
Kurz vor 12 Uhr bleiben am Hohen Markt die Menschen stehen und blicken nach oben. Dort spannt sich die Ankeruhr als Brücke zwischen zwei Häusern, und gleich ziehen alle zwölf Figuren aus der Wiener Geschichte mit Musik vorbei. Die Ankeruhr in Wien kostet keinen Eintritt, passt in jeden Stadtspaziergang und gelingt am besten ohne Auto.
Ankeruhr Wien auf einen Blick
Das Wichtigste für deinen Besuch, laut Helvetia Österreich, der heutigen Eigentümerin des Gebäudes:
- Adresse: Hoher Markt 10–11, 1010 Wien
- Parade mit allen zwölf Figuren: täglich um 12 Uhr, sie dauert rund 15 Minuten
- Eintritt: keiner, die Uhr wird von außen besichtigt
- Anreise: U-Bahn bis Schwedenplatz (U1, U4) oder Stephansplatz (U1, U3)
Die Figurenparade um 12 Uhr
Die Ankeruhr ist keine Uhr mit Zeigern. Zu jeder vollen Stunde erscheint eine neue Figur, begleitet von einem Stundenschlag und einem Musikstück, das zu ihrer Epoche passt. Jede Figur braucht eine Stunde für den Weg über die Skala von 0 bis 60. So siehst du jederzeit an der Position der Figur, wie weit die Stunde fortgeschritten ist.
Um 12 Uhr ändert sich das Bild: Dann ziehen alle zwölf Figuren nacheinander vorbei, jeweils mit Musik. Im Advent erklingen laut wien.info zusätzlich täglich um 17 Uhr Weihnachtslieder.

Wenn du freie Sicht auf die Uhr möchtest, komm etwa zehn Minuten früher. Weil die Parade nur einmal täglich stattfindet, kann es unter der Uhr eng werden. Wer es ruhiger mag, besucht die Ankeruhr zu einer anderen Stunde und sieht eine einzelne Figur ohne Gedränge.
Was du an der Uhr siehst
Die Uhr ist zugleich eine Brücke: Sie verbindet die beiden Gebäudeteile des Ankerhofes und überspannt eine Gasse. Laut Wikipedia ist die Brücke zehn Meter weit und siebeneinhalb Meter hoch, die Uhr misst vier Meter im Durchmesser. Dahinter liegt ein Mosaik aus Glas, Metall und Marmor mit dem Doppeladler und dem alten Wappen der Stadt Wien. Rundherum stehen zwölf Wappenschilde, unter anderem für Wissenschaft, Kunst, Musik, Theater, Handel und die Wiener Küche.

Die zwölf Figuren folgen der Geschichte Wiens. Die Reihe beginnt bei Kaiser Marc Aurel (1 bis 2 Uhr) und führt über Karl den Großen, Walther von der Vogelweide, Rudolf von Habsburg, Kaiser Maximilian I. und Prinz Eugen bis zum Kaiserpaar Maria Theresia und Franz I. (11 bis 12 Uhr). Joseph Haydn beschließt sie zwischen 12 und 1 Uhr.
Von der Versicherung zum Wahrzeichen
Die Versicherung „Der Anker“ kaufte 1861 den Galvagnihof am Hohen Markt und verlegte 1869 ihre Hauptverwaltung dorthin. 1911 gab sie bei Franz von Matsch, einem Maler und Bildhauer, die Uhr in Auftrag. Sie sollte an die Vergänglichkeit der Zeit erinnern. Das Gebäude bezog die Versicherung im Juni 1914, die Fertigstellung der Uhr zog sich wegen des Ersten Weltkriegs bis 1915.
Im April 1945 brannte der Ankerhof durch Brandstiftung aus, auch die Uhr wurde schwer beschädigt. Die ursprüngliche Orgel ließ sich nicht mehr reparieren. Heute läuft die Musik digital, die Aufnahme stammt von 1978 und folgt den originalen Orgelsätzen. In den 1950er-Jahren nahm die Uhr den Betrieb wieder auf. 2005 wurde sie unter Patronanz des Bundesdenkmalamtes vollständig restauriert, sie steht unter Denkmalschutz.
Anreise ohne Auto
Der Hohe Markt liegt mitten im 1. Bezirk. Am einfachsten kommst du mit der U-Bahn: Die U1 und die U4 halten am Schwedenplatz, die U1 und die U3 am Stephansplatz. Von beiden Stationen gehst du zu Fuß zum Hohen Markt. Vom Schwedenplatz fährt außerdem die Straßenbahnlinie 1.
Wie du Wien insgesamt ohne Auto erkundest, steht im Guide Wien nachhaltig erleben. Allgemeine Tipps zur Fortbewegung findest du im Ratgeber autofrei in Österreich unterwegs.
Zugang und Pausen
Die Uhr kannst du von außen jederzeit besichtigen. Ins Innere gibt es keine Führungen, weil der Zugang nur über die Büros der Helvetia Versicherung führt. Zur Stufenfreiheit des Platzes und zu Sitzgelegenheiten haben wir keine offizielle Angabe gefunden. Plane bei eingeschränkter Mobilität deshalb eine Pause in einem nahen Café ein und kläre dessen Zugang vorab.
In der Nähe
Am Hohen Markt steht der Vermählungsbrunnen, ein barockes Denkmal aus dem 18. Jahrhundert. Das Römermuseum (Hoher Markt 3) zeigt Funde aus dem römischen Legionslager Vindobona und hat laut wien.info von Dienstag bis Sonntag geöffnet. Prüfe Zeiten und Eintritt vor deinem Besuch auf wien.info. Wie sich Stephansdom, Hofburg und Kaffeehaus zu einem ruhigen Tag verbinden lassen, liest du im Artikel zum kaiserlichen Wien ohne Auto.
Häufige Fragen
Wann ziehen die Figuren der Ankeruhr vorbei?
Täglich um 12 Uhr ziehen alle zwölf Figuren rund 15 Minuten lang mit Musik über die Uhr. Zu jeder anderen vollen Stunde erscheint die nächste Figur mit Stundenschlag und eigenem Musikstück. Im Advent erklingen um 17 Uhr zusätzlich Weihnachtslieder.
Kostet die Besichtigung der Ankeruhr Eintritt?
Nein, die Besichtigung von außen ist kostenlos und jederzeit möglich. Ins Gebäude kommst du nicht, denn der Zugang führt nur durch die Büros der Helvetia Versicherung. Kosten entstehen nur für deine Anreise und, falls du es besuchst, für das Römermuseum.
Wie lange dauert der Besuch der Ankeruhr?
Die Parade dauert rund 15 Minuten. Mit zehn Minuten Vorlauf reicht eine knappe halbe Stunde. Wenn du Vermählungsbrunnen und Römermuseum dazunimmst, plane entsprechend mehr Zeit ein.
Fazit: Eine Viertelstunde, die sich lohnt
Kein Ticket, kein Auto, nur eine Viertelstunde um 12 Uhr: Die Ankeruhr zeigt Wiener Geschichte als Schauspiel. Verbinde den Besuch mit einem Spaziergang durch die Innenstadt und lies in Wien und Umgebung weiter, was die Stadt und ihr Umland ohne Auto bieten.
Quellen (abgerufen am 25.10.2026):
- Helvetia Österreich: Die Ankeruhr, helvetia.com, und Geschichte und Idee, helvetia.com
- wien.info: Ankeruhr, wien.info
- wien.info: Römermuseum am Hohen Markt, wien.info
- Wiener Linien: Straßenbahnlinie 1, wienerlinien.at
- Wikipedia (Gegenprüfung zu Maßen, Bauzeit, Musik und Stationen): Ankeruhr
