Süd- und West-Steiermark: Weinstraßen, Schilcherland und Naturpark nachhaltig erleben – mit Bahn, Rad und WEINmobil
Weinhügel bis an die slowenische Grenze, dazu das Schilcherland mit seinen Burgen und Schlössern: Die Süd- und West-Steiermark umfasst die Bezirke Leibnitz und Deutschlandsberg. Für nachhaltiges Reisen sind das gute Voraussetzungen, denn seit der Koralmbahn hält der Railjet im Bahnhof Weststeiermark, und ein Taxisystem bringt dich abends vom Weingut zur Unterkunft. Hier erfährst du, was wirklich zur Region gehört, wie du ohne Auto vorankommst, was die GenussCard kann und was nicht und wo bei der Nachhaltigkeit noch Luft nach oben ist.
Die Region: was zur Süd- und West-Steiermark gehört
Touristisch ist die Region seit November 2021 ein gemeinsamer Verband: Damals wurden die bisherigen Tourismusverbände der Bezirke Leibnitz und Deutschlandsberg (zuvor zehn Verbände, vier in Deutschlandsberg und sechs in Leibnitz, dazu ein Regionalverband) zum Tourismusverband Südsteiermark mit Sitz in Deutschlandsberg zusammengelegt. Bekannte Marken wie Schilcherland, die Steirische Ölspur und die Weinstraßen bestehen unter diesem Dach weiter. Auf steiermark.com tritt die Region deshalb als „Südsteiermark“ auf. Wir sagen Süd- und West-Steiermark, weil sie aus zwei sehr unterschiedlichen Landschaften besteht:
- Südsteiermark (Bezirk Leibnitz): Leibnitz, Gamlitz, Leutschach, Ehrenhausen und Kitzeck im Sausal. Steile Weinhänge, die Südsteirische Weinstraße und die Sausaler Weinstraße, dazu der Naturpark Südsteiermark.
- Weststeiermark, das Schilcherland (Bezirk Deutschlandsberg): Deutschlandsberg, Stainz, Bad Gams, Bad Schwanberg und Eibiswald. Hier wächst der Schilcher, hier stehen Burg und Schlösser, und hier fährt die Bahn seit der Koralmbahn deutlich öfter.
Nicht dazu gehören das Thermen- und Vulkanland, die Oststeiermark und die Stadt Graz. Diese Regionen haben eigene Seiten auf nachhaltigertourismus.at. Nur die GenussCard, über die wir weiter unten sprechen, gilt über die Regionsgrenzen hinweg.

Beiträge aus der Region Süd- und West-Steiermark
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Beste Reisezeit in der Süd- und West-Steiermark
September und Oktober sind Weinlese und Hochsaison. Die Weinberge färben sich, die Buschenschänke sind voll, und wer in dieser Zeit übernachten will, bucht früh und reist wenn möglich unter der Woche. Für ein ruhigeres Erlebnis lohnt sich das Frühjahr: Die Obstbäume blühen, die ersten Buschenschänke sperren auf, und zum Radfahren ist es angenehm. Die Öffnungszeiten unterscheiden sich von Betrieb zu Betrieb. Den Öffnungskalender der Region auf steiermark.com solltest du deshalb vorher ansehen, er listet rund 1.500 Betriebe von Buschenschänken bis Museen.
Der Sommer gehört den Bädern und Seen (siehe Abschnitt Baden), dazu kommt die Burg Deutschlandsberg mit dem Museum Archeo Norico, das 2026 von April bis November Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet hat. Der Stainzer Flascherlzug fährt seit dem Neustart am 2. Mai 2026 zunächst an Wochenenden, weitere Termine unter der Woche sind für später im Jahr angekündigt. Die Römerstadt Flavia Solva ist ganzjährig frei zugänglich, das Besucherangebot vor Ort gibt es von März bis Oktober.
Im Winter ist die Region ruhig. Das WEINmobil fährt laut Betreiber an 365 Tagen im Jahr, und spazieren gehst du auch im Winter durch die Weinberge. Wer Ski fahren will, findet das Skigebiet Weinebene an der Landesgrenze, die Betreiberadresse liegt allerdings auf Kärntner Seite. Rechne mit einem eher ruhigen Winter statt Wintersportregion.

Naturschutz: Naturpark Südsteiermark und seine Schutzgebiete
Von den sieben steirischen Naturparken liegt genau einer in dieser Region: der Naturpark Südsteiermark mit Sitz in Leibnitz. Für die Weststeiermark haben wir keinen vergleichbaren Naturpark gefunden.
Der Naturpark in Zahlen
Der Naturpark umfasst laut steiermark.com und naturparke.at rund 417 Quadratkilometer und 15 Naturparkgemeinden, in denen etwa 49.200 Menschen leben. Sein Leitsatz lautet „Schützen durch Nützen“. Gemeint ist eine Kulturlandschaft, die vom Menschen geformt wurde: kleinteilige Hügel mit Wiesen, Streuobstbeständen und Blumenwiesen zwischen den Weinbergen, dazu die Auen entlang von Sulm, Saggau, Laßnitz und der Grenzmur. Wandernde folgen dem Naturparkwanderweg durch Weingärten, Obstgärten und Wälder und können dabei Bauernhöfe besuchen. Unter den rund 500 Beherbergungsbetrieben im Naturpark gibt es laut steiermark.com 11 zertifizierte Naturpark-Gastgeber.
Schutzgebiete: Attemsmoor, Demmerkogel und Sulmauen
Der Naturpark schließt neun Naturschutzgebiete ein, darunter das Attemsmoor und die Auen an Laßnitz und Sulm. Als Natura-2000-Gebiet ist das Gebiet „Demmerkogel-Südhänge, Wellinggraben mit Sulm-, Saggau- und Laßnitzabschnitten“ gemeldet. Der Naturpark nennt drei „Naturjuwele“, besonders wertvolle Lebensräume, zu denen auch die Wiesen am Demmerkogel gehören. Geschützt sind unter anderem Orchideen, verschiedene Molcharten, der Wiedehopf und die Smaragdeidechse.
Ein ehrlicher Hinweis: Naturpark bedeutet nicht Nationalpark. Hier wird weiter intensiv Wein angebaut, und der Titel sagt nichts darüber, wie ein einzelnes Weingut wirtschaftet. Ob ein Betrieb biologisch arbeitet, erkennst du an der Bio-Zertifizierung, nicht am Naturpark-Logo.
Anreise und Mobilität: ohne Auto durch Wein- und Schilcherland
Mit der Bahn in die Südsteiermark
Die Südbahn ab Graz bringt dich mit der S-Bahn nach Leibnitz, Ehrenhausen und Spielfeld-Straß. Nach Leibnitz fährst du rund 30 bis 40 Minuten, tagsüber fährt etwa alle 30 Minuten ein Zug. Ab den Bahnhöfen ergänzen die RegioBus-Linien 730 und 780 sowie regioMOBIL und WEINmobil die Weiterfahrt in die Weingegenden.
Weststeiermark und Koralmbahn
In der Weststeiermark fahren die S-Bahn-Linien S6, S61 und S7 zu Bahnhöfen wie Deutschlandsberg Stadt, Wies-Eibiswald und Krottendorf-Ligist. Laut Verbundlinie fährt die S6 nach Wies-Eibiswald werktags halbstündlich, am Wochenende stündlich. Nach Stainz bringen dich die RegioBus-Linien 760 und 761. Neu ist der Bahnhof Weststeiermark bei Groß St. Florian an der Koralmbahn: Dort halten laut Verbundlinie stündlich Railjets nach Graz, Wien, Klagenfurt und Villach, nach Graz brauchst du 16 Minuten. Die Buslinie 764 verbindet Deutschlandsberg mit diesem Bahnhof.
WEINmobil und Gästetaxi: die letzte Meile
Zwischen Weingütern, Buschenschänken und Bahnhöfen liegen oft mehrere Kilometer. Dafür gibt es das WEINmobil, das Taxisystem von regioMOBIL. Es fährt laut Betreiber täglich von 10 bis 23:30 Uhr das ganze Jahr und bedient die Gemeinden entlang der Südsteirischen und der Sausaler Weinstraße, unter anderem Leibnitz, Gamlitz, Leutschach und Kitzeck. Es kostet bis 4 Kilometer 17 Euro pro Fahrt (für bis zu 8 Personen) und danach 3 Euro je weiteren Kilometer. Gebucht wird per App oder Telefon (+43 3454 94127), die Wartezeit kann bis zu 30 Minuten betragen. Das ist kein Schnäppchen, aber in einer Gruppe deutlich günstiger als ein Mietwagen und ehrlich gesagt die Voraussetzung dafür, dass du Wein verkosten kannst, ohne selbst zu fahren.
Gamlitz hat zusätzlich ein Gästetaxi: Übernachtungsgäste erhalten über ihre Unterkunft eine Gästekarte und fahren damit zwischen den teilnehmenden Betrieben kostenlos, täglich von 11 Uhr bis Mitternacht (letzte Bestellung 23:30 Uhr).
Mit dem Fahrrad
Die Weinstraßenausfahrt auf dem Panoramaradweg R54 startet in Leutschach und führt über Pössnitz, Langegg, Spielfeld, Ehrenhausen und Gamlitz zurück. Die Runde ist 49,4 Kilometer lang, hat 858 Höhenmeter und dauert rund 4,5 Stunden. Sie gilt als anspruchsvoll, mit dem E-Bike wird sie zum Genuss. Die Tour ist ganzjährig befahrbar, am besten zwischen Frühling und Herbst. Wer der Weinstraße lieber zu Fuß folgt, findet im Video unten eine Wanderung bei Ratsch an der Weinstraße nahe Gamlitz.
Für Mountainbiker zeigt der Tourismusverband auf seinem Kanal eine Übersicht zum Biken in der Region:
Gästekarte, GenussCard und Bergbahnen: was wirklich inklusive ist
Eine regionsweite Gästekarte mit kostenlosen Bussen und Bahnen haben wir in der Süd- und West-Steiermark nicht gefunden. Die wichtigste Karte ist die GenussCard. Sie ist laut steiermark.com kostenlos, gilt ab der ersten Übernachtung bei einem der über 180 GenussCard-Gastgeber und öffnet den Zugang zu mehr als 280 Ausflugszielen in vier Regionen. In der Südsteiermark sind es rund 35 Freizeit- und Genussangebote, zum Beispiel Museen, Verkostungen, Bäder oder E-Bike-Touren.
Die offiziellen Beschreibungen nennen weder Öffis noch Liftfahrten als Inklusivleistung. Plane deine Anreise und die Fahrten zwischen den Orten also getrennt ein. Klassische Bergbahnen haben wir in der Region nicht gefunden. Die einzige mit einer Gästekarte verbundene Mobilität, die wir belegen können, ist das Gästetaxi in Gamlitz (siehe oben).
Weinstraßen und Weinbau: drei Straßen, drei Charaktere
Wein ist der Grund, warum viele Menschen in die Region kommen. Drei Weinstraßen führen durch das Gebiet, jede hat ihren eigenen Charakter.
Südsteirische Weinstraße
Sie führt durch die Hügel rund um Leutschach, Ehrenhausen und Gamlitz. Für die Weine der Südsteiermark gilt die Herkunftsbezeichnung Südsteiermark DAC, die seit dem Jahrgang 2018 in Kraft ist. Erlaubt sind acht Rebsorten: Welschriesling, Weißburgunder, Morillon, Grauburgunder, Riesling, Muskateller, Sauvignon Blanc und Traminer. Sauvignon Blanc belegt rund ein Fünftel der Rebfläche. Das System kennt drei Stufen: Gebietswein, Ortswein und Riedenwein. Für alle steirischen DAC-Weine ist die Handlese vorgeschrieben.
Sausaler Weinstraße
Die Sausaler Weinstraße beginnt in Leibnitz und führt entlang der Südhänge des Sausal durch das Sulmtal nach Kitzeck, zum Demmerkogel und nach Maierhof. Kitzeck gilt laut steiermark.com als Ort mit den höchstgelegenen Weingärten Österreichs. Die Route führt an den steilsten Weingärten der Steiermark vorbei. Das Aushängeschild ist der Riesling, gewachsen auf rund 60 Millionen Jahre altem Schiefer- und Urgestein.
Schilcherweinstraße
Die Schilcherweinstraße ist rund 74 Kilometer lang, beginnt in Ligist und endet in Eibiswald. Sie führt über Stainz, Bad Gams, Deutschlandsberg und Hollenegg. Der Schilcher wird aus der Rebsorte Blauer Wildbacher gekeltert, die in der Weststeiermark zu Hause ist. Er schmeckt nach Johannisbeere, Wilderdbeere und Himbeere, wird als Rosé, Weißwein, Süßwein, Sekt und Rotwein ausgebaut und ist ein Gegenpol zu den Weißweinen im Süden. Die Route ist ganzjährig frei befahrbar, per Rad ist sie besonders schön, mit dem Flascherlzug oder dem Wein-Taxi lässt sie sich autofrei erleben.

Orte in der Süd- und West-Steiermark
Südsteiermark
- Leibnitz ist eine wichtige Bahnstation und Sitz des Naturparks Südsteiermark. Von hier startet die Sausaler Weinstraße, außerdem gibt es hier den Sulmsee als Badesee.
- Gamlitz liegt im Herzen der Südsteirischen Weinstraße. Hier gibt es das Gästetaxi und den Motorikpark, dazu zahlreiche Weingüter.
- Leutschach an der Weinstraße ist Startpunkt der Weinstraßenausfahrt auf dem R54-Panoramaradweg.
- Ehrenhausen und Spielfeld-Straß sind die Bahnstationen im Süden der Region, von hier aus geht es zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem WEINmobil in die Weinberge.
- Kitzeck im Sausal gilt laut steiermark.com als Ort mit den höchstgelegenen Weingärten Österreichs.
Weststeiermark
- Deutschlandsberg ist die Bezirkshauptstadt mit der gleichnamigen Burg, dem Museum Archeo Norico und dem Freizeitzentrum GamsBad. Hier hält die S-Bahn, und ein Bus fährt zum Bahnhof Weststeiermark.
- Stainz ist mit Schloss und Flascherlzug der bekannteste Ort an der Schilcherweinstraße und per Bus 760 und 761 erreichbar.
- Bad Gams liegt an der Schilcherweinstraße, hier fließen Heilquellen.
- Bad Schwanberg ist ein Kurort mit einem Freibad mit Rutschen für Familien.
- Eibiswald ist Endpunkt der Schilcherweinstraße und hat den Bahnhof Wies-Eibiswald für die S6. Der Soboth-Stausee liegt in der Nähe.
Kultur und Geschichte: Römerstadt, Burg und Schlösser
Flavia Solva bei Wagna nahe Leibnitz ist die einzige Römerstadt der Steiermark. Das Freilichtgelände ist ganzjährig frei zugänglich und kostenlos, das Besucherangebot vor Ort ist von März bis Oktober von Mittwoch bis Sonntag geöffnet. Als Fundstätte aus der Römerzeit gilt sie als die wichtigste der Steiermark.
Das Burgmuseum Archeo Norico in der Burg Deutschlandsberg zeigt in acht Ausstellungen unter anderem archäologische Funde aus keltischer Zeit, antiken Schmuck und 3.000 Jahre steirische Glasgeschichte. 2026 ist es von April bis November Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, letzter Einlass ist um 16:30 Uhr. Vom Burgplatz führt ein etwa einstündiger Weg durch die Klause, und der Jakobiweg verläuft am Osthang der Burg. In Hollenegg steht ein Barockschloss, in Stainz ein Schloss, das gemeinsam mit dem Flascherlzug zum Ausflug taugt.
Der Stainzer Flascherlzug ist eine historische Schmalspurbahn zwischen Stainz und Preding, etwa 11,5 Kilometer lang, die Fahrt dauert rund 50 Minuten. Nach Monaten der Ungewissheit fährt er seit dem 2. Mai 2026 wieder, betrieben vom Verein „Freunde der Stainzerbahn“. Aktuelle Fahrtage stehen auf flascherlzug.at.
Baden in der Süd- und West-Steiermark
Große Badeseen wie im Salzkammergut gibt es hier nicht, dafür viele kleinere Bäder und Teiche. Der Tourismusverband nennt unter anderem:
- Sulmsee in Leibnitz, ein Badesee mit zwei Becken.
- Sulmbad „Zum Steinernen Wehr“, das als ältestes Flussbad der Steiermark gilt und 1929 eröffnet wurde.
- Soboth-Stausee bei Eibiswald, ein Bergsee, der wegen seiner Form an einen Fjord erinnert.
- Naturbadesee Gleinstätten mit 12.000 Quadratmetern Wasserfläche und der GamsBad in Deutschlandsberg, ein 4,3 Hektar großes Freizeitzentrum.
- Freibad Bad Schwanberg mit Rutschen für Familien.
- Motorikpark Gamlitz mit Landschaftsteichen: 41 Stationen mit fast 150 Trainingsvarianten, rund um die Uhr und ganzjährig kostenlos zugänglich (Hunde sind nicht erlaubt).
Zur Wasserqualität nennen die Tourismusseiten keine Werte. Informiere dich vor dem Besuch bei den Betreibern über den aktuellen Zustand.
Aktiv unterwegs: Wandern, Radeln und mehr
Die Region ist Hügelland, kein Hochgebirge. Das bedeutet sanfte Höhenunterschiede, aber auch viele Anstiege auf Radwegen. Wandern kannst du auf dem Naturparkwanderweg, entlang der Weinstraßen oder in den Wäldern rund um die Burg Deutschlandsberg. Radfahrer finden mit der Weinstraßenausfahrt (siehe Anreise und Mobilität) eine gut markierte Runde, Mountainbiker eigene Routen. Für Kinder eignet sich der Motorikpark in Gamlitz, für Ruhesuchende die Kombination aus Zug, Wanderung und Einkehr im Buschenschank. Wer mit dem Zug anreist und im Gebiet bleibt, spart nicht nur Emissionen, sondern lernt die Region auch viel langsamer und genauer kennen. Im Winter bietet die Weinebene an der Landesgrenze Skibetrieb, die Betreiber-Website nennt für die Saison 2025/26 mehrere Lifte und einen Zauberteppich.
Kulinarik: Buschenschank, Kernöl und Schilcher
Typisch für die Region ist der Buschenschank: Winzer schenken ihren Wein selbst aus und servieren dazu Jause mit Produkten aus eigener Erzeugung. Die Steirische Ölspur widmet sich dem Kürbiskernöl, das als „Steirisches Kürbiskernöl g.g.A.“ geschützt ist. Der Schilcher ist die weststeirische Spezialität im Glas: ein Rosé aus der Rebsorte Blauer Wildbacher, den es auch als Sekt, Süßwein oder Rotwein gibt. Wer regional einkauft, bleibt idealerweise bei Betrieben, die selbst anbauen und verarbeiten, das kürzt Transportwege und stärkt die Höfe vor Ort. Achte auf die Öffnungszeiten: Viele Buschenschänke haben nur an bestimmten Tagen oder in bestimmten Monaten geöffnet. Nutze dafür den Öffnungskalender auf steiermark.com.
Nachhaltig übernachten: was wir belegen können
Die Süd- und West-Steiermark ist keine Umweltzeichen-Destination. Als erste Umweltzeichen-Destination der Steiermark wurde im Oktober 2025 das Ausseerland ausgezeichnet, die Süd- und West-Steiermark gehört nicht dazu. Was wir in der Region belegen können:
- Hotel Schloss Seggau in Leibnitz trägt das Österreichische Umweltzeichen für Tourismusbetriebe (auch für Tagungen und Gastronomie eingetragen).
- Bildungshaus Retzhof in Wagna trägt das Umweltzeichen als Bildungseinrichtung und bietet auch Unterkunft an.
- 11 zertifizierte Naturpark-Gastgeber im Naturpark Südsteiermark.
- Weingut Tauss in Leutschach führt sich auf der eigenen Website als biologisch-dynamisch. Diese Angabe stammt vom Betrieb selbst.
Weitere zertifizierte Bio-Höfe, Bio-Hotels oder Campingplätze haben wir nicht einzeln geprüft und nehmen sie deshalb nicht auf. Einen Vergleich findest du im Register auf umweltzeichen.at. Wichtig zu wissen: Ein Naturpark-Gastgeber ist nicht automatisch ein Umweltzeichen-Betrieb.
Ehrliche Bilanz: wo es beim nachhaltigen Reisen noch hakt
Die Anreise per Bahn ist gut, die Weiterfahrt ist die Schwachstelle. Entlang der Bahnstrecken kommst du bequem voran, zwischen den Weingütern bleiben Fußweg, Rad oder Taxi. Das WEINmobil ist Bedarfsverkehr und kein Linienbus: Du bestellst, wartest bei Bedarf bis zu 30 Minuten und zahlst ab 17 Euro pro Fahrt. Wer abends aus dem Buschenschank zurück will, plant das am besten schon beim Buchen der Unterkunft mit.
Auch beim Wein gilt: Die Region ist von Weinbau geprägt, und wie nachhaltig ein Betrieb wirtschaftet, entscheidet jedes Weingut selbst. Für die gesamte Steiermark stieg der Anteil der biologisch bewirtschafteten Rebfläche laut einem Bericht von 5,5 Prozent im Jahr 2011 auf fast 13 Prozent im Jahr 2018. Aktuellere Zahlen und eine Aufschlüsselung für die Süd- und West-Steiermark haben wir nicht gefunden. Frag deshalb direkt beim Weingut nach, ob es zertifiziert ist. Alle Zeiten, Preise und Fahrpläne in diesem Beitrag haben wir für 2026 geprüft, sie können sich ändern.
Häufig gestellte Fragen zur Süd- und West-Steiermark
Gehören das Thermenland und die Oststeiermark zur Süd- und West-Steiermark?
Nein. Die Region umfasst die Bezirke Leibnitz und Deutschlandsberg. Das Thermen- und Vulkanland, die Oststeiermark und die Stadt Graz haben eigene Tourismusverbände. Nur die GenussCard gilt für mehrere dieser Regionen.
Gibt es eine Gästekarte mit kostenlosen Öffis oder Bergbahnen?
Nein, eine regionsweite Karte dieser Art haben wir nicht gefunden. Die GenussCard ist kostenlos und gilt ab der ersten Nacht bei Partnerbetrieben, nennt aber weder Öffis noch Lifte als Leistung. In Gamlitz gibt es ein kostenloses Gästetaxi für Übernachtungsgäste.
Wie komme ich ohne Auto in die Region?
Mit der S-Bahn ab Graz nach Leibnitz, Ehrenhausen oder Spielfeld-Straß, in die Weststeiermark mit S6, S61 oder S7 und über den Bahnhof Weststeiermark an der Koralmbahn. Danach helfen RegioBus, regioMOBIL und WEINmobil weiter.
Was kostet das WEINmobil?
Bis 4 Kilometer kostet eine Fahrt 17 Euro für bis zu 8 Personen, jeder weitere Kilometer 3 Euro. Gebucht wird per App oder telefonisch unter +43 3454 94127. Rechne mit einer Wartezeit von bis zu 30 Minuten.
Ist die Region eine ausgezeichnete nachhaltige Destination?
Nein. Wir haben keine Umweltzeichen-Destination gefunden. Einzelne Betriebe wie Hotel Schloss Seggau in Leibnitz und das Bildungshaus Retzhof in Wagna tragen das Österreichische Umweltzeichen.
Wann fährt der Stainzer Flascherlzug?
Nach dem Neustart am 2. Mai 2026 fährt er zunächst an Wochenenden, weitere Termine unter der Woche sind später im Jahr geplant. Den aktuellen Fahrplan findest du auf flascherlzug.at.
Wann ist die beste Reisezeit für die Weinlese?
September und Oktober sind Weinlese und Hochsaison. Wer es ruhiger mag, reist im Frühjahr zur Obstblüte. Prüfe die Öffnungszeiten der Buschenschänke vorab im Öffnungskalender auf steiermark.com.
Fazit und Wochenendvorschlag ohne Auto
Die Süd- und West-Steiermark ist ein Genussziel mit guter Bahnanbindung, aber ohne regionsweites Nachhaltigkeitssiegel. Ihre Stärken sind die Kulturlandschaft, der Naturpark und ein Taxisystem, das Weinverkostung ohne Auto möglich macht. Bei Gästekarte, Öffis und Bio-Zertifizierung bleibt vieles Sache der einzelnen Betriebe.
Drei Tage ohne Auto, ein Vorschlag: Mit dem Zug nach Leibnitz, dann zur Römerstadt Flavia Solva bei Wagna und mit dem WEINmobil auf die Sausaler Weinstraße nach Kitzeck. Am zweiten Tag mit dem Zug nach Ehrenhausen oder Spielfeld-Straß, dann Gamlitz mit Weinstraße und Motorikpark. Am dritten Tag mit der Bahn in die Weststeiermark, Burg Deutschlandsberg (Mittwoch bis Sonntag) und mit dem Bus nach Stainz, am Wochenende mit dem Flascherlzug. Rückfahrt mit dem Bus 760 oder 761 oder der S-Bahn.
Weitere Regionen der Steiermark findest du auf unserer Übersicht Urlaubsregionen Steiermark, etwa Graz und Umgebung und die Oststeiermark.
Quellen: steiermark.com (Südsteiermark: Naturpark, GenussCard, WEINmobil, Weinstraßen, Radtour, Badeplätze, Burgmuseum, Anreise), meinbezirk.at (Tourismusfusion 2021, Flascherlzug), verbundlinie.at (Bahn und Bus Weststeiermark), oesterreichwein.at (Südsteiermark DAC), naturparke.at (Naturpark Südsteiermark), museum-joanneum.at (Flavia Solva), motorikpark.com, umweltzeichen.at und umweltzeichen-hotels.at, neuesland.at (Bio-Weinbau Steiermark), weingut-tauss.at, flascherlzug.at, winter.weinebene.at.
