Wildschönau: Kundler Klamm, Bergbauernmuseum, Schatzberg und ein Hochtal ohne Hochglanz

Die Wildschönau hat keinen Bahnhof im Tal, keine Gletscherbahn und keine internationale Bekanntheit. Was sie hat, ist eine Kundler Klamm, in der sich die Wildschönauer Ache seit Jahrtausenden durch den Fels arbeitet, einen Schnaps, den nur hier jemand brennen darf – und vier Bergdörfer, in denen Landwirtschaft noch so stattfindet, dass du sie am Morgen riechst. Seit Februar 2026 trägt das Hochtal außerdem das Österreichische Umweltzeichen als Tourismusdestination.

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Das Tal und seine Dörfer

Die Wildschönau ist ein Hochtal in den Kitzbüheler Alpen, das sich oberhalb von Wörgl auf rund 800 bis knapp 1.200 m Seehöhe von Ost nach West zieht. Die Wildschönauer Ache entwässert es nach Norden – durch die Kundler Klamm hinunter zum Inn. Keine Autobahn führt hindurch, kein Gletscher zieht die Massen an. Das macht das Tal ruhiger als viele Nachbartäler, aber auch öffi-mäßig etwas abgelegener.

Politisch ist die Wildschönau eine einzige Gemeinde mit rund 4.400 Einwohnerinnen und Einwohnern, eigenständig seit 1811. Erstmals urkundlich erwähnt wird das Tal um 1193–1195. Ab dem 16. Jahrhundert wurde an den Hängen des Gratlspitz Silber und Kupfer abgebaut, bis sich der Bergbau im 19. Jahrhundert nicht mehr rechnete. Heute prägen Landwirtschaft und Tourismus das Tal – mit rund 6.350 Gästebetten, verteilt auf kleine, meist familiengeführte Betriebe.

Die vier Dörfer des Tals:

Niederau (826 m): Das touristischste Dorf und das erste, das du von Wörgl kommend erreichst. Hier startet die Markbachjochbahn, im Winter gibt es Après-Ski, im Sommer ist Niederau der bequemste Ausgangspunkt für das Markbachjoch und den Wildschönauer Höhenweg.

Oberau (936 m): Das größte Dorf mit rund 2.150 Einwohnerinnen und Einwohnern und Sitz des Gemeindeamts. Ruhiger als Niederau, gut für Familien, mit breiten Wiesenflächen im Talboden. Hier steht auch das Bergbauernmuseum z’Bach.

Auffach (875 m): Das Dorf im hinteren Tal, Talstation der Schatzbergbahn und Ausgangspunkt für den Wanderbus zur Schönangeralm. Empfehlenswert, wenn du den Trubel von Niederau meiden willst. Zwischen Oberau und Auffach liegt der Weiler Mühltal, wo der Weg in die Kundler Klamm beginnt.

Thierbach (1.173 m): Das kleinste und höchstgelegene Dorf mit nur rund 160 Einwohnerinnen und Einwohnern, kaum Infrastruktur, dafür das ursprünglichste Bergbauernmilieu des Tals. Im Sommer erreichst du es mit dem Wanderbus ab Auffach.

Kundler Klamm: Die Schlucht zwischen Mühltal und Kundl

Die Kundler Klamm verbindet die Wildschönau mit dem Unterinntal. Die Wildschönauer Ache hat sich hier in Tausenden Jahren durch rund 235 Millionen Jahre altes Dolomitgestein gegraben, die Felswände ragen bis zu 200 m auf. Verwaltet wird die Klamm gemeinsam von den Gemeinden Kundl und Wildschönau.

Der Weg durch die Klamm ist rund 3,5 km lang, verläuft ohne große Steigungen und führt vom Weiler Mühltal nach Kundl. Rechne mit etwa einer Stunde pro Richtung. Er ist für alle Altersgruppen geeignet und laut Tourismusverband sogar mit dem Kinderwagen machbar. Fahrräder sind in der Klamm nicht erlaubt. Der Eintritt ist frei, geöffnet ist die Klamm vom 1. April bis 15. November – im Winter bleibt sie aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Ein Blick in die Geschichte lohnt sich: Bis ins 20. Jahrhundert wurde auf der Ache Holz getriftet, ein Triftsteig führte durch die Schlucht. 1911/12 baute man eine Straße durch die Klamm, 1914 kam eine Holzbrücke mit 32 m Spannweite dazu, die heute unter Denkmalschutz steht. Am früheren Zollhaus, heute ein Gasthaus, wurde Straßenzoll kassiert. Nach einem Steinschlagunfall 2007 war die Klamm gesperrt und ist seit 2009 wieder begehbar.

Ehrlich eingeordnet: Die Kundler Klamm ist ein eindrucksvolles Naturschauspiel, aber kein ausgewiesenes Naturschutzgebiet – sie steht nicht in der Liste der Tiroler Naturschutzgebiete, und das Wasser der Ache wird zur Stromerzeugung genutzt. Bleib trotzdem auf dem Weg und nimm deinen Müll wieder mit.

Für Familien praktisch: Von Ende Mai bis Anfang Oktober pendelt ein Bummelzug zwischen Mühltal und dem Klammeingang. Am Eingang gibt es mit dem Gasthof Waidmannsruh und dem Gasthaus Kundler Klamm zwei Einkehrmöglichkeiten.

Bergbauernmuseum z’Bach: Handwerksgeschichte zum Anfassen

Das Bergbauernmuseum z’Bach in Oberau ist kein Freilichtmuseum mit zusammengetragenen Gebäuden, sondern ein einzelner, original erhaltener Bauernhof aus dem Jahr 1795. Seit 1997 ist er Museum. Du gehst durch Bauernküche, Wohnstube und Hauskapelle und siehst, wie eine Bergbauernfamilie hier gelebt und gearbeitet hat.

Rund 1.200 Exponate erzählen vom Alltag im Tal: Küchengeräte, Arbeitswerkzeug, Holzschnitzereien und traditionelle Handwerkstechniken. Donnerstags findet im Sommer zusätzlich ein Handwerksmarkt statt. Führungen für Gruppen gibt es auf Anfrage.

Eintritt 2026: 6 € für das Museum, 8,80 € mit Handwerksmarkt. Geöffnet vom 15.5. bis 24.6. mittwochs und freitags 9–12 Uhr, vom 25.6. bis 1.10. montags und mittwochs 9–12 Uhr sowie donnerstags 12–17 Uhr (Handwerksmarkt). Die Öffnungstage sind knapp – plan den Besuch also fix ein.

Das Museum ist einer der besten Gründe, nicht nur durch die Wildschönau zu fahren, sondern tatsächlich dort zu bleiben und in die Geschichte des Tals einzutauchen. Praktisch: Die Buslinie 770 hat eine eigene Haltestelle beim Bergbauernmuseum.

Schatzberg (1.898 m): Der Hausberg mit Panorama

Der Schatzberg ist mit 1.898 m der markanteste Gipfel über der Wildschönau. Er liegt auf dem Grat zwischen Wildschönau und Alpbachtal – von oben siehst du in beide Täler und hinüber zum Wilden Kaiser. Die Schatzbergbahn fährt von Auffach in zwei Sektionen in rund 15 Minuten hinauf. Sie ist barrierefrei, mit Rollstuhl-Zugang bis 80 cm Breite und barrierefreien WCs an beiden Stationen.

Im Sommer 2026 fährt die Bahn vom 4. Juni bis 4. Oktober, täglich von 9 bis 16:45 Uhr. Eine Bergfahrt mit der ersten Sektion kostet für Erwachsene 12,50 €, bis ganz hinauf 21,40 €. Einkehren kannst du im Koglmoos an der Mittelstation, auf der Schatzbergalm an der Bergstation und im Gipföhit knapp unter dem Gipfel. Von oben starten Touren Richtung Gern und Joelspitze sowie ein familienfreundlicher Rundweg zu einem Speicherteich.

Im Winter ist der Schatzberg Teil des Ski Juwel Alpbachtal Wildschönau – nicht der SkiWelt, wie oft verwechselt wird. Eine 8er-Gondel verbindet im Winter Inneralpbach mit dem Schatzberg, zusammen kommen rund 114 Pistenkilometer auf 600 bis 2.100 m zusammen. Der Wildschönauer Teil ist dabei merklich ruhiger als die großen Skischaukeln im Brixental.

Markbachjoch: der zweite Hausberg über Niederau

Auf der anderen Talseite bringt dich die Markbachjochbahn, eine 8er-Gondel, in rund acht Minuten von Niederau auf 1.500 m. Im Sommer 2026 fährt sie vom 9. Mai bis 18. Oktober, täglich von 9 bis 17 Uhr. Berg- und Talfahrt kosten für Erwachsene 23,50 €, für Kinder 11,80 €. Oben warten Wanderwege, Hängematten an Aussichtspunkten, der Paragleit-Startplatz und der Einstieg in den Wildschönauer Höhenweg.

Wanderrouten: Klamm, Almen, Gipfel

Kundler Klamm von Mühltal nach Kundl – Leicht Rund 3,5 km, etwa eine Stunde pro Richtung, kaum Steigung, kinderwagentauglich. Als Streckenwanderung mit Bus und Zug kombinierbar (siehe Anreise). 1. April – 15. November.

Zur Holzalm am Markbachjoch – Leicht Familienfreundliche Runde von rund 4,7 km ab der Bergstation zur Käserei auf der Holzalm, wo du frischen Käse probieren kannst. Mai – Oktober.

Schatzberg mit der Bahn – Leicht bis mittel Mit der Schatzbergbahn hinauf, kurzer Anstieg zum Gipfelkreuz auf 1.898 m, Panorama über Wildschönau, Alpbachtal und Wilden Kaiser. Wer mehr will, geht weiter Richtung Gern oder Joelspitze. Juni – Anfang Oktober.

Wildschönauer Höhenweg – Anspruchsvoll Eine lange Tagestour, keine Mehrtagestour: 14,8 km, rund 6,5 Stunden Gehzeit, 760 Hm im Aufstieg und 1.050 Hm im Abstieg. Start ist die Bergstation Markbachjoch, dann geht es über Feldalphorn (1.923 m), Schwaigberghorn (1.990 m) und Breiteggern (1.981 m) zur Schönangeralm. Zurück ins Tal bringt dich der Wanderbus. Gute Grundkondition und stabiles Wetter sind Pflicht. Juni – September.

Käsewanderung – Mittel Der rund 13 km lange Käseweg führt dich zu den Käsereien des Tals – Infos und Karte bekommst du beim Tourismusverband. Juni – September.

Thierbach und die Almen – Leicht bis mittel Der Wanderbus bringt dich im Sommer von Auffach nach Thierbach. Von dort führen Wege über Bergwiesen und Almgelände – eine ruhige Alternative zu den Bergbahn-Gipfeln. Mai – Oktober.

Beste Reisezeit in der Wildschönau

Frühling (April–Mai): Ab 1. April ist die Kundler Klamm offen, ab 9. Mai fährt die Markbachjochbahn. Die Hochlagen tragen dann oft noch Schnee, dafür sind die Wege im Tal ruhig. Der Wanderbus startet am 9. Mai in die Nebensaison.

Sommer (Juni–September): Hauptsaison für Höhenweg, Almen und Schatzberg. Die Schatzbergbahn fährt 2026 vom 4. Juni bis 4. Oktober, der Wanderbus in der Hauptsaison vom 23. Mai bis 4. Oktober. Das Bergbauernmuseum hat von Ende Juni bis Anfang Oktober drei Tage pro Woche geöffnet, der Bummelzug zur Klamm fährt von Ende Mai bis Anfang Oktober.

Herbst (Oktober–Mitte November): Unterschätztes Reisefenster. Die Markbachjochbahn fährt noch bis 18. Oktober, die Klamm ist bis 15. November offen, in den Gasthöfen kommen Wild- und Pilzgerichte auf die Karte. Zwischen Herbst- und Wintersaison kann es im Tal allerdings sehr ruhig werden – frag bei deiner Unterkunft nach, was offen hat.

Winter (Dezember–Anfang April): Das Ski Juwel Alpbachtal Wildschönau läuft 2026/27 von Anfang Dezember bis Anfang April, die Markbachjochbahn startet erst am 18. Dezember 2026. Die Klamm ist im Winter gesperrt. Die Buslinie 770 und die Skibusse fahren auch im Winter.

Kulinarik: Almkäse, Krautinger und Direktvermarktung

Käse ist in der Wildschönau keine Deko, sondern Handwerk. In der Schaukäserei auf der Schönangeralm bei Auffach schaust du bei Führungen zu, wie Käse entsteht, und kannst direkt im Käsekeller einkaufen. Die Holzalm am Markbachjoch käst ebenfalls selbst, und in Niederau gibt es einen Käsekeller mit Verkostung.

Regionale Produkte bekommst du auch im Bauernladl, in dem Höfe aus dem Tal ihre Waren verkaufen. Mehrere Gasthöfe, etwa der Gasthof Almhof, der Landgasthof Dorferwirt und der Traditionsgasthof Weißbacher, sind Partner der Initiative bewusst.tirol, die auf regionale Herkunft der Zutaten setzt.

In den Gasthöfen von Niederau und Oberau stehen Kaspressknödel und Tiroler Gröstl auf der Karte. Im Herbst kommen Wild- und Pilzgerichte dazu. Für Direktkauf auf einzelnen Höfen fragst du am besten im Tourismusbüro nach aktuellen Adressen.

Krautinger: der Schnaps mit Sonderrecht

Die bekannteste Spezialität des Tals ist der Wildschönauer Krautinger, ein Schnaps aus der weißen Stoppelrübe. Unter Maria Theresia bekamen 51 Bauern der Wildschönau das Recht, ihn zu brennen – als Zuverdienst für die Bergbauernfamilien. Destilliert werden durfte er nur hier und nirgends sonst in der Monarchie. Heute brennen noch rund 15 Höfe, zweifach in Kupferkesseln, die mit Buchenholz befeuert werden.

Ehrlich gesagt: Der Krautinger ist Geschmackssache. Er schmeckt intensiv nach Gemüse und hat mit fruchtigem Obstler wenig gemeinsam. Probier ihn trotzdem – am besten direkt ab Hof, wo du auch die Geschichte dazu hörst. Das Bundesministerium führt den Krautinger als traditionelles Lebensmittel Österreichs.

Paragliding vom Markbachjoch

Das Markbachjoch ist ein beliebtes Fluggebiet für Gleitschirmfliegerinnen und -flieger in Nordtirol. Der Startplatz liegt direkt bei der Bergstation auf rund 1.500 m, du kommst also bequem mit der Gondel hinauf. Tandemflüge vermitteln lokale Anbieter, aktuelle Kontakte und Preise bekommst du beim Tourismusverband Wildschönau. Ob geflogen wird, entscheidet am Ende immer das Wetter – plan einen Ausweichtag ein.

Anreise

Nächster Bahnhof: Wörgl (Hauptbahnhof an der Westbahn). Von dort fährt die Regiobus-Linie 770 über Niederau, Oberau und Mühltal nach Auffach – seit 2023 ganzjährig im Stundentakt, an sieben Tagen die Woche, montags bis samstags etwa von 5:45 bis 20:45 Uhr. Die Busse sind Niederflurfahrzeuge und damit barrierefrei.

Von Innsbruck: rund 40 Minuten mit dem Zug nach Wörgl, dann Bus ins Tal. Aus München kommst du mit dem Zug über Kufstein nach Wörgl.

Tipp für die Anreise mit Erlebnis: Fahr mit dem Zug bis Kundl, geh von dort durch die Kundler Klamm hinauf nach Mühltal und nimm dann den Bus 770 zu deiner Unterkunft. So beginnt der Urlaub mit einer Stunde Schlucht statt mit einer Stunde Stau – vorausgesetzt, dein Gepäck ist leicht oder wird separat gebracht.

Im Tal selbst gilt die Wildschönau Card, die du von deinem Gastgeber bekommst. Sie deckt den Wanderbus und die Busse im Tal ab, nicht aber die Strecke der Linie 770 zwischen Niederau und Wörgl – und keine Bergbahnen. Markbachjoch- und Schatzbergbahn sind nur mit der Wildschönau Premium Card inklusive, und die gibt es ausschließlich bei Premium-Card-Partnerbetrieben. Frag also schon beim Buchen nach, ob deine Unterkunft dabei ist, sonst zahlst du die Bergbahn regulär.

Ehrlich gesagt: Die Wildschönau ist gut öffi-erreichbar, aber der letzte Kilometer zu abgelegenen Almen und Hütten verlangt außerhalb der Wanderbus-Zeiten entweder Rad oder Fußmarsch.

Umweltzeichen-Destination seit 2026: was dahintersteckt

Am 13. Februar 2026 hat die Wildschönau das Österreichische Umweltzeichen für Tourismusdestinationen erhalten. Geprüft wird dabei nicht ein einzelnes Hotel, sondern die Region als Ganzes: Klima- und Umweltschutz, nachhaltige Mobilität, Abfallvermeidung, Regionalität, soziale Teilhabe, die Managementstrukturen und die Beteiligung der Bevölkerung.

Der Tourismusverband hat dafür eine Nachhaltigkeitsstrategie mit mehreren Handlungsfeldern aufgestellt, von Barrierefreiheit über Biodiversität bis zu Mobilität. Gemeinde, Bergbahnen und Gastgeber arbeiten dabei zusammen. Konkret sichtbar wird das für dich vor allem beim ganzjährigen Stundentakt der Linie 770, beim Wanderbus, der mit der Gästekarte gratis ist, und bei den regionalen Produzentinnen und Produzenten, die gezielt gefördert werden.

Ehrlich eingeordnet: Das Destinations-Siegel ist jung – was es langfristig verändert, lässt sich erst in ein paar Jahren seriös beurteilen. Und es ersetzt keine Zertifizierung einzelner Betriebe: Nicht jedes Hotel im Tal erfüllt automatisch Umweltzeichen-Kriterien. Wenn dir das wichtig ist, such gezielt nach Betrieben mit eigenem Umweltzeichen, wie dem Hotel Haflingerhof.

Naturschutz in der Wildschönau: ehrliche Einordnung

Anders als etwa im Kaisergebirge oder im Karwendel gibt es in der Gemeinde Wildschönau kein ausgewiesenes Naturschutzgebiet. Auch die Kundler Klamm ist, entgegen einer weit verbreiteten Annahme, nicht als Naturschutzgebiet verordnet. Das nächste Naturschutzgebiet liegt unten im Inntal: die Söller Wiesen auf dem Gemeindegebiet von Kundl, mit 44 ha Fläche.

Schützenswerte Natur gibt es im Tal trotzdem. Entlang des Wildschönauer Höhenwegs liegen Moorflächen, in denen seltene Enziane wachsen und Bergmolche leben. Solche Lebensräume sind empfindlich gegen Trittschäden – bleib hier unbedingt auf den markierten Wegen, und lass Hunde an der Leine, auch wegen des Weideviehs auf den Almen.

Nachhaltige Unterkünfte

Alle vier Dörfer teilen sich eine Postleitzahl. Suche auf umweltzeichen.at einfach mit 6311 (Wildschönau), um zertifizierte Betriebe in Niederau, Oberau, Auffach und Thierbach zu finden. Ein Beispiel mit eigenem Österreichischem Umweltzeichen ist das Hotel Haflingerhof.

Die Wildschönau ist kein Massentourismusgebiet – die Betriebe sind klein und oft familiengeführt. Das Österreichische Umweltzeichen ist der verlässlichste Hinweis auf geprüfte Nachhaltigkeitsstandards eines einzelnen Hauses. Bei der Buchung lohnt außerdem die Frage nach der Premium Card, weil sie die Bergbahnen einschließt.

Urlaub auf dem Bauernhof: Die Wildschönau hat aktive Bergbauernhöfe mit Gästezimmern und Ferienwohnungen – direkter Kontakt zur Landwirtschaft, frische Produkte vom Hof, Einblick in den Betriebsalltag. Buchbar über urlaub-am-bauernhof.at.

Häufige Fragen zur Wildschönau

Wie schwer ist die Kundler Klamm?

Gar nicht schwer. Der Weg ist rund 3,5 km lang, fast eben und führt in etwa einer Stunde von Mühltal nach Kundl. Kein technisches Klettern, laut Tourismusverband sogar kinderwagentauglich. Geöffnet vom 1. April bis 15. November, Eintritt frei.

Was zeigt das Bergbauernmuseum z’Bach?

Einen original erhaltenen Bauernhof von 1795 in Oberau mit rund 1.200 Exponaten zum Bergbauernalltag – von der Bauernküche bis zur Hauskapelle. Eintritt 6 €, mit Handwerksmarkt am Donnerstag 8,80 €. Im Sommer nur an wenigen Tagen pro Woche geöffnet.

Ist die Wildschönau Teil der SkiWelt?

Nein. Die Wildschönau bildet gemeinsam mit dem Alpbachtal das Ski Juwel Alpbachtal Wildschönau mit rund 114 Pistenkilometern. Verbunden sind beide Täler im Winter über eine Gondel von Inneralpbach auf den Schatzberg. Die SkiWelt Wilder Kaiser – Brixental ist ein eigenes Skigebiet.

Sind die Bergbahnen mit der Gästekarte gratis?

Mit der normalen Wildschönau Card nicht. Sie deckt Wanderbus und Busse im Tal ab. Markbachjoch- und Schatzbergbahn sind nur mit der Wildschönau Premium Card inklusive, und die bekommst du nur bei Partnerbetrieben. Sonst kaufst du Einzeltickets, zum Beispiel 23,50 € für Berg- und Talfahrt aufs Markbachjoch.

Wie komme ich ohne Auto in die Wildschönau?

Mit dem Zug bis Wörgl, dann mit der Buslinie 770 über Niederau, Oberau und Mühltal nach Auffach – ganzjährig im Stundentakt. Die Strecke zwischen Wörgl und Niederau ist nicht in der Gästekarte enthalten. Alternativ gehst du vom Bahnhof Kundl durch die Klamm hinauf.

Gibt es Schutzgebiete oder ein Umweltsiegel in der Wildschönau?

Ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet gibt es im Tal nicht, auch die Kundler Klamm ist keines. Dafür trägt die Wildschönau seit 13. Februar 2026 das Österreichische Umweltzeichen als Tourismusdestination. Das Siegel bewertet die Region, nicht einzelne Betriebe.

Was sollte ich kulinarisch probieren?

Almkäse aus der Schaukäserei Schönangeralm oder von der Holzalm und den Wildschönauer Krautinger, einen Rübenschnaps, der seit Maria Theresia nur hier gebrannt werden darf. Regionale Produkte bekommst du im Bauernladl, aktuelle Hof-Adressen im Tourismusbüro.

So planst du deinen Aufenthalt

Die Wildschönau ist das Gegenteil von Kitzbühel: keine Designergeschäfte, keine Après-Ski-Meile im Chalet-Stil. Dafür: Kundler Klamm, Bergbauernmuseum, Schatzberg, Krautinger und vier Dörfer, in denen Berglandwirtschaft noch den Alltag prägt. Wer das sucht, kommt nach Niederau und schaut weiter ins Tal.

Ein Vorschlag für drei Tage im Sommer: Am ersten Tag reist du mit dem Zug nach Kundl und gehst durch die Klamm ins Tal. Am zweiten Tag fährst du aufs Markbachjoch und gehst den Höhenweg bis zur Schönangeralm, wo dich der Wanderbus wieder abholt. Am dritten Tag steht vormittags das Bergbauernmuseum auf dem Programm, nachmittags die Schatzbergbahn. Die Schwäche des Tals solltest du einplanen: Die Bergbahnen kosten ohne Premium Card extra, und manche Angebote sind nur an wenigen Tagen offen.

Tourismusinformation: wildschoenau.com – Bergbahnen: skijuwel.com – Buslinie ins Tal: vvt.at (Linie 770 ab Wörgl) – Umweltzeichen-Unterkünfte: umweltzeichen.at (PLZ 6311) – Urlaub auf dem Bauernhof: urlaub-am-bauernhof.at

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Quellen: Wildschönau Tourismus, wildschoenau.com (Kundler Klamm, Bergbauernmuseum, Sommerbergbahnen, Wanderbus, Höhenweg, Nachhaltigkeit) | Ski Juwel Alpbachtal Wildschönau, skijuwel.com | tirol.at | VVT, Linie 770 | Tiroler Tageszeitung, 25.02.2026 (Umweltzeichen) | tiroler-schutzgebiete.at | Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft (Krautinger) | Wikipedia: Wildschönau, Kundler Klamm | umweltzeichen.at PLZ 6311 | urlaub-am-bauernhof.at

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