Oststeiermark: Apfelland, Almenland und Pöllauer Tal nachhaltig erleben – mit Bahn, Rad und GenussCard
Zwischen Almweiden auf 1.700 Metern und Apfelgärten im Hügelland liegt eine Region, die sich selbst „Garten Österreichs“ nennt. Die Oststeiermark hat keine Seilbahnen und keinen Massentourismus, dafür zwei Naturparke, die Steirische Apfelstraße, den Stubenbergsee und Bahnanschluss bis Weiz und Hartberg. Hier erfährst du, wann sich welche Ecke lohnt, wie du ohne Auto zurechtkommst und wo die Region ehrlich gesagt noch Lücken hat.
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Die Region: vom Hochwechsel bis Gleisdorf
Der Tourismusverband Oststeiermark ist am 20. Oktober 2021 aus 14 lokalen Verbänden entstanden und sitzt heute im Schloss Pöllau. Er beschreibt sein Gebiet so: vom Hochwechsel im Norden bis zur Solarstadt Gleisdorf im Süden, von Hartberg im Osten bis zum Hochlantsch im Westen. Politisch sind das vor allem der Bezirk Weiz und der nördliche Teil von Hartberg-Fürstenfeld.
Zur Region gehören neun Teilregionen: Naturpark Almenland, Naturpark Pöllauer Tal, Apfelland-Stubenbergsee, Weiz, Gleisdorf, St. Ruprecht an der Raab, das Hartbergerland, Joglland-Waldheimat und die Kräuterregion Wechselland. Die Landschaft steigt von rund 300 Metern im Raabtal bis auf 1.743 Meter am Hochwechsel an.
Wichtig zur Abgrenzung: Bad Waltersdorf, Bad Blumau, Loipersdorf, Fürstenfeld, Riegersburg und Bad Radkersburg gehören nicht zur Oststeiermark, sondern zur Nachbarregion Thermenland Steiermark (Thermen- & Vulkanland). Graz mit seiner Altstadt findest du unter Graz und Umgebung. Viele Reiseportale werfen das zusammen, wir trennen es bewusst.

Beste Reisezeit in der Oststeiermark
Frühling (Mitte April bis Mai): Die Apfelblüte ist der große Auftritt der Region. Laut Landwirtschaftsministerium blühen die Apfelbäume Mitte April bis in den Mai, das Blütenfest in Puch bei Weiz findet traditionell am letzten Aprilsonntag statt. Anfang Mai folgen die Hirschbirnbäume im Pöllauer Tal. Für Radtouren im Hügelland ist das die angenehmste Zeit.
Sommer (Juni bis August): Almzeit im Almenland. Das Weidevieh ist von Mai bis Oktober oben, auf der Sommeralm werden im Juni die Pferde „ausgelassen“, im August folgt das Sterzfest. Der Stubenbergsee hat von Ende Mai bis Ende August Badesaison. In den Sommerferien fahren an Wochenenden auch Busse auf die Teichalm.
Herbst (September bis November): Erntezeit und aus unserer Sicht die beste Reisezeit für Genießer. Äpfel werden von August bis Oktober geerntet, Kürbisse von Mitte September bis Mitte Oktober, die Pöllauer Hirschbirne im Herbst. Im Almenland läuft von September bis Dezember der „Kulinarische Almenland-Herbst“.
Winter (Dezember bis März): Die Oststeiermark ist kein Skigebiet im alpinen Sinn, bietet aber Langlauf auf 21 Kilometern Loipe zwischen Teichalm und Sommeralm und die rund 60 Kilometer lange Joglland-Loipe. Im Advent gibt es Märkte in Hartberg, Weiz, Gleisdorf, auf der Teichalm, den Schlossadvent in Pöllau und das „Joglland Advent g’spian“ im Freilichtmuseum Vorau.
Naturparke und Schutzgebiete
Die Oststeiermark hat keinen Nationalpark, aber zwei Naturparke und mehrere Europaschutzgebiete (Natura 2000). Naturparke sind in Österreich keine Wildnisgebiete, sondern gepflegte Kulturlandschaften. Genau das macht sie hier interessant: Die Almen und Streuobstwiesen gibt es nur, weil sie bewirtschaftet werden.
Naturpark Almenland
Der Naturpark Almenland umfasst laut Naturparkverwaltung 268 km² in acht Gemeinden rund um Passail, Fladnitz an der Teichalm, St. Kathrein am Offenegg und Breitenau am Hochlantsch. Offizieller Naturpark ist das Gebiet seit 2007. Rund um Teichalm und Sommeralm liegen etwa 140 Almen zwischen 1.200 und 1.500 Metern. Der Naturpark bezeichnet es als größtes zusammenhängendes Almweidegebiet Europas ohne Berührung mit dem Hochgebirge. Die Einschränkung ist wichtig, denn in den Hochalpen gibt es größere Almflächen.
Auf der Teichalm liegt eines der letzten Latschenhochmoore Österreichs. Ein Moorlehrpfad führt am Rand entlang, bleib bitte auf dem Steg: Hochmoore wachsen nur rund einen Millimeter pro Jahr, Trittschäden bleiben jahrzehntelang sichtbar.
Naturpark Pöllauer Tal
Der Naturpark Pöllauer Tal trägt das Prädikat seit 1983 und umfasst 125 km² in den Gemeinden Pöllau und Pöllauberg, auf 380 bis 1.280 Metern Seehöhe. Das Tal ist wie eine Schüssel von Masenberg (1.260 m) und Rabenwald umschlossen. Prägend sind die Streuobstwiesen mit der Pöllauer Hirschbirne, deren Bäume bis zu 200 Jahre alt werden.
Klammen und Europaschutzgebiete
Die Raabklamm zwischen Arzberg und Weiz bezeichnet sich als längste Klamm Österreichs. Große und Kleine Raabklamm sind zusammen rund 17 Kilometer lang, die Große Raabklamm steht seit 1970 unter Naturschutz und ist heute Europaschutzgebiet. Die Feistritzklamm bei Herberstein war das erste Natura-2000-Gebiet der Steiermark. Sie führt vom Stubenbergsee nach St. Johann bei Herberstein und ist nur mit einem Ticket für Schloss oder Tierwelt Herberstein zugänglich. Weitere Europaschutzgebiete sind unter anderem die Weizklamm, Teile des Jogl- und Wechsellandes und des Hochwechsels.
Anreise ohne Auto: Bahn, Bus und Sammeltaxi
Die Oststeiermark ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen, aber schwer flächig zu erkunden. Die Bahn bringt dich in die Hauptorte, für die Hügel und Almen brauchst du Bus, Sammeltaxi oder Rad. Plane die letzte Meile daher vor der Buchung, nicht erst vor Ort.
Mit der Bahn nach Weiz, Gleisdorf und Hartberg
Aus Graz fährst du mit der S-Bahn S3 nach Gleisdorf und steigst dort in die S31 nach Weiz um. Rechne für Graz–Weiz mit knapp einer Stunde. Alternativ fahren die RegioBusse 200, 201 und X20 nach Weiz. Fahrräder nimmst du in S3 und S31 kostenlos mit, das ist für Radurlauber ein echter Vorteil.
Hartberg liegt an der Thermenbahn Wiener Neustadt–Aspang–Friedberg–Hartberg–Fehring. Aus Wien gibt es mehrmals täglich Regionalexpress-Züge ohne Umstieg. Aus Graz kommst du über Fehring mit der R92 nach Hartberg. Die konkreten Fahrzeiten ändern sich mit jedem Fahrplanwechsel, prüf sie daher in der ÖBB-Auskunft.
Sammeltaxi SAM und Almbusse
Für die letzte Meile gibt es das Sammeltaxi SAM. Es fährt laut Regionalentwicklung Oststeiermark Montag bis Samstag von 6 bis 20 Uhr zwischen gekennzeichneten Sammelhaltepunkten. Du buchst vorab telefonisch unter 050 36 37 38 oder in der Web-App. Der Preis richtet sich nach Strecke und Mitfahrenden, für 5 Kilometer allein zahlst du 6 €, zu zweit 4,50 € pro Person. Das Klimaticket gilt im SAM nicht.
Auf Teichalm und Sommeralm fahren RegioBusse nur in den Sommerferien an Wochenenden: die Linie 205 ab Weiz über St. Kathrein und die Linie 167 ab Mixnitz (Bahnhof an der S1). Außerhalb dieser Zeiten bleibt dir nur SAM, eine Abholung durch die Unterkunft oder der Aufstieg zu Fuß.
Radfahren statt Autofahren
Drei Landesradwege erschließen die Region. Der Raabtalradweg R11 führt auf knapp 112 Kilometern vom Almenland über Weiz und Gleisdorf ins Thermenland, die S3 fährt parallel mit. Der Feistritztalradweg R8 verbindet Ratten, Birkfeld und Stubenberg mit Fürstenfeld, zwischen Birkfeld und Koglhof allerdings auf einer stark befahrenen Straße. Der Thermenradweg R12 folgt dem EuroVelo 9 und führt durch Pinggau, Friedberg und Hartberg Richtung Süden. Laut Tourismusverband gibt es rund 70 E-Bike-Ladestationen, in Weiz ein städtisches Leihradsystem.
GenussCard, Steiermark Card und Bergbahnen
Eine Gästekarte mit kostenlosen Öffis wie in manchen Tiroler oder Vorarlberger Regionen gibt es in der Oststeiermark nicht. Die regionale Gästekarte ist die GenussCard. Du bekommst sie kostenlos ab der ersten Nacht bei einem Partnerbetrieb, kaufen kannst du sie nicht. Sie gilt für über 280 Ausflugsziele in der Oststeiermark, im Thermen- & Vulkanland, in der Südsteiermark und in der Region Graz. Jede Leistung kannst du einmal pro Aufenthalt nutzen, Bus, Bahn und Lifte sind nicht enthalten.
Die Steiermark Card ist eine Kaufkarte (2026 gültig vom 1. April bis 31. Oktober, für Erwachsene ab 95 €). In der Oststeiermark gehören etwa Stift Vorau, das Freilichtmuseum Vorau und das Museum Hartberg zu den Partnern. Die Karte enthält zwar eine Bergbahnfahrt pro Tag, eine Bergbahn aus der Oststeiermark ist aber nicht auf der Partnerliste 2026.
Zu den Bergbahnen: Seilbahnen oder Gondeln gibt es in der Region keine, nur kleine Schlepplift-Gebiete wie Teichalm, St. Jakob im Walde oder die Hochwechsellifte in Mönichwald. Eine Besonderheit hat Fladnitz an der Teichalm: Übernachtungsgäste fahren dort laut Naturpark Almenland ab der ersten Nacht kostenlos auf den Teichalm-Liften und Loipen, ausgenommen Feiertage, Weihnachtszeit und Semesterferien. Frag vor der Buchung nach, ob das in deiner Saison gilt.
Teilregionen und Orte im Überblick

Almenland: Teichalm, Sommeralm und Passail
Das Almenland ist der höchste und ruhigste Teil der Region. Auf der Teichalm liegen der Teichalmsee, das Hochmoor und Ausgangspunkte für Touren zum Hochlantsch. Unten im Tal ist Passail der Hauptort. Der Rundweg „Weg der 100.000 Schritte“ umrundet das Almenland auf rund 90 Kilometern in sechs Etappen mit etwa 4.000 Höhenmetern und startet in Arzberg.
Pöllauer Tal: Pöllau und Pöllauberg
Pöllau ist Sitz des Tourismusverbands und hat mit der ehemaligen Stiftskirche den sogenannten „Steirischen Petersdom“. Oberhalb liegt Pöllauberg mit seiner Wallfahrtskirche. Beide Orte eignen sich gut als Standort ohne Auto, weil hier Wander- und Radwege direkt starten und einer der zertifizierten Betriebe der Region liegt.
Apfelland und Stubenbergsee
Rund um Puch bei Weiz, Stubenberg am See und Pischelsdorf dreht sich alles um Obst. Die Steirische Apfelstraße wurde 1986 von rund 40 Bauern gegründet und ist 25 Kilometer lang. Puch gilt als größte Apfelgemeinde Österreichs. Am Stubenbergsee beginnt die Feistritzklamm Richtung Herberstein.
Weiz und Gleisdorf
Weiz und Gleisdorf sind die beiden Städte der Region und die Bahnknoten. Gleisdorf nennt sich Solarstadt, beide bilden gemeinsam mit weiteren Gemeinden die Energieregion Weiz-Gleisdorf, eine Klima- und Energie-Modellregion seit 2013. Von Weiz aus erreichst du die Raabklamm, die Weizklamm und das Almenland.
Hartbergerland
Hartberg ist die östliche Kleinstadt der Region mit Bahnanschluss nach Wien. Sehenswert sind der romanische Karner aus dem 12. Jahrhundert und der Hausberg Ringkogel (789 m) mit der 1906 errichteten Ringwarte. Rund um Hartberg gibt es Buschen- und Mostschänken.
Joglland, Wechselland und Vorau
Im Norden wird es waldreich und ruhig. Das Joglland um Birkfeld, Ratten, St. Jakob im Walde und Wenigzell ist im Winter Langlaufgebiet, im Sommer Wanderregion. Im Wechselland liegt der Hochwechsel mit 1.743 Metern und dem Wetterkoglerhaus, hier verläuft der Ostösterreichische Weitwanderweg 07 über Vorau nach Hartberg. Vorau selbst ist wegen seines Stifts einen Besuch wert.
Kultur: Stifte, Schlösser und Kelten
Stift Vorau
Das Augustiner-Chorherrenstift Vorau wurde 1163 von Markgraf Otakar III. gegründet. Berühmt ist die Stiftsbibliothek mit mittelalterlichen Handschriften, darunter die „Vorauer Handschrift“ aus dem 12. Jahrhundert. Die Vorauer Volksbibel steht seit 2018 im österreichischen Register des UNESCO-Programms „Memory of the World“. Zum Stift gehört die Burg Festenburg, die um 1200 erbaut wurde und seit 1616 im Besitz des Stifts ist.
Schloss Pöllau und Wallfahrtskirche Pöllauberg
Schloss Pöllau war ursprünglich eine Burg, die ab 1504 als Augustiner-Chorherrenstift diente. Zwischen 1677 und 1779 wurde die Anlage barock umgebaut, die Stiftskirche erhielt wegen ihrer Anlehnung an Rom den Beinamen „Steirischer Petersdom“. 1784 wurde das Stift aufgehoben, heute gehört das Schloss der Marktgemeinde. Die Wallfahrtskirche am Pöllauberg wurde gegen Ende des 14. Jahrhunderts vollendet und gilt als Hauptwerk der steirischen Hochgotik.
Schloss Herberstein und Tierwelt
Der Kern von Schloss Herberstein stammt aus dem frühen 12. Jahrhundert, seit 1290 ist es im Besitz der Familie Herberstein. Der Renaissance-Ausbau war 1584 abgeschlossen. Unterhalb liegt die Tierwelt Herberstein, der Steirische Landestiergarten, mit rund 85 Tierarten und Schwerpunkt Artenschutz. Sie ist ganzjährig geöffnet, von Mai bis September täglich von 9 bis 17 Uhr.
Basilika am Weizberg und Keltendorf Kulm
Die Basilika am Weizberg ist ein Hauptwerk des Barockbaumeisters Joseph Hueber, 1776 geweiht und seit 2017 päpstliche Basilica minor. Am Kulm bei Pischelsdorf zeigt das Keltendorf seit 1999 als erstes urgeschichtliches Freilichtmuseum der Steiermark zehn rekonstruierte Hütten, gut geeignet für Familien.
Wandern in der Oststeiermark
Das Wandergebiet reicht von sanften Obstgarten-Runden bis zu Weitwanderwegen. Laut Tourismusverband führen mehrere Fernwege durch die Region, darunter der Alpannonia (124,5 km von Fischbach bis ins ungarische Kőszeg), der Zentralalpenweg 02, der Ostösterreichische Weitwanderweg 07 und die Etappen 21 bis 28 von „Vom Gletscher zum Wein“. Für Tagestouren eignen sich Masenberg, Ringkogel, Hochwechsel und die Almen rund um die Teichalm.
Ein ehrlicher Hinweis: Viele Ausgangspunkte liegen abseits der Bahn. Wer ohne Auto unterwegs ist, plant am besten Streckenwanderungen von Bahnhof zu Bahnhof (etwa Weiz–Raabklamm–Arzberg) oder wohnt direkt am Weg.
Baden am Stubenbergsee
Der Stubenbergsee ist der wichtigste Badesee der Region: ein 1971 eröffneter künstlicher See mit rund 40 Hektar Wasserfläche. Der Betreiber bewirbt ihn als wärmsten Badesee des Landes, die Badesaison läuft von Ende Mai bis Ende August. Eine Tageskarte kostet für Erwachsene 8 €. An heißen Wochenenden ist der See voll, unter der Woche und am Vormittag deutlich ruhiger.
Die oft in Reiseportalen genannten Thermen in Bad Waltersdorf und Loipersdorf oder das Seebad Riegersburg gehören übrigens nicht zur Oststeiermark, sondern ins Thermenland. Der Teichalmsee im Almenland ist ein Ausflugsziel, aber kein ausgewiesener Badesee.
Kulinarik: Apfel, Hirschbirne und Almochse
Die Oststeiermark ist Österreichs Apfelregion: Laut Landwirtschaftsministerium stammen rund 80 % der österreichischen Äpfel von hier. Der „Oststeirische Apfel“ ist als Traditionelles Lebensmittel registriert, hat aber keinen EU-Herkunftsschutz. Wer Obst direkt vom Hof kaufen will, fährt die Apfelstraße in Puch ab.
Echten EU-Schutz hat die Pöllauer Hirschbirne g.U. seit 2015. Sie wird zu Most, Saft, Dörrbirnen und Edelbränden verarbeitet. Ebenfalls geschützt ist das Steirische Kürbiskernöl g.g.A. (seit 1996), die Bezirke Weiz und Hartberg-Fürstenfeld liegen im Anbaugebiet.
Im Almenland ist der Almenland Almochse das bekannteste Produkt. Die Tiere verbringen von Mai bis Oktober 150 bis 180 Tage auf der Alm. Der Almochse ist als Traditionelles Lebensmittel registriert und unter der Marke ALMO bekannt, eine EU-geschützte Ursprungsbezeichnung hat er nicht, auch wenn das manchmal behauptet wird. In Buschen- und Mostschänken rund um Hartberg und im Joglland bekommst du regionale Jause, Most und Säfte.
Nachhaltig übernachten: zertifizierte Betriebe
Vorweg das Ehrliche: Die Oststeiermark ist keine zertifizierte Umweltzeichen-Destination, in der Steiermark hat diesen Status derzeit nur das Ausseerland. Auf Betriebsebene gibt es aber einige geprüfte Adressen. Folgende Betriebe sind laut den offiziellen Registern zertifiziert (Stand September 2026):
- Retter Bio-Natur-Resort, Pöllauberg: Österreichisches Umweltzeichen, Mitglied bei BIO HOTELS, Green Globe zertifiziert.
- Almwellness Hotel Pierer, Teichalm (Fladnitz an der Teichalm): Österreichisches Umweltzeichen.
- Garten-Hotel Ochensberger, St. Ruprecht an der Raab: Österreichisches Umweltzeichen und EU Ecolabel.
- Der Ponyhof Familienhotel, Ratten (Joglland): Österreichisches Umweltzeichen.
- Miniponyhof Wild, Passail: Bio-Bauernhof mit Österreichischem Umweltzeichen und EU Ecolabel.
Zertifikate ändern sich, prüf den aktuellen Status vor der Buchung auf umweltzeichen.at. Für Camper liegt der ganzjährig geöffnete Campingplatz Steinmann rund 200 Meter vom Stubenbergsee entfernt. Ein Umweltzertifikat nennt er nicht, die Lage erlaubt aber Baden, Radeln und die Feistritzklamm ohne Auto. Mehr zum Thema findest du in unserem Ratgeber zu nachhaltigen Campingplätzen in Österreich.
Auf Regionsebene tut sich einiges: Laut Tourismusverband sind elf Regionen und Gemeinden der Oststeiermark Klima- und Energie-Modellregionen, die Energieregion Weiz-Gleisdorf ist zusätzlich seit 2017 KLAR!-Region zur Klimawandelanpassung. Das sind echte Programme mit Förderung und Berichtspflicht, sagen aber noch nichts über einzelne Betriebe aus.
Häufige Fragen zur Oststeiermark
Kann ich die Oststeiermark ohne Auto besuchen?
Ja, wenn du einen Standort mit Bahnanschluss wählst. Weiz erreichst du mit S3 und S31 über Gleisdorf, Hartberg mit direkten Zügen aus Wien. Für die letzte Meile gibt es das Sammeltaxi SAM (Mo–Sa 6–20 Uhr, vorab buchen). Auf die Almen fahren Busse nur an Wochenenden in den Sommerferien.
Gibt es eine Gästekarte mit kostenlosen Bussen oder Bergbahnen?
Nein. Die GenussCard bekommst du ab der ersten Nacht bei Partnerbetrieben gratis, sie gilt für über 280 Ausflugsziele, aber nicht für Öffis oder Lifte. Seilbahnen gibt es in der Region keine. Nur in Fladnitz fahren Übernachtungsgäste außerhalb der Ferien- und Feiertage gratis auf den Teichalm-Liften.
Ist die Oststeiermark eine zertifizierte nachhaltige Destination?
Nein, sie trägt kein Umweltzeichen als Destination. Einzelne Betriebe sind zertifiziert, etwa das Retter Bio-Natur-Resort in Pöllauberg, das Almwellness Hotel Pierer auf der Teichalm oder das Garten-Hotel Ochensberger. Die Energieregion Weiz-Gleisdorf ist Klima- und Energie-Modellregion.
Wann blühen die Apfelbäume in der Oststeiermark?
In der Regel von Mitte April bis in den Mai, abhängig vom Wetter. Das Apfelblütenfest in Puch bei Weiz findet am letzten Aprilsonntag statt. Anfang Mai folgt die Hirschbirnblüte im Pöllauer Tal.
Wie groß sind die Naturparke der Oststeiermark?
Der Naturpark Almenland umfasst laut Naturparkverwaltung 268 km² in acht Gemeinden, der Naturpark Pöllauer Tal 125 km² in Pöllau und Pöllauberg. Pöllau trägt das Naturpark-Prädikat seit 1983, das Almenland seit 2007.
Gehören Bad Waltersdorf und Loipersdorf zur Oststeiermark?
Nein. Die Thermenorte Bad Waltersdorf, Bad Blumau, Loipersdorf und Bad Radkersburg sowie Fürstenfeld und Riegersburg gehören zur Region Thermen- & Vulkanland. Von Hartberg aus sind sie mit Bahn oder Rad (Thermenradweg R12) aber gut erreichbar.
Ist die Oststeiermark für Familien geeignet?
Ja. Tierwelt Herberstein, Keltendorf Kulm, Stubenbergsee und die Almen rund um die Teichalm sind gut mit Kindern machbar. Kinder unter sechs Jahren fahren im Sammeltaxi SAM gratis, ab sechs Jahren gibt es eine eigene GenussCard.
Fazit: ehrlich gesagt ein Genussziel mit Anreise-Hausaufgaben
Die Oststeiermark punktet mit Kulturlandschaft statt Spektakel: Almen, Obstgärten, zwei Naturparke, Klammen und Stifte. Nachhaltig reisen geht hier gut, verlangt aber Planung, weil der öffentliche Verkehr außerhalb der Bahnachsen dünn ist und die Region keine Destinations-Zertifizierung hat. Wer das akzeptiert, findet eine ruhige Alternative zu den Alpen-Hotspots.
Vorschlag für ein Wochenende ohne Auto: Freitag mit der S3 und S31 nach Weiz, Rad oder Gepäck im Zug mitnehmen. Samstag durch die Raabklamm wandern oder am Raabtalradweg Richtung Gleisdorf radeln. Sonntag mit SAM oder im Sommer mit dem Bus 205 auf die Teichalm, Moorlehrpfad gehen und am Nachmittag mit dem Bus zurück nach Weiz. Wer lieber am Wasser wohnt, bucht stattdessen am Stubenbergsee und besucht zu Fuß die Feistritzklamm und Herberstein.
Offizielle Infos: steiermark.com/oststeiermark (Tourismusverband Oststeiermark) · almenland.at · naturpark-poellauertal.at · oststeiermark.at (Sammeltaxi SAM) · verbundlinie.at und oebb.at (Fahrpläne) · genusscard.at · umweltzeichen.at (zertifizierte Betriebe)
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Quellen: Tourismusverband Oststeiermark, steiermark.com (Tourismusverband, Teilregionen, GenussCard, Radwege, Nachhaltigkeit) | meinbezirk.at (Gründung TVB 2021) | Naturpark Almenland, almenland.at (Naturpark, Moorlehrpfad, Anreise, Gratis-Skifahren, Langlauf) | Naturpark Pöllauer Tal, naturpark-poellauertal.at | naturparke.at | raabklamm.at | Land Steiermark, verwaltung.steiermark.at (Europaschutzgebiete) | verbundlinie.at (S-Bahn, Teichalm-Busse) | ÖBB Fahrplan 520 | Regionalentwicklung Oststeiermark, oststeiermark.at (SAM) | steiermark-card.net (Partnerliste 2026) | stift-vorau.at und vorau.at | schloesserstrasse.com (Schloss Pöllau) | herberstein.co.at | tierwelt-herberstein.at | weiz.at | hartberg.at | kulm-keltendorf.at | stubenbergsee.at | bmluk.gv.at (Oststeirischer Apfel, Almenland Almochse, Pöllauer Hirschbirne, Steirisches Kürbiskernöl) | tourismus-weiz.at (Apfelstraße, Raabtalradweg) | energieregion.at (KEM, KLAR!) | umweltzeichen.at, biohotels.info, greenglobe.com, urlaubambauernhof.at
