Stubaital: Stubaitalbahn, Grawa-Wasserfall, WildeWasserWeg und der Gletscher

Morgens um acht fährt die Straßenbahn vom Innsbrucker Hauptbahnhof ab. Keine Stauwarnung, kein Parkplatzstress: Die Stubaitalbahn rollt durch die Vorortgassen der Stadt, überquert den Inn und taucht innerhalb von 50 Minuten ins Stubaital ein. Zwischen Talbeginn und dem Stubaier Gletscher liegen 35 Kilometer, 1.500 Höhenmeter — und eine Geschichte, die dieses Tal seit dem 17. Jahrhundert von fast allen anderen Alpentälern unterscheidet. Wer das Stubaital nur als Skigebiet kennt, kennt es kaum.

Austria, Tyrol, Stubaital, Stubai Alps, Wilder Pfaff, hiker looking to sunset, Zuckerhuetl left
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Anreise: Die Stubaitalbahn — seit 1904 elektrisch und günstiger als der Parkplatz

Die Stubaitalbahn (STB) ist keine moderne Tourismusbahn, die irgendjemand nachträglich für Imagezwecke gebaut hat. Sie ist eine elektrische Schmalspur-Straßenbahn, die seit 1904 vom Innsbrucker Hauptbahnhof bis nach Fulpmes fährt — eine der ältesten noch aktiven elektrischen Schmalspurbahnen in Tirol. Fahrzeit: ca. 50 Minuten, stündlich, in das Innsbrucker Verkehrsnetz vollständig integriert. Ein VVT-Tagesticket gilt für Innsbrucker Straßenbahn und STB gleichermaßen.

Die Anreiselogistik von außerhalb:

  • Wien → Innsbruck: Railjet ca. 4 Stunden, dann STB ca. 50 Min. — Gesamtzeit unter 5 Stunden
  • München → Innsbruck: Eurocity ca. 1:45 Std., dann STB — Gesamtzeit ca. 2 Stunden 40 Min.
  • Zürich → Innsbruck: Railjet ca. 3:30 Std., dann STB — Gesamtzeit ca. 4 Stunden 20 Min.

Von Fulpmes aus fährt der Postbus weiter ins obere Stubaital nach Neustift, Ranalt und zur Gletscherparkstelle Mutterberg. Der gesamte Weg von Innsbruck Hauptbahnhof bis zum Gletschereingang per Öffi: ca. 1 Stunde 30 Minuten.

Die Stubai Super Card — in vielen Unterkünften inkludiert, beim Buchen explizit nachfragen — deckt alle Stubaitalbahn-Fahrten, Postbus-Verbindungen im Tal und mehrere Bergbahnen ab. Das macht das Stubaital zu einer der wenigen Regionen in Tirol, wo autofreies Reisen auch innerhalb des Tals ohne Kompromisse funktioniert. Die Verbindung Telfes–Mieders–Fulpmes–Neustift–Ranalt ist per Bus lückenlos abgedeckt; der Gletscherbus fährt zur Gletscherparkstelle Mutterberg.

Ein Wort zur Ehrlichkeit: Wer mit dem Auto ins Stubaital fährt, findet am Talende kostenpflichtige Parkplätze an der Gletscherparkstelle (Tagesticket im Sommer ca. 8–12 €). Die STB kostet ein Bruchteil davon — und du kommst ausgeruht an.

Panoramic aerial view of mountain wild river in Stubai Valley, Austria
Panoramic aerial view of mountain wild river in Stubai Valley, Austria

Das Tal verstehen: Vier Dörfer, ein Gletscher, eine Ruetz

Das Stubaital verläuft von Nordost nach Südwest, gerahmt von den Kalkalpen im Norden und den Zentralalpen (Stubaier Alpen) im Süden. Die Ruetz durchzieht das gesamte Tal — dasselbe Wasser, das jahrhundertelang die Hammerwerke antrieb und das heute den WildeWasserWeg prägt.

Telfes im Stubai und Mieders (ca. 1.000 m) bilden den Taleingang. Ruhiger als Neustift, mit direktem Blick auf den markanten Serles-Kamm. Gute STB-Anbindung, günstigere Unterkünfte, überschaubare Gastronomie. Ideal für alle, die das Tal als Ausgangspunkt nutzen, nicht als Ferienpark.

Fulpmes (937 m) ist das Herz der alten Schmiedewirtschaft — dazu unten mehr. Das größte Dorf im unteren Stubaital, per STB direkt erreichbar, mit gut ausgebautem Wandernetz und dem Freizeitzentrum StuBay für Familien. Die Verbindung Fulpmes–Innsbruck ist so dicht, dass auch Tagesausflügler ohne Auto problemlos planen können.

Neustift im Stubaital (993 m) ist der touristische Hauptort: die meisten Unterkünfte, die breiteste Gastronomie, der direkteste Zugang zu WildeWasserWeg, Gletscherbus und Wanderstartpunkten. Wer eine Woche bleibt und täglich wechselnde Touren plant, ist hier am besten aufgehoben.

Ranalt und Mutterberg (1.720 m) am Talschluss sind keine Dörfer im eigentlichen Sinn — Gletscherinfrastruktur, Wanderausgangspunkte, bewirtschaftete Hütten. Hier liegt der Grawa-Wasserfall. Von hier fährt der Gletscherbus weiter hinauf.

Die Schmiedetradition: Warum das Stubaital kein gewöhnliches Alpental ist

Das Stubaital hat eine für Tirol außergewöhnliche Wirtschaftsgeschichte — und wer das versteht, sieht das Tal anders. Seit dem 17. Jahrhundert produzierten die Talbewohner in kleinen Hammerwerken, die vom Wasser der Ruetz angetrieben wurden, Nägel, Sicheln, Beile, Schmiede- und Haushaltswaren — und verkauften sie über fahrende Händler in weiten Teilen Europas. Das Stubaital war damit unabhängiger von der saisonalen Almwirtschaft als fast alle anderen Tiroler Täler.Diese Tradition ist nicht historisches Beiwerk. Die Bezeichnung „Stubai“ ist heute noch in der Bergsportindustrie präsent: Stubai ist eine österreichische Marke für Kletterausrüstung, Eispickel und Steigeisen — benannt nach dem Tal, in dem Metallverarbeitung Tradition hat. Wer mit einem Stubai-Eisgerät auf dem Gletscher steht, hält buchstäblich Talgeschichte in der Hand.Das Heimat- und Freilichtmuseum Neustift dokumentiert diese Handwerksgeschichte mit originalen Hammerwerken und Alltagsgegenständen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Eine der wenigen Gelegenheiten in Tirol, alpine Wirtschaftsgeschichte direkt erfahrbar zu machen — nicht als Kuriosität, sondern als Grundlage einer ganzen Berggesellschaft. Öffnungszeiten saisonal, Eintritt ca. 5–7 €.

Das Schmiedemuseum in Fulpmes ergänzt dieses Bild mit einer Sammlung der Werkzeuge und Maschinen, die Generationen von Schmieden benutzten. Für alle, die verstehen wollen, wie ein abgelegenes Alpental im 18. Jahrhundert zum Exporteur wurde — ein unterschätzter Stopp.

WildeWasserWeg: 17 Kilometer dem Wasser entlang

Der WildeWasserWeg ist die bekannteste Tour des Stubaitals — aber nicht wegen Übertreibung. Die 17 km von Mutterberg (Talschluss) bis Telfes (Taleingang) sind einer der besten Themenwege in Tirol: einwegig konzipiert, bergabwärts, mit dem Wasser der Ruetz als rotem Faden.

Du startest mit dem Bus oben in Mutterberg und gehst talwärts. Höhenunterschied: ca. 720 Hm Abstieg, kaum Aufstieg. Gesamtdauer: 4–5 Stunden, Schwierigkeit T2. Der Rückweg funktioniert bequem per STB oder Postbus ab Telfes oder Fulpmes.

Was den Weg auszeichnet, ist die Abwechslung: enge Schluchtenabschnitte, in denen das Wasser neben dir rauscht und gurgelt; Hängebrücken über das Ruetz-Bett; Lärchenwälder, die im Herbst goldgelb leuchten; bewirtschaftete Almhütten direkt auf dem Weg, wo du Rast machen kannst. Kein Abschnitt gleicht dem nächsten.

Die wichtigsten Wegpunkte:

  • Grawa-Wasserfall (nahe Ranalt): Einer der flächengrößten natürlichen Wasserfälle der Alpen — der erste große Eindruck der Tour
  • Fernaubach-Wasserfall: Schmalerer, höherer Wasserfall weiter taleinwärts
  • Schluchtpassagen: Abschnitte mit spektakulärem Wasserrauschen direkt neben dem Weg
  • Almhütten mit Jause: Mehrere bewirtschaftete Stationen verteilt über die Strecke — Speckknödel und frischer Almkäse in erreichbarer Reichweite

Für Familien: Der WildeWasserWeg ist mit Kindern ab ca. 8 Jahren gut machbar. Die Hängebrücken sind gesichert, die Wege klar markiert. Für jüngere Kinder empfiehlt sich der untere Abschnitt Fulpmes → Telfes (ca. 2 Stunden, T1) — das funktioniert auch mit Kleinkindern im Rucksacktragesystem. Zugänglich Mai–Oktober, je nach Schneelage im Frühjahr mit Einschränkungen.

Grawa-Wasserfall: Einer der breitesten der Alpen — und kein Eintritt

Der Grawa-Wasserfall bei Ranalt ist mit 80 m Höhe und bis zu 100 m Breite einer der flächengrößten natürlichen Wasserfälle der Alpen. Anders als viele spektakuläre Wasserfälle, die als schmales Band in eine dunkle Schlucht fallen, fächert sich der Grawa über eine breite, strukturierte Felsformation auf — das erzeugt ein Gischt-Panorama, das man auf Fotos kaum einfangen kann.

Anreise: Bus bis Ranalt, dann 10–15 Minuten zu Fuß auf dem gut markierten Weg. Kein Eintritt, kein Ticket, kein Shuttle-Chaos. Im Frühjahr (Mai/Juni) ist die Wasserführung durch die Schneeschmelze am stärksten — der Wasserfall brüllt dann geradezu. Im Hochsommer ist er gesetzter, aber nach wie vor eindrucksvoll.

Der Wasserfall ist der Startpunkt des WildeWasserWegs und gleichzeitig ein eigenständiges Ausflugsziel: 2–3 Stunden ab Innsbruck per Öffi, davon 15 Minuten Fußweg. Einer der besten Tagesausflüge für Familien aus dem Inntal oder dem Stadtgebiet Innsbruck — ohne Auto, ohne Vorausplanung. Zugänglich Mai–Oktober.

Serles (2.718 m): Der Altar Tirols — für Wanderer und Bergsteiger

Über dem unteren Stubaital thront die Serles — vom Volksmund seit Jahrhunderten als „Altar Tirols“ bezeichnet, weil der markante Gipfelkamm von Innsbruck aus wie ein aufgestelltes Kreuz sichtbar ist. Historisch war der Serles ein Wallfahrtsziel; heute ist er eines der lohnendsten Gipfelziele im unteren Stubaital.

Zugang: Die Serlesbahnen Mieders (Gondel) fahren von Mieders auf ca. 1.600 m. Von der Bergstation: Wanderung auf den Gipfel ca. 2–2,5 Stunden, 1.100 Hm, T3. Der obere Bereich ist felsig und erfordert Trittsicherheit; ein kurzer Klettersteig-Abschnitt (B) führt unmittelbar vor den Gipfel. Wer das nicht will, kehrt auf der Schulter bei ca. 2.400 m um — die Aussicht ist dort bereits außergewöhnlich.

Für alle ohne Gipfelambitionen: Die Bergstation liegt auf einer bewirtschafteten Alm mit Panoramaterasse. Die Plattensteig-Wanderung auf dem Serles-Plateau ist auch ohne Gipfelbesteigung ein lohnender Halbtag. Gondelbetrieb Mai–Oktober; Gipfeltour optimal Juli–September.

Wanderrouten: Sieben Touren für alle Niveaus

Das Stubaital hat genug Routen für eine Woche tägliches Gehen — und das ohne Wiederholung.

WildeWasserWeg (Mutterberg → Telfes) — Leicht bis Mittelschwer
17 km, 720 Hm Abstieg, T2, 4–5 Stunden. Einweg bergabwärts, Bus-Start oben. Für Familien: unterer Abschnitt ab Fulpmes (~2 Stunden). Mai–Oktober.

Grawa-Wasserfall ab Ranalt — Leicht
15 Min. Fußweg, T1, kein Höhenmeter. Für alle Altersgruppen. Mai–Oktober.

Schlicker Alm (1.616 m) ab Telfes/Mieders — Leicht bis Mittelschwer
ca. 3 Stunden, 700 Hm, T2, bewirtschaftet. Klassische Almwanderung mit Blick auf Serles und ins Stubaital. Mai–Oktober.

Starkenburger Hütte (2.237 m) ab Neustift — Mittelschwer
ca. 3 Stunden, 1.000 Hm, T2. ÖAV-Hütte, bewirtschaftet, Übernachtung möglich. Ausgangspunkt für weiterführende Hochgebirgstouren. Juni–Oktober.

Serles (2.718 m) via Gondel und Klettersteig — Anspruchsvoll
Gondel + ca. 2–2,5 Stunden, 1.100 Hm, T3/KS-B. Klettersteigpassage direkt vor dem Gipfel. Ohne Gipfelambitionen: Schulter bis 2.400 m, T2. Juli–September.

Nürnberger Hütte (2.280 m) ab Ranalt — Mittelschwer
ca. 2,5 Stunden, 560 Hm, T2. DAV-Hütte, Ausgangspunkt für Hochgebirgstouren inkl. Zuckerhütl. Gletschervorfeld und Moränenlandschaft direkt sichtbar. Juli–September.

Zuckerhütl (3.507 m) — Hochalpin
Nur für erfahrene Bergsteiger mit vollständiger Hochgebirgsausrüstung. Gletscherübergang (Sulzenauferner), Steigeisen und Pickel Pflicht. Führung über das Bergführerbüro Stubai dringend empfohlen. Juli–August.

Stubaier Gletscher: Größtes Gletscherskigebiet Österreichs — ehrliche Einordnung

Der Stubaier Gletscher ist mit 110 km Pisten und Liften bis auf 3.210 m das größte Gletscherskigebiet Österreichsund eines der wenigen, die von September bis Juni Skifahren ermöglichen. Das ist die Kurzversion. Die längere lohnt sich.

Was du wissen solltest: Ein Gletscherskigebiet auf über 3.000 m verbraucht erheblich mehr Energie als Tallagen-Skigebiete — Lifte, Bergrestaurants, Pistenfahrzeuge und der Zubringerbus auf 1.720 m. Das ist keine Übertreibung und kein pauschales Urteil, sondern eine physikalische Tatsache, die für das Ötztal, Sölden und den Stubaier Gletscher gleichermaßen gilt. Dazu kommt: Die Gletscher der Stubaier Alpen — Daungletscherferner, Sulzenauferner, Grünaufernen — ziehen sich messbar zurück. Die veränderte Eisbedeckung ist im Sommer auf Wanderungen am Gletschervorfeld mit eigenen Augen sichtbar.

Das bedeutet nicht, dass ein Besuch des Gletschergebiets automatisch unverantwortlich ist. Es bedeutet: informiert entscheiden. Was die Situation für das Stubaital im Vergleich zu anderen österreichischen Gletschergebieten besser macht: Die Anreise per STB und Bus ist hier tatsächlich möglich und bequem — anders als an den meisten anderen Gletscherstandorten. Wer per Öffi anreist, in einem zertifizierten Betrieb übernachtet und die Sommersaison außerhalb des Höchstandrangs nutzt, reduziert den Fußabdruck soweit, wie es in diesem Kontext möglich ist.

Im Sommer am Gletscher ohne Ski: Wanderungen auf dem Gletschervorfeld der Nürnberger Hütte ermöglichen direkten Kontakt mit dem sich verändernden Hochgebirge. Geführte Gletschertouren mit ÖAV-Bergführern sind buchbar über das lokale Bergführerbüro Stubai — ein seltenes Erlebnis, das Naturkunde und Hochgebirgserfahrung verbindet.

Zuckerhütl (3.507 m): Der höchste Gipfel der Stubaier Alpen

Der Zuckerhütl ist der höchste Gipfel der Stubaier Alpen — einer der markantesten Dreitausender der Ostalpen, weithin sichtbar vom Gletscherbereich. Der Aufstieg ist keine gewöhnliche Wandertour: Er führt über den Sulzenauferner(Gletscher), erfordert Steigeisen, Pickel und alpine Erfahrung. Gehzeit vom Nürnberger Biwak: ca. 3 Stunden auf den Gipfel, 800 Hm.

Für alle anderen: Der Blick auf den Zuckerhütl von der Starkenburger Hütte (2.237 m) ist eines der eindrucksvollsten Panoramen des Tals — ohne Gletscherkontakt, ohne Seilsicherung, mit bewirtschafteter Hütte am Ausgangspunkt. Juli–September.

Kulinarik: Almhütten, Gröstl und warum der Zirbenlikör hier anders schmeckt

Das Stubaital hat keine eine berühmte Eigenmarke à la Heumilchkäse aus dem Bregenzerwald — aber es hat eine aktive Almwirtschaft, die auf dem WildeWasserWeg und an den bewirtschafteten Hütten direkt erlebbar wird.

Auf dem WildeWasserWeg und der Schlicker Alm findest du mehrere Hütten mit klassischer Almküche: Speckknödel, Käsespätzle, Suppen, saisonale Gerichte. Auf 1.500–1.700 m ist der Lieferweg lang genug, dass Tiefkühlware keine echte Option ist — die Herkunft der Zutaten ist hier keine Marketingaussage, sondern praktische Notwendigkeit.

Tiroler Gröstl ist in den Gasthöfen von Fulpmes und Neustift fast überall auf der Karte: Kartoffeln, Speck, Zwiebeln, Rindfleisch, in der Pfanne gebraten, mit Spiegelei serviert. Regional wenn du nach Herkunftsangaben fragst — und im Herbst (September/Oktober) ergänzen Wildgerichte aus den lokalen Jagdrevieren das Angebot auf vielen Speisekarten.

Direktvermarktung: Einige Höfe im unteren Stubaital (Telfes, Mieders) verkaufen Milchprodukte und Almkäse direkt ab Hof. Aktuelle Adressen erhältst du beim Tourismusbüro Stubai — die Liste ändert sich saisonal.

Zirbenlikör: Aus den Zapfen der Zirbelkiefer destilliert, typisch für das obere Stubaital und die angrenzenden Hochwälder. Kein industrielles Massenprodukt — kaufe ihn direkt in Brennereien oder Hofläden. Der Unterschied zu den Flaschen im Supermarkt ist deutlich spürbar.

Nachhaltige Unterkünfte: So suchst du verlässlich

Für das Stubaital gibt es eine klare Orientierung: Die aktuelle Suche auf umweltzeichen.at mit den Postleitzahlen der Talgemeinden zeigt dir alle Unterkünfte, die das Österreichische Umweltzeichen tragen — das einzige vor Ort geprüfte Nachhaltigkeitszertifikat für Unterkünfte in Österreich.

Die relevanten Postleitzahlen:

  • 6163 — Telfes im Stubai und Mieders
  • 6166 — Fulpmes
  • 6167 — Neustift im Stubaital

Das Stubaital hat als etablierter Tourismusort mit direkter Innsbruck-Anbindung eine gute Dichte an zertifizierten Betrieben. Das Österreichische Umweltzeichen prüft neben Energieverbrauch und Mülltrennung auch regionale Lebensmittelbeschaffung und Mitarbeiterkonditionen — kein Selbstausfüll-Fragebogen, sondern eine externe Prüfung.

Tipp für Familien: Neustift bietet die breiteste Unterkunftsauswahl mit direktem Zugang zu WildeWasserWeg, Gletscherbus und allen großen Wanderstartpunkten. Telfes und Mieders sind ruhiger und in der Regel günstiger — per STB in 10 Minuten nach Fulpmes erreichbar.

Tipp für Bergsteiger: Hüttenübernachtung in der Starkenburger Hütte oder Nürnberger Hütte — buchbar auf alpenvereinsaktiv.com, in der Hauptsaison (Juli/August) frühzeitig reservieren. Beide Hütten sind bewirtschaftet und gehören zum ÖAV- bzw. DAV-Netz.

Das Stubaital nach Jahreszeiten

Frühling (April–Mai): Das Tal erwacht, aber die Hochlagen sind noch schneebedeckt. Ideal für den Grawa-Wasserfall (Schneeschmelze = maximale Wasserführung) und die ersten Wanderungen im Talbereich. Die STB fährt das ganze Jahr — kein Wochenproblem.

Sommer (Juni–September): Hauptsaison für WildeWasserWeg, alle Hütten und den Zuckerhütl. Der Grawa-Wasserfallist optimal zugänglich; der Gletscherbus läuft täglich. Hochsommer-Wochenenden an Taleingangspunkten können voll werden — unter der Woche deutlich ruhiger.

Herbst (Oktober–November): Unterschätztes Reisefenster. Die Lärchenwälder des Stubaitals leuchten Ende September/Anfang Oktober orange-golden — einer der schönsten Herbstmomente in Tirol. Wildgerichte in den Gasthöfen, Almabtrieb mit Glockengebimmel ins Tal. Weniger Trubel, gleiches Naturprogramm.

Winter (Dezember–März): Gletscherskifahren ist möglich (Saison September–Juni), aber der Talbereich bietet auch ohne Gletscher: Langlaufloipen rund um Neustift, Winterwanderwege, Schneeschuhtouren auf der Schlicker Alm. Die STB fährt auch im Winter stündlich — der Anreisekomfort bleibt gleich.

Häufige Fragen zum Stubaital

Was ist die Stubaitalbahn und warum ist sie für nachhaltige Reisende wichtig?
Eine elektrische Schmalspur-Straßenbahn, die seit 1904 von Innsbruck ins Stubaital fährt. Fahrzeit ca. 50 Minuten, stündlicher Takt, in das Innsbrucker Straßenbahnnetz integriert — ein Ticket gilt für beide. Das macht das Stubaital zu einer der wenigen Tiroler Regionen, wo autofreies Reisen auch ins obere Tal ohne Kompromisse funktioniert. Die STB ist historisch und logistisch der stärkste Nachhaltigkeitsfaktor des gesamten Tals.

Ist Gletscherskifahren im Stubaital nachhaltig?
Nicht im strengen Sinn. Gletscherskigebiete auf 3.000+ m sind energieintensiv, und der Stubaier Gletscher zeigt sichtbaren Rückgang — das lässt sich nicht schönreden. Was die Situation verbessert: Anreise per STB und Bus ist hier wirklich möglich und bequem, was an den meisten anderen österreichischen Gletscherstandorten nicht gilt. Wer das tut, in einem zertifizierten Betrieb übernachtet und die Nebensaison wählt, reduziert den Fußabdruck soweit wie in diesem Kontext möglich.

Was ist der WildeWasserWeg und wie schwer ist er?
Ein 17 km langer Themenweg von Mutterberg (Talschluss) nach Telfes (Taleingang), dem Wasser der Ruetz folgend. Einweg bergabwärts, T2, für Familien mit Kindern ab ca. 8 Jahren geeignet. Highlight: Grawa-Wasserfall am Beginn der Tour. Rücktransport per STB/Bus ab Telfes. Unterer Abschnitt ab Fulpmes (ca. 2 Std.) auch für jüngere Kinder und Einsteiger.

Was hat das Stubaital mit der Marke Stubai (Kletterausrüstung) zu tun?
Direkt: Die Marke Stubai ist nach dem Tal benannt, weil im Stubaital seit dem 17. Jahrhundert Metallwaren produziert wurden — Nägel, Werkzeug, Bergsteigergerät — die über Händler in ganz Europa verkauft wurden. Das Heimat- und Freilichtmuseum Neustift und das Schmiedemuseum Fulpmes dokumentieren diese Geschichte. Ein seltenes Beispiel alpiner Industriegeschichte, die bis heute sichtbar ist.

Wann ist die beste Zeit für Gletscherwanderungen im Stubaital?
Juli und August für geführte Gletschertouren, den Zuckerhütl-Aufstieg und die Nürnberger Hütte. Der Grawa-Wasserfall ist im Mai/Juni bei Schneeschmelze am eindrucksvollsten. Hochalpine Routen sind ab Mitte Juni schneefrei, im August am stabilsten. Gletscherführungen buchbar über das Bergführerbüro Stubai direkt.

Gibt es nachhaltige Unterkünfte mit Österreichischem Umweltzeichen im Stubaital?
Ja — die Suche auf umweltzeichen.at mit den PLZ 6163, 6166 und 6167 zeigt aktuelle zertifizierte Betriebe. Das Österreichische Umweltzeichen ist extern geprüft und der verlässlichste Standard für Unterkünfte in Österreich. Das Stubaital hat als etablierter Tourismusort eine gute Dichte an zertifizierten Häusern.

So planst du deinen Aufenthalt

Das Stubaital ist in 50 Minuten per Straßenbahn aus Innsbruck erreichbar. Der WildeWasserWeg gehört zu den besten Familientouren in ganz Tirol. Und der Stubaier Gletscher ist genau das, was er ist: eindrucksvoll, energieintensiv, sichtbar im Wandel — und in dieser Region wenigstens per Öffi erreichbar.

Stubaitalbahn-Fahrplan und Tarifinfo auf vvt.at oder stubaier-gletscher.com/anreise. Umweltzeichen-zertifizierte Unterkünfte auf umweltzeichen.at (PLZ 6166 und 6167). Hüttenbuchungen für Starkenburger und Nürnberger Hütte auf alpenvereinsaktiv.com. Gletscherführungen über das Bergführerbüro Stubai direkt buchbar. Die Stubai Super Card lohnt sich ab zwei Nächten — beim Buchen nachfragen.

Weitere Tirol-Regionen: Zurück zur Tirol-Übersicht | Innsbruck & Feriendörfer | Wipptal | Ötztal


Quellen:
Stubaier Gletscher GmbH, Pistenplan und Seilbahninfo 2024 | STB Stubaitalbahn, Fahrplan und Geschichte (stubaitalbahn.at) | Stubai Tourismus, WildeWasserWeg und Wanderinformation (stubai.at) | Heimat- und Freilichtmuseum Neustift im Stubaital | Schmiedemuseum Fulpmes | ÖAV/DAV, Hütteninformation Starkenburger- und Nürnberger Hütte (alpenvereinsaktiv.com) | VVT Verkehrsverbund Tirol, Ticket STB (vvt.at) | umweltzeichen.at — PLZ 6163 / 6166 / 6167 | Bergführerbüro Stubai

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