Lechtal: Der letzte Wildfluss der Alpen, die Hängebrücke Holzgau und der Lechweg
Der Lech ist einer der letzten Flüsse der Alpen, der auf seiner Tiroler Strecke nicht aufgestaut ist. Keine Staumauern, keine Wehre, kein begradigtes Betonbett — der Lech fließt hier noch als echter Wildfluss mit natürlichen Kiesinseln, sich verlagernden Armen und einer Ufervegetation, die anderswo längst verbaut ist. Das Lechtal ist deshalb nicht nur ein Urlaubsziel, sondern eines der wichtigsten Naturschutzgebiete Tirols — und ein Wanderparadies für alle, die Naturerfahrung über Liftanlagen stellen.
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Anreise ins Lechtal: Reutte per Zug, oberes Tal per Bus
Das Lechtal ist 70 km lang und erstreckt sich von der Lechquelle nahe der Vorarlberger Grenze bis nach Reutte, wo der Lech nach Bayern weiterfließt. Die Zugänglichkeit per Öffi ist zweigeteilt: Reutte hat einen Bahnhof, das obere Tal ist ausschließlich per Bus erreichbar.
Reutte (unteres Lechtal):
- Von Innsbruck: Bus über Fernpass (VVT-Linie), ca. 1 Stunde 30 Minuten
- Von München: Zug nach Füssen (Bayern), dann Bus nach Reutte, ca. 2 Stunden
- Von Garmisch-Partenkirchen: Zug nach Reutte, ca. 50 Minuten (Außerfernbahn)
- Reutte Bahnhof liegt 10 Gehminuten vom Zentrum
Oberes Lechtal (Stanzach, Häselgehr, Bach, Elbigenalp, Holzgau):
Ab Reutte verkehrt der Regionalbus stündlich ins obere Tal — bis Bach und Holzgau, Fahrzeit ca. 45–60 Minuten je nach Zielort. Die genaue Linienführung wird saisonal angepasst (Sommer- und Winterfahrplan unterscheiden sich), aktuelle Liniennummern und Abfahrtszeiten findest du auf vvt.at oder lechtal.at — das ist die einzige Öffi-Verbindung ins obere Tal, wer ohne Auto anreist, plant die Buszeiten im Voraus.
Ehrliche Einordnung: Das Lechtal ist nicht so einfach per Öffi erreichbar wie Innsbruck oder Kufstein. Wer aus Wien oder Salzburg kommt, braucht 5–6 Stunden. Der Zeitaufwand lohnt sich — aber er sollte einkalkuliert sein.
Für Weitwanderer, die den Lechweg oder den E5 begehen: Beide Routen sind mehrtägig und werden typischerweise von Unterkunft zu Unterkunft gewandert, was die Abhängigkeit vom Tagesbus reduziert.
Das Tal: Reutte, Elbigenalp, Holzgau, Bach
Das Lechtal hat keinen dominierenden Tourismusort — die Gemeinden verteilen sich auf 70 km Talsohle, jede mit eigenem Charakter.
Reutte (870 m, PLZ 6600): Größte Gemeinde des Lechtals, Marktort mit Bahnhof, Infrastruktur für den Alltag. Ausgangspunkt für Ausflüge ins Tal und nach Bayern (Füssen und Schloss Neuschwanstein sind 20 Minuten entfernt — eine andere Welt, gut als Tagesausflug).
Stanzach und Häselgehr (1.040–1.046 m): Ruhige Dörfer im mittleren Lechtal, kaum Massentourismus, direkt am Lech gelegen. Ausgangspunkte für Wanderungen auf die umliegenden Vorberge und ans Lechufer.
Elbigenalp (1.041 m, PLZ 6652): Beherbergt die Fachschule für Kunsthandwerk und Design (Schnitzschule Elbigenalp). Ihre Wurzeln reichen bis 1835 zurück, als der Maler Anton Falger hier eine Zeichenschule gründete; die heutige Schnitzschule wurde 1951 im Auftrag des Landes Tirol vom Holzbildhauer Rudolf Geisler-Moroder sen. aufgebaut und erhielt 1983 das Öffentlichkeitsrecht. Vier Jahre dauert heute die Ausbildung in Bildhauerei (Holz, Stein, Metall), Vergolden und Schriftdesign — im Dorf selbst sind Schnitzarbeiten an Hausfassaden und in der Pfarrkirche sichtbar. Ein kulturelles Alleinstellungsmerkmal des Lechtals, das man nicht im Katalog erwarten würde.
Holzgau (1.100 m, PLZ 6651): Bekannter durch die Hängebrücke als durch seine ruhige Dorfattmosphäre. Der eigentliche Ort ist klein, mit Gasthaus und einigen Pensionen — nichts Touristisches, aber der Ausgangspunkt für eine der spektakulärsten Brückenpassagen der Alpen.
Bach (1.066 m, PLZ 6653): Eingang ins Madautal, ein unbewohntes Seitental des Lechtals ohne Liftanlagen oder Erschließungsstraße. Das Madautal ist bewirtschaftete Almenlandschaft — hier bist du wirklich abseits.
Der Lech: was einen Wildfluss ausmacht
Der Tiroler Lech ist Teil des europäischen Natura-2000-Netzwerks (seit 2000) und wurde 2004 per Landesdekret zusätzlich als Naturpark Tiroler Lech ausgewiesen; der Trägerverein dazu entstand 2006. Das Schutzgebiet umfasst rund 41,4 km² auf einer Höhenlage zwischen 800 und 1.380 m. Was den Fluss einzigartig macht, ist die Kombination aus fehlendem Aufstau, freier Geschiebedynamik und der daraus resultierenden Habitatvielfalt.
Ein Wildfluss mit natürlicher Geschiebedynamik verlagert ständig sein Bett — neue Kiesinseln entstehen, alte werden überspült, Totholz bleibt liegen. Das klingt nach Chaos, ist aber die Voraussetzung für die alpine Flusslandschaft, die heute in den Alpen fast verschwunden ist. Seltene Vogelarten wie der Flussregenpfeifer und der Flussuferläufer brüten hier auf den offenen Kiesbänken — in begradigten Flüssen gibt es dafür keine Lebensgrundlage.
Für Besucherinnen und Besucher bedeutet das: Du kannst am Lech spazieren, Kiesbänke betreten (außerhalb der Brut- und Schutzzeiten), in klaren Abschnitten schwimmen und einem Fluss zusehen, der nicht still steht. Das ist kein Naturkundemuseum, sondern ein lebendiges Gewässer.
Schutzregeln beachten: In den ausgewiesenen Kernzonen des Naturparks ist das Verlassen der Wege nicht erlaubt. Informationstafeln im Tal markieren die Grenzen — und Ranger sind im Sommer regelmäßig unterwegs.
Naturparkhaus an der Klimmbrücke: In Elmen, direkt über dem Fluss, betreibt der Naturpark ein kleines Besucherzentrum mit Ausstellung zum Thema Wildfluss. Der Zugang war zeitweise wegen Brückenschäden eingeschränkt — den aktuellen Öffnungsstatus und Ausstellungstermine erfährst du direkt auf naturpark-tiroler-lech.at, bevor du extra dafür hinfährst.
Lechweg: 125 Kilometer dem Wildfluss entlang
Der Lechweg ist der Fernwanderweg des Lechtals — rund 125 km von Lech am Arlberg (nahe der Lechquelle im Formarintal) bis nach Füssen in Bayern. Die österreichische Sektion führt durch das gesamte Tiroler Lechtal, von der Quelle bis zur deutschen Grenze nahe Reutte.
Der Lechweg-Betreiber bietet drei offizielle Etappen-Varianten an, je nach Tempo: die klassische Variante in 7 Tagesetappen (für geübte Weitwanderer), die gemütliche Variante in 8 Etappen und die entschleunigende Variante in 10 Etappen für alle, die mehr Zeit an den schönsten Stellen verbringen wollen. Die Tagesetappen liegen je nach Variante zwischen 13 und knapp 25 km, mit Höhenunterschieden zwischen 300 und 700 Hm — kein Hochgebirgsweg, aber auch kein flacher Spazierweg. Trittsichere Bergschuhe sind sinnvoll.
Was ihn von anderen Fernwegen unterscheidet: Der Lechweg wechselt ständig zwischen Talsohle und Hang, zwischen Waldweg und offenem Almgelände. Der Lech ist mal direkt sichtbar, mal 300 Hm unter dir. Das Wasser bleibt die konstante Orientierung — du gehst immer in dieselbe Richtung.
Einzelne Etappen sind als Tageswanderungen nutzbar, wenn du per Bus ins Tal anreist:
- Etappe Holzgau–Bach (15 km, 450 Hm, mittelschwer): Führt über die Hängebrücke Holzgau und durchs Hornbachtal — eine der schönsten Tagesetappen des gesamten Weges (Juni–Oktober)
- Etappe Weißenbach–Häselgehr (13 km, 300 Hm, leicht bis mittelschwer): Talnahe Route direkt am Lech, ideal als Einstieg (Mai–Oktober)
- Etappe Elbigenalp–Stanzach (16 km, 350 Hm, mittelschwer): Durch die engste Stelle des Lechtals mit Blick auf die bewaldeten Hänge (Mai–Oktober)
Hängebrücke Holzgau: 200 Meter, 110 Höhenmeter, seit 2012
Die Hängebrücke Holzgau überspannt das Hornbach-Tal auf 200,5 m Länge in rund 110 m Höhe — eine der höchsten begehbaren Hängebrücken Österreichs. Sie wurde 2010/2011 gebaut und im Frühsommer 2012 eröffnet, nicht wie manchmal kursiert erst 2015. Ausgelegt ist die Konstruktion auf eine Belastung von 630 Personen gleichzeitig — deutlich mehr, als an einem normalen Wandertag je gleichzeitig auf ihr unterwegs sind.
Die Brücke schwankt bei Wind und Schritten — das ist konstruktionsbedingt und sicherheitstechnisch unbedenklich, aber Menschen mit Höhenangst sollten das wissen. Rund um die Uhr zugänglich, keine Anmeldung nötig.
Ehrliche Einordnung zu den Kosten: Lange war die Querung komplett kostenlos. Seit 2025 bittet die Gemeinde Holzgau um eine freiwillige Spende von 2 Euro pro Übertritt — ohne Schranke oder Kontrolle, einfach über eine Spendenbox am Brückenkopf. Mit rund 100.000 Übertritten pro Jahr soll das einen Beitrag zur Erhaltung der Anlage leisten. Du kannst also weiterhin ohne Ticket über die Brücke, ein kleiner freiwilliger Beitrag ist aber eine faire Geste.
Anreise: Regionalbus bis Holzgau, dann zu Fuß ins Hornbachtal ca. 1 km auf befestigtem Weg ab Ortszentrum (ca. 15–20 Min., flach bis leicht ansteigend, kein Autoverkehr möglich). Als Halbtagesausflug ab Reutte oder einem der Lechtal-Unterkünfte gut machbar. Im Hochsommer (Juli/August) an Wochenenden früh starten — gegen Mittag kommen Tagesbesucher aus Bayern und es wird voller.
E5: der Fernwanderweg durch das Lechtal
Der E5 (Oberstdorf – Meran) ist einer der bekanntesten Transalpin-Wanderwege Europas. Er führt durch das Lechtal — genauer: durch das Hornbachtal ab Holzgau über den Mädelejoch nach Hinterhornbach und weiter ins Allgäu oder südwärts ins Bregenzerwälder Gebiet.
Wer den E5 nicht vollständig gehen will: Der Abschnitt Oberstdorf – Holzgau (mit Übernachtung in der Kemptner Hütte, 1.846 m) ist als Mehrtages-Einheit buchbar und führt durch die spektakulärste Landschaft der Lechtaler Alpen. Gesamtlänge dieses Abschnitts: 2 Tagesetappen, ca. 35 km, ca. 2.200 Hm Aufstieg. T3–T4 in Teilen.
Die Kemptner Hütte (Sektion Allgäu-Kempten des Deutschen Alpenvereins, 1.846 m, bewirtschaftet Mitte Juni bis Mitte Oktober) ist Anlaufpunkt für E5-Geher und Ausgangspunkt für mehrere Gipfeltouren in den Lechtaler Alpen. Vorausbuchung in der Sommersaison dringend empfohlen.
Wandern und Skitouren: was das obere Tal für Aktive bietet
Neben Lechweg und E5 gibt es zahlreiche Tageswanderungen aus den einzelnen Dörfern:
Hahntennjoch (1.894 m) — Mittelschwer: Der Hahntennjochpass verbindet Lechtal mit dem Inntal und ist auf einer schmalen Straße auch befahrbar. Zu Fuß ab Häselgehr: ca. 3 Stunden, 850 Hm, Panorama auf das gesamte mittlere Lechtal. (Juni–Oktober)
Madautal ab Bach — Leicht bis Mittelschwer: Unbewohntes Seitental ohne Erschließungsstraße. Flacher Einstieg, dann ansteigend zur bewirtschafteten Madauer Alm (1.450 m, ca. 2,5 Stunden, 400 Hm). Kein Lift, keine Gondel — nur Almbewirtschaftung und ruhige Bergwelt. (Juni–Oktober)
Jöchelspitze (2.263 m) — Mittelschwer: Der höchste Punkt des kleinen Skigebiets im Lechtal ist im Sommer als Wanderberg nutzbar. Ab Bach ca. 3,5 Stunden, 1.200 Hm, Rundblick auf Lechtaler Alpen und Zugspitzmassiv. (Juli–September)
Skifahren und Skitouren im Winter: Das Skigebiet Jöchelspitze bei Bach ist bewusst klein — 5 km Pisten, 2 Lifte (davon eine moderne 8er-Gondel), 1.200–1.768 m Höhenlage. Kein Anschluss ans SkiWelt oder Ski Arlberg, dafür familiär und ohne Liftschlangen. Das macht das übrige Tal gleichzeitig attraktiv für Skitourengänger abseits der Piste: klassische Ziele ab Bach und Elbigenalp, 1.200–1.800 Hm Tagesleistung. Lawinenlagebericht: lawinenwarndienst.at. (Jänner–März, je nach Schneelage)
Radfahren auf dem Lechradweg: Wer es ruhiger mag, muss nicht zu Fuß gehen. Der Lechradweg begleitet den Fluss von Deutschland durch die Naturparkregion Reutte bis nach Steeg im oberen Lechtal, größtenteils auf Asphalt- und Schotterwegen mit moderater Steigung. Für Familien und alle, die nicht die ganze Strecke in die Pedale treten wollen, verkehrt ein Radbus mit Anhänger für bis zu 38 Fahrräder inklusive E-Bikes — so lässt sich eine Etappe fahren und die andere gemütlich zurückbusen.
Beste Reisezeit im Lechtal
Sommer (Juni bis Oktober): Die Hauptsaison fürs Wandern. Lechweg und Madautal sind ab Mitte Mai begehbar, die Hochalpenrouten (E5, Jöchelspitze-Gipfel) meist erst ab Anfang Juli schneefrei. Die Kemptner Hütte ist von Mitte Juni bis Mitte Oktober bewirtschaftet — außerhalb dieses Fensters brauchst du für mehrtägige E5-Abschnitte einen anderen Stützpunkt.
September, die stille Alternative: Die Almhütten sind noch offen, der Almabtrieb findet statt (meist Mitte September, genaue Termine hängen in den Dörfern aus), und die Lärchenwälder beginnen sich golden zu färben — eine der schönsten Herbstlandschaften Tirols, bei spürbar weniger Betrieb auf den Wegen als im Hochsommer.
Winter (Dezember bis März): Das Skigebiet Jöchelspitze ist für die Saison 2026/27 von 19. Dezember 2026 bis 21. März 2027 geplant, kann sich aber je nach Schneelage verschieben. Wer nicht Ski fahren will, findet im Tal ruhige Langlaufmöglichkeiten und gute Bedingungen für Skitouren abseits der wenigen Lifte.
Wann du eher meiden solltest: Juli- und August-Wochenenden an der Hängebrücke Holzgau, wenn Tagesbusse aus Bayern eintreffen. Wer die Ruhe sucht, für die das Lechtal eigentlich steht, plant seinen Besuch dort außerhalb der Mittagszeit oder auf einen Wochentag.
Nachhaltige Unterkünfte: Wo du verlässlich suchst
Aktuelle Suche auf umweltzeichen.at:
- 6600 — Reutte
- 6642 — Stanzach
- 6644 — Häselgehr / Forchach
- 6651 — Holzgau
- 6652 — Elbigenalp
- 6653 — Bach
Das Österreichische Umweltzeichen ist der einzige vor Ort geprüfte Standard für Unterkünfte in Österreich. Das Lechtal hat insgesamt weniger zertifizierte Betriebe als touristisch stärker erschlossene Regionen — was nicht bedeutet, dass die Qualität schlechter ist. Viele kleine Familienbetriebe im oberen Tal arbeiten mit regionalen Direktlieferanten, ohne ein Label zu führen. Frag beim Buchen konkret nach Energiequelle, Lebensmittelherkunft und Abfallkonzept — ein guter Betrieb beantwortet das direkt.
Für Weitwanderer auf dem Lechweg gibt es entlang der Etappen Unterkünfte in regelmäßigen Abständen — Lechweg-zertifizierte Betriebe müssen bestimmte Qualitätsstandards erfüllen (Trockenraum, Frühstart-Frühstück, Gepäcktransport auf Anfrage). Die offizielle Partnerliste auf lechweg.com ist verlässlicher als Listing-Aggregatoren.
Gästekarte, ehrlich eingeordnet: Viele Unterkünfte im Tal geben eine Gästekarte (Lechtal Aktiv Card) aus. Im Winter ist damit der Regionalbus zwischen Steeg und Reutte kostenlos, im Sommer kostet ein Tagesticket für den Regionalbus 3 Euro. Auf die Jöchelspitzbahn in Bach gibt es einmal täglich einen ermäßigten, aber keinen kostenlosen Auf- und Abstieg. Bergbahnen und Skigebiet sind generell nicht in der Karte inkludiert — das bekannte Missverständnis „Bergbahnen sind mit der Gästekarte gratis“ stimmt also auch im Lechtal nicht.
Kulinarik: Almkäse, Forelle, Lechtaler Bergkäse
Das Lechtal hat eine intakte bäuerliche Struktur — viele Betriebe bewirtschaften noch eigene Almen und erzeugen Käse, Milch und Fleisch direkt vor Ort.
Lechtaler Bergkäse und Almkäse: Der Käse aus den Sennereien im oberen Lechtal ist kein Markenprodukt mit eigenem Label, aber ein verlässliches Qualitätsmerkmal, wenn er direkt auf der Alm oder beim Produzenten gekauft wird. Mehrere Betriebe in Elbigenalp und Bach verkaufen ab Hof.
Forelle: Die Bergbäche und Seitenäste des Lechs beherbergen natürliche Forellen-Bestände. Einige Gasthäuser im Tal servieren Forellen aus der Region — frag nach der Herkunft, da nicht jede „regionale Forelle“ tatsächlich aus dem Tal stammt.
Almjause: Die bewirtschafteten Almen — Madauer Alm (Bach), Almen auf dem Lechweg — servieren klassische Jausenbretter: Speck, Käse, Bauernbrot, Radieschen. Keine Haute Cuisine, aber das Verlässlichste, was du in den Bergen bekommst.
Was nicht regional ist: „Lechtaler Emmentaler“ gibt es nicht — Emmentaler ist eine Schweizer Herkunftsbezeichnung. Was du regional findest, sind Bergkäse und Almkäse nach Tiroler Tradition, aber ohne diesen Markennamen.
Häufige Fragen zum Lechtal
Ist das Lechtal ohne Auto erreichbar?
Reutte ja — per Zug aus Garmisch-Partenkirchen und per Bus aus Innsbruck. Das obere Tal (Holzgau, Bach, Elbigenalp) ist per Regionalbus ab Reutte erreichbar, aber die Verbindungen sind stündlich und enden abends. Wer mehrtägig wandert (Lechweg, E5), hat die besten Bedingungen ohne Auto. Für Tagesausflüge ins obere Tal: aktuelle Fahrzeiten auf vvt.at oder lechtal.at prüfen und früh starten.
Was ist der Unterschied zwischen Lechtal und Naturparkregion Reutte?
Beide Regionen überlappen sich geografisch — Reutte ist der größte Ort des Lechtals. Die „Naturparkregion Reutte“ ist die offizielle Tourismusbezeichnung, die auch die Zugspitz Arena einschließt. Das „Lechtal“ im engeren Sinne bezieht sich auf den Talverlauf des Lechs flussaufwärts von Reutte bis zur Quelle.
Wie schwierig ist der Lechweg?
Der Lechweg ist keine Hochgebirgstour — kein Klettersteig, keine Gletscher, keine Exposition. Je nach gewählter Variante liegen die Etappen zwischen 13 und knapp 25 km mit 300–700 Hm pro Tag. Gutes Schuhwerk und Kondition für mehrere Stunden Gehen täglich sind nötig. T2 auf der Skala des Alpenvereins. Für erfahrene Tageswanderer ohne Weitwander-Erfahrung gut machbar.
Gibt es Skifahren im Lechtal?
Das Skigebiet Jöchelspitze bei Bach hat 5 km Pisten und 2 Lifte — klein, familiär, günstig, kein Anschluss ans SkiWelt oder Ski Arlberg. Das Lechtal ist bewusst keine Skidestination im klassischen Sinn; es lebt im Winter eher von Langlauf, Schneeschuhwandern und Skitouren.
Sind Bergbahnen mit der Gästekarte kostenlos?
Nein. Die Lechtal Aktiv Card deckt im Winter den Regionalbus zwischen Steeg und Reutte kostenlos ab, im Sommer nur ein vergünstigtes Tagesticket für 3 Euro. Die Jöchelspitzbahn ist mit Karte lediglich ermäßigt, nicht gratis nutzbar, und das Skigebiet selbst ist überhaupt nicht in der Karte enthalten.
Kostet die Hängebrücke Holzgau etwas?
Nein, nicht verpflichtend. Seit 2025 bittet die Gemeinde um eine freiwillige Spende von 2 Euro pro Übertritt über eine Spendenbox — es gibt weder Schranke noch Kontrolle. Du kannst die Brücke also weiterhin ohne Ticket überqueren, ein kleiner Beitrag zur Erhaltung ist aber willkommen.
Ist das Lechtal für Radausflüge mit Kindern geeignet?
Ja, wenn du die Etappen bewusst wählst. Der Lechradweg im Tal ist flach bis leicht ansteigend und weitgehend autofrei geführt. Für längere Distanzen oder wenn die Kinder müde werden, nimmst du den Radbus mit Anhänger — damit lässt sich die Tour flexibel an die Kondition der Gruppe anpassen, statt eine ganze Etappe durchzuziehen.
So planst du deinen Aufenthalt
Das Lechtal ist ein Kontrastprogramm zu den bekannten Tiroler Skiregionen. Es gibt keine Seilbahn mit 3.000-Meter-Aussichtsplattform und keine Après-Ski-Meile. Was du bekommst, ist echter: ein freifließender Fluss, ein Fernwanderweg mit Substanz, eine Hängebrücke, die tatsächlich schwindelerregend ist, und eine Dorfkultur, die noch nicht vollständig touristisch überformt ist.
Anreise planen über oebb.at (→ Reutte) und den Regionalbus-Fahrplan auf vvt.at oder lechtal.at. Lechweg-Unterkünfte frühzeitig buchen (Juli/August oft Monate im Voraus ausgebucht). Für die Hängebrücke Holzgau: kein Ticket nötig, eine freiwillige Spende ist willkommen, und im Hochsommer lohnt sich ein früher Start.
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Quellen:
Naturpark Tiroler Lech, offizielle Vereinsangaben (Ausweisung, Fläche, Natura 2000) | Lechweg GmbH, lechweg.com (Etappenvarianten und Partnerunterkünfte) | Gemeinde Holzgau und Wikipedia (Hängebrücke Holzgau: Baujahr, Maße, Kapazität, Gebühr seit 2025) | meinbezirk.at, 19.08.2025 (Spendengebühr Hängebrücke) | Deutscher Alpenverein, Sektion Allgäu-Kempten (Kemptner Hütte) | Tourismusverband Lechtal, lechtal.at (Gästekarte Lechtal Aktiv Card, Busfahrplan) | skiresort.at (Skigebiet Jöchelspitze) | Fachschule für Kunsthandwerk und Design Elbigenalp / Wikipedia (Schulgeschichte) | Naturparkhaus Klimmbrücke, naturpark-tiroler-lech.at | Tourismusverband Naturparkregion Reutte, reutte.com (Lechradweg, Radbus) | VVT Verkehrsverbund Tirol | umweltzeichen.at — PLZ 6600/6642/6644/6651/6652/6653 | lawinenwarndienst.at
