Das Ötztal ist 64 km lang und reicht vom Inn-Talgrund bei 679 m Seehöhe bis zu den Gletschern über Obergurgl bei über 3.000 m. Das bedeutet: In einem einzigen Tal findest du Alpinseen mit 23 °C Badetemperatur, Tirols höchsten Wasserfall, den historischen Fundort des Mannes, der vor 5.300 Jahren über einen Alpenpass starb — und eines der größten Gletscherskigebiete der Alpen. Das Ötztal ist viel, und es ist laut. Wer es bewusst erleben will, muss die richtigen Teile auswählen.

Wird geladen …

Beiträge aus der Region Ötztal

Beste Reisezeit im Ötztal

Für Wanderungen und den Piburger See ist der Sommer die verlässlichste Zeit: Von Juni bis Ende September sind die Wege schneefrei, die Hütten bewirtschaftet, und der See erreicht seine wärmste Badetemperatur. Der Stuibenfall-Klettersteig hat von April bis Oktober Saison, hochalpine Touren wie Ramolhaus oder Wildspitze sind erst ab Juli sicher begehbar, wenn der Altschnee auf den höheren Routen abgeschmolzen ist.

Zwischen den Saisonen wird es ruhiger: Im Mai liegt auf hochalpinen Routen oft noch Restschnee, und mehrere Hütten sowie Bergbahnen haben noch geschlossen — informiere dich vorab direkt beim Betreiber. Der Oktober dagegen ist im Ötztal oft unterschätzt: Almhütten haben teils noch offen, die Lärchen färben sich golden, und auf den unteren Wegen triffst du kaum noch andere Wanderer.

Wintersportlich ist das Ötztal zweigeteilt. Das Gletscherskigebiet Sölden (Rettenbach- und Tiefenbachferner, 2.675–3.250 m) gilt als besonders schneesicher und ist bereits ab Ende September bis Ende April beziehungsweise Anfang Mai in Betrieb — einer der längsten Skibetriebszeiträume der Alpen. Der reguläre Skibetrieb im restlichen Tal, etwa in Obergurgl-Hochgurgl, startet meist erst Ende November und endet ebenfalls im April. Wer die frühe Gletschersaison im September nutzt, sollte wissen, dass das energetisch der aufwendigste Teil des Ötztaler Skiangebots ist.

Anreise ins Ötztal: S-Bahn bis Ötztal Bahnhof, dann Postbus

Das Ötztal hat keinen eigenen Bahnhof im Tal — wohl aber einen an der Inn-Hauptstrecke: Der Ötztal Bahnhof liegt im Inntal bei Haiming (679 m) und ist per S-Bahn direkt aus Innsbruck erreichbar.

  • Innsbruck → Ötztal Bahnhof: S-Bahn S1, ca. 35 Minuten, stündlich — eine der angenehmsten Öffi-Anreisen in einen Tiroler Seitenfluss überhaupt
  • München → Ötztal Bahnhof: Eurocity/ICE nach Innsbruck (~1:45 Std.) + S1 (~35 Min.) — Gesamtzeit ca. 2 Stunden 20 Minuten
  • Wien → Ötztal Bahnhof: Railjet nach Innsbruck (~4 Std.) + S1 (~35 Min.) — ca. 4 Stunden 40 Minuten

Ab Ötztal Bahnhof fährt der Postbus ins Ötztal stündlich durchs gesamte Tal. Die Fahrtzeiten:

  • Ötztal Bahnhof → Ötz: ca. 10 Min.
  • Ötztal Bahnhof → Umhausen: ca. 30 Min.
  • Ötztal Bahnhof → Längenfeld: ca. 45 Min.
  • Ötztal Bahnhof → Sölden: ca. 60 Min.
  • Ötztal Bahnhof → Obergurgl: ca. 1 Stunde 20 Min.

Bei der Gästekarte lohnt sich ein genauer Blick, denn Sommer und Winter unterscheiden sich deutlich: Die kostenlose Winter-Gästekarte deckt Skibus und Ortsbusse ab, enthält aber keine Bergbahnen und keinen Skipass — beides bezahlst du separat. Im Sommer ist es umgekehrt großzügiger: Die Ötztal Inside Summer Card ist in über 400 teilnehmenden Unterkünften kostenlos inkludiert und deckt neben unbegrenzten Busfahrten auch eine Berg- und Talfahrt pro Bergbahn und Tag ab, dazu freien oder ermäßigten Eintritt bei AREA 47, Aqua Dome und mehreren Freibädern sowie Museen. Bei der Buchung deshalb explizit nachfragen, welche Karte inkludiert ist — nicht jeder Betrieb stellt sie automatisch aus.

Innerhalb des Tals: Auto braucht es kaum

Der Postbus verbindet alle Hauptorte im Takt. Wer in Längenfeld, Umhausen oder Ötz übernachtet, kommt ohne Mietwagen aus — sowohl für Wanderausflüge (viele Trailheads am Busweg) als auch für Tagesfahrten nach Sölden oder Obergurgl. Im Hochsommer (Juli/August) sind Parkplätze an populären Wanderzielen ohnehin begrenzt — der Bus ist die angenehmere Option.

Die Talstruktur: acht Gemeinden, vier Charaktere

Das Ötztal ist keine einheitliche Region — je tiefer du ins Tal fährst, desto höher, kälter und alpiner wird es.

Unteres Ötztal (Haiming, Sautens, Ötz, 807 m): Wenig Tourismus, landwirtschaftlich geprägt. Der Piburger See liegt hier. Günstigste Unterkünfte im gesamten Tal, gute Busverbindung.

Mittleres Ötztal (Umhausen, 1.036 m, Längenfeld, 1.179 m): Die Hauptreisezeit ist hier Sommer — Wandergebiet, Stuibenfall, Aqua Dome, Naturparkhaus. Weniger überlaufen als Sölden. Mehrere Betriebe mit Österreichischem Umweltzeichen.

Sölden (1.377 m): Das touristische Zentrum des Tals. Wintersport-Hochburg, bekannt durch den James-Bond-Film „Spectre“ (IceQ Restaurant auf dem Gaislachkogl, 3.048 m). Im Sommer deutlich ruhiger, aber immer noch eine der besucherstärksten Gemeinden Tirols.

Oberes Ötztal (Obergurgl, 1.930 m, Hochgurgl, 2.150 m): Eine der höchstgelegenen Urlaubsgemeinden Österreichs. Längste Skisaison im Tiefschnee (November–April), im Sommer hochalpine Wanderbasis.

Über weite Strecken bewegst du dich dabei im Naturpark Ötztal: Er reicht von den tieferen Schutzzonen bei Ötz bis zu den Gletschern über Obergurgl und prägt damit praktisch das gesamte Tal jenseits der Talsohle — mit sieben Teilschutzgebieten, die von Almlandschaften bis zu vergletscherten Gipfeln reichen.

Beispiele für nachhaltige Tourismusinitiativen im Ötztal

Mehrere Betriebe im Ötztal setzen gezielt auf überprüfbare Nachhaltigkeit statt auf werbliche Behauptungen — von zertifizierten Unterkünften mit dem Österreichischen Umweltzeichen bis zu Almwirtschaften, die ihre Produkte direkt vermarkten. Eine Auswahl solcher Betriebe und Initiativen aus der Region:

1 girl is bathing in sea

Der Badesee Umhausen: Ein nachhaltiges Reiseziel im Herzen des Ötztales

Inmitten der beeindruckenden Alpenlandschaft, zwischen den majestätischen Dreitausendern der Ötztaler und Stubaier Alpen, liegt ein wahres Juwel für Natur- und Erholungssuchende: der Badesee Umhausen. Mit seiner malerischen Aussicht bietet er eine …

Piburger See: Naturschutzgebiet im unteren Tal

Der Piburger See liegt 2 km außerhalb von Ötz-Dorf in einer glazialen Senke auf 912 m Seehöhe — und ist das beste Beispiel dafür, dass nachhaltige Badeplätze nicht zwingend weit im Gebirge liegen müssen. Die Zufahrtsstraße ist für Autos gesperrt: Du gehst zu Fuß (30–40 Minuten ab Ötz, 150 Hm) oder nimmst das Rad.

Das Ergebnis: Ein Naturbadesee im Schutzgebiet, Wassertemperaturen bis zu 23 °C im Sommer, keine Motorboote, kein Strandbad mit Wasserrutsche. Das Ufer ist naturbelassen, der Weg zum See führt durch Mischwald. EU-Badegewässerqualität (badegewaesser.at).

Offiziell ist der See Teil des Landschaftsschutzgebiets Achstürze-Piburger See, das seit 1983 rund 200 Hektar rund um den See und die taleinwärts gelegenen Achstürze schützt — der See selbst wurde bereits 1929 zum Naturdenkmal erklärt. Das Schutzgebiet gehört zum Naturpark Ötztal, mit 510,5 km² seit 2006 der zweitgrößte Naturpark Tirols. Er umfasst sieben Teilschutzgebiete, die zusammen einen Großteil des Tals von den Almen bis zu den Gletschern abdecken — darunter neben Achstürze-Piburger See auch das Ruhegebiet Ötztaler Alpen im Talschluss (siehe unten).

Im Juli und August parken die Autos schon am Ortsrand — was den See nicht unbedingt leer macht, aber die Fahrt dorthin deutlich entspannter als in viele andere Tiroler Badeseen. (Badezeit ca. Juni–September)

Stuibenfall: Tirols höchster Wasserfall

Mit 159 m Fallhöhe ist der Stuibenfall der höchste Wasserfall Tirols — und einer der wenigen, bei dem du ohne Gondel direkt daneben spazieren kannst. Er liegt bei Umhausen, erreichbar per Postbus ab Ötztal Bahnhof.

Zugang zu Fuß: Ab Umhausen (1.036 m) ca. 1,5 Stunden, 300 Hm. Der markierte Weg führt durch den Ötztaler Wald direkt zum Wasserfall. Eine Hängebrücke bietet seit 2016 einen Blick in die Schlucht — kostenlos, keine Wartezeiten außerhalb der Hauptsaison.

Stuibenfall Klettersteig (B/C): Direkt neben dem Wasserfall verläuft ein Klettersteig, der die Felsen oberhalb des Falls traversiert. Schwierigkeitsgrad B/C, Ausrüstung (Klettersteiggurt, Helm) Pflicht. Der Klettersteig ist eine Alternative zum normalen Wanderweg — für Geübte eine der schönsten eintägigen Klettersteig-Erfahrungen im Ötztal. (April–Oktober)

Im Winter ist der Stuibenfall gefroren und als Kletterfall nutzbar (Ice Climbing), aber das ist Spezialistenterritory.

Ötzi — die ehrliche Einordnung

„Ötzi“ ist einer der bekanntesten Funde der Archäologie: Ein Gletschermann, der vor ca. 5.300 Jahren auf dem Similaun-Gletscher starb und 1991 bei Schmelzwasser entdeckt wurde. Der Fundort liegt auf 3.210 m Seehöhe, direkt auf der österreichisch-italienischen Grenze — geografisch im Ötztal, administrativ teils auf italienischem Territorium.

Der Mann selbst liegt nicht im Ötztal — das Original befindet sich im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen/Bolzano (Südtirol, Italien). Das ist das einzige Museum, das den echten Leichnam und die Originalfunde zeigt.

Was du im Ötztal findest:

  • Das Ötzidorf bei Umhausen: Ein Freilichtmuseum über das Leben in der Steinzeit — eine seriöse Ausstellung mit rekonstruierten Gebäuden und Werkzeugen, die in den historischen Kontext einführt. Kein Original-Ötzi, aber gute Vermittlung der Epoche. (Öffnungszeiten saisonal, Eintritt ca. 10 €)
  • Das Naturparkhaus Längenfeld: Informationszentrum für den Naturpark Ötztaler Alpen mit Ausstellungen zu Geologie, Flora, Fauna und Geschichte des Hochgebirges — empfehlenswert auch bei Schlechtwetter. (Öffnungszeiten Mai–Oktober)

Wer den echten Ötzi sehen will, plant einen Ausflug nach Bozen — ca. 90 Minuten mit dem Bus durchs Ötztal und den Reschenpass, oder mit dem Auto. Das Südtiroler Archäologiemuseum (archeoparc.it) ist eines der besten Museen der Region.

Wandern im Ötztal: von 900 bis 3.000 Meter

Das Ötztal hat über 600 km markierte Wanderwege — in jeder Höhenstufe, für jede Kondition.

Piburger See Rundweg — Leicht

Ab Ötz, 1,5 Stunden, 300 Hm Aufstieg und Abstieg, kein technischer Anspruch. Der einzige Weg zum See, da die Straße gesperrt ist. Kombinierbar mit einem Badestopp. (Mai–Oktober)

Stuibenfall und Ötztaler Ache — Leicht bis Mittelschwer

Ab Umhausen, 3–4 Stunden (mit Klettersteig: +1,5 Stunden), 300–500 Hm je nach Route. Die einfache Wanderweg-Variante ist für alle geeignet; der Klettersteig setzt B/C-Erfahrung voraus. (April–Oktober)

Schönwieshütte (2.262 m) ab Längenfeld — Mittelschwer

Klassische Almhüttentour im mittleren Ötztal. Aufstieg ab Längenfeld ca. 3 Stunden, 1.000 Hm, gut markiert, T2. Die Hütte ist ÖAV-Mitgliedshütte, bewirtschaftet. Vom Hüttenpanorama: Blick auf die Ötztaler Alpen und den Eingang zum Hochgebirge. (Juni–Oktober)

Gaislachkogl (3.058 m) ab Sölden — Mittelschwer bis Anspruchsvoll

Die Gondelbahn fährt im Sommer auf 2.985 m — von der Bergstation zur Gaislachkogl-Schulter weitere 30–40 Minuten, 70 Hm, keine technischen Stellen. Das IceQ-Panoramarestaurant auf 3.048 m ist frei zugänglich (Gondel nötig). Der volle Aufstieg zu Fuß ab Sölden: ca. 4,5 Stunden, 1.680 Hm, T3. (Gondel Juli–Oktober, zu Fuß Juli–September)

Ramolhaus (3.006 m) ab Obergurgl — Anspruchsvoll

Eines der höchstgelegenen bewirtschafteten Hütten Österreichs. Aufstieg ab Obergurgl (1.930 m) ca. 3 Stunden, 1.076 Hm, T3. Gletscherkontakt ab der Hütte aufwärts — für den Aufstieg zur Hütte selbst kein Gletscher nötig, aber Trittsicherheit und Bergschuhe. Hütte ist ÖAV-Mitgliedshütte. (Juli–September)

Wildspitze (3.774 m) — Hochalpine Tour mit Gletscherausrüstung

Österreichs zweithöchster Gipfel ist von der Weißkamm-Seite aus dem Ötztal zugänglich. Der Zustieg führt über die Breslauer Hütte (2.844 m) von Vent aus — einer kleinen Gemeinde am Ende des Venter Tals. Aufstieg von der Hütte zum Gipfel: 3–4 Stunden, 930 Hm, Gletscherübergang, Steigeisen und Pickel Pflicht. Nur für Erfahrene mit Hochgebirgsausrüstung. (Juli–September)

Sölden und das Gletscherskigebiet: ehrliche Einordnung

Ski Ötztaler Alpen — das Sölden-Skigebiet mit den Gletschern Rettenbach und Tiefenbach — hat 142 km Pisten und bietet als eines der wenigen österreichischen Skigebiete Gletscherskifahren von September bis April. Das ist der Hauptanreiz für professionelle Ski-Rennteams, die ihr Herbstraining hier absolvieren.

Die ehrliche Einordnung: Gletscherskifahren im Ötztal gehört zu den energieintensivsten Formen des Wintersports in Österreich. Die Liftanlagen auf über 3.000 m verbrauchen erheblich mehr Energie als solche in niedrigeren Lagen; der logistische Aufwand für Pistenpräparierung, Bergrestaurants und Transport auf Gletscherhöhe ist substanziell. Dazu kommt: Die Ötztaler Gletscher ziehen sich seit Jahrzehnten zurück — Rettenbach- und Tiefenbachferner haben seit den 1980er-Jahren deutlich an Fläche verloren. Das ist dokumentiert und wissenschaftlich gut belegt.

Wer im Ötztal bewusst Urlaub machen will: Im Sommer ist das Ötztal nachhaltiger erlebbar — weniger Energie, weniger Andrang im Tal, und das Wanderangebot auf Gletschernähe (ohne Pisteninfrastruktur) ist eindrucksvoll. Für Skifahrer, die das Ötztal in der Wintersaison schätzen: Per S-Bahn ab Innsbruck anreisen, im Tal übernachten, Ötztal Card nutzen.

Obergurgl und Hochgurgl: das obere Ende

Obergurgl (1.930 m) und Hochgurgl (2.150 m) bilden das Ende des öffentlich erschlossenen Tals. Obergurgl ist das höchstgelegene Kirchdorf Österreichs — mit eigenem Dorfcharakter trotz Ski-Infrastruktur.

Im Sommer: hochalpines Wandergebiet, Ausgangspunkt für das Ramolhaus, für Überschreitungen ins Gurgler Tal und für Touren auf die umliegenden Dreitausender. Mehrere ÖAV-Hütten in erreichbarer Tagesdistanz. Der Bus fährt von Ötztal Bahnhof in 80 Minuten hierher.

Ruhegebiet Ötztaler Alpen: Der hochalpine Talschluss oberhalb von Obergurgl gehört zum Ruhegebiet Ötztaler Alpen, seit 1995 als Natura-2000-Gebiet ausgewiesen und Teil des Naturpark Ötztal. Es reicht vom Wurmkogel im Osten bis zur Weißkugel im Westen und ist bewusst nicht durch Seilbahnen oder Straßen erschlossen. In der Kernzone gilt: markierte Wege nicht verlassen, kein Zelten, keine Drohnen.

Längenfeld: die unterschätzte Mitte

Längenfeld (1.179 m, PLZ 6444) liegt in der Mitte des Tals und wird oft nur als Durchfahrtspunkt nach Sölden behandelt. Das ist ein Fehler.

Das Naturparkhaus Längenfeld bietet eine der besten Gebirgs-Ausstellungen Tirols — Geologie der Ötztaler Alpen, Gletschergeschichte, Vegetation nach Höhenstufen, heimische Fauna. Eintritt ~6 €, Schlechtwetter-Option par excellence.

Die Aqua Dome ist ein architektonisch bemerkenswertes Thermenresort (Schüsselbauten in der Berglandschaft) — nicht günstig, aber für Familien oder nach langen Wandertagen als Abendprogramm eine substanzielle Abwechslung. Tageseintritt ab ca. 40 € (Stand 2024).

Das Ötzidorf bei Umhausen (10 km nördlich) ist ein lohnender Halbtagesausflug: Steinzeitliches Freilichtmuseum mit echten Rekonstruktionen aus der Ötzi-Epoche, Führungen, Mitmachprogramm für Kinder. Die Ausstellung erklärt, was die Klimabedingungen vor 5.300 Jahren bedeuteten — und macht den Ötzi-Fund greifbarer als jede Online-Dokumentation.

Nachhaltige Unterkünfte: Wo du verlässlich suchst

Aktuelle Suche auf umweltzeichen.at:

  • 6433 — Ötz (unteres Tal, Piburger See)
  • 6441 — Umhausen (Stuibenfall)
  • 6444 — Längenfeld (mittleres Tal, Naturparkhaus)
  • 6450 — Sölden
  • 6456 — Obergurgl / Hochgurgl

Das Österreichische Umweltzeichen prüft Energieverbrauch, Wasserverbrauch, Abfallmanagement und Regionalität der Verpflegung — vor Ort, nicht per Fragebogen. Im Ötztal haben Längenfeld und Umhausen tendenziell mehr zertifizierte Familienbetriebe als Sölden (wo das Angebot stärker auf Größe und Liftnähe ausgerichtet ist).

Tipp für das untere und mittlere Ötztal: Betriebe in Ötz, Umhausen und Längenfeld sind im Schnitt 25–40 % günstiger als vergleichbare Unterkünfte in Sölden — bei identischer Öffi-Anbindung (Postbus) und deutlich ruhigerer Atmosphäre.

Kulinarik: was aus dem Ötztal kommt

Das Ötztal hat keine berühmte kulinarische Eigenidentität wie das Kaiserwinkl (Heumilchkäse) oder Osttirol (Schlipfkrapfen, Nigelen) — aber eine intakte regionale Produktlandschaft.

Ötztaler Almkäse und Butter: Auf den bewirtschafteten Almen im mittleren und oberen Ötztal wird sommers Milch und Käse direkt erzeugt. Hütten wie die Schönwieshütte oder die Ramolhütte kaufen ihren Käse direkt von solchen Betrieben. Kaufe ihn dort oder auf Bauernmärkten in Längenfeld.

Tiroler Gröstl und Speckknödel: Standard in allen Gasthöfen des Tals — Qualität variiert stark. Auf Almhütten über 1.500 m ist die Wahrscheinlichkeit, hausgemachte Knödel zu bekommen, höher als in Sölden-Dorf-Restaurants.

Wild: Im Herbst (September–November) servieren die Gasthöfe im mittleren Ötztal Hirsch, Reh und Gams aus regionalen Jagdrevieren. Die Saison ist kurz — wenn du im Frühherbst ins Tal kommst, ist das eine der verlässlichsten Möglichkeiten für regionale Fleischküche.

Bauernmärkte: In Längenfeld und Sölden gibt es in der Hauptsaison wöchentliche Märkte — Termine auf oetztal.com oder direkt beim Tourismusbüro erfragen.

Häufige Fragen zum Ötztal

Wo ist der echte Ötzi zu sehen?
Der Originalfund — Leichnam und alle Fundgegenstände — befindet sich im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen(Südtirol, Italien), ca. 90 km südlich von Sölden. Das Ötzidorf bei Umhausen ist eine gute Ergänzung, aber kein Ersatz: Es zeigt Rekonstruktionen des Steinzeitalltags, nicht den Mann selbst.

Ist Gletscherskifahren in Sölden nachhaltig?
Nein, nicht im eigentlichen Sinn — die Infrastruktur auf Gletscherhöhe ist energieintensiv, und die Gletscher selbst sind durch den Klimawandel messbar geschrumpft. Wer Skifahren im Ötztal bewusster gestalten will: Saison November–März (statt September–Oktober Gletscher), Anreise per S-Bahn ab Innsbruck, zertifizierte Unterkunft mit Ötztal Card. Das reduziert den Fußabdruck, eliminiert ihn aber nicht.

Was ist der Unterschied zwischen Sölden und Obergurgl?
Sölden (1.377 m) ist größer, lebhafter und das touristische Zentrum des Tals — besonders im Winter gut erschlossen. Obergurgl (1.930 m) ist ruhiger, höher und hat einen intakten Dorfcharakter. Beide sind per Postbus erreichbar. Für Wanderer im Sommer ist Obergurgl die attraktivere Basis für Hochgebirgstouren.

Wann ist die Nebensaison im Ötztal?
Mai (vor Pfingstferien, Wanderwege noch teilweise verschneit) und November (nach Wandersaison, vor Skisaisonbeginn). Beide Monate sind deutlich ruhiger und günstiger. Oktober ist im Ötztal besonders schön: Almhütten noch offen, Lärchen goldfarben, Wanderwege frei, kaum Gedränge.

Kann man das Ötztal ohne Auto bereisen?
Ja — sehr gut sogar. S-Bahn bis Ötztal Bahnhof, Postbus ins Tal. Die Ötztal Card deckt alle Busverbindungen. Für Wanderungen zu den meisten Ausgangspunkten (Stuibenfall, Schönwieshütte, Obergurgl) ist kein Auto nötig — der Bus stoppt an oder nahe der Trailheads.

Wie groß ist der Naturpark Ötztal, und was schützt er?
Der Naturpark Ötztal ist mit 510,5 km² der zweitgrößte Naturpark Tirols, ausgewiesen im Jahr 2006. Er umfasst sieben Teilschutzgebiete, darunter das Landschaftsschutzgebiet Achstürze-Piburger See und das Ruhegebiet Ötztaler Alpen, und schützt damit einen Großteil der hochalpinen Landschaft von den Gletschern bis zu den Almen im Tal.

So planst du deinen Aufenthalt im Ötztal

Das Ötztal bietet fast alles — und hat deshalb auch fast überall Gäste. Wer bewusst reist, wählt das untere oder mittlere Tal als Basis (Ötz, Umhausen, Längenfeld), nutzt den Postbus in alle Richtungen, und setzt den Großglockner-Vergleich bei der Ehrlichkeit an: Gletscherskifahren in Sölden ist spektakulär, aber energieintensiv. Sommerwandern ins Ramolhaus oder Gaislachkogl dagegen braucht wenig mehr als gute Schuhe und eine freie Gondel.

Verbindungen auf oebb.at (S1 Innsbruck → Ötztal Bahnhof), Unterkünfte auf umweltzeichen.at mit PLZ 6433, 6441 oder 6444. Ötzidorf und Naturparkhaus Längenfeld für Schlechtwetter einplanen; Piburger See für den ersten Nachmittag.

Für einen ersten Überblick eignen sich drei Tage: Tag eins der Anreise und dem Piburger See widmen, Tag zwei dem Stuibenfall und dem Ötzidorf bei Umhausen, Tag drei je nach Kondition entweder der Schönwieshütte ab Längenfeld oder, bei Schlechtwetter, dem Naturparkhaus Längenfeld. Wer länger bleibt, ergänzt einen Tag in Obergurgl oder Sölden — im Sommer für die Hochgebirgstouren, im Winter für die schneesicheren Gletscherpisten.

Weitere Tirol-Regionen: Zurück zur Tirol-Übersicht | Stubaital | Pitztal | Imst


Quellen:
ÖBB Fahrplanauskunft, S1 Innsbruck–Ötztal Bahnhof | Ötztal Tourismus, Postbusverbindungen und Ötztal Inside Guest/Summer Card (oetztal.com) | badegewaesser.at — EU-Badegewässerqualität Piburger See | Naturpark Ötztal — Schutzgebiete Achstürze-Piburger See und Ruhegebiet Ötztaler Alpen (naturpark-oetztal.at) | ÖAV Österreichischer Alpenverein, Hütteninformation Schönwieshütte, Ramolhaus | Südtiroler Archäologiemuseum Bozen (iceman.it) | Naturparkhaus Längenfeld, Öffnungszeiten | umweltzeichen.at — PLZ 6433/6441/6444/6450 | soelden.com — Saisonzeiten Gletscherskigebiet

Nachhaltiger Tourismus Österreich
Logo
Compare items
  • Total (0)
Compare
0
Shopping cart