Von der Tourismusstrategie 2020 zur Tourismusstrategie 2030: Nachhaltigkeit als Wegweiser für Vorarlbergs Zukunft
Als Redakteur für nachhaltigen Tourismus in Österreich blicke ich auf die Entwicklung der Vorarlberger Tourismusstrategien zurück und beleuchte, wie sich die Prinzipien von 2020 in der Strategie 2030 weiterentwickelt haben.

Rückblick: Die Tourismusstrategie 2020
Die im Jahr 2013 eingeführte Tourismusstrategie 2020 basierte auf vier zentralen Säulen: Gastfreundschaft, Regionalität, Nachhaltigkeit und Vernetzung. Diese Werte sollten Vorarlberg als Maßstab für Qualität und authentische Gastlichkeit positionieren. Zahlreiche Projekte wurden gemeinsam mit Partnern aus Tourismus und anderen Branchen entwickelt, um diese Ziele zu erreichen.
Weiterentwicklung: Die Tourismusstrategie 2030
Die im Juni 2022 einstimmig im Landtag beschlossene Tourismusstrategie 2030 baut auf den bewährten Säulen der Vorgängerstrategie auf, erweitert und präzisiert sie jedoch. Die neuen Werthaltungen lauten:
- Authentische Gastfreundschaft: Gäste erleben die Vorarlberger:innen als wahre Könner authentischen Gastgebens, was „Gastgeben auf Vorarlberger Art“ zum Orientierungsstern für alle Beteiligten macht.
- Weltoffene Regionalität: Regionalität wird als „weltoffen“ und „grenzüberschreitend“ verstanden, um Eigenes kreativ mit regional authentischen bzw. nachhaltig hergestellten Produkten und Angeboten von außerhalb zu kombinieren.Tourismus Strategie Vorarlberg 2030
- Nachhaltige Entwicklung: Nachhaltigkeit wird nicht mehr als finales Ziel, sondern als Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung verstanden, orientiert an den Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen.
- Faire Kooperation: Ein Wettbewerbsvorteil entsteht durch faire Kooperation der wichtigsten Akteur:innen, einschließlich Betrieben, Destinationen, Regionen, Gemeinden, Kultureinrichtungen und der Landwirtschaft.
Die Strategie definiert acht Kernziele, darunter die Intensivierung klimafreundlicher und nachhaltiger Entwicklungen, die Stärkung sanfter Mobilität sowie die Förderung digitaler und innovativer Potenziale.
🧩 Best-Practice-Beispiele aus Vorarlberg: Wie Nachhaltigkeit konkret gelebt wird
Die Strategie 2030 zeigt sich nicht nur auf dem Papier, sondern in zahlreichen innovativen Projekten quer durch Vorarlberg. So entstehen in verschiedenen Regionen klimafreundliche Beherbergungsbetriebe, die auf ressourcenschonendes Bauen, regionale Lebensmittel und soziale Verantwortung setzen. Auch Kooperationen mit lokalen Produzent:innen, der Kulturszene und alpinen Landwirtschaft zeigen, wie Gastlichkeit auf Vorarlberger Art mit nachhaltigem Denken verknüpft werden kann. Projekte wie die AlpenLeben2030-Initiative, das Netzwerk „bewusstmontafon“ oder klimafitte Wanderwege sind Beispiele für den neuen Weg des Tourismus.
🌱 Nachhaltiger Tourismus als Beitrag zu den SDGs
Die Strategie 2030 ist klar an den Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen orientiert. Besonders relevant sind dabei SDG 12 (Nachhaltiger Konsum und Produktion), SDG 11 (Nachhaltige Städte und Gemeinden) und SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz). Die Vorarlberger Tourismusstrategie versteht Nachhaltigkeit dabei nicht nur ökologisch, sondern auch sozial und ökonomisch: Arbeitsplätze, kulturelle Vielfalt und faire Wertschöpfung in der Region gehören ebenso dazu wie klimaschonende Mobilität oder Energieeffizienz.
🧳 Nachhaltigkeit beginnt beim Gast: Rolle der Tourist:innen
Die neue Strategie lädt nicht nur Destinationen und Betriebe ein, umzudenken – sie nimmt auch Gäste aktiv mit. Bewusstes Reisen, klimafreundliche Anreise mit Bahn oder Bus, Übernachtungen in zertifizierten Betrieben und das Konsumieren regionaler Produkte sind nur einige Möglichkeiten für Tourist:innen, zur nachhaltigen Entwicklung beizutragen. „Gastgeben auf Vorarlberger Art“ bedeutet auch, Gäste für Werte wie Achtsamkeit, Qualität statt Masse und echten Kulturkontakt zu sensibilisieren.
⚖️ Herausforderungen auf dem Weg zur Vision 2030
Trotz ambitionierter Ziele steht die Umsetzung vor Herausforderungen: Die Transformation hin zu einem emissionsarmen Tourismus erfordert Investitionen, technologische Infrastruktur und eine enge Abstimmung über Branchengrenzen hinweg. Auch Zielkonflikte – etwa zwischen Wirtschaftlichkeit und Umweltbelastung – müssen in einem partizipativen Prozess bearbeitet werden. Die Tourismusstrategie 2030 erkennt diese Spannungsfelder an und versteht sich als lernendes System.
🧑🤝🧑 Tourismus mit – nicht über – die Menschen hinweg
Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist die enge Einbindung der lokalen Bevölkerung. Tourismus muss Lebensqualität sichern – nicht einschränken. Die Strategie 2030 stärkt deshalb den Dialog mit Gemeinden, Vereinen, Landwirt:innen und Kulturakteur:innen. Durch faire Kooperation auf Augenhöhe entsteht Vertrauen, Identifikation – und eine gemeinsame Vision für den Tourismus von morgen.
Fazit der Tourismusstrategie 2020 und der Tourismusstrategie 2030
Die Transformation von der Tourismusstrategie 2020 zur Strategie 2030 zeigt Vorarlbergs Engagement für einen nachhaltigen, qualitätsorientierten Tourismus. Durch die Erweiterung und Präzisierung der ursprünglichen Werte wird ein zukunftsfähiger Weg eingeschlagen, der sowohl den Gästen als auch der lokalen Bevölkerung zugutekommt.
Ich bin Philipp und brenne für nachhaltiges Reisen. Die Idee zu nachhaltigertourismus.at entwickelte ich während meines Masterstudiums in Green Marketing an der FH Wiener Neustadt – aus der Erkenntnis heraus, dass herkömmlicher Tourismus oft tiefe Spuren hinterlässt. Für mich bedeutet nachhaltiges Reisen: Orte bewusst erleben, lokale Kulturen respektieren und den eigenen Fußabdruck minimieren. Jede Reise erweitert meinen Horizont, lehrt mich Achtsamkeit und schenkt mir authentische Begegnungen, die mich prägen. Nachhaltiger Tourismus ist kein Verzicht – er ist eine bereichernde Erfahrung, die unser Leben und unsere Welt positiv verändert. Probier es aus und erlebe selbst, wie erfüllend bewusstes Reisen sein kann!
