Nachhaltiger Urlaub im Bregenzerwald: Tipps für umweltbewusste Reisende
Stell dir vor: Du stehst auf einer Alm im Bregenzerwald, vor dir dampft eine Jause mit Bergkäse, der noch am Vormittag in der Sennerei nebenan gerührt wurde. Kein Skilift dröhnt, nur Kuhglocken und der Blick auf die Kanisfluh. Genau das macht den Bregenzerwald aus: eine Region in Vorarlberg, in der 13.000 Milchkühe, über 160 Betriebe der Käsestraße und eine jahrhundertealte Bautradition den Takt vorgeben – nicht der Massentourismus.

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Beste Reisezeit im Bregenzerwald
Von Juni bis September zeigt sich der Bregenzerwald von seiner grünsten Seite: Die Almen sind bestoßen, und du kannst zwischen sanften Talwanderungen und Gipfeltouren auf Kanisfluh oder Diedamskopf wählen. Juli und August bringen die wärmsten Tage, in den Höhenlagen bleibt es angenehm mild – ideal für Wanderungen mit Kindern oder längere Bergtouren, je nach Kondition.
Ein Hinweis für die Zwischensaison: Im Frühjahr liegt auf höher gelegenen Wegen oft noch Restschnee, und einzelne Bergbahnen sowie Hütten haben zwischen den Saisonen geschlossen. Informier dich vor einer Tour am besten direkt bei der Bregenzerwald Tourismus GmbH oder der jeweiligen Bergbahn.
Zwischen Dezember und März übernimmt der Winter das Tal. Das Skigebiet Damüls-Mellau-Faschina reicht von 704 bis 2.015 Meter, der Diedamskopf erreicht 2.090 Meter. Wie nass der Bregenzerwald ist, zeigt das Bödele bei Schwarzenberg: Mit 2.366 Millimetern Jahresniederschlag fällt dort so viel wie nirgends sonst in Vorarlberg. Wer es ruhiger mag, reist in den Schulterzeiten – im späten Frühling oder Frühherbst, wenn die Wege noch nicht überlaufen, aber gut erreichbar sind.
Anreise & Mobilität vor Ort
Aus Deutschland, der Schweiz und ganz Österreich erreichst du den Bregenzerwald am besten über den Bahnhof Bregenz – von Wien, München oder Zürich aus mit direkten oder gut getakteten Zugverbindungen. Von Bregenz übernimmt die Buslinie 840: Sie fährt über Wolfurt und Egg nach Bezau und weiter bis Schoppernau. Ab Au bringt dich die Linie 851 nach Damüls, ab Schoppernau die Linie 852 nach Warth. Damit erreichst du die wichtigsten Wälder-Gemeinden ganz ohne eigenes Auto.
Wer zwischen 1. Mai und 31. Oktober anreist und mindestens drei Nächte in einer Partnergemeinde bleibt, bekommt die Gäste-Card Bregenzerwald & Großes Walsertal kostenlos. Sie gilt von der An- bis zur Abreise und ist im Sommer ein echtes Schwergewicht: Bus und Bahn im Vorarlberger Netz – die Bahn reicht bis zu den Grenzbahnhöfen St. Anton am Arlberg, Lindau, St. Margrethen und Nendeln –, dazu freier Eintritt in sieben Bergbahnen (Sonntag, Faschina, Damüls, Diedamskopf und Au-Schoppernau, Bezau, Steffisalp-Express in Warth-Schröcken und Mellaubahn) sowie in sieben Freibäder (Au, Bezau, Egg, Hittisau, Mellau, Schoppernau und Schwarzenberg). Nicht enthalten sind Wander- und Shuttlebusse, der öffentliche Verkehr im Kleinwalsertal, Mautgebühren sowie die Mitnahme von Hunden und Fahrrädern. Im Frühling und Herbst laufen einzelne Bergbahnen eingeschränkt oder nur am Wochenende. Die Gäste-Card gilt für die Sommersaison – frag für den Winter direkt bei deiner Unterkunft nach den aktuellen Regeln.
Wenn du dein eigenes Rad oder E-Bike mitbringst, lohnt sich ein Blick auf die Fahrradbusse im Bregenzerwald (Radbuslinien 8R1 und 8R2). Sie fahren im Sommer von Donnerstag bis Sonntag, laut Regionalentwicklung von Anfang Juni bis Ende September, und der Anhänger fasst 20 Räder, E-Bikes eingeschlossen. Du brauchst zusätzlich zum Busticket ein Fahrrad-Tagesticket (2025: 8 Euro) – die Gäste-Card deckt Fahrräder nicht ab. Aktuelle Fahrpläne und Preise findest du bei VMOBIL.
Aktivitäten in der Region Bregenzerwald
Du suchst echte Landschaft statt Après-Ski-Trubel? Im Bregenzerwald findest du sie: stille Moore, Sennereien mit offener Tür, ein dichtes Wanderwegenetz und Dörfer, deren Holzhäuser seit Jahrhunderten von handwerklichem Können erzählen. Genießer, Familien und Aktivurlauber kommen hier auf ihre je eigene Art auf ihre Kosten.
Naturschutzgebiete: Witmoos, Fohramoos & Co.
Der Bregenzerwald ist reich an Moor- und Feuchtgebieten, die als Europaschutzgebiete besonders geschützt sind – darunter Witmoos, Fohramoos, die Bregenzerachschlucht und Unter der Winterstaude. Dazu kommen ausgewiesene Naturschutzgebiete wie Rossbad, Farnacher Moos, Kojen-Moos, Hirschberg und Auer Ried. Wo Moore für Besucher erschlossen sind, erklären dir Wege und Tafeln oft, wie ein Hochmoor über Jahrtausende entsteht.
Nicht weit entfernt liegt der Naturpark Nagelfluhkette mit rund 15.410 Hektar – der erste grenzüberschreitende Naturpark zwischen Deutschland und Österreich. Südlich schließt der Biosphärenpark Großes Walsertal mit rund 19.231 Hektar an, seit November 2000 ein UNESCO-Biosphärenpark. Auch die Bregenzerachschlucht ist als Europaschutzgebiet ausgewiesen.
Bleib auf den markierten Wegen, wenn du diese Gebiete besuchst – Moore wachsen nur sehr langsam und reagieren empfindlich auf Trittbelastung. Gerade im Frühsommer brauchen die Lebensräume Ruhe, damit sich seltene Tier- und Pflanzenarten ungestört entwickeln können.
Sommer im Bregenzerwald
Zu Gast bei den Sennereien
Über 160 Betriebe – Landwirte, Käser, Gastronomen und Handwerker – gehören zur Käsestraße Bregenzerwald, einem Zusammenschluss, den es seit 1998 gibt. Du kannst Betriebe besuchen, direkt vor Ort kosten und erfährst, warum der Bregenzerwald als größte zusammenhängende silofreie Region der EU gilt. Die Dreistufenlandwirtschaft aus Tal, Maiensäss und Alpe wird seit 2011 als immaterielles UNESCO-Kulturerbe geführt.
Besonders eindrücklich wird das Prinzip der Dreistufenlandwirtschaft im Frühsommer und Frühherbst, wenn das Vieh von den Heimgütern im Tal auf die Vorsäße in mittlerer Höhenlage und schließlich auf die Hochalpen zieht – und im Herbst denselben Weg wieder zurück. Die Alpsaison dauert nur drei bis vier Monate, deshalb ist Alpkäse eine saisonale Spezialität in begrenzter Menge. Wer den herbstlichen Alpabtrieb miterlebt, bei dem die geschmückten Kühe unter Glockengeläut zu Tal ziehen, bekommt einen der emotionalsten Momente des bäuerlichen Jahreskreises im Bregenzerwald mit.
Wandern durch Moore und Wälder
Vom sanften Spaziergang zum Fohramoos bis zur Gipfeltour auf die Kanisfluh: Das Wanderwegenetz im Bregenzerwald bietet für jede Kondition die passende Route. Themenwege führen dich an Sennereien und Handwerksbetrieben vorbei, und Moorwege kommen fast ohne Höhenmeter aus – ideal, wenn du es an einem Urlaubstag ruhig angehen willst. Wer lieber in Begleitung unterwegs ist, findet im Programm der Region geführte Kräuterwanderungen und Touren mit Verkostung – meist mit deutlich mehr Hintergrundwissen, als eine Karte allein vermitteln kann.
Mit dem Rad durch die Wälder-Dörfer
Die Wälder-Dörfer entlang der Bregenzerach lassen sich gut mit dem Rad oder E-Bike verbinden. Wenn dir ein Anstieg zu viel wird, hilft der Fahrradbus (Details im Abschnitt zur Anreise), sodass sich auch längere Etappen ohne Auto planen lassen.
Diedamskopf: Aussicht auf 300 Gipfel
Auf 2.090 Metern liegt der Diedamskopf oberhalb von Au und Schoppernau – bei klarer Sicht reicht der Blick über rund 300 umliegende Gipfel bis zum Bodensee. Am Gipfel gibt es ein Panoramarestaurant mit Sonnenterrasse und regionaler Küche, und in der Bergstation auf 2.020 Metern das Schoppiland: ein wetterunabhängiger Indoor-Spielbereich zum Klettern, Rutschen und Hüpfen, geöffnet, solange die Bahn läuft – praktisch, wenn sich das Wetter mal von seiner launischen Seite zeigt.

Baukultur zum Anfassen
Die Auer Zunft, 1651 von Michael Beer in Au gegründet, vereinte Bauleute, Bildhauer und Zimmerleute. Ihre Mitglieder erhielten etwa 60 Prozent von mehr als 700 großen Bauaufträgen in Vorarlberg und bauten rund 600 Barockkirchen und Klöster mit. An diese Handwerkstradition knüpft die Neue Vorarlberger Bauschule mit klaren Linien und heimischem Holz an – sichtbar etwa im von Peter Zumthor gestalteten Werkraumhaus in Andelsbuch. Der 1999 gegründete Werkraum Bregenzerwald vereint Handwerks-, Design- und Technikbetriebe der Region; das Haus gewann 2014 und 2015 den Österreichischen Bauherrenpreis.
Wer sich für diese Bautradition interessiert, findet in vielen Wälder-Dörfern historische Bregenzerwälderhäuser – ein Spaziergang durch die Ortskerne zeigt dir, wie Tradition und die Bauten der Neuen Vorarlberger Bauschule nebeneinander bestehen, ohne sich zu widersprechen.
Winter im Bregenzerwald
Skifahren zwischen Damüls und Mellau
Das Skigebiet Damüls-Mellau-Faschina verbindet die drei Orte auf 109 Pistenkilometern mit 28 Liften. Rund 36 Kilometer sind leicht, gut 50 mittelschwer und knapp 23 schwer, dazu kommen 11 Skirouten. Familien, Genießer und sportliche Skifahrer finden hier gleichermaßen ihr Terrain.
Diedamskopf: Weitblick über den Winterwald
Auch im Winter lohnt sich die Fahrt auf den Diedamskopf (2.090 Meter): Das Skigebiet bei Au-Schoppernau setzt auf gut präparierte Naturschneepisten, die erfahrene Skifahrer genauso ansprechen wie Familien. Der Weitblick über die verschneiten Wälder-Täler reicht bei klarer Sicht bis zum Bodensee.
Winterwandern und Schneeschuhtouren
Abseits der Pisten erwarten dich zahlreiche geräumte Winterwanderwege und Schneeschuhrouten durch die Wälder-Täler. Achte dabei auf ausgewiesene Routen und Wildruhezonen – gerade im Winter sind Birkhuhn, Reh und Gams auf ungestörte Rückzugsorte angewiesen. Wer die winterliche Bergwelt noch intensiver erleben will, bucht eine geführte Tour bei einem einheimischen Berg- oder Schneeschuhführer.
Rodeln für die ganze Familie
Für Familien mit Kindern gehört eine Rodelpartie zum Winter im Bregenzerwald einfach dazu. Die Naturrodelbahn an der Seilbahn Bezau ist über drei Kilometer lang, die Bahn in Schröcken misst zwei Kilometer und die Escha-Bahn in Bizau rund 1,2 Kilometer. Wer es kürzer und kinderfreundlich mag, findet in Schwarzenberg am Bödele zwei eigene Rodelbahnen für Kinder mit 400 beziehungsweise 100 Metern Länge.
Für Familien im Bregenzerwald
Der Bregenzerwald ist von Grund auf ein Bauernland – das merken auch Kinder sofort. Bei Besuchen auf Sennereien und Höfen der Käsestraße erleben sie, wie aus Milch Käse wird. Am Diedamskopf wartet mit dem Schoppiland auf 2.020 Metern ein Indoor-Spielbereich für Schlechtwettertage, und die historische Bregenzerwaldbahn – das „Wälderbähnle“ – zwischen Bezau und Schwarzenberg ist für viele Kinder ein Erlebnis für sich.
Kulturell bietet das Frauenmuseum Hittisau, das 2000 eröffnet wurde und das bisher einzige Frauenmuseum Österreichs ist, auch für ältere Kinder und Jugendliche spannende Anknüpfungspunkte, ebenso das Angelika-Kauffmann-Museum in Schwarzenberg oder das Barockbaumeister-Museum in Au. So findet praktisch jede Altersgruppe im Bregenzerwald ihren eigenen Zugang zur Region.
Für einen ruhigen Familientag lohnt sich außerdem eine der Badeseen oder eines der sieben Freibäder der Region (Au, Bezau, Egg, Hittisau, Mellau, Schoppernau, Schwarzenberg) – mit der Gäste-Card ist der Eintritt im Sommer frei. Die Freibäder öffnen meist von Ende Mai bis Anfang September, abhängig vom Wetter. Und wer mit Kindern Bahn spielen will, fährt mit dem „Wälderbähnle“: Es läuft auf einem Rest der 35,3 Kilometer langen Strecke Bregenz–Bezau, die von 1902 bis 1983 in Betrieb war – heute sind es rund fünf Kilometer von Bezau nach Schwarzenberg.

Regionale Kulinarik: Die Käsestraße Bregenzerwald
Käse hat im Bregenzerwald Tradition und Gewicht – im wahrsten Sinn: Im Käsekeller in Lingenau, der nach Eigenangabe der Käsestraße der größte Käsekeller Europas ist, reifen rund 50.800 Laibe. Die Genusswelt im Käsekeller hat von 1. April bis 31. Oktober Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 17 Uhr geöffnet, im Winter etwas kürzer; Verkostungen kannst du online buchen. Über 1.000 bäuerliche Betriebe mit rund 13.000 Milchkühen liefern laut Landwirtschaftsministerium über 45 Millionen Kilogramm Milch im Jahr – die Basis für rund 5.000 Tonnen Käse. Der Vorarlberger Bergkäse trägt die EU-geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.); sein Herkunftsgebiet umfasst neben dem Bregenzerwald auch das Große und Kleine Walsertal, das Leiblachtal und das Rheintal.

Entlang der Käsestraße Bregenzerwald findest du Sennereien, Hofläden und Gasthäuser, die auf silofreie Milch und regionale Wertschöpfung setzen. Im Alpsommer-Programm der Käsestraße gibt es geführte Wanderungen, Verkostungen und Alpbrunch; jedes Jahr im September findet in Schwarzenberg außerdem die Vorarlberger Käseprämierung statt, die es seit 1993 gibt. Der Erlebnis-Guide auf kaesestrasse.at hilft dir, Betriebe entlang deiner Route zu finden.
Silofrei bedeutet: Es wird keine Silage gefüttert, die Kühe fressen Gras und Heu. Für den Vorarlberger Bergkäse g.U. dürfen nur Betriebe liefern, die überwiegend Grünlandwirtschaft ohne Silage betreiben, und die Milch wird am selben Tag verarbeitet. Laut Landwirtschaftsministerium produzieren in der EU nur noch rund drei Prozent der Bauern silofreie Milch – im Bregenzerwald ist es der Normalfall.
Nachhaltig unterwegs im Bregenzerwald
Ehrlich gesagt: Als Destination trägt der Bregenzerwald das Österreichische Umweltzeichen noch nicht. Die Bregenzerwald Tourismus GmbH ist Projektpartnerin im Projekt „Das Österreichische Umweltzeichen für nachhaltige Tourismus Destinationen“, in der Liste der ausgezeichneten Destinationen taucht die Region aber nicht auf – anders als das benachbarte Montafon, das das Zeichen seit Dezember 2024 trägt. Die Tourismusorganisation nennt eigene Nachhaltigkeitsprojekte, darunter die Gäste-Card, den ÖPNV Bregenzerwald, die Arbeitsgruppe Nachhaltige Mobilität, KLAR! Vorderwald-Egg und die Energieregion Vorderwald. Darüber hinaus zeigt sich Nachhaltigkeit im Bregenzerwald vor allem dort, wo sie am längsten gewachsen ist: in der silofreien Landwirtschaft, der regionalen Wertschöpfung der Käsestraße und einer lebendigen Handwerkskultur.
Auch bei Anreise und Mobilität tut sich einiges: Mit der Gäste-Card fährst du im Sommer kostenlos mit Bus und Bahn im Vorarlberger Netz, und die Buslinie 840 verbindet Bregenz mit Egg, Bezau und Schoppernau. Nicht jeder Betrieb im Tal trägt ein offizielles Nachhaltigkeits-Label wie das Österreichische Umweltzeichen oder eine Bio-Zertifizierung – frag bei deiner Unterkunft ruhig nach, welche Maßnahmen sie konkret umsetzt.
Auch als Tagesausflügler mit dem eigenen Rad kommst du klimafreundlich vorwärts: Der Fahrradbus spart dir mühsame Anstiege und lässt dich die Wälder-Dörfer trotzdem aus eigener Kraft erkunden. Und wer sich für die traditionelle Dreistufenlandwirtschaft interessiert – den saisonalen Wechsel zwischen Heimgut, Vorsäß und Alpe –, findet bei den Betrieben der Käsestraße direkte Gespräche mit den Landwirtinnen und Landwirten, die diese Wirtschaftsweise am Leben halten.
Damit dein Aufenthalt der Region und ihren Menschen zugutekommt, die wichtigsten Punkte auf einen Blick:
- Reise mit Bahn bis Bregenz und weiter mit der Buslinie 840 an – mit der Gäste-Card fährst du im Sommer kostenlos.
- Bleib in den Europa- und Naturschutzgebieten wie Witmoos, Fohramoos oder dem Naturpark Nagelfluhkette auf den markierten Wegen.
- Besuch Sennereien der Käsestraße Bregenzerwald direkt vor Ort – so kommt dein Geld unmittelbar bei den Landwirtschaftsbetrieben an.
- Frag bei deiner Unterkunft nach Zertifizierungen wie dem Österreichischen Umweltzeichen – der Bregenzerwald ist Projektpartner im Umweltzeichen-Destinationenprojekt, aber als Destination noch nicht zertifiziert.
- Genieß Vorarlberger Bergkäse (g.U.) und andere Produkte aus der Dreistufenlandwirtschaft, die seit 2011 als immaterielles UNESCO-Kulturerbe geführt wird.
Häufige Fragen zum Bregenzerwald
Wie reise ich am nachhaltigsten in den Bregenzerwald an?
Am umweltfreundlichsten kommst du mit der Bahn bis Bregenz und wechselst dort auf die Buslinie 840, die über Wolfurt und Egg nach Bezau und bis Schoppernau führt. Mit der Gäste-Card fährst du im Sommer kostenlos im Vorarlberger Netz. Bringst du dein Rad mit, kannst du zusätzlich die Fahrradbusse nutzen: Sie fahren im Sommer von Donnerstag bis Sonntag, laut Regionalentwicklung von Anfang Juni bis Ende September, und du brauchst dafür ein Fahrrad-Tagesticket.
Wann ist die beste Reisezeit für den Bregenzerwald?
Für Wanderungen und Käsewanderungen eignen sich die Monate Juni bis September am besten, für Wintersport die Zeit von Dezember bis März. Wer Ruhe sucht, kommt in den Schulterzeiten im späten Frühling oder Frühherbst, sollte dann aber mit Restschnee auf höheren Wegen und eingeschränkten Öffnungszeiten einzelner Bergbahnen rechnen.
Ist der Bregenzerwald familienfreundlich?
Ja. Sennerei-Besuche, das Schoppiland am Diedamskopf und die historische Bregenzerwaldbahn bieten Angebote für unterschiedliche Altersgruppen – dazu kommt das Frauenmuseum Hittisau. Im Winter gibt es die über drei Kilometer lange Rodelbahn an der Seilbahn Bezau sowie zwei Kinder-Rodelbahnen in Schwarzenberg am Bödele mit 400 und 100 Metern Länge.
Ist der Bregenzerwald eine zertifizierte nachhaltige Destination?
Noch nicht: Die Bregenzerwald Tourismus GmbH ist Projektpartnerin im Projekt für das Österreichische Umweltzeichen für nachhaltige Tourismus-Destinationen, in der Liste der ausgezeichneten Destinationen steht die Region aber nicht – anders als das Montafon, das das Zeichen seit Dezember 2024 trägt. Die Region setzt traditionell auf silofreie Landwirtschaft, regionale Wertschöpfung über die Käsestraße und eine lebendige Handwerkskultur. Einzelne Betriebe im Tal tragen bereits eigene Nachhaltigkeits-Labels – ein Blick auf die jeweilige Unterkunfts-Website oder eine kurze Nachfrage lohnt sich.
Was bringt mir die Gäste-Card Bregenzerwald & Großes Walsertal?
Ab drei Nächten in einer Partnergemeinde erhältst du sie kostenlos, wenn du zwischen 1. Mai und 31. Oktober anreist. Damit fährst du im Sommer mit Bus und Bahn im Vorarlberger Netz und nutzt sieben Bergbahnen sowie sieben Freibäder gratis. Nicht enthalten sind Wander- und Shuttlebusse, Mautgebühren sowie die Mitnahme von Hunden und Fahrrädern. Für den Winter frag bei deiner Unterkunft nach.
Was ist die Käsestraße Bregenzerwald?
Ein 1998 gegründeter Zusammenschluss von über 160 Betrieben – Landwirte, Käser, Gastronomen und Handwerker. Du kannst Betriebe besuchen, beim Käsen mehr über die Herstellung erfahren und regionale Produkte direkt vor Ort verkosten. Eine Verkostung im Käsekeller Lingenau kannst du online buchen.
Welche Naturschutzgebiete gibt es im Bregenzerwald?
Zu den bekanntesten zählen die Europaschutzgebiete Witmoos, Fohramoos und die Bregenzerachschlucht sowie die Naturschutzgebiete Rossbad, Farnacher Moos und Kojen-Moos. Nicht weit entfernt liegen außerdem der Naturpark Nagelfluhkette und der Biosphärenpark Großes Walsertal. Bleib auf den markierten Wegen, damit die empfindlichen Moorlebensräume erhalten bleiben.
Welche Skigebiete gibt es im Bregenzerwald?
Die wichtigsten sind Damüls-Mellau-Faschina mit 109 Pistenkilometern und 28 Liften sowie der Diedamskopf auf 2.090 Metern. Beide liegen im Bregenzerwald beziehungsweise an dessen Rand und bieten Pisten für unterschiedliche Ansprüche; Winterwanderwege und Rodelbahnen findest du abseits des Skibetriebs.
Dein nachhaltiger Urlaub im Bregenzerwald
Ob Sennerei-Besuch mit Käseverkostung, Moorwanderung zum Fohramoos oder Skitag zwischen Damüls und Mellau – im Bregenzerwald triffst du auf eine Region, die ihre Nachhaltigkeit nicht erst für Touristen erfunden hat: mit silofreier Landwirtschaft, kurzen Wegen zwischen Alm und Teller und einer Buslinie, die dich ohne Auto durchs Tal bringt. Das Österreichische Umweltzeichen trägt die Destination noch nicht – das sagen wir dir lieber offen.
Was den Bregenzerwald von vielen anderen Alpenregionen unterscheidet, ist, wie sichtbar die Landwirtschaft im Alltag bleibt: Du siehst sie auf der Alm, schmeckst sie am Vorarlberger Bergkäse und erkennst sie an der Handwerkskultur, die die Region prägt. Das ist kein Marketing-Versprechen, sondern das Ergebnis einer Wirtschaftsweise, die seit Generationen so betrieben wird – lange bevor der Begriff Nachhaltigkeit in Reisekatalogen auftauchte. Lust bekommen? Weiter oben findest du aktuelle Beiträge aus der Region, und mit der Anreiseplanung per Bahn und Buslinie 840 kannst du gleich loslegen.
