murau GästeCard gilt 2026 vom 1. Mai bis 2. November, und viele Ausflugsziele halten sich an diesen Rahmen: Das Holzmuseum in St. Ruprecht ob Murau hat vom 1. Mai bis 31. Oktober täglich geöffnet, die Silbergruben Oberzeiring führen von Mai bis Oktober täglich durch den Stollen.
- Frühsommer (Mai/Juni): Blühende Almwiesen, noch wenig Betrieb auf den Wegen. Ab Ende Mai fährt an einzelnen Tagen der Dampfzug auf der Murtalbahn.
- Hochsommer (Juli/August): Badezeit an den Teichen und Badeseen, etwa an der Freizeitanlage Zechner in Kobenz (2026 vom 1. Mai bis 31. August). Die Sommerbahnen am Kreischberg, im Lachtal, auf den Grebenzen und auf der Turracher Höhe sind in Betrieb.
- Herbst (September/Oktober): Stabile Wanderzeit mit klarer Fernsicht, Almabtriebe im September. In Murau wird traditionell Ende Oktober das Bockbier angestochen, 2026 am 30. Oktober.
- Winter (Dezember bis März/April): Kreischberg und Lachtal starten am 4. Dezember 2026 in die Saison. Davor lohnt der Steirische Bergadvent in Neumarkt (27. bis 29. November 2026).
Ehrlicher Hinweis zu den Rennwochenenden: Am Red Bull Ring in Spielberg finden jedes Jahr die Formel 1 (2026: 26. bis 28. Juni) und die MotoGP (2026: Rennen am 20. September) statt. An diesen Wochenenden sind Straßen, Züge und Unterkünfte im Aichfeld stark ausgelastet, und die Preise steigen. Wenn du Ruhe suchst, plane an diesen Terminen nicht rund um Spielberg und Knittelfeld.
Naturschutz: Naturpark, Moore und eine geschützte Mur
Das Murtal hat keinen Nationalpark, aber ein dichtes Netz an Schutzgebieten. Die meisten davon sind Europaschutzgebiete im Natura-2000-Netzwerk, die das Land Steiermark ausgewiesen hat.
Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen
Der Naturpark im Süden des Bezirks Murau besteht seit 1983 und umfasst rund 285 Quadratkilometer in den Gemeinden Neumarkt in der Steiermark, Mühlen und St. Lambrecht. Er reicht vom Zirbitzkogel (2.396 m) bis zur Grebenzen (1.892 m) und schließt Almen, Streuobstwiesen, Moore und mehrere Teiche ein, darunter den Furtner Teich, den Grasluppteich und den Podolerteich. Quer durch den Naturpark führt der rund 130 Kilometer lange Weitwanderweg Via Natura. Das Naturparkbüro sitzt am Hauptplatz in Neumarkt. Dort bekommst du Wanderkarten und Infos zum Programm, und es gibt Partnerbetriebe, die Naturpark-Produkte anbieten.
Eine Anmerkung zu den Zahlen: Die Naturpark-Seite des Landes spricht noch von zehn Gemeinden. Das ist der Stand vor der steirischen Gemeindestrukturreform 2015. Die Fläche ist seither gleich geblieben, nur die Gemeinden wurden zusammengelegt.
Zirbitzkogel, Furtner Teich und Dürnberger Moor
Die Hochlagen des Zirbitzkogels sind auf rund 2.310 Hektar als Vogelschutzgebiet ausgewiesen, vor allem wegen des seltenen Mornellregenpfeifers, der hier auf den kargen Gipfelflächen brütet. Bleib deshalb im Frühsommer auf den markierten Wegen. Am Furtner Teich bei Mariahof wurden seit etwa 1840 über 230 Vogelarten nachgewiesen. Er ist Europaschutzgebiet, zugleich darfst du dort kostenlos baden. Gleich in der Nähe liegt das Dürnberger Moor, ein geschütztes Hochmoor.
Hörfeld-Moor: ein Ramsar-Gebiet an der Landesgrenze
An der Grenze zu Kärnten, zwischen Mühlen und Hüttenberg, liegt das Hörfeld-Moor. Die Steiermark hat es 1987 unter Naturschutz gestellt, Kärnten schon 1984, und seit 1996 ist es ein international geschütztes Ramsar-Feuchtgebiet. Fachlich ist es ein Durchströmungsmoor, kein Hochmoor, wie manchmal zu lesen ist. Laut Land Steiermark wurden dort über 110 Vogelarten nachgewiesen. Bleib auf den ausgewiesenen Wegen, denn das Moor selbst ist sehr trittempfindlich.
Die Mur: Lebensraum des Huchens
Auch der Fluss selbst steht unter Schutz. Das Europaschutzgebiet „Ober- und Mittellauf der Mur mit Puxer Auwald, Puxer Wand und Gulsen“ zieht sich über rund 1.317 Hektar und 24 Gemeinden durch die Bezirke Murau und Murtal. Es gilt als Kerngebiet des Huchens, des größten heimischen Lachsfisches, der europaweit stark gefährdet ist. 2026 läuft dazu eine neue Grundlagenerhebung. Für dich heißt das: Beim Rafting, Baden oder Angeln an der Mur gelten Regeln, und Uferbereiche mit Kiesbänken sind im Frühjahr Laichplätze, die du meiden solltest.
Dazu kommen großflächige Europaschutzgebiete in den Bergen. Die „Niederen Tauern“ umfassen über 126.000 Hektar ab etwa 1.400 Metern Seehöhe, die „Hochlagen der östlichen Wölzer Tauern und Seckauer Alpen“ gut 14.000 Hektar. Die Steirischen Nockberge bei Stadl-Predlitz grenzen an den Kärntner Nationalpark Nockberge, der Biosphärenpark Salzburger Lungau und Kärntner Nockberge reicht aber nicht in die Steiermark.
Energie und Umweltzeichen: was wirklich belegt ist
Im alten Tourismusmarketing hieß es gerne, das Murtal sei ein „Vorreiter“ im nachhaltigen Tourismus. Belegen lässt sich das so pauschal nicht. Konkret nachweisbar sind vor allem Leistungen im Energiebereich.
- Klima- und Energiemodellregion Holzwelt Murau: Seit 2012 arbeiten 14 Gemeinden des Bezirks Murau gemeinsam an erneuerbarer Energie. Laut eigener Energiebilanz erzeugt der Bezirk aus Wasserkraft, Wind, Biomasse und Photovoltaik deutlich mehr Energie, als er an Strom verbraucht. Die Wurzeln reichen bis zur „Energievision Murau“ von 2003 zurück.
- Klima- und Energiemodellregion Murtal: 20 Gemeinden, getragen vom Regionalmanagement Murau Murtal. Die Ziele bis 2030: den Anteil erneuerbarer Wärme von 44 auf 60 Prozent heben und die CO₂-Emissionen gegenüber 2019 halbieren. Das sind Ziele, keine erreichten Ergebnisse.
- Brauerei Murau: Die Genossenschaftsbrauerei ist seit 1996 nach dem EU-Umweltmanagementsystem EMAS registriert und trägt die österreichische Registrierungsnummer A-000001. Seit 2014 bezieht sie ihre Wärme aus dem Biomasse-Nahwärmewerk der Stadtwerke Murau und spart nach eigenen Angaben rund 2.373 Tonnen CO₂ pro Jahr. Die Mehrweggebinde tragen das Österreichische Umweltzeichen. Dass Medien sie als „CO₂-neutrale Brauerei“ bezeichnet haben, ist etwas zu viel. Die Brauerei selbst spricht von einem „fast vollständigen“ Verzicht auf fossile Brennstoffe.
Umweltzeichen für die Destination? Nein. Weder Murau noch das Murtal tragen das Umweltzeichen für Tourismusdestinationen. In der Steiermark hat es bisher nur das Ausseerland-Salzkammergut. Auch bei den Betrieben ist die Auswahl überschaubar. Wir haben drei Beherbergungsbetriebe mit Österreichischem Umweltzeichen gefunden (siehe unten), kein Bio Hotel und keinen Green-Key-Betrieb. Das ist ehrlicherweise wenig für eine Region dieser Größe.
Anreise ohne Auto
Das Murtal liegt an der Südbahn-Verbindung von Bruck an der Mur nach Klagenfurt. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025, mit dem die Koralmbahn in Betrieb ging, haben sich die Verbindungen verändert:
- InterRegio „Aichfeld“: stündlich zwischen Bruck an der Mur, Leoben, Knittelfeld, Zeltweg, Judenburg, Unzmarkt und Klagenfurt. Zeltweg ist neu ein Halt dieser Linie.
- Aus Wien: meist mit Umstieg in Bruck an der Mur, dazu gibt es einzelne tägliche Direktzüge Wien–Villach, die durchs Murtal fahren.
- Aus Graz: etwa alle zwei Stunden direkt, sonst mit Umstieg in Bruck an der Mur.
- S-Bahn S8: stündlich zwischen Bruck an der Mur und Judenburg, mit Halt in den kleineren Orten des Aichfelds.
Weiter nach Murau: Ab Unzmarkt fährt die Murtalbahn der Steiermarkbahn ganzjährig täglich über Murau und Stadl an der Mur bis Tamsweg im Salzburger Lungau. Die Schmalspurbahn ist nicht schnell, aber eine der schönsten Arten, in die Region zu kommen, und das Fahrrad fährt mit. Parallel verbinden die Buslinien 890 und 892 Unzmarkt, Scheifling und Murau fast stündlich. 2026 gab es auf der Murtalbahn mehrere Baustellen mit geänderten Zeiten. Schau vor der Fahrt deshalb auf steiermarkbahn.at nach aktuellen Sperren.
Nostalgie: Von Ende Mai bis Oktober fährt an ausgewählten Tagen ein Dampfzug von Murau nach Stadl an der Mur oder Tamsweg. Mit der Murau GästeCard bekommst du 30 Prozent Rabatt.
Gästekarten und Bergbahnen: was inklusive ist
Die beiden Gästekarten der Region funktionieren grundverschieden, und genau hier liegt der größte Unterschied für einen autofreien Urlaub.
Murau GästeCard
Die Murau GästeCard bekommst du 2026 vom 1. Mai bis 2. November kostenlos, wenn du mindestens zwei Nächte in einem Partnerbetrieb der Region Murau übernachtest. Kaufen kannst du sie nicht. Enthalten sind:
- alle öffentlichen Verkehrsmittel in der Region: Murtalbahn Unzmarkt–Tamsweg, RegioBus, lokale Busse und Tälerbusse, unbegrenzt und inklusive Radmitnahme in der Murtalbahn (seit Mai 2025),
- über 25 Inklusiv-Ausflugsziele, davon bis zu zwei pro Tag,
- vier Sommer-Bergbahnen: Kreischberg, Lachtal, Grebenzen und Turracher Höhe,
- Rabatte bei über 30 Bonuspartnern.
Wichtig bei den Bergbahnen: Frei fahren kannst du damit nicht. Auf den Hauptseiten des Tourismusverbands ist von einer Berg- und Talfahrt pro Bahn und Aufenthalt die Rede, auf einer Unterseite von einer Fahrt pro Woche. Jede weitere Fahrt kostet 30 Prozent weniger. Wenn du länger bleibst, frag in deinem Betrieb nach, welche Regel gilt. Der Dampfzug ist nicht inklusive, du bekommst nur einen Rabatt.
Murtal GästeCard
Die Murtal GästeCard für den Bezirk Murtal bekommst du ebenfalls kostenlos in Partnerbetrieben. Sie ist aber im Kern eine Rabattkarte: Bei rund 40 Ausflugszielen, etwa beim Sternenturm Judenburg, gibt es bis zu 30 Prozent Ermäßigung. Öffis und Bergbahnen sind nicht enthalten. Wenn du im Aichfeld wohnst und viel mit Bus und Bahn unterwegs bist, lohnt sich ein Preisvergleich mit dem KlimaTicket Steiermark.
Wandern und Radfahren
Die klassischen Wanderziele liegen im Süden und Norden des Tals, die Talböden gehören den Radfahrern.
Zirbitzkogel und Seetaler Alpen
Der Zirbitzkogel ist mit 2.396 Metern der höchste Gipfel der Seetaler Alpen und ein breiter, gut begehbarer Aussichtsberg. Knapp unterhalb des Gipfels steht das Zirbitzkogel-Schutzhaus (Helmut-Erd-Schutzhaus, 2.376 m) des Österreichischen Touristenklubs. Aufstiege gibt es von Obdach im Bezirk Murtal und von der Naturpark-Seite im Bezirk Murau. Rund um Obdach, Judenburg und Weißkirchen vermarkten sich die Gemeinden als „Zirbenland“, benannt nach der Zirbe, die hier an den Hängen wächst. Auch der Weitwanderweg „Vom Gletscher zum Wein“ führt auf seiner Südroute über Obdach.
Wölzer Tauern, Lachtal und Via Natura
Nördlich von Oberwölz beginnen die Wölzer Tauern, ein einsames Gebirge mit langen Almtälern und wenigen Hütten. Das Lachtal ist mit seiner Bergstation auf 2.222 Metern ein guter Ausgangspunkt für Gratwanderungen. Die Sommerbahn ist in der Murau GästeCard inklusive. Wer mehrere Tage unterwegs sein will, nimmt sich die Via Natura im Naturpark vor: rund 130 Kilometer, gegliedert in zehn Themenabschnitte, für die du etwa eine Woche einplanen solltest.
Murradweg R2
Der Murradweg ist mit 452 Kilometern einer der bekanntesten Flussradwege Österreichs und führt mitten durch die Region: über Murau, Unzmarkt und Judenburg ins Aichfeld und weiter nach Leoben. Die Etappe Murau–Judenburg ist rund 50 Kilometer lang und fällt leicht ab. Weil die Murtalbahn Räder mitnimmt, kannst du Teilstrecken auch mit dem Zug zurückfahren. Mit der Murau GästeCard oder dem KlimaTicket ist die Radmitnahme gratis. Die Radrunde „Zirbenland“ bietet sich als Tagestour ab Judenburg an.
Rafting und Paragleiten
Geführte Raftingtouren auf der Mur bietet etwa der Gasthof Murtalerhof in Stadl-Predlitz an (ab sieben Teilnehmern). Tandem-Paragleitflüge starten unter anderem vom Kreischberg und von der Grebenzen. Denk bei Wassersport an das Huchen-Schutzgebiet und halte dich an die Vorgaben der Anbieter.
Kultur und Geschichte
Die Kulturziele der Region sind klein, und viele davon erreichst du gut mit Bahn oder Bus.
- Abtei Seckau: 1140 gegründet und 1142 nach Seckau verlegt, seit 1883 von Benediktinern bewohnt. Die Basilika ist seit 1930 Basilica minor. Von Mai bis Oktober gibt es Führungen durch die Ausstellung „Die Welt der Mönche“, das Habsburger-Mausoleum und die Engelkapelle von Herbert Boeckl. Im Ort bekommst du auch den Seckauer Lebkuchen der Konditorei Regner.
- Schloss Murau: Der Renaissancebau über der Altstadt entstand 1628 bis 1643 und gehört bis heute der Familie Schwarzenberg. Besichtigen kannst du ihn nur mit Führung: im Sommer mittwochs und freitags um 14 Uhr, sonst mittwochs.
- Brauerei der Sinne in Murau: Schaubrauerei mit Museum und Verkostung, Führungen Dienstag bis Samstag mit Anmeldung.
- Stadtturm Judenburg mit Sternenturm: Der rund 75 Meter hohe und etwa 500 Jahre alte Turm beherbergt heute ein Planetarium. Du erreichst die Spitze über einen Glaslift oder 254 Stufen.
- Silbergruben Oberzeiring: Im Mittelalter eines der bedeutendsten Silberbergwerke der Steiermark, 1361 durch einen Wassereinbruch aufgegeben, seit 1958 Schaubergwerk. Führungen von Mai bis Oktober täglich, im Winter sonntags.
- DAS Holzmuseum in St. Ruprecht ob Murau: passt zur „Holzwelt Murau“ und zeigt, wie eng die Region mit dem Wald verbunden ist.
- Oberwölz: Bis zur Gemeindereform 2015 die kleinste Stadt der Steiermark, mit einer Ringmauer aus dem frühen 14. Jahrhundert und drei erhaltenen Stadttoren.
Für Regentage gibt es außerdem das Bergbaumuseum in Fohnsdorf und die Therme Aqualux in Fohnsdorf. Den Red Bull Ring kannst du außerhalb der Rennwochenenden besichtigen. Mit nachhaltigem Tourismus hat er naturgemäß wenig zu tun.
Badeseen und Teiche
Große Badeseen hat das Murtal nicht. Dafür gibt es viele kleine Teiche und Naturbäder, von denen einige gut mit Öffis erreichbar sind. Die folgenden sind offiziell gelistet:
- Furtner Teich (Mariahof bei Neumarkt, 834 m): Europaschutzgebiet und Vogelparadies, Baden kostenlos über einen Badesteg.
- Freizeitanlage Zechner (Kobenz bei Knittelfeld): See mit zwei Inseln und langer Liegewiese, 2026 vom 1. Mai bis 31. August geöffnet.
- Weiermoarteich (Seckau): kleiner Badeteich nahe der Abtei.
- Biobadeteich Pöls-Oberkurzheim und Badeteich Gaal: naturnahe Badeteiche im Bezirk Murtal.
- Etrachsee (Krakau, 1.374 m): Bergsee mit rund zwei Kilometer langem Rundweg, eher zum Wandern als zum Baden gedacht.
Ein Hinweis, weil er in vielen Reiseportalen falsch steht: Der berühmte Grüne See liegt nicht im Murtal, sondern in Tragöß in der Hochsteiermark. Baden und Tauchen sind dort seit 2016 verboten.
Winter im Murtal
Das größte Skigebiet der Region ist der Kreischberg bei St. Georgen am Kreischberg mit 42 Pistenkilometern und 13 Anlagen. Im Dezember 2026 geht dort eine neue Achter-Sesselbahn in Betrieb. Das Lachtal bei Oberwölz hat laut Betreiber die höchstgelegene Liftstation der Steiermark (2.222 m) und rund 35 Pistenkilometer. Kleiner sind die GrebenzenHöhen bei St. Lambrecht, dazu kommen Tonnerhütten, Tockneralm und Schöder. Im Bezirk Murtal gibt es nur kleine Familiengebiete, etwa die Rieseralm bei Obdach, Gaal und Hohentauern. Die Frauenalpe bei Murau ist seit 2017 kein aktives Skigebiet mehr.
St. Georgen am Kreischberg liegt an der Murtalbahn, die auch im Winter täglich fährt. Wie du von dort zur Talstation kommst, klärst du am besten vorab mit deiner Unterkunft. Ehrlich betrachtet ist alpiner Skilauf mit Liften und Beschneiung aber die energieintensivste Form des Winterurlaubs. Wer es ruhiger mag, findet in den Seitentälern gute Winterwanderwege und Skitourenziele.
Kulinarik: was wirklich aus dem Murtal kommt
Die Spezialitäten der Region sind bodenständig und gut belegt:
- Murtaler Steirerkäs: ein würziger, krümeliger Sauermilchkäse aus dem oberen Murtal. Er ist als Traditionelles Lebensmittel gelistet, und das Murtal ist Genuss Region für diesen Käse.
- Murbodner Rind: eine alte, als hochgefährdet eingestufte Rinderrasse aus dem Raum Unzmarkt bis Kraubath. Wer Murbodner Fleisch kauft, hilft beim Erhalt der Rasse.
- Murauer Bier: gebraut seit 1495, seit 1910 von einer Genossenschaft.
- Seckauer Lebkuchen: laut Konditorei Regner seit 1660 nach Rezept der ehemaligen Hofbäckerei des Stifts.
- Zirbenprodukte aus dem Zirbenland, vom Zirbenschnaps bis zum Gelee.
Regional einkaufen kannst du am Bauernmarkt Judenburg, jeden Samstag von 7:30 bis 12 Uhr am Hauptplatz. Eine Korrektur, weil sie oft auftaucht: Ein „Murtaler Kürbiskernöl“ gibt es als geschützte Spezialität nicht. Die Bezirke Murau und Murtal liegen außerhalb des g.g.A.-Gebiets für Steirisches Kürbiskernöl.
Nachhaltig übernachten
Bei zertifizierten Unterkünften ist die Region dünn aufgestellt. Nach unserer Recherche tragen diese Betriebe das Österreichische Umweltzeichen:
- Hotel Gasthof Lercher in Murau: Umweltzeichen für Beherbergung und Gastronomie.
- OLACHGUT in St. Georgen am Kreischberg: Campingplatz mit Umweltzeichen und EU Ecolabel, zugleich Mitglied bei Urlaub am Bauernhof.
- Camping am Badesee in Mühlen im Naturpark: Umweltzeichen und EU Ecolabel, unter anderem mit Regenwassernutzung, Solaranlage, Ökostrom und später Mahd für Insekten.
Nicht zertifiziert, aber für Radfahrer praktisch ist das JUFA Hotel Murau, das als „Bett+Bike“-Betrieb gelistet ist. In Seckau liegt ein JUFA Hotel direkt gegenüber der Abtei. Mehrere Bauernhöfe in der Region, etwa rund um Neumarkt, werben mit Bio-Landwirtschaft. Frag bei der Buchung nach dem Bio-Kontrollnachweis, denn das Wort „Bio“ im Namen allein ist kein Zertifikat.
Camping
Neben den zwei zertifizierten Plätzen gibt es weitere Campingplätze ohne Umweltlabel, etwa Camping Murinsel mit Badeteich in Großlobming bei Knittelfeld, die Campingplätze in Stadl-Predlitz, Ranten, St. Peter am Kammersberg, Teufenbach und Weißkirchen sowie das Almcamping in Obdach. Nachhaltigkeitsangaben dieser Betriebe sind Selbstauskünfte.
Häufig gestellte Fragen
Sind die Bergbahnen im Murtal mit der Gästekarte kostenlos?
Nur teilweise. Die Murau GästeCard enthält je eine Fahrt mit vier Sommerbahnen: Kreischberg, Lachtal, Grebenzen und Turracher Höhe. Weitere Fahrten sind nur ermäßigt. Die Murtal GästeCard enthält keine Bergbahnfahrten, sondern Rabatte.
Komme ich ohne Auto nach Murau?
Ja. Mit dem Zug fährst du bis Unzmarkt und steigst dort in die Murtalbahn oder den Bus 890 nach Murau um. Mit der Murau GästeCard sind alle Öffis der Region Murau kostenlos.
Was ist der Unterschied zwischen Murtal und Murau?
Murtal und Murau sind zwei Bezirke mit jeweils eigenem Tourismusverband. Die Erlebnisregion Murtal liegt rund um Judenburg, Knittelfeld und Spielberg, die Region Murau weiter westlich rund um Murau und den Kreischberg. Beide werben gemeinsam als „Murau Murtal“.
Wie groß ist der Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen?
Rund 285 Quadratkilometer, verteilt auf die Gemeinden Neumarkt, Mühlen und St. Lambrecht. Den Naturpark gibt es seit 1983.
Ist das Murtal eine zertifizierte nachhaltige Region?
Nein. Die Region trägt kein Destinations-Umweltzeichen. Belegt sind einzelne zertifizierte Betriebe sowie zwei Klima- und Energiemodellregionen, die vor allem im Energiebereich messbare Fortschritte gemacht haben.
Wo kann man im Murtal baden?
Zum Beispiel am Furtner Teich bei Neumarkt, in der Freizeitanlage Zechner in Kobenz, im Weiermoarteich in Seckau und in den Naturbadeteichen in Pöls-Oberkurzheim und Gaal. Der Grüne See liegt nicht im Murtal.
Wann ist die beste Reisezeit fürs Murtal?
Von Mai bis Oktober, wenn die Murau GästeCard gilt und Bergbahnen, Museen und Schaubergwerk geöffnet haben. Meide die Rennwochenenden am Red Bull Ring, wenn du Ruhe suchst.
Fazit: So planst du deinen Aufenthalt
Das Murtal ist kein Musterschüler mit Zertifikat, aber eine Region, in der sich ein Urlaub ohne Auto gut machen lässt. Dafür sorgen die Murtalbahn, die Gratis-Öffis der Murau GästeCard und die Bahnhöfe im Aichfeld. Stark ist die Region beim Energiethema und beim Naturschutz. Schwach ist sie bei zertifizierten Unterkünften, und im Aichfeld dominieren Verkehr und Motorsport stellenweise das Bild.
Drei Tage ohne Auto, ein Vorschlag: Mit dem Zug nach Judenburg, am Nachmittag auf den Sternenturm. Wenn du an einem Samstag ankommst, schau vormittags beim Bauernmarkt am Hauptplatz vorbei. Am zweiten Tag mit der Murtalbahn nach Murau, nachmittags Führung in der Brauerei der Sinne und Spaziergang durch die Altstadt zum Schloss. Am dritten Tag mit Bahn und Bus zum Kreischberg oder in den Naturpark nach Neumarkt, mit Abkühlung im Furtner Teich. Zurück geht es entspannt über Unzmarkt.
Quellen: steiermark.com (Tourismusverbände Murau und Murtal: Gästekarten, Ausflugsziele, Wasserspaß, Skigebiete, Veranstaltungen), verbundlinie.at, oebb.at, bmimi.gv.at (Inneralpiner Fernverkehr ab 2026), steiermarkbahn.at, verwaltung.steiermark.at (Europaschutzgebiete), bmluk.gv.at (Hörfeld-Moor, Murtaler Steirerkäs, Murbodner Rind, Steirisches Kürbiskernöl g.g.A.), naturparke.at, umweltzeichen.at, murauerbier.at, klimaundenergiemodellregionen.at, holzweltmurau.at, starkes-murau-murtal.at, kreischberg.at, lachtal.at, silbergruben.at, schwarzenberg-murau.at, holzmuseum.at, judenburg.at, Wikipedia (Stift Seckau, Schloss Murau, Oberwölz, Zirbitzkogel).
