Alpenregion Nationalpark Gesäuse: Wildnis an der Enns, Stift Admont und Bergsteigerdorf Johnsbach

Im Gesäuse zwängt sich die Enns auf rund 16 Kilometern durch eine Schlucht, links und rechts ragen Kalkwände bis zu 1.800 Meter auf. Seilbahnen gibt es hier keine, dafür den Nationalpark Gesäuse, die größte Klosterbibliothek der Welt in Admont und das Bergsteigerdorf Johnsbach. Dazu: wie du ohne Auto hinkommst, welche Touren zu dir passen und wo die Region ehrlich gesagt Grenzen hat.

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Die Region: Xeis, Enns und stille Seitentäler

Einheimische nennen das Gesäuse schlicht „Xeis“. Der Name kommt vom Sausen der Enns, die zwischen Admont und Hieflau durch die Ennstaler Alpen bricht. Nördlich des Flusses liegt die Buchsteingruppe mit dem Großen Buchstein, südlich die Hochtorgruppe mit dem Hochtor (2.369 m) als höchstem Gipfel. Der tiefste Punkt des Nationalparks liegt am Ennsufer bei Hieflau auf 481 m, der Höhenunterschied beträgt also knapp 1.900 m auf engem Raum.

Die Alpenregion Nationalpark Gesäuse umfasst die Orte rund um den Nationalpark: Admont mit dem Benediktinerstift als westliches Eingangstor, Ardning mit dem Moor Pürgschachen, Johnsbach als Bergsteigerdorf im gleichnamigen Seitental, Landl mit Hieflau, Gams und Palfau im Osten, dazu St. Gallen, Altenmarkt und Wildalpen an der Salza. Seit der steirischen Gemeindereform 2015 gehören Johnsbach, Hall und Weng zur Gemeinde Admont. Der heutige Tourismusverband Gesäuse bewirbt zusätzlich Liezen, Rottenmann, Lassing und Gaishorn am See. Diese Seite konzentriert sich auf den Kernraum rund um den Nationalpark.

Was die Region ausmacht, ist die Mischung aus unerschlossener Felswildnis und einer über 900 Jahre alten Kulturlandschaft. Es gibt im Nationalpark keine Seilbahn, keinen Skizirkus und keine Hotelburgen. Dafür gibt es eine Bahnstrecke mitten durch die Schlucht, eine Handvoll Schutzhütten und viel Ruhe abseits der Wochenenden im Hochsommer.

Beiträge aus der Region Alpenregion Nationalpark Gesäuse

Beste Reisezeit im Gesäuse

Frühling (April bis Juni): Der Nationalpark Pavillon in Gstatterboden öffnet 2026 am 25. April und ist bis 26. Oktober täglich von 8:30 bis 18:30 Uhr geöffnet, ohne Ruhetag. Im Mai und Juni führt die Enns viel Schmelzwasser, die Kläfferquelle bei Wildalpen schüttet dann am stärksten. In den Hochlagen liegt oft bis Juni Schnee, die großen Hüttenanstiege sind in dieser Zeit nur mit Erfahrung sinnvoll.

Sommer (Juli bis September): Die beste Zeit für Hüttentouren und Klettern. Das Erlebniszentrum Weidendom an der Johnsbach-Abzweigung ist im Juli und August täglich von 10 bis 18 Uhr betreut, im Mai, Juni und September nur an Wochenenden und Feiertagen. Das Gesäuse Sammeltaxi fährt im Juli und August täglich. An schönen Wochenenden sind die Parkplätze in Gstatterboden und am Haindlkar voll, unter der Woche ist es deutlich ruhiger.

Herbst (September bis Anfang November): Oft die klarste Zeit des Jahres, dazu die Hirschbrunft in den Wäldern. Das Sammeltaxi fährt 2026 vom 14. September bis 25. Oktober von Freitag bis Sonntag und vom 26. Oktober bis 1. November täglich, jeweils von 8 bis 20 Uhr. Museum und Bibliothek im Stift Admont sind 2026 vom 19. März bis 20. Dezember geöffnet.

Winter (Dezember bis März): Der Pavillon ist von November bis April geschlossen, das Gesäuse wird zum Revier für Skitourengeher und Ruhesuchende. Der kleine Familienskiberg Kaiserau oberhalb von Admont läuft laut skiresort.info in der Regel von Ende Dezember bis Mitte März. Wer keine Skitouren geht, findet im Winter eher Stille als Programm.

Nationalpark Gesäuse: Zahlen, Zonen und was hier geschützt wird

Der Nationalpark wurde am 26. Oktober 2002 eröffnet und ist damit der jüngste der sechs österreichischen Nationalparks. Die IUCN erkennt ihn als Schutzgebiet der Kategorie II an, das ist die internationale Kategorie für Nationalparks. Die Nationalparkverwaltung gibt die Fläche heute mit rund 12.000 Hektar an. 2023 kamen am Hartelsgraben und am Bruckstein weitere 113 Hektar dazu, die zuvor den ÖBB gehörten. Rund 98,5 % der Fläche gehören dem Land Steiermark und werden über die Steiermärkischen Landesforste verwaltet.

Knapp die Hälfte des Parks ist Wald, rund ein Viertel Fels und Schutt, dazu kommen Latschenfelder, Almen und alpine Rasen. Große Teile sind zusätzlich als Natura-2000-Gebiet nach der Fauna-Flora-Habitat- und der Vogelschutzrichtlinie gemeldet. Das Land Steiermark unterscheidet eine kleinere Bewahrungszone von rund 1.500 Hektar und eine deutlich größere Naturzone, in der sich die Natur weitgehend selbst überlassen bleibt.

Blick über die Kalkgipfel des Nationalparks Gesäuse in der Steiermark
Rund ein Viertel des Nationalparks Gesäuse besteht aus Fels und Schutt.

Ein Hotspot für Arten, die es nur hier gibt

Das Gesäuse gilt als Endemiten-Hotspot Österreichs. Die Nationalparkverwaltung zählt 225 endemische Arten, also Tiere und Pflanzen, die weltweit nur in einem kleinen Gebiet der Ostalpen vorkommen. Insgesamt wurden bisher über 8.500 Arten nachgewiesen, darunter laut Nationalparks Austria 1.234 Schmetterlingsarten und über 50 Orchideenarten. Dass hier immer noch neue Arten beschrieben werden, zeigt, wie wenig erforscht solche Felslandschaften sind.

Die Enns fließt im Nationalpark auf fast neun Kilometern unverbaut. Außerhalb des Gesäuses ist die Enns über weite Strecken durch Kraftwerke reguliert, umso wertvoller ist dieser freie Abschnitt. Die Auwälder und Schotterbänke entlang der Enns und des Johnsbachs gehören deshalb zu den wertvollsten Lebensräumen im Park.

Regeln, die du kennen solltest

Im Nationalpark gilt: auf den markierten Wegen bleiben, keine Pflanzen oder Steine mitnehmen, keine Tiere stören, kein Feuer außerhalb der ausgewiesenen Grillplätze. Zelten und Übernachten im Freien sind verboten, erlaubt ist Camping nur am Campingplatz Forstgarten in Gstatterboden. Drohnen sind nicht erlaubt, Hunde nur an der Leine. Pilze und Beeren darfst du in kleinen Mengen sammeln, die Grenze liegt bei 2 kg. Enns und Johnsbach sind nur an den ausgewiesenen Besucherbereichen frei zugänglich.

Anreise ohne Auto: Bahn, Bus und Sammeltaxi

Die Bahnstrecke durchs Gesäuse ist eine Besonderheit: Sie verläuft mitten durch die Schlucht und den Nationalpark. Der tägliche Personenverkehr zwischen Hieflau und Selzthal wurde allerdings um 2009 eingestellt. Seitdem fahren Personenzüge nur an Wochenenden und Feiertagen. 2026 gibt es an Samstagen, Sonn- und Feiertagen drei direkte CJX-Verbindungen ab Wien über Amstetten durch das Gesäuse bis Selzthal, Halt ist unter anderem in Gstatterboden mitten im Nationalpark. Zurück nach Wien fährt freitags und sonntags am Abend zusätzlich ein Intercity. Ehrlich gesagt: Unter der Woche ist das Gesäuse per Zug nicht direkt erreichbar.

Aus Graz fährst du mit dem Zug nach Liezen und von dort mit dem Bus weiter nach Admont, die Busse fahren fast stündlich. Die Linien 910 und 912 verbinden Liezen, Admont, St. Gallen und Altenmarkt durch das Gesäuse. Weitere Bahnhöfe in der Nähe sind Selzthal, Ardning, Weißenbach an der Enns und Kleinreifling. Fahrpläne findest du bei der Verbundlinie Steiermark und bei den ÖBB.

Für die letzte Meile gibt es das Gesäuse Sammeltaxi (Tel. +43 3613 21 000 99). Du bestellst es mindestens eine Stunde vorher, es bringt dich ohne fixen Fahrplan zu Wanderstartpunkten in Admont, Ardning, Altenmarkt, Landl inklusive Mendlingtal und St. Gallen inklusive Oberlaussa. Letzte Bestellung ist um 19 Uhr. In der Saison 2025 kostete eine Fahrt 11 Euro pro Person ab zwei Fahrgästen und 20 Euro für eine Einzelperson, gültig bis 25 Kilometer. Die Preise für 2026 erfragst du am besten direkt bei der Buchung.

Eine regionsweite Gästekarte mit Gratisbus, wie sie viele Tiroler Regionen haben, haben wir für das Gesäuse nicht gefunden. Und weil es im Nationalpark keine Bergbahnen gibt, stellt sich die Frage nach Bergbahnen in der Gästekarte hier gar nicht. Du gehst zu Fuß hinauf.

Wandern und Bergsteigen: die Hochschule der Alpinisten

Das Gesäuse gilt seit den 1920er-Jahren als „Hochschule des Bergsteigens“. Die Wände von Hochtor, Planspitze, Rosskuppe und Dachl waren Trainingsgelände für Generationen von Kletterern. Für Wanderer bedeutet das: Viele Wege sind steil, lang und verlangen Trittsicherheit. Die Nationalparkverwaltung weist ausdrücklich auf Grundkondition, gute Ausrüstung und Trittsicherheit hin.

Heßhütte: der Klassiker zwischen Hochtor und Planspitze

Die Heßhütte liegt auf 1.699 m zwischen Hochtor und Planspitze und wird seit 1930 von der Sektion Austria des Österreichischen Alpenvereins betreut. Der einfachste Zustieg führt von Johnsbach herauf, rund 6 km und 870 Höhenmeter. Anspruchsvoller ist der gesicherte Wasserfallweg ab Gstatterboden, für den du drei bis vier Stunden brauchst. Für Übernachtungen im Sommer solltest du reservieren.

Haindlkarhütte und Peternpfad

Die Haindlkarhütte auf 1.121 m ist der Stützpunkt unter den großen Nordwänden. Vom Parkplatz Haindlkar gehst du etwa eineinhalb Stunden durch das Schuttkar hinauf. Die Hütte ist Ausgangspunkt für klassische Klettertouren wie die Hochtor-Nordwand. Der Peternpfad hinüber zur Heßhütte ist kein Wanderweg, sondern eine ungesicherte alpine Route mit Kletterstellen im zweiten Grad. Ohne Klettererfahrung ist er nur mit Bergführer sinnvoll.

Leichtere Wege: Themenwege und Ennsboden

Nicht jede Tour im Gesäuse muss auf einen Gipfel führen. Rund um den Weidendom beginnen mehrere Themenwege, etwa der Rauchboden-Weg, der Wilde John und der Leierweg. Der Ennsboden- und der Rauchbodenweg verlaufen im Tal entlang der Enns. Informiere dich vorher im Pavillon oder auf der Website des Nationalparks über den Wegzustand: Im Juni 2026 war der Ennsbodenweg nach einem Felssturz gesperrt.

Weitwandern auf dem Luchs Trail

Wer mehrere Tage unterwegs sein will, findet im Luchs Trail einen Weitwanderweg durch drei große Schutzgebiete: vom Nationalpark Kalkalpen in Reichraming über das Gesäuse und das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal bis zum Ötscher. Im Gesäuse führen die Etappen über Admont und Johnsbach bis zur Ennstaler Hütte. Je nach Etappe sind bis zu 1.500 Höhenmeter und rund acht Stunden Gehzeit zu bewältigen. Wie die Landschaft entlang dieser Route aussieht, zeigt die Dokumentation unten.

Johnsbach: Bergsteigerdorf und Bergsteigerfriedhof

Johnsbach ist eines der Bergsteigerdörfer des Alpenvereins. Das Netzwerk vergibt diese Auszeichnung an kleine Orte, die auf neue Seilbahnen und Skipisten verzichten und auf muskelbetriebenen Alpinismus setzen. Hinter einer engen Klamm weitet sich das Johnsbachtal zu einem Wiesenboden mit verstreuten Höfen. Es gibt Gasthäuser, kleine Quartiere und direkte Zustiege zur Heßhütte und in die Hochtorgruppe, aber kein Nachtleben und keinen Lift.

Ein stiller, aber eindrücklicher Ort ist der Bergsteigerfriedhof bei der Kirche. Die Liste der am Berg Verunglückten wird seit 1810 geführt und enthält Hunderte Namen. Hier liegen auch bekannte Kletterer wie Gustav Jahn, Fritz Schmid und Hubert Peterka. Wer hier kurz innehält, versteht, dass die Gesäusewände keine Kulisse sind, sondern ernstes Gelände.

Stift Admont: die größte Klosterbibliothek der Welt

Das Benediktinerstift Admont wurde 1074 gegründet und prägt den Ort bis heute. Sein bekanntester Raum ist der barocke Bibliothekssaal, der als weltweit größter klösterlicher Büchersaal gilt: 70 Meter lang, 14 Meter breit und rund 13 Meter hoch, fertiggestellt 1776 nach Plänen von Josef Hueber. Die Deckenfresken malte Bartolomeo Altomonte, die Skulpturengruppe „Die vier letzten Dinge“ stammt von Josef Thaddäus Stammel.

Im Saal stehen rund 70.000 Bände, der gesamte Bestand des Stiftes umfasst etwa 200.000 Bände, darunter über 1.400 Handschriften. Museum und Bibliothek sind 2026 vom 19. März bis 20. Dezember geöffnet. Von Juni bis September gelten Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr, in den übrigen Monaten Mittwoch bis Sonntag von 10:30 bis 15:30 Uhr. Gruppen ab 15 Personen müssen schriftlich reservieren. Admont liegt an der Buslinie aus Liezen, das Stift erreichst du also gut ohne Auto.

Ein praktischer Tipp: Kombiniere den Besuch mit einem Regentag. Wenn die Wände im Nebel stecken, ist die Bibliothek der beste Ort der Region.

Wasser im Gesäuse: Enns, Salza, Wasserlochklamm und Kläfferquelle

Östlich und südlich des Nationalparks schließt der Natur- und Geopark Steirische Eisenwurzen an. Der Naturpark wurde 1996 gegründet, umfasst 586 km² in den Gemeinden Altenmarkt, St. Gallen, Landl und Wildalpen und wurde 2002 als European Geopark ausgezeichnet. Heute gehört er zum Netzwerk der UNESCO Global Geoparks. Seine Schluchten, Höhlen und Konglomeratfelsen erzählen die Erdgeschichte der Nordalpen.

Wasserlochklamm Palfau

Die Wasserlochklamm bei Palfau (Gemeinde Landl) ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Region. Über Holzstiegen, Brücken und eine Hängebrücke gehst du an fünf Wasserfällen vorbei hinauf, mit Blick auf die Salza. Der Weg ist für Kinder geeignet, mit dem Kinderwagen aber nicht machbar. Die Klamm ist üblicherweise von Mitte April bis Ende Oktober geöffnet, die aktuellen Zeiten und Preise findest du auf wasserlochklamm.at.

Salza und Enns: Wildwasser mit Rücksicht

Die Salza zwischen Wildalpen und Palfau ist eines der bekanntesten Wildwasserreviere Österreichs, auch die Enns im Gesäuse wird mit Raft und Kajak befahren. Im Nationalpark sind Enns und Johnsbach nur an ausgewiesenen Bereichen frei zugänglich. Wenn du keine eigene Erfahrung hast, buche eine geführte Tour bei einem der Raftingbetriebe der Region, die die lokalen Regeln und Wasserstände kennen.

Kläfferquelle und Wiener Wasser in Wildalpen

Wildalpen ist der Ort, aus dem ein großer Teil des Wiener Trinkwassers kommt. Die Kläfferquelle rund 14 Kilometer vom Ort entfernt am Nordhang des Hochschwab schüttet bei der Schneeschmelze bis zu 10.000 Liter pro Sekunde. Über die II. Wiener Hochquellenleitung fließen täglich bis zu 217 Millionen Liter nach Wien, rund 36 Stunden lang und mit 360 Metern Gefälle. Das Museum HochQuellenWasser in Wildalpen erklärt die Geschichte dieser Leitung. Für Wiener ist das ein guter Grund, einmal zu sehen, woher das Wasser aus dem eigenen Hahn kommt.

Moor Pürgschachen: Ramsar-Gebiet bei Ardning

Westlich des Gesäuseeingangs, im Ennstal bei Ardning, liegt das Pürgschachen-Moor. Auf 62 Hektar ist hier der Rest der einst großflächigen Ennstaler Moore erhalten. Laut Umweltministerium ist es das größte noch weitgehend intakte Talboden-Hochmoor Österreichs. Seit 1991 steht es unter dem Schutz der Ramsar-Konvention für Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung und ist außerdem Natura-2000-Gebiet.

Typisch sind Torfmoose, niedrige Latschen, Sonnentau, Moosbeere und Wollgras, dazu seltene Schmetterlinge wie der Hochmoorgelbling. Informationen zum Besuch und zu Führungen gibt der Moorschutzverein Pürgschachen. Das Moor ist ein guter Kontrast zum Felsgesäuse: flach, still und nur auf den zweiten Blick spektakulär.

Winter im Gesäuse: Skitouren statt Skizirkus

Wer im Gesäuse Skiurlaub mit großem Pistennetz sucht, ist hier falsch. Das einzige Skigebiet ist die Kaiserau oberhalb von Admont, ein Familienskiberg mit rund 2,5 km Pisten und fünf Liften zwischen 1.130 und 1.370 m. Für die Saison 2026/27 sind laut skiresort.info der 25. Dezember bis 14. März und ein Tagesticket um 38 Euro angegeben. Für Kinder und Einsteiger ist das ideal, für geübte Skifahrer eher ein halber Tag.

Die eigentliche Stärke des Gesäuse-Winters sind Skitouren und Schneeschuhwanderungen. Im Nationalpark gilt dabei besondere Rücksicht: Wildtiere sind im Winter auf Ruhe angewiesen, jede Flucht durch tiefen Schnee kostet sie Energie. Halte dich an die empfohlenen Routen, informiere dich über den Lawinenwarndienst Steiermark und meide Dämmerung und Nacht. Viele Hütten sind im Winter geschlossen, einige haben einen Winterraum, etwa die Heßhütte.

Nachhaltig übernachten: was belegt ist und was nicht

Die Alpenregion Nationalpark Gesäuse ist keine zertifizierte Umweltzeichen-Destination. Auf der Liste von umweltzeichen.at steht aus der Steiermark derzeit nur das Ausseerland Salzkammergut. Der Nationalpark selbst ist ein strenges Schutzgebiet, aber das ersetzt keine Zertifizierung der Betriebe.

Laut umweltzeichen-hotels.at sind in der Region unter anderem das Hotel Spirodom Admont und der Bio-Bauernhof Laussabauer am Rand des Nationalparks mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet. Prüfe vor der Buchung auf umweltzeichen.at, ob das Zertifikat noch gültig ist, denn Zertifizierungen laufen aus und werden erneuert.

Eine besondere Unterkunft ist der Campingplatz Forstgarten in Gstatterboden. Er wird von den Steiermärkischen Landesforsten betrieben, liegt wenige Gehminuten vom Bahnhalt entfernt und ist der einzige Ort im Nationalpark, an dem du zelten darfst. Von hier erreichst du mehrere Schutzhütten zu Fuß. Die Landesforste vermieten außerdem einfache Jagd- und Almhütten wie die Hochscheibenalm oder die Neuburgalm.

Häufige Fragen zum Gesäuse

Kann ich das Gesäuse ohne Auto besuchen?

Ja, aber plane nach Wochentag. An Samstagen, Sonn- und Feiertagen fahren 2026 drei direkte Züge ab Wien bis Gstatterboden und weiter nach Selzthal. Unter der Woche fährst du mit Zug nach Liezen und mit dem Bus nach Admont. Vor Ort hilft das Gesäuse Sammeltaxi, das du mindestens eine Stunde vorher telefonisch bestellst.

Gibt es eine Gästekarte mit kostenlosen Bussen oder Bergbahnen?

Eine regionsweite Gästekarte mit Gratisbus haben wir für das Gesäuse nicht gefunden. Bergbahnen gibt es im Nationalpark keine, das Sammeltaxi ist kostenpflichtig. Frag bei deiner Unterkunft nach, ob sie Abholungen vom Bahnhof anbietet.

Wie groß ist der Nationalpark Gesäuse?

Die Nationalparkverwaltung nennt rund 12.000 Hektar. Der Park wurde am 26. Oktober 2002 eröffnet, ist von der IUCN als Kategorie-II-Schutzgebiet anerkannt und wurde 2023 um 113 Hektar erweitert. Rund 98,5 % der Fläche gehören dem Land Steiermark.

Wann hat die Stiftsbibliothek Admont geöffnet?

2026 vom 19. März bis 20. Dezember. Von Juni bis September Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr, sonst Mittwoch bis Sonntag von 10:30 bis 15:30 Uhr. Von 21. Dezember bis 10. Jänner ist geschlossen.

Ist das Gesäuse für Familien geeignet?

Ja, wenn du die richtigen Ziele wählst. Weidendom, die Themenwege im Tal, die Wasserlochklamm und der Familienskiberg Kaiserau sind gut machbar. Die großen Hüttenanstiege und der Peternpfad sind dagegen nichts für kleine Kinder.

Darf ich im Nationalpark zelten?

Nein. Zelten und Übernachten im Freien sind im Nationalpark verboten. Erlaubt ist Camping nur am Campingplatz Forstgarten in Gstatterboden, der ausdrücklich dafür vorgesehen ist.

So planst du deinen Aufenthalt

Das Gesäuse ist keine Region für eine schnelle Runde mit Seilbahn und Aussichtsplattform. Es belohnt dich, wenn du Zeit, Kondition und etwas Planung mitbringst. Die Stärken sind echte Wildnis im Nationalpark, eine unverbaute Enns, die Stiftsbibliothek in Admont und ein Bergsteigerdorf ohne Liftanlagen. Die Schwächen sind ebenso klar: kein täglicher Zugverkehr durch die Schlucht, keine Gästekarte mit Gratisbus, keine Destinations-Zertifizierung und volle Parkplätze an Sommerwochenenden.

Ein Wochenende ohne Auto, ein Vorschlag: Am Samstag reist du mit dem Direktzug ab Wien nach Gstatterboden und schaust im Pavillon vorbei. Von dort steigst du über den Wasserfallweg zur Heßhütte auf oder fährst, einfacher, mit dem Sammeltaxi nach Johnsbach und gehst von dort hinauf. Am Sonntag steigst du nach Johnsbach ab, nimmst das Sammeltaxi nach Admont und besuchst die Stiftsbibliothek, die sonntags geöffnet hat. Zurück geht es mit dem Bus nach Liezen und weiter mit dem Zug. Wer lieber zeltet, übernachtet stattdessen am Campingplatz Forstgarten.

Offizielle Infos: nationalpark-gesaeuse.at (Nationalpark, Anreise, Wegzustände) · steiermark.com/gesaeuse (Tourismusverband Gesäuse) · stiftadmont.at (Öffnungszeiten Stift) · eisenwurzen.com (Natur- und Geopark) · verbundlinie.at und oebb.at (Fahrpläne) · umweltzeichen.at (zertifizierte Betriebe)

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Quellen: Nationalpark Gesäuse GmbH, nationalpark-gesaeuse.at (Zahlen & Fakten 2024, Anreise, Pavillon, Weidendom, Aktivitäten, Sammeltaxi-Infoblatt 2025) | Nationalparks Austria, nationalparksaustria.at (Nationalpark Gesäuse, Erweiterung 2023) | Land Steiermark, verwaltung.steiermark.at (Nationalpark Gesäuse, Zonen, Natura 2000) | bmluk.gv.at (Nationalpark Gesäuse, Ramsar-Gebiet Pürgschachen) | Tourismusverband Gesäuse, steiermark.com (Orte, Sammeltaxi 2026) | Verein Bahn zum Berg (Zugangebot 2026) | Stift Admont, stiftadmont.at (Öffnungszeiten 2026) | Wikipedia (Stiftsbibliothek Admont, Natur- und Geopark Steirische Eisenwurzen) | Stadt Wien, wien.gv.at (Kläfferquelle) | bergsteigerdoerfer.org (Johnsbach) | alpenvereinaktiv.com (Heßhütte, Haindlkarhütte) | luchstrail.at | wasserlochklamm.at | skiresort.info (Kaiserau) | umweltzeichen.at und umweltzeichen-hotels.at | landesforste.at

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