Kitzbüheler Alpen – Brixental

Das Brixental kennen viele vom Durchfahren — auf dem Weg nach Kitzbühel. Dabei lohnt es sich, hier auszusteigen. Hopfgarten hat einen Bahnhof. Westendorf einen der besten Bikeparks der Alpen. Und Itter eine Burg mit einer der kuriosesten Geschichten des Zweiten Weltkriegs. Die SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental ist mit 284 km Pisten eines der größten Skigebiete Österreichs — und deutlich günstiger als das benachbarte Kitzbühel.

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Beste Reisezeit im Brixental

Winter (Anfang Dezember bis Ende März): Die SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental startet die Saison üblicherweise Anfang Dezember und läuft bis Ende März – für 2026/27 ist der Betrieb vom 5. Dezember 2026 bis 29. März 2027 angesetzt. Die Bahnen laufen je nach Talort unterschiedlich lang: In Hopfgarten, Itter, Söll und Westendorf sind die Talstationen durchgehend zugänglich, in Brixen bis 22 Uhr, in Scheffau bis 21 Uhr – die tatsächlichen Betriebszeiten der einzelnen Lifte weichen davon oft ab und lohnen vor der Anreise einen Blick auf skiwelt.at. Ein Punkt, den du bei der Gästekarte Brixental im Kopf behalten solltest: Kostenlos sind damit Bus und die ÖBB-Nahverkehrszüge zwischen Wörgl und Hochfilzen – Bergbahnen bekommst du damit nicht gratis, sondern nur mit bis zu 5 % Rabatt auf Einzelfahrten. Für die Piste brauchst du also weiterhin einen Skipass.

Sommer (Juni bis Anfang Oktober): Die Gondelbahnen für Bikepark und Wanderzugänge laufen von Anfang Juni bis in den Oktober hinein, mit den längsten Betriebszeiten im Hochsommer. Das ist die Saison für Choralpe, Filzalmsee und den Großen Rettenstein – Details zu den einzelnen Touren findest du weiter unten.

Zwischensaison: Mai und die Wochen vor Skisaisonstart (November/frühes Dezember) sind die ruhigsten und günstigsten Monate im Tal – allerdings mit Einschränkungen: Im Mai liegt auf höheren Routen oft noch Restschnee, und mehrere Gondeln sowie Almhütten haben noch geschlossen. September und Oktober sind der bessere Kompromiss: Wanderwege sind frei, die Herbstfärbung ist da, und es ist deutlich leerer als im Hochsommer. Informier dich vor einer Zwischensaison-Reise direkt bei der jeweiligen Bergbahn oder Tourismusinformation, welche Anlagen tatsächlich in Betrieb sind.

Anreise ins Brixental: Hopfgarten per Zug, Rest per Bus

Das Brixental verläuft parallel zum Inn, südlich des Haupttals. Der direkteste Öffi-Einstieg ist Hopfgarten im Brixental— eines der wenigen Dörfer der Kitzbüheler Alpen mit eigenem Bahnhof.

  • Wien → Hopfgarten: Railjet bis Wörgl (~4 Std.), S-Bahn S6 weiter nach Hopfgarten (~15 Min.) — Gesamtzeit ca. 4 Stunden 20 Minuten
  • Innsbruck → Hopfgarten: S-Bahn S6, ca. 45 Minuten, stündliche Verbindung
  • München → Hopfgarten: Zug bis Wörgl (~1 Std. 15 Min.), S-Bahn weiter — Gesamtzeit ca. 1 Stunde 30 Minuten
  • Salzburg → Hopfgarten: Regionalzug via Zell am See und Kitzbühel, ca. 1 Stunde 45 Minuten

Von Hopfgarten aus fahren Regionalbusse nach Brixen im Thale, Westendorf und Kelchsau. Im Winter ist der Busverkehr dichter; im Sommer solltest du Abfahrtszeiten vorab prüfen (vvt.at). Die Gästekarte Brixental inkludiert in den meisten Unterkünften die kostenlose Nutzung der Regionalbusse — frag beim Buchen danach.

Wer ganz ohne eigenes Auto anreist, kommt im Brixental überraschend gut zurecht: Skibusse und Regionalbusse decken die Hauptorte ab. Für Ausflüge in Seitentäler wie Kelchsau lohnt sich trotzdem ein Blick in den Fahrplan, weil die Taktung dort dünner ist als zwischen den Hauptorten.

Brixen und Westendorf: kein Bahnhof, aber Bus

Wer direkt nach Brixen im Thale (PLZ 6364) oder Westendorf (PLZ 6363) anreist, steigt in Hopfgarten aus und nimmt den Bus — ca. 10–15 Minuten. In der Skisaison gibt es auch direkte Skibus-Verbindungen von Wörgl ins Tal.

Die Dörfer des Brixentals: fünf Orte, ein Tal

Das Brixental umfasst fünf Gemeinden mit unterschiedlichem Charakter. Von belebt bis fast menschenleer ist hier für jeden Reisetyp etwas dabei, ohne dass du dazu das Tal verlassen musst:

Hopfgarten im Brixental (622 m, PLZ 6361): Das zugänglichste Dorf — Bahnhof, kompaktes Zentrum, Skigebiet direkt am Ort (SkiWelt-Einstieg Hörndlbahn). Preise für Unterkünfte deutlich unter Kitzbühel-Niveau. Traditionelle Tiroler Dorfstruktur mit Pfarrkirche (St. Jakob und Leonhard, barockes Innenleben). Für Familien mit Kindern ist das der pragmatischste Standort im ganzen Tal: kurze Wege zwischen Bahnhof, Skischule und Supermarkt, ohne dass du aufs Auto angewiesen bist.

Brixen im Thale (580 m, PLZ 6364): Kleinste und ruhigste Gemeinde im unteren Tal, gute Wanderbasis, SkiWelt-Einstieg am Hahnenkamm-Brixental-Lift. Familienfreundlich, kein Après-Ski-Betrieb. Wer abends Ruhe will und tagsüber trotzdem mitten im Skigebiet steht, ist hier richtig – dafür ist die Auswahl an Restaurants überschaubarer als in Westendorf.

Westendorf (800 m, PLZ 6363): Das bekannteste Dorf der Region — international vor allem durch den Bikepark Westendorf bekannt. Im Sommer Mountainbike-Destination, im Winter SkiWelt-Einstieg. Gondelbahn ganzjährig in Betrieb. Das bringt allerdings auch mehr Betrieb mit sich als in den Nachbardörfern: mehr Hotels, mehr Programm, aber in der Hauptsaison auch mehr Trubel.

Kelchsau (870 m): Seitental südlich des Haupttals, sehr ruhig, kaum Touristeninfrastruktur. Ideal für Wanderer, die abseits von Gondeln und Pisten unterwegs sein wollen. Keine Liftanlagen. Wer hier übernachtet, entscheidet sich bewusst gegen Skigebiets-Nähe und für Stille – die nächste Bushaltestelle mit Anschluss ans Tal liegt am Ortseingang.

Itter (706 m, PLZ 6305): Kleinstes Dorf mit der bemerkenswertesten Geschichte — dazu im Abschnitt Burg Itter mehr.

SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental: was es ist und was nicht

Die SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental verbindet die Brixental-Seite (Westendorf, Brixen, Hopfgarten) mit der Wilder-Kaiser-Seite (Ellmau, Going, Scheffau, Söll). Zusammen: 284 km Pisten, 90 Liftanlagen — eines der größten zusammenhängenden Skigebiete Österreichs.

Damit ist die SkiWelt deutlich größer als viele andere Tiroler Skigebiete — und deutlich günstiger als Ski Kitzbühel (305 km, aber höhere Tageskartenpreise). Ein Tagesskipass SkiWelt kostet ca. 55–65 € (2024/25) gegenüber 70–80 € in Kitzbühel. Für Familien mit mehreren Kinderpässen macht das einen erheblichen Unterschied. Rechne bei einer vierköpfigen Familie mit Kinderpässen über eine Woche schnell mit einem dreistelligen Eurobetrag, den du gegenüber Kitzbühel sparst – Geld, das sich zum Beispiel besser in ein zertifiziertes Umweltzeichen-Hotel investieren lässt als in den teureren Skipass.

Ehrliche Einordnung: Beschneiungsanlagen sind auf einem Großteil der Pisten aktiv. Ohne künstliche Beschneiung wären viele Talabfahrten in schneearmen Wintern nicht bespielbar. Das ist der gleiche Standard wie in den meisten alpinen Skigebieten — kein Alleinstellungsmerkmal in Sachen Nachhaltigkeit, aber auch keine schlechtere Bilanz als vergleichbare Regionen. Wenn dir Kompensation wichtig ist: Einzelne Unterkünfte im Tal bieten CO2-Kompensationsprogramme für die Anreise an – frag beim Buchen gezielt danach, statt dich auf pauschale „klimaneutral“-Werbeaussagen zu verlassen.

Wer den ökologischen Fußabdruck im Winter reduzieren will: Per Bahn bis Hopfgarten, Unterkunft mit Österreichischem Umweltzeichen, und Skitouren als Ergänzung oder Alternative.

Skitouren im Brixental

Das Gelände rund um den Großen Rettenstein (2,362 m) und die Choralpe sind klassische Skitourenziele. Aufstieg ab Westendorf oder Brixen, 3–4 Stunden auf den Großen Rettenstein, 1.500 Hm — für erfahrene Skiberggeher, Lawinenausrüstung und aktueller Lawinenlagebericht Pflicht (lawinenwarndienst.at). (Jänner–März)

Ein Punkt, der in der Praxis oft übergangen wird: Der bewaldete Übergangsbereich zwischen Pistenrand und freiem Skitourengelände ist Rückzugsraum für Rehe, Gämsen und Auerhühner – gerade im Winter, wenn Energiesparen für die Tiere überlebenswichtig ist. Ein offiziell ausgewiesenes Schutzgebiet gibt es im Brixental nicht, trotzdem gilt: Halte dich an markierte Routen, meide Waldstücke in der Dämmerung und lies vor der Tour die aktuellen Hinweise der Bergbahnen. Das kostet keine zusätzliche Zeit, macht aber einen Unterschied.

Langlaufen und Winterwandern im Brixental

Nicht jeder Wintertag im Brixental muss auf der Piste stattfinden. In Hopfgarten führt eine mittelschwere Loipe über das sonnige Penningberg-Plateau mit Blick auf die Hohe Salve, klassisch und skatend nutzbar. In Kelchsau liegt eine rund 6 Kilometer lange, leichte Rundloipe durchs Tal, vorbei an urigen Bauernhöfen – für Familien und Einsteiger gut geeignet. Geräumte Winterwanderwege gibt es in allen Talorten; sie sind kostenlos nutzbar und eine gute Alternative an Tagen mit wechselhaftem Wetter oder für Gäste ohne Skiausrüstung.

Bikepark Westendorf: der unterschätzte Sommer-Grund zu kommen

Der Bikepark Westendorf ist im Mountainbike-Segment europaweit bekannt — in der breiten Öffentlichkeit aber unterbewertet. Die Gondelbahn läuft im Sommer durch, das Streckennetz umfasst Trails für alle Schwierigkeitsgrade.

Was du hier findest:

  • Flow-Trails (blau): breite, kurvenreiche Strecken für Einsteiger und Familien
  • Technische Trails (rot/schwarz): enger, steiniger, mit Drops und Sprüngen
  • E-Bike-Ladestation am Talbahnhof und an der Mittelstation
  • Verleih vor Ort (Hardtail, Fully, E-Bike)

Die Gondelbahn macht auch halbstündige Ausflüge möglich — hinauffahren, hinunterfahren, nochmal. Für Familien mit Kindern ab ca. 10 Jahren gut geeignet (blaue Trails sind familientauglich). (Juni–Oktober)

Für Wanderer: Die Gondel bringt auch Nicht-Biker auf 1.600 m — von dort Weiterweg auf die Choralpe (1,741 m, 30 Min. vom Ausstieg, 140 Hm, leicht) oder entlang des Kamms Richtung Süden.

Wandern: Kelchsau, Choralpe und der stille Talabschluss

Das Wandernetz im Brixental ist weniger bekannt als das in Kitzbühel oder am Achensee — was es für Gäste, die Ruhe suchen, attraktiver macht. Markierungen und Wegweiser sind trotzdem auf dem gleichen Standard wie in den bekannteren Nachbarregionen – du verzichtest auf Infrastruktur, nicht auf Sicherheit.

Choralpe (1.741 m) — Mittelschwer

Ab Westendorf zu Fuß oder per Gondel bis zur Mittelstation, dann weiter auf die Choralpe. Vollständiger Aufstieg ab Westendorf (800 m): ca. 2,5 Stunden, 940 Hm, gut markiert, keine Kletterpassagen. Almhütte mit bewirtschafteter Jausen-Station am Gipfelbereich. Vom Gipfelbereich reicht der Blick bis zum Wilden Kaiser im Norden und den Kitzbüheler Bergen im Süden – ein Ziel, das auch mit Kindern ab etwa 8 Jahren gut machbar ist, wenn ihr die Gondel statt des vollständigen Aufstiegs nutzt. (Mai–Oktober)

Filzalmsee — Leicht, familiengerecht

Kleiner Bergsee über Hopfgarten, 1 Stunde Aufstieg (ab Buswendeplatz Penningberg), 300 Hm, kein technischer Anspruch — einer der schönsten kurzen Ausflüge im Tal für Familien mit Kindern unter 10 Jahren. Kleiner Naturbadeplatz am See, kein Gasthaus. Für den Rückweg lohnt sich ein Abstecher zum Penningberg selbst – dort gibt es einen kleinen Kinderspielplatz, praktisch, wenn die Wanderung mit müden Beinen endet. (Juni–September)

Kelchsau-Runde — Mittelschwer, ruhig

Das Kelchsau-Seitental endet in einer Alm-Hochfläche ohne Liftinfrastruktur. Rundwanderung ab Kelchsau-Dorf: 3–4 Stunden, 700 Hm, auf die Kelchsauer Almen (ca. 1.500 m). Kein Massenandrang, Almkühe auf der Weide, bewirtschaftete Hütte (Bergstationhütte, nur in der Hochsaison offen). Weil hier kaum Tagesausflügler unterwegs sind, ist die Chance, Gämsen oder Murmeltiere aus der Nähe zu beobachten, deutlich höher als auf den stärker frequentierten Routen Richtung Choralpe. (Juni–Oktober)

Großer Rettenstein (2.362 m) — Anspruchsvoll

Höchster Gipfel der Region, ab Westendorf ca. 4 Stunden, 1.560 Hm, T3–T4 (teils Blockgelände, Trittfestigkeit nötig). Gipfelpanorama auf SkiWelt, Kitzbüheler Alpen und bei Fernsicht auf die Hohen Tauern. (Juli–September)

Burg Itter: die kurioseste Geschichte des Tals

Itter hat 600 Einwohner und eine Burg, die im Mai 1945 Schauplatz einer der absurdesten Schlachten des Zweiten Weltkriegs war. US-amerikanische Soldaten und Deserteure der Wehrmacht verteidigten gemeinsam die Burg Itter gegen angreifende SS-Einheiten — und schützten dabei prominente französische Kriegsgefangene, darunter die Tennisspieler Jean Borotra und Henri Cochet sowie Ex-Premierminister Édouard Daladier.

Unter den prominenten Gefangenen waren außerdem der frühere Premierminister Paul Reynaud, die Generäle Maxime Weygand und Maurice Gamelin sowie Marie-Agnès Cailliau, die Schwester von Charles de Gaulle. Verteidigt wurde die Burg am 5. Mai 1945 von einer improvisierten Truppe aus US-Soldaten unter Lieutenant John C. Lee, versprengten Wehrmachtssoldaten um Major Josef „Sepp“ Gangl und einem übergelaufenen SS-Offizier – gegen rund 100 bis 150 angreifende SS-Soldaten. Gangl fiel im Gefecht und gilt in Österreich bis heute als Held des lokalen Widerstands. Am späten Nachmittag traf ein amerikanisches Entsatzkommando ein und beendete die Belagerung.

Die Burg selbst ist nicht als Museum eingerichtet, aber von außen besichtigbar und zu Fuß ab Itter-Dorf in 10 Minuten erreichbar. Die Geschichte dahinter ist dokumentiert in Stephen Harding’s Buch „The Last Battle“ (2013). Für geschichtsinteressierte Gäste ein lohnender Nachmittagsspaziergang — kombinierbar mit der Wanderung zur Choralpe.

Nachhaltige Unterkünfte: Wo du verlässlich suchst

Aktuelle Suche auf umweltzeichen.at:

  • 6361 — Hopfgarten im Brixental
  • 6363 — Westendorf
  • 6364 — Brixen im Thale
  • 6305 — Itter

Das Österreichische Umweltzeichen prüft Energieverbrauch, Wasserverbrauch, Abfallmanagement und Regionalität der Verpflegung — vor Ort, nicht per Fragebogen. Hopfgarten hat als größtes Dorf die breiteste Auswahl; Brixen im Thale hat tendenziell ruhigere Familienpensionen, von denen einige zertifiziert sind. Bei der Suche lohnt sich Geduld: Die Zahl der zertifizierten Betriebe im Brixental ist überschaubar, verglichen mit stärker durchzertifizierten Regionen wie dem Zillertal – ruf im Zweifel direkt bei der Unterkunft an und frag nach dem aktuellen Zertifizierungsstatus, statt dich allein auf Buchungsportale zu verlassen.

Tipp für Familien mit knappem Budget: Hopfgarten-Unterkünfte sind oft 20–30 % günstiger als gleichwertige Betriebe in Kitzbühel, bei identischem SkiWelt-Zugang.

Was im Brixental ehrlich gesagt fehlt: eine große Auswahl an bio-zertifizierten Betrieben mit Vollverpflegung, wie du sie etwa im Ötztal oder Pitztal findest. Die Region ist eher von soliden, familiengeführten Gasthöfen und Pensionen geprägt als von ausgewiesenen Nachhaltigkeits-Flaggschiffen. Das heißt nicht, dass es hier keine guten Betriebe gibt – nur: Erwarte kein Bio-Resort, sondern prüf jede Unterkunft einzeln über umweltzeichen.at.

Kulinarik: Was das Brixental von anderen Tälern unterscheidet

Das Brixental ist kein Kulinarik-Hotspot mit eigenen Markenprodukten — aber eine Region mit solider bäuerlicher Struktur und Gasthöfen, die ihre Zutaten direkt beziehen.

Verlässliche Adressen für regionale Küche:

  • Almhütten auf der Choralpe und im Kelchsau — zu Fuß erreichbar, das allein ist ein Qualitätsfilter
  • Gasthöfe in Hopfgarten und Itter — weniger touristisch geprägt als in Westendorf
  • Direktvermarkter: Einige Bauernhöfe in Kelchsau und Brixen bieten Hofläden mit Käse, Eiern und Almhonig an

Klassisches Angebot: Tiroler Speckknödel, Gröstl, Almkäse, Wildgerichte im Herbst. Kaiserschmarrn ist ein Klassiker auf Almhütten — gut, wenn er frisch gemacht ist; enttäuschend, wenn er aus der Tiefkühltüte kommt. Auf einer gut geführten Almhütte erkennst du den Unterschied am Teig.

Bauernmarkt Hopfgarten: In der Sommersaison wöchentlich (Termine auf hopfgarten.tirol prüfen), mit Direkterzeugern aus dem Tal.

Ein Blick lohnt sich auch auf die Speisekarten selbst: Fragst du nach der Herkunft von Fleisch oder Käse, bekommst du im Brixental meist eine konkrete Antwort mit Hofname – ein guter Indikator dafür, dass tatsächlich regional eingekauft wird und nicht nur mit dem Wort „regional“ geworben wird.

Häufige Fragen zum Brixental

Was ist der Unterschied zwischen Brixental und SkiWelt?
Das Brixental ist die geografische Region (das Tal). Die SkiWelt ist das Skigebiets-Verbund, das die Brixental-Seite mit der Wilder-Kaiser-Seite (Ellmau, Söll, Scheffau) verbindet. Du kannst im Brixental wohnen und das gesamte SkiWelt-Gebiet (284 km) befahren.

Ist das Brixental günstiger als Kitzbühel?
Deutlich — sowohl für Unterkunft als auch für Skipass. Der SkiWelt-Tagesskipass kostet ca. 10–15 € weniger als Ski Kitzbühel, und Unterkünfte in Hopfgarten oder Brixen sind oft 20–40 % günstiger als vergleichbare Betriebe in Kitzbühel — bei identischem Skigebiet (SkiWelt) und kürzerer Anreise per Bahn.

Ist Westendorf auch ohne Fahrrad interessant?
Ja — für Wanderer bietet die Gondel Zugang zu Choralpe und Kammlage, ohne Höhenmeter machen zu müssen. Für Familien ist der Filzalmsee ein lohnender Halbtages-Ausflug. Im Winter ist Westendorf ein SkiWelt-Einstieg wie die anderen Dörfer auch.

Wann ist die Nebensaison?
Mai (Wanderwege noch teilweise verschneit, Gondeln noch nicht in Betrieb) und November/Dezember vor Skisaisonstart. Ideal für Ruhe und günstige Preise: September–Oktober (Wandern noch möglich, Herbstfärbung, kein Gedränge) und Jänner nach dem Hahnenkamm-Hype (Ski Kitzbühel-Woche beeinflusst auch das Brixental marginal).

Brauche ich für die Bergbahnen ein extra Ticket, wenn ich die Gästekarte habe?
Ja. Die Gästekarte Brixental deckt Bus und die ÖBB-Regionalzüge zwischen Wörgl und Hochfilzen ab, aber keine Bergbahnen – dort bekommst du nur einen kleinen Rabatt auf Einzelfahrten. Für SkiWelt-Pisten im Winter oder die Gondel zum Bikepark im Sommer brauchst du ein separates Ticket.

Gibt es im Brixental ausgewiesene Naturschutzgebiete?
Nein. Anders als in einigen Nachbarregionen gibt es im Brixental kein offiziell ausgewiesenes Natura-2000- oder Landschaftsschutzgebiet. Das Tal ist trotzdem Lebensraum für Rehe, Gämsen und Auerhühner – besonders in ruhigeren Seitentälern wie Kelchsau lohnt es sich, auf markierten Wegen zu bleiben.

So planst du deinen Aufenthalt

Wer per Bahn anreist, steigt in Hopfgarten aus — das ist der schlüssigste Einstieg. Von dort sind Brixen, Westendorf und Kelchsau per Bus erreichbar. Für Familien ist das Brixental eine der besten Alternativen zu Kitzbühel: gleiche Skiregion, weniger Rummel, günstigere Preise.

Verbindungen prüfen auf oebb.at (S6 Innsbruck–Hopfgarten), Unterkünfte auf umweltzeichen.at mit PLZ 6361, 6363 oder 6364 suchen, und im Sommer den Bikepark Westendorf vorbuchen (Gondel-Tickets online günstiger als vor Ort).

Für einen viertägigen Aufenthalt im Winter ist Hopfgarten der unkomplizierteste Standort: kurze Wege ab Bahnhof, direkter SkiWelt-Einstieg, und du bist trotzdem in 15 Minuten mit dem Bus in Westendorf oder Brixen, falls du dort übernachten möchtest, aber tagsüber woanders unterwegs bist.

Unterm Strich ist das Brixental kein Ort, der mit Superlativen um Aufmerksamkeit buhlt – und genau das macht es für einen ehrlichen, nachhaltigen Urlaub interessant: gute Bahnanbindung bis Hopfgarten, ein großes, aber nicht überlaufenes Skigebiet, ruhige Seitentäler wie Kelchsau für alle, die dem Trubel entgehen wollen, und Preise, die spürbar unter dem direkten Nachbarn Kitzbühel liegen. Wer ein Schutzgebiet mit Wow-Faktor sucht, wird hier nicht fündig – wer einen verlässlichen, bezahlbaren Talausgangspunkt für Familien, Wanderer und Biker sucht, schon.

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Quellen:
SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental GmbH, Pistenplan, Liftinfo und Saisonzeiten 2026/27 | Kitzbüheler Alpen Tourismusverband, Gästekarte Brixental und Langlaufloipen Region Hohe Salve | VVT Verkehrsverbund Tirol, Fahrplanauskunft S6 und Regionalbusse | Bikepark Westendorf, Trails und Gondelbetrieb | Harding, Stephen: The Last Battle. Da Capo Press, 2013 | umweltzeichen.at — PLZ 6361/6363/6364 | lawinenwarndienst.at | Land Tirol, Natura-2000-Gebietsliste

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