Ist Österreich ein Tourismusland? Zahlen, Grenzen, bewusst reisen

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Ja, Österreich ist ein Tourismusland: Statistik Austria zählte für 2025 vorläufig 157,27 Millionen Nächtigungen. Doch das Land hat viele Gesichter. Mehr als die Hälfte aller Nächtigungen entfällt auf Tirol und Salzburg, andere Bundesländer verzeichnen deutlich weniger. Wer weiß, wo und wann er reist, entdeckt ein anderes Österreich als das der Postkarten. Die Zahlen zeigen, wo das möglich ist.

Österreich in Zahlen: Das Tourismusjahr 2025

Die Werte für das Kalenderjahr 2025 sind vorläufig, aber eindeutig: Die Nächtigungen liegen 1,9 % über dem Vorjahr und laut WIFO rund 3,0 % über dem Niveau von 2019. Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick:

KennzahlWertQuelle und Stand
Nächtigungen 2025157,27 Mio. (+1,9 %)Statistik Austria, vorläufig, 30.01.2026
Ankünfte 202548,17 Mio. (+3,1 %)Statistik Austria, vorläufig, 30.01.2026
Anteil Auslandsgäste an den Nächtigungen 202574,3 % (116,81 Mio.)Statistik Austria, vorläufig, 30.01.2026
Direkte Wertschöpfung 202421,67 Mrd. Euro, 4,4 % des BIPStatistik Austria, Tourismus-Satellitenkonto, 11.06.2026
Unselbständig Beschäftigte 2025228.634 in Beherbergung und GastronomieWKO nach Dachverband der Sozialversicherungsträger

Vorläufig heißt: Statistik Austria arbeitet Nachmeldungen noch ein, einzelne Werte können sich daher leicht ändern.

Nächtigungen und Ankünfte

Eine Ankunft zählt jeden Gast, der einchecken, eine Nächtigung jede einzelne Nacht. 157,27 Millionen Nächtigungen bei 48,17 Millionen Ankünften ergeben rechnerisch gut drei Nächte pro Ankunft (eigene Berechnung).

Weil die Ankünfte 2025 mit 3,1 % stärker wuchsen als die Nächtigungen mit 1,9 %, sinkt dieser Wert rechnerisch leicht: Die Aufenthalte werden tendenziell kürzer. Das ist für nachhaltiges Reisen relevant, denn jede Anreise bringt Verkehr mit sich. Eine längere Reise verteilt ihn auf mehr Nächte.

Woher die Gäste kommen

Rund drei Viertel der Nächtigungen gehen auf Gäste aus dem Ausland zurück: 116,81 Millionen oder 74,3 %. Die Inlandsgäste kommen auf 40,46 Millionen. Wichtigster Herkunftsmarkt ist Deutschland mit 58,55 Millionen Nächtigungen, das sind 37,2 % aller Nächtigungen. Es folgen die Niederlande mit 11,26 Millionen sowie die Schweiz und Liechtenstein zusammen mit 4,34 Millionen.

Zählt man Inland, Deutschland, die Niederlande und die Schweiz samt Liechtenstein zusammen, kommen rund 115 Millionen oder knapp 73 % aller Nächtigungen zusammen (eigene Berechnung). Fernmärkte wachsen zwar schnell: Ihre Nächtigungen stiegen laut WIFO um 11,5 %, besonders stark bei Gästen aus Japan, China und Indien. Ihr Anteil an den ausländischen Nächtigungen liegt aber bei 5,3 %.

Was der Tourismus wirtschaftlich bedeutet

Zwei Wertschöpfungszahlen werden oft verwechselt, weil sie unterschiedlich abgegrenzt sind. Statistik Austria rechnet die direkte Wertschöpfung: 2024 waren das 21,67 Milliarden Euro oder 4,4 % des BIP (2023: 4,2 %). Direkt dem Tourismus zugeordnet sind 223.400 Beschäftigungsverhältnisse.

Das WIFO schätzt für 2025 die direkte und indirekte Wertschöpfung auf 33,1 Milliarden Euro, das entspricht 6,5 % des BIP. Indirekt heißt: Zulieferer und Lieferanten sind mitgerechnet. Beide Werte stimmen, sie messen nur Verschiedenes.

Der touristische Konsum lag 2024 bei 39,20 Milliarden Euro, davon 61,2 % von Auslandsgästen. Die Einnahmen aus dem Reiseverkehr betrugen 2025 laut WIFO rund 28,7 Milliarden Euro. Pro Kopf liegt Österreich damit mit 2.744 Euro auf Rang fünf von 42 verglichenen Destinationen. Im Jahr 2025 arbeiteten laut WKO 228.634 unselbständig Beschäftigte in Beherbergung und Gastronomie, 0,8 % mehr als im Vorjahr.

Wo und wann Tourismus in Österreich stattfindet

Die Bundesländer im Vergleich

BundeslandNächtigungen 2025 (Mio.)Veränderung zu 2024
Tirol50,02+1,7 %
Salzburg30,90+2,4 %
Wien20,09+6,5 %
Steiermark14,08+0,7 %
Kärnten13,05−0,7 %
Vorarlberg9,55+0,5 %
Oberösterreich8,91+0,3 %
Niederösterreich7,30−0,4 %
Burgenland3,38+2,8 %

Quelle: Statistik Austria, vorläufige Ergebnisse, 30.01.2026.

Tirol und Salzburg kommen zusammen auf 80,92 Millionen Nächtigungen, das ist mehr als die Hälfte des Gesamtwerts. Wien wächst mit 6,5 % am stärksten. Kärnten (−0,7 %) und Niederösterreich (−0,4 %) verzeichnen ein leichtes Minus. Vorarlberg liegt mit 9,55 Millionen im Mittelfeld, das Burgenland mit 3,38 Millionen am unteren Ende, allerdings mit einem Plus von 2,8 %.

Der Start in die Wintersaison 2025/26 fiel stark aus: Im November und Dezember 2025 stiegen die Nächtigungen österreichweit um 8,1 % auf 19,67 Millionen. In Salzburg stiegen sie um 12,1 %, in Wien um 9,6 % und in Tirol um 9,5 %.

Sommer und Winter liegen fast gleichauf

Im Winterhalbjahr 2024/25 zählte Österreich 72,4 Millionen Nächtigungen (+1,8 %), im Sommerhalbjahr 2025 waren es 83,4 Millionen (+2,2 %). Die Halbjahre decken sich nicht mit dem Kalenderjahr, ihre Summe ergibt deshalb nicht den Jahreswert.

Der Winter hängt stark an den Seilbahnen. Laut Fachverband der Seilbahnen in der WKO zählten die Skigebiete im Winter 2024/25 51,9 Millionen Ersteintritte. Dahinter stehen 250 Seilbahnunternehmen mit 1.111 Seilbahnanlagen und rund 23.700 Hektar Pistenfläche (Stand Jänner 2025). Eine einheitliche Zahl der Skigebiete nennen die Branchendaten nicht, deshalb nennen wir hier keine.

Die Zwischensaison als Stellschraube

Die Spitzen liegen im Hochsommer und im Hochwinter, dazwischen liegen die Zwischensaisonen. Die neue Bundesstrategie Vision T nimmt den Nächtigungsanteil der Nebensaison deshalb als Kernindikator auf (mehr dazu weiter unten). Für dich als Gast ist die Zwischensaison der einfachste Weg, Spitzen zu umgehen.

Warum Österreich als Reiseziel funktioniert

Berge, Städte und Infrastruktur

Österreich ist Wintersportziel, Sommerziel und Städteziel zugleich. Das Sommerhalbjahr liegt bei den Nächtigungen vor dem Winterhalbjahr, Tirol und Salzburg tragen den Alpentourismus, und Wien wächst als Städteziel am stärksten. Die Infrastruktur dafür ist dicht: allein im Skibetrieb gibt es 1.111 Seilbahnanlagen.

Nähe und Preis

Ein Großteil der Gäste kommt aus Österreich selbst und den Nachbarmärkten. Die andere Seite der Medaille sind die Preise. Laut WIFO stiegen die Beherbergungspreise 2025 um 5,3 % und die Gastronomiepreise um 5,9 %, bei einer allgemeinen Inflation von 3,6 %. Seit 2019 liegt das Plus bei den Beherbergungspreisen bei 48,7 % und damit über dem EU-Schnitt von 35,4 %. Es lohnt sich daher, Preise und Reisezeiten zu vergleichen.

Die Schattenseiten: Wenn Erfolg zum Problem wird

Mehr Gäste bedeuten mehr Verkehr, mehr Druck auf einzelne Orte und mehr Fragen an die Umweltbilanz. Hier steht, was sich belegen lässt.

Hotspots und Akzeptanz

Die Bevölkerung sieht den Tourismus überwiegend positiv. Laut Tourismusakzeptanz-Erhebung 2025 von Statistik Austria bewerten 45 % die Auswirkungen auf ihren Wohnort als positiv, 8 % als negativ und rund 39 % als neutral. Der Akzeptanzsaldo liegt bei plus 37 Prozentpunkten (2024: plus 38).

Hinter dem Durchschnitt stecken Unterschiede. Der Anteil negativer Bewertungen reicht von 4 % im Burgenland bis 16 % in Tirol. Als Gründe nennen die Befragten mehr Verkehr, zu viele Gäste und Preissteigerungen durch höhere Nachfrage. 6 % empfinden die Zahl der Besucher an ihrem Wohnort als „zu viel“, weitere 15 % als „eher viel“. Der Akzeptanzsaldo reicht von plus 31 in Niederösterreich bis plus 43 in Kärnten und Vorarlberg. Den höchsten Anteil positiver Bewertungen hat Salzburg mit 52 %, den niedrigsten Niederösterreich mit 36 %. Mehr dazu findest du in unseren Beiträgen zur Akzeptanz des Tourismus in den Regionen und zu Overtourism in Salzburg, Tirol und Wien.

Wie das im Alltag aussieht, zeigt Hallstatt. Der Ort hat rund 770 Einwohner. Laut einem Bericht aus dem Jahr 2018 schätzte man dort bis zu 900.000 Tagesgäste pro Jahr, und die Zahl der Reisebusse auf den bewirtschafteten Parkplätzen stieg von 3.440 im Jahr 2010 auf 16.495 im Jahr 2017. Eine Kommunalpolitikerin sagte damals: „Der Stundentourismus vertreibt den Gast, der länger bleiben würde.“

Inzwischen gibt es Regeln: Laut Salzburg24 (Stand Juli 2021) sind die Reisebusse auf 54 pro Tag begrenzt, und Gäste dürfen nicht mit dem Pkw in den Ort fahren. Neuere Gesamtzahlen haben wir nicht gefunden, die Werte stammen deshalb aus den Jahren 2018 und 2021. Eine ausführlichere Einordnung bietet unser Beitrag zu den Folgen des Massentourismus.

Energie, Fläche und Klima

Österreich erwärmt sich schneller als der globale Durchschnitt. Laut dem Zweiten Österreichischen Sachstandsbericht Klimawandel (AAR2, Juni 2025) ist die Temperatur hierzulande seit 1900 um rund 3,1 °C gestiegen, mehr als doppelt so stark wie im weltweiten Mittel. Hitze, Dürre, Starkregen und Muren nehmen zu, mit Folgen unter anderem für den Tourismus.

Skigebiete stehen deshalb in der Diskussion. Die Branche selbst nennt folgende Zahlen (Fachverband der Seilbahnen in der WKO, 2023, Energiedaten überwiegend 2022): Auf rund 75 % der Pistenfläche sichert Beschneiung den Betrieb bis Saisonende. Die Beschneiung hat einen Anteil von 0,33 % am gesamten Strombedarf Österreichs. Der Strom für Seilbahnen und Beschneiung stammt zu 44,8 % aus Wasserkraft und zu 9,5 % aus Wind und Photovoltaik, 26,1 % sind Importe ohne genannte Herkunft.

Das ist eine Branchenquelle mit eigenem Interesse. Zu Wasser- und Flächenverbrauch haben wir keine belastbaren Gesamtzahlen gefunden. Wir behaupten hier deshalb nicht mehr, als sich belegen lässt: Ein vollständiges Bild fehlt.

Was gegen die Probleme getan wird – und wo die Grenzen liegen

Vision T 2035: Die neue Bundesstrategie

Am 15. Juni 2026 hat Staatssekretärin Elisabeth Zehetner die Vision T vorgestellt, die Tourismusstrategie des Bundes bis 2035. Das Leitbild: Tourismus soll „wertvoll für alle“ sein, „365 Tage im Jahr“. Neun Kernindikatoren sollen den Erfolg messen, darunter der Nächtigungsanteil der Nebensaison, der Tourismusakzeptanzsaldo, die Zahl der Ganzjahresbeschäftigten in Beherbergung und Gastronomie, die Zahl der Umweltzeichen für Tourismusbetriebe und die CO₂-Emissionen in Beherbergung und Gastronomie.

Auf der Seite des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus steht dazu der Satz: „Erfolg im Tourismus bemisst sich künftig nicht allein an Nächtigungen.“ Zielwerte für die Indikatoren nennt die Seite nicht. Ob die Strategie hält, was sie verspricht, lässt sich also erst beurteilen, wenn diese Zahlen vorliegen.

Labels: Was sie belegen und was nicht

Das Österreichische Umweltzeichen vergibt das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft. Ende 2024 trugen es laut Factsheet des Umweltzeichens 649 Tourismus- und Gastronomiebetriebe, darunter 184 Beherbergungs- und Campingbetriebe. Die Anforderungen gliedern sich laut Factsheet in fünf Bereiche: Einkauf, Außenbereiche, Ressourcennutzung, Abfallentsorgung und Verkehrsreduktion. Die Zahl der einzelnen Kriterien nennt das Factsheet nicht. Das Zeichen ist ein staatliches Siegel, kein Freibrief: Es sagt dir, dass ein Betrieb diese Bereiche erfüllt, nicht, dass sein Urlaub frei von Belastung ist.

Die Bio Hotels sind eine eigene Marke, gegründet 2001, mit Häusern in Deutschland, Österreich, Italien, Slowenien und Griechenland. Laut eigenen Angaben verwenden sie ausschließlich Ökostrom und Lebensmittel aus zertifiziert biologischer Landwirtschaft, werden zweimal jährlich von unabhängigen Bio-Kontrollstellen geprüft und alle zwei Jahre klimabilanziert. Das sind Angaben der Marke selbst. In unserer Einordnung steht sie in Stufe B, hinter Zeichen wie dem Österreichischen Umweltzeichen (Stufe A). Wie viele Bio Hotels es in Österreich gibt, konnten wir nicht belegen und nennen deshalb keine Zahl.

Anreise ohne Auto und geschützte Natur

Werfenweng in Salzburg setzt auf Anreise ohne Auto. Laut Salzburger Land Tourismus (Beitrag zuletzt 2020 aktualisiert) können Gäste ihre Autoschlüssel an der Rezeption abgeben, mit Zug oder Bus bis Bischofshofen kommen und werden dort abgeholt. Dazu gibt es eine Mobilitätsgarantie und eine Gästekarte mit Elektro-Mobilität. Angebote und Preise ändern sich, prüfe sie deshalb vor der Reise.

Der Nationalpark Hohe Tauern ist laut Salzburg24 mit 1.856 Quadratkilometern der größte Nationalpark Mitteleuropas und liegt in Salzburg, Tirol und Kärnten, 1.213 Quadratkilometer davon sind Kernzone. Wie du ihn ohne Auto erlebst, liest du in unserem Beitrag zum Nationalpark Hohe Tauern in Salzburg. Beides sind Einzelbeispiele, keine Bilanz für ganz Österreich.

So reist du bewusster durch das Tourismusland

Aus den Zahlen lassen sich sechs Hebel ableiten, die du selbst in der Hand hast:

  • Reise in der Zwischensaison. Die Spitzen liegen im Hochsommer und im Hochwinter. Wer dazwischen reist, entlastet Orte und Infrastruktur. Auch der Bund will den Anteil der Nebensaison stärken.
  • Bleib länger an einem Ort. Die Ankünfte wachsen schneller als die Nächtigungen, die Aufenthalte werden kürzer. Eine Woche an einem Ort statt drei Kurzstopps spart Wege.
  • Schau über Tirol und Salzburg hinaus. Die beiden Länder tragen mehr als die Hälfte aller Nächtigungen. Das Burgenland zählte 2025 nur 3,38 Millionen Nächtigungen, bei einem Plus von 2,8 %, und in Tirol bewerten 16 % der Befragten den Tourismus negativ, im Burgenland 4 %. Unsere Urlaubsregionen zeigen dir Alternativen in allen Bundesländern.
  • Komm ohne Auto an. Prüfe vor der Buchung, wie du mit Bahn und Bus ans Ziel kommst. Auch die Nachtzüge der ÖBB (Nightjet) kannst du in die Planung einbeziehen; aktuelle Verbindungen findest du im Fahrplan der ÖBB.
  • Frag nach Belegen. Ein Zeichen wie das Österreichische Umweltzeichen ist überprüfbar, ein Schlagwort wie „grün“ nicht. Lass dir Zertifikate zeigen und lies nach, was sie abdecken.
  • Informiere dich über die Regeln am Ziel. Orte wie Hallstatt begrenzen Busse und Zufahrt. Plane Anreise und Tageszeit entsprechend.

Häufige Fragen zum Tourismusland Österreich

Ist Österreich ein Tourismusland?

Ja. 2025 zählte Österreich vorläufig 157,27 Millionen Nächtigungen und 48,17 Millionen Ankünfte. Der Tourismus trägt laut Statistik Austria direkt 4,4 % zum BIP bei (2024), nach WIFO-Schätzung inklusive indirekter Effekte 6,5 % (2025). Rund drei Viertel der Nächtigungen entfallen auf Gäste aus dem Ausland.

Welches Bundesland hat die meisten Nächtigungen?

Tirol mit 50,02 Millionen Nächtigungen im Jahr 2025, gefolgt von Salzburg mit 30,90 Millionen und Wien mit 20,09 Millionen. Tirol und Salzburg zusammen machen mehr als die Hälfte aller Nächtigungen aus. Am schnellsten wuchs Wien mit plus 6,5 % gegenüber 2024.

Wie viele Menschen arbeiten im Tourismus?

2025 waren laut WKO 228.634 unselbständig Beschäftigte in Beherbergung und Gastronomie tätig. Statistik Austria ordnet für 2024 direkt 223.400 Beschäftigungsverhältnisse dem Tourismus zu. Beide Zahlen sind unterschiedlich abgegrenzt und deshalb nicht direkt vergleichbar. Die Werte für 2025 stammen von der WKO, die für 2024 von Statistik Austria.

Was bedeutet Tourismusakzeptanz?

Statistik Austria befragt jährlich rund 12.000 in Österreich lebende Personen ab 15 Jahren, wie sie die Auswirkungen des Tourismus auf ihren Wohnort erleben. Der Akzeptanzsaldo ergibt sich aus dem Unterschied zwischen positiven und negativen Bewertungen und lag 2025 bei plus 37 Prozentpunkten.

Ist ein nachhaltiger Urlaub in Österreich möglich?

Ja, mit Einschränkungen. Du kannst ohne Auto anreisen, in der Zwischensaison reisen und Betriebe mit dem Österreichischen Umweltzeichen wählen; Ende 2024 trugen es 649 Tourismus- und Gastronomiebetriebe. Perfekt ist kein Urlaub, aber du kannst die Belastung für Orte und Umwelt bewusst verringern.

Fazit: Tourismusland mit Verantwortung

Österreich ist ein Tourismusland, die Zahlen für 2025 zeigen es deutlich. Zugleich zeigen sie, wo es eng wird: in Hotspots, bei den Preisen und bei der Akzeptanz in einzelnen Ländern. Die neue Bundesstrategie will Erfolg nicht mehr nur an Nächtigungen messen. Ob das gelingt, entscheidet sich auch bei den Gästen.

Such dir als Nächstes eine Region abseits der bekannten Hotspots aus. In den Urlaubsregionen findest du Guides mit Anreise ohne Auto, und im Beitrag über nachhaltige Unterkünfte siehst du, worauf es bei der Wahl ankommt.


Quellen und weiterführende Informationen

  • Statistik Austria (2026): Ankünfte und Nächtigungen im Dezember und Kalenderjahr 2025 (30.01.2026); Tourismus-Satellitenkonto 2024 (11.06.2026); Tourismusakzeptanz 2025 (11.06.2026)
  • WIFO und Statistik Austria (2026): Jährlicher wissenschaftlicher Beitrag zu den Tourismusberichten 2024 bis 2027, Berichtsjahr 2025
  • BMWET (2026): Vision T, Tourismusstrategie des Bundes bis 2035
  • BMLUK (2025): Zweiter Österreichischer Sachstandsbericht Klimawandel (AAR2)
  • WKO (2023 bis 2025): Arbeitsmarktdaten Jahresdurchschnitt 2025; Fachverband der Seilbahnen, Zahlen, Daten, Fakten und „So nachhaltig ist unser Skibetrieb“ (Branchenquelle)

Weitere im Text genannte Quellen: Factsheet Umweltzeichen Tourismus und Gastronomie 2025, Pressemappe Bio Hotels 2025, HOGAPAGE (2018), Salzburg24 (2021 und 2025), Salzburger Land Tourismus (2020).

Philipp Walz
Philipp Walz

Ich bin Philipp und brenne für nachhaltiges Reisen. Die Idee zu nachhaltigertourismus.at entwickelte ich während meines Masterstudiums in Green Marketing an der FH Wiener Neustadt – aus der Erkenntnis heraus, dass herkömmlicher Tourismus oft tiefe Spuren hinterlässt. Für mich bedeutet nachhaltiges Reisen: Orte bewusst erleben, lokale Kulturen respektieren und den eigenen Fußabdruck minimieren. Jede Reise erweitert meinen Horizont, lehrt mich Achtsamkeit und schenkt mir authentische Begegnungen, die mich prägen. Nachhaltiger Tourismus ist kein Verzicht – er ist eine bereichernde Erfahrung, die unser Leben und unsere Welt positiv verändert. Probier es aus und erlebe selbst, wie erfüllend bewusstes Reisen sein kann!

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