Tannheimer Tal: Vilsalpsee, Rote Flüh, Allgäuer Höhenweg und warum dieses Tal anders tickt

Der Vilsalpsee liegt auf 1.170 Metern und hat kein Motorboot. Kein Ausflugsschiff, keine Tretboot-Flotte — nur Wasser, Fels und Wald. Das ist kein Zufall, sondern Schutzgebiet: Der See gehört zum Naturschutzgebiet Vilsalpsee und ist damit einer der wenigen Bergseen in Tirol, die aktiv vor touristischem Übernutzen bewahrt werden. Wer das Tannheimer Tal versteht, beginnt hier.

Austria, Tyrol, Tannheimer Tal, young couple hiking on alpine meadow
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Das Tal und seine Lage: Tirol mit bayerischem Horizont

Das Tannheimer Tal liegt im äußersten Westen Tirols, eingebettet zwischen den Allgäuer Alpen im Norden und dem Zugspitzmassiv im Osten. Geografisch ist es eine Hochtal-Senke auf rund 1.100 Metern — was bedeutet: Du landest direkt auf Bergwanderhöhe, ohne vorher steil aufzusteigen. Die Talböden sind breit und offen, die Berge ringsum kompakt und markant.

Was das Tannheimer Tal von den meisten Tiroler Tälern unterscheidet, ist die Grenzlage. Das Tal liegt zwar politisch in Tirol, kulturell aber im Einzugsbereich des Allgäus. Auf der deutschen Seite endet die B310 in Oberjoch — von dort kannst du direkt nach Tannheim einlaufen. Das bringt eine Eigenheit mit sich: Das Tal zieht einen erheblichen Anteil seiner Gäste aus Bayern und dem süddeutschen Raum. Die Infrastruktur ist auf diese Nähe eingestellt, die Atmosphäre entspannt und weniger auf Hochglanz-Tirol getrimmt als Regionen mit direkter Innsbruck-Anbindung.

Das Tal erstreckt sich von Schattwald im Osten bis nach Nesselwängle und Jungholz im Westen, mit den Hauptorten TannheimGränHaldensee und Zöblen dazwischen. Insgesamt sieben Gemeinden — keine Stadt, kein Hotspot-Dorf. Was es gibt: eine funktionierende Alltagsstruktur, ein Skigebiet ohne Gletscherambitionen und eine Wanderinfrastruktur, die Ortsdurchfahrten mit Bergzielen verbindet.

Jungholz verdient dabei eine eigene Erwähnung: Das Dorf ist österreichisches Staatsgebiet, aber von Deutschland aus nur über einen einzigen Straßenpunkt zugänglich — ein geografischer Sonderfall, der es de facto zur Enklave macht. Das ist kein Touristentrick, sondern die historisch gewachsene Folge einer Grenzziehung aus dem 19. Jahrhundert.u einem idealen Ziel für Reisende, die sich für Nachhaltigkeit und Naturerlebnisse interessieren.

Vilsalpsee: Naturschutz als Qualitätsmerkmal

Der Vilsalpsee bei Tannheim ist das Herzstück der Region und eines der überzeugendsten Beispiele dafür, wie funktionierender Naturschutz Qualität schafft statt sie zu verhindern. Der See liegt im gleichnamigen Naturschutzgebiet, kein Motorboot darf sein Wasser pflügen, und der Zugang ist bewusst begrenzt — Parken nur auf den ausgewiesenen Plätzen am Taleingang, dann zu Fuß oder mit dem E-Shuttlebus.

Das Ergebnis: glasklares Wasser, Stille, ein Ufer ohne Badebetrieb-Infrastruktur. Du gehst um den See herum auf einem einfachen Pfad (ca. 45 Minuten, T1, für alle geeignet), und dahinter öffnet sich das Vilsalpsee-Kar mit Blick auf die Felswände des Sorgschrofens und des Geißhorns. Im Frühjahr liegt Schnee auf den Hängen, das Wasser ist noch dunkelblau — im Sommer ist es türkis, umgeben von Grün.

Für Familien ist der Vilsalpsee ein Ausflug ohne Kompromisse: flacher Wanderweg, kein langer Aufstieg, Rastmöglichkeiten an der bewirtschafteten Vilsalpsee-Alm direkt am Ufer. Zugänglich Mitte Mai bis Oktober; E-Shuttle ab Tannheim in den Sommermonaten.

Was der See auch zeigt: Naturschutz funktioniert, wenn er konsequent umgesetzt wird. Vergleichbare Seen in Tirol ohne diese Einschränkungen — etwa der Plansee oder der Haldensee selbst — sind mit Tretbooten und Uferbars ausgestattet. Der Vilsalpsee hat beides nicht, und genau deshalb reisen Leute extra dafür an.

Haldensee: Schwimmen, SUP und Blick auf die Rote Flüh

Direkt neben dem Ort Haldensee liegt der gleichnamige Haldensee — und der ist das Gegenteil des Vilsalpsees. Hier gibt es Badebetrieb, Segelboote, Stand-Up-Paddling und einen Strand. Der See ist auf 1.124 Metern gelegen, das Wasser erwärmt sich im Sommer auf 20–22 °C und ist klar genug, um den Grund zu sehen.

Der Blick vom See aus ist außergewöhnlich: Die Rote Flüh (2.111 m), der markante rote Felsturm über dem Tal, liegt direkt im Sichtfeld. Der Kontrast zwischen dem stillen Wasser und der schroffen Felswand ist einer jener Eindrücke, die man von Fotos kennt und von denen man nicht weiß, ob sie wirklich so sind — sie sind es. Dem Haldensee fehlt der Schutzstatus des Vilsalpsees, aber er ist gut zugänglich per Bus und ein realistisches Ziel für alle, die nicht wandern wollen.

Wassersport: Segelboote und SUP-Boards kannst du direkt am See mieten. Motorboote sind nicht erlaubt — das macht den See für Schwimmer und stilles Paddeln attraktiv. Badesaison Juni–September, je nach Jahresverlauf.

Rote Flüh (2.111 m): Klettern, Panorama und der Weg hinauf

Die Rote Flüh ist das Wahrzeichen des Tannheimer Tals — ein kompakter Felsturm aus dem charakteristischen rotbraunen Gestein der Allgäuer Alpen, sichtbar aus dem gesamten Tal und aus weiten Teilen des bayerischen Allgäus. Wer das Tannheimer Tal von der anderen Seite kennt, kennt diesen Gipfel.

Der Normalweg auf die Rote Flüh führt über den Klettersteig Rote Flüh (Schwierigkeit B/C), von der Bergstation der Neunerköpflebahn in Nesselwängle aus. Die Gondelfahrt auf ca. 1.860 m verkürzt den Aufstieg erheblich; von der Bergstation zur Roten Flüh sind es ca. 45 Minuten Gehzeit über ein gut markiertes Felsterrain. Der Klettersteigabschnitt ist kurz, aber ausgesetzt — Klettersteigset und Helm sind Pflicht.

Wer keine Klettersteig-Ausrüstung dabeihaben will, kommt trotzdem weit: Die Hochfläche über der Bergstation eignet sich für Panoramawanderungen auf T2, mit Blick ins Tannheimer Tal einerseits und ins Allgäu andererseits. Die Schartschrofen-Runde (T2, ca. 3 Stunden, 350 Hm) ist eine der besten Halbtagstouren der Region — ohne technische Anforderungen, mit verlässlichem Panorama. Gondelbetrieb Mai–Oktober und Dezember–März.

Klettern an der Roten Flüh (nicht der Klettersteig, sondern Felsklettern): Die Rote Flüh ist eines der bekanntesten Klettergebiete im Allgäu-Tiroler Raum. Die Touren reichen von IV bis VIII, es gibt Absicherungen für alle Schwierigkeitsgrade und einen gut ausgebauten Zustieg. Kletterführer „Allgäu/Tannheimer Berge“ (Rother Verlag) enthält alle relevanten Routen.

Allgäuer Höhenweg: Sieben Hütten, sieben Tage

Das Tannheimer Tal ist Teil des Allgäuer Höhenwegs — einem der ältesten und bekanntesten alpinen Fernwanderwege im deutschsprachigen Raum. Der Weg führt von Oberstdorf (Bayern) in mehreren Etappen bis nach Lindau am Bodensee oder alternativ ins Tannheimer Tal hinein und weiter Richtung Zugspitze. Je nach Variante umfasst er 7–10 Etappen, jede mit bewirtschafteter Hütte als Tagesziel.

Das Tannheimer Tal liegt dabei ungefähr auf halber Strecke der Süd-Variante — wer Hütten-Trekking plant, nutzt es als Etappenpunkt oder als Einstieg in den Weg. Die Hütten in und um das Tannheimer Tal:

Landsberger Hütte (1.805 m): ÖAV-Hütte über Nesselwängle, bewirtschaftet, Ausgangspunkt für Zugspitz-Variante und Allgäuer Höhenweg Richtung Oberstdorf. Ca. 2,5 Stunden ab Nesselwängle, 700 Hm, T2. Juni–Oktober.

Gimpelhütte (1.921 m): DAV-Hütte über Reutte/Pflach, ca. 3 Stunden ab dem Tal, T2. Auf dem Allgäuer Höhenweg Richtung Hinterstein/Bayern. Juni–Oktober.

Haldenseer Alm (1.430 m): Bewirtschaftete Alm direkt am Vilsalpsee-Weg, T1, ca. 40 Min. ab Tannheim. Ideal als Tages-Rastpunkt, kein Übernachten. Mai–Oktober.

Für eine vollständige Planung des Allgäuer Höhenwegs: alpenvereinsaktiv.com (Hüttenbuchung ÖAV/DAV), der Rother Wanderführer „Allgäuer Alpen“ und die Karten des DAV-Kartenprogramm 2/2 (Allgäuer–Lechtaler Alpen Ost) sind die verlässlichsten Quellen. In der Hauptsaison (Juli/August) Hütten mindestens zwei bis drei Wochen im Voraus buchen.

Wanderrouten: Vom Seepfad bis zur Hüttenrunde

Das Tannheimer Tal deckt ein breites Spektrum ab — von komplett flachen Seewegen bis zu anspruchsvollen Bergtouren. Eine Auswahl:

Vilsalpsee-Rundweg — Leicht Ca. 45 Min., T1, kein Höhenmeter. Für alle Altersgruppen. E-Shuttle ab Tannheim. Highlight: Uferweg, Blick in das Kar hinter dem See. Mai–Oktober.

Schartschrofen-Runde ab Neunerköpfle — Leicht bis Mittelschwer Ca. 3 Stunden, 350 Hm, T2. Ab Bergstation Neunerköpflebahn (Gondel). Panoramarunde ohne Klettersteig. Mai–Oktober.

Rote Flüh via Klettersteig — Anspruchsvoll Ab Bergstation ca. 45 Min., Klettersteig B/C. Klettersteigset und Helm Pflicht. Für geübte Klettersteig-Geher. Juli–September.

Landsberger Hütte ab Nesselwängle — Mittelschwer Ca. 2,5 Stunden, 700 Hm, T2. ÖAV-Hütte, bewirtschaftet, Übernachtung möglich. Ausgangspunkt für Allgäuer Höhenweg und Zugspitze-Variante. Juni–Oktober.

Tannheimer Tal Rundweg — Leicht Ca. 5–6 Stunden, 150 Hm, T1. Verbindet alle Hauptorte des Tals auf markiertem Wanderweg durch Wiesen und Wälder. Ideal für Familien mit Kinderwagen (abschnittsweise). Mai–Oktober.

Aggenstein (1.987 m) via Schattwald — Mittelschwer Ca. 3 Stunden, 900 Hm, T2–T3. Grenzgipfel zwischen Tirol und Bayern. Weites Panorama ins Allgäu. Abstieg alternativ über die Pfrontener Seite nach Bayern möglich. Juni–September.

View from the "Roten Flüh" to the Haldensee, Tannheim, Austria, Alps, Europe
View from the „Roten Flüh“ to the Haldensee, Tannheim, Austria, Alps, Europe

Skifahren im Tannheimer Tal: Was es ist und was nicht

Das Tannheimer Tal hat Wintersport — aber kein Großskigebiet. Das ist ehrlich gemeint, nicht als Kritik. Die Skigebiete Tannheimer Tal/Schattwald-Zöblen und Jungholz bieten zusammen rund 30 Pistenkilometer, vorwiegend leicht bis mittelschwer, maximal auf 1.800 m.

Was das bedeutet: Du bekommst ruhiges Skifahren ohne Großpulk, ohne Stau am Lift, ohne Gletscherambitionen. Familien mit Kindern, die das Skizirkus-Getümmel in Sölden oder Saalbach nicht brauchen, finden hier das Gegenteil. Der Aufwand (Fahrt, Lift, Ausrüstung) steht in einem realistischeren Verhältnis zum Erlebnis.

Für erfahrene Skifahrer, die Pistenkilometer und Varianten brauchen, ist das Tannheimer Tal kein primäres Ziel. Die Zugspitz Arena (Lermoos, Ehrwald) liegt ca. 40 Km entfernt und bietet deutlich mehr — das ist die ehrliche Empfehlung, wenn das die Priorität ist.

Was das Tannheimer Tal im Winter dagegen sehr gut kann: Langlaufen. Das Loipennetz umfasst rund 60 km präparierte Strecken durch das breite Tal — klassisch und Skating, mit direktem Zugang aus den Ortschaften. Das ist eine der besten Langlauf-Optionen in Tirol westlich von Innsbruck. Dazu kommen gut ausgebaute Winterwanderwege und Schneeschuhrouten zum Vilsalpsee (in der Saison geöffnet) und auf die Hochflächen.

Anreise: Ehrliche Einordnung einer Randlage

Das Tannheimer Tal liegt geografisch näher an München und Kempten als an Innsbruck — das hat Konsequenzen für die Öffi-Anreise, die du kennen solltest.

Von München per Bahn: Bayerische Oberlandbahn bis Pfronten-Steinach (ca. 2 Stunden), dann Linie 85 (Füssen–Reutte) bis Grän oder Tannheim. Gesamtzeit ab München ca. 2,5–3 Stunden. Das funktioniert — aber du bist auf die Busverbindungen angewiesen, die außerhalb der Saison ausgedünnt sind.

Von Innsbruck per Bahn: Regionalzug bis Reutte in Tirol (ca. 1,5 Stunden über Garmisch), dann Linie 74/75 ins Tannheimer Tal. Gesamtzeit ca. 2 Stunden. Alternativ über Imst und Fernpass, aber das ist per Öffi aufwendiger.

Mit dem Auto: Von München ca. 1,5 Stunden (A7 bis Kempten, dann B309/Oberjoch), von Innsbruck ca. 1 Stunde 45 Minuten (A12, Fernpass, Reutte). Das Tannheimer Tal ist eine der wenigen Tiroler Regionen, wo die Mehrzahl der Gäste tatsächlich per Auto anreist — der öffentliche Anschluss ist vorhanden, aber weniger dicht als in talbahnerschlossenen Regionen.

Im Tal selbst: Die Talbus-Linie verbindet alle Ortschaften täglich mehrmals. Die Tannheimer Tal Karte (in teilnehmenden Unterkünften inkludiert, beim Buchen nachfragen) deckt alle Busfahrten im Tal ab, Bergbahnfahrten mit einigen Einschränkungen und weitere Leistungen. E-Bike-Verleih gibt es in mehreren Ortschaften — das ist im breiten, flachen Tal eine sehr praktische Ergänzung.

Ein ehrliches Wort zur Anreise per Auto: Das Tannheimer Tal ist kein schlechtes Öffi-Ziel, aber auch kein Stubai — wer ohne Auto anreist, braucht etwas Planungsaufwand bei den Buszeiten, besonders außerhalb von Juli und August.

Kulinarik: Allgäuer Einfluss auf Tiroler Grundlage

Die Küche im Tannheimer Tal spiegelt die Grenzlage. Kässpätzle sind hier ebenso präsent wie Tiroler Gröstl; Allgäuer Bergkäse und Tiroler Almkäse stehen oft auf derselben Jausenbrettl. Diese Überschneidung ist keine Unentschlossenheit, sondern die natürliche Folge einer Region, die beiden Kulturräumen gehört.

Was du konkret findest:

In den Gasthöfen der Hauptorte (Tannheim, Grän, Haldensee) gibt es verlässlich Kässpätzle, Gröstl, Germknödel und saisonale Wildgerichte. Im Herbst (September/Oktober) kommen Hirsch und Reh aus den lokalen Jagdrevieren direkt auf die Speisekarte — das ist keine Marketingaussage, sondern saisonale Realität in einer Region mit aktiver Jagdwirtschaft.

Direktvermarktung: Mehrere Höfe im Tal verkaufen Rohmilchkäse, Butter und Almprodukte direkt. Die Produktpalette hängt vom Betrieb ab — beim Tourismusbüro Tannheimer Tal nach aktuellen Hofläden fragen, die Liste ändert sich saisonal.

Honig aus dem Tannheimer Tal: Der Honig der hiesigen Imker enthält eine Blütenmischung aus Almwiesenflora, die sich deutlich von Unterland-Honig unterscheidet. In einigen Hofläden und im Tourismusbüro erhältlich.

Tipp für die Jause unterwegs: Die Vilsalpsee-Alm (bewirtschaftet, Mai–Oktober) ist der zuverlässigste Rastpunkt für eine klassische Almjause auf dem Weg zum See — Käse, Speck, Brot aus regionaler Herstellung.

Kulturelles: Funkenfeuer, Almabtrieb und was dazwischen liegt

Das Tannheimer Tal hat einen aktiven Veranstaltungskalender, der stärker auf traditionelle Feste als auf touristisch aufbereitete Events setzt.

Das Funkenfeuer im Februar ist das bekannteste Ereignis: Jedes Jahr im Fasching werden im Tal an mehreren Stellen Funken (große Holzstapel mit einer Strohpuppe) errichtet und entzündet. Das Feuer soll den Winter vertreiben — ein Brauch, der in Tirol und Vorarlberg seit Jahrhunderten gepflegt wird. Das Tannheimer Tal gehört zu den Regionen, in denen dieser Brauch noch ohne Touristenkommentierung stattfindet. Wer im Februar da ist, erlebt ihn als Dorfveranstaltung, nicht als Folklore-Show.

Der Almabtrieb im September ist ähnlich: Kühe und Ziegen kehren von den Almen zurück, festlich geschmückt mit Blumenkränzen und Glocken. In Tannheim und Nesselwängle ist der Abtrieb ein lokales Ereignis, das Gäste beobachten, aber nicht inszeniert wird.

Das Skimuseum in Haldensee dokumentiert die Geschichte des Skisports in der Region, mit originalen Holzski und historischen Aufnahmen aus der Frühzeit des Wintertourismus. Kleines, aber gut gehaltenes Museum — ein sinnvoller Regentag-Stopp. Das Heimatmuseum in Tannheim zeigt Alltagsgeschichte der Talgesellschaft, mit Schwerpunkt Handwerk und bäuerliches Leben.

Nachhaltige Unterkünfte finden

Für das Tannheimer Tal suchst du verlässlich auf umweltzeichen.at mit den Postleitzahlen der Talgemeinden:

  • 6675 — Tannheim, Haldensee
  • 6677 — Schattwald, Zöblen
  • 6678 — Grän, Nesselwängle
  • 6691 — Jungholz

Das Österreichische Umweltzeichen ist der einzige extern geprüfte Standard für Unterkünfte in Österreich. Das Tannheimer Tal ist kein Massentourismusgebiet — die Betriebe sind überschaubar in Größe und Zahl, was die Prüftiefe tendenziell erhöht.

Tipp für Familien: Grän und Nesselwängle bieten gute Infrastruktur für Familien mit Kindern — breite Fußwege ins Tal, Nähe zur Neunerköpflebahn, Haldensee in Reichweite. Tannheim selbst ist der Hauptort mit der breitesten Unterkunftsauswahl.

Tipp für Bergsteiger: Hüttenübernachtung in der Landsberger Hütte oder Gimpelhütte — buchbar auf alpenvereinsaktiv.com. In der Hauptsaison (Juli/August) frühzeitig reservieren, beide Hütten sind beliebt und haben begrenzte Kapazitäten.

Camping: Der Campingplatz am Haldensee-Ufer ist einer der schönsten in Tirol — direkter Seeblick, Bergpanorama, gut ausgestattet. Belegt in der Hauptsaison früh; Buchung direkt beim Betreiber empfohlen.

Das Tannheimer Tal nach Jahreszeiten

Frühling (Mai–Juni): Das Tal öffnet sich langsam. Der Vilsalpsee ist ab Mitte Mai zugänglich, die Almen noch nicht alle bewirtschaftet. Die Wiesen blühen üppig — Frühlingswanderungen im Talbereich sind ohne Menschenmassen möglich. Hütten öffnen meist erst Mitte Juni.

Sommer (Juli–August): Hauptsaison. Vilsalpsee, Haldensee und alle Hütten geöffnet, E-Shuttle ab Tannheim läuft täglich. Wanderungen auf T2-Niveau sollten unter der Woche oder in den frühen Morgenstunden gestartet werden, da die Zugangswege zu Vilsalpsee und Neunerköpfle an Wochenenden merklich belebt sind.

Herbst (September–Oktober): Das beste Fenster für ruhige Wanderungen. Lärchenwälder leuchten golden-orange, Wildgerichte sind auf den Speisekarten, der Almabtrieb findet statt. Deutlich weniger Betrieb als im Hochsommer, die meisten Hütten bis Mitte Oktober geöffnet.

Winter (Dezember–März): Langlauf ist die Stärke. 60 km Loipen durch das breite Tal, gut beschneit und gepflegt. Skifahren in kleinem Rahmen (Schattwald-Zöblen, Jungholz), Schneeschuhwandern zum Vilsalpsee und auf die Hochflächen. Die Talbus-Linie fährt auch im Winter.

Häufige Fragen zum Tannheimer Tal

Wie komme ich ohne Auto ins Tannheimer Tal? Von München: Bayerische Oberlandbahn bis Pfronten-Steinach, dann Bus 85 ins Tal (Gesamtzeit ca. 2,5–3 Stunden). Von Innsbruck: Regionalzug bis Reutte in Tirol, dann Linie 74 oder 75 ins Tal (Gesamtzeit ca. 2 Stunden). Das funktioniert, erfordert aber Planung der Buszeiten — außerhalb der Hauptsaison (Juli/August) sind die Verbindungen ausgedünnt.

Was ist der Vilsalpsee und warum ist er besonders? Ein Bergsee auf 1.170 m im Naturschutzgebiet Vilsalpsee bei Tannheim. Keine Motorboote, kein Badebetrieb, kein Eintritt. Zugänglich über einen flachen Uferweg (45 Min., T1) oder per E-Shuttle ab Tannheim. Einer der wenigen aktiv geschützten Bergseen in Tirol — das Ergebnis ist glasklares Wasser und Stille, die an vergleichbaren Seen mit weniger Schutz fehlt.

Was ist der Allgäuer Höhenweg und wo berührt er das Tannheimer Tal? Ein alpiner Fernwanderweg von Oberstdorf (Bayern) durch die Allgäuer und Tannheimer Berge. Das Tannheimer Tal liegt auf der Süd-Variante des Wegs; Landsberger Hütte und Gimpelhütte sind Etappenziele auf dem Weg. Wer von Oberstdorf in Richtung Zugspitze geht, durchquert das Tal. Hütteninformationen auf alpenvereinsaktiv.com.

Ist Jungholz wirklich eine Enklave? Praktisch ja: Das Dorf liegt auf österreichischem Staatsgebiet, ist aber von Österreich aus nur über deutsches Territorium erreichbar — der einzige österreichische Straßenanschluss führt über einen einzigen Punkt am Sorgschrofen. Von Deutschland aus ist Jungholz über Pfronten problemlos erreichbar. Historisch entstanden durch eine Grenzziehung des 19. Jahrhunderts. Das Dorf hat ein kleines Skigebiet und wenige Unterkünfte; es ist ein Kuriosum, aber kein touristisches Zentrum.

Was ist das Funkenfeuer und wann findet es statt? Ein traditionelles Brauchtumsfeuer zu Fasching (Februar), bei dem große Holzstapel mit einer Strohpuppe entzündet werden — ein vorchristlicher Brauch zur Vertreibung des Winters. Im Tannheimer Tal an mehreren Orten gleichzeitig, als Dorfveranstaltung ohne Touristenprogramm. Termine jährlich beim Tourismusbüro erfragen.

Welche Unterkünfte haben das Österreichische Umweltzeichen im Tannheimer Tal? Suche auf umweltzeichen.at mit PLZ 6675 (Tannheim, Haldensee), 6677 (Schattwald, Zöblen), 6678 (Grän, Nesselwängle) und 6691 (Jungholz). Das Österreichische Umweltzeichen ist extern geprüft — kein Selbstausfüll-Fragebogen, sondern eine unabhängige Bewertung.

So planst du deinen Aufenthalt

Das Tannheimer Tal ist kein Showroom-Tirol — kein Gletscherskigebiet, keine Seilbahn auf 3.000 Meter, kein Dorf das primär für Fotos gebaut wurde. Was es hat: einen Bergsee im Naturschutzgebiet, eine der besten Langlaufregionen Westtirols, einen Kletterberg mit Tradition und das Tor zum Allgäuer Höhenweg.

Tannheimer Tal Tourismus: tannheimertal.com — Fahrplan Linie 74/75 ab Reutte: vvt.at — Hüttenbuchung Landsberger Hütte und Gimpelhütte: alpenvereinsaktiv.com — Umweltzeichen-zertifizierte Unterkünfte: umweltzeichen.at (PLZ 6675, 6677, 6678, 6691) — Naturparkbus-Fahrplan: auf der Website des Tourismusverbands Tannheimer Tal.

Weitere Tirol-Regionen: Zurück zur Tirol-Übersicht | Naturparkregion Reutte | Zugspitz Arena | Lechtal

Quellen: Tannheimer Tal Tourismus, tannheimertal.com | VVT Verkehrsverbund Tirol, Linie 74/75 (vvt.at) | ÖAV/DAV, Landsberger Hütte und Gimpelhütte (alpenvereinsaktiv.com) | Naturschutzgebiet Vilsalpsee, Tiroler Landesregierung | Neunerköpflebahn Nesselwängle, Liftinfo und Klettersteig | umweltzeichen.at, PLZ 6675–6691 | Bergführerverband Tirol, Klettergebiet Rote Flüh | Rother Wanderführer „Allgäuer Alpen“, aktuellste Auflage

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